Der Stellvertreter

von Rolf Hochhuth
Diplominszenierung

 

Prof. August Hirt / Jacobson Franziska von Harsdorf
Riccardo Fontana / Der Doktor Leonhard Hugger
Nuntius / Adolf Eichmann / Abt Niko Lukic
Pater / Helga / Kardinal Johanna Mahaffy
Oberst Serge / Graf Fontana Kerim Waller
Eine Archäologin Fritzi Wartenberg
Papst Pius XII Anton Widauer
Kurt Gerstein Wiebke Yervis
Nazi-Stimmen Tobias Schilling
   
Regie Thyl Hanscho
Bühnenbild Marlene Lübke-Ahrens
Kostüme Desireé Luttermann
Maske Nina Borde
Dramaturgische Mitarbeit Tobias Schilling
Licht Gerhard Fischer
Sounddesign David Lipp
Regieassistenz Fritzi Wartenberg
Regiehospitanz Benjamin Palme
Inspizienz Ira Süssenbach


Termine
Mi 22. Jänner 2020 | Premiere
Do 23. | Fr 24. | Sa 25. Jänner 2010
Beginn: jew. 19.30 Uhr
Vorstellungsdauer: ca. 2 Std 15 Min
(Pause nach 1 Std 15 Min)

Aufführungsort
Neue Studiobühne im Max Reinhardt Seminar
Penzinger Straße 7 | 1140 Wien

Karten
Bestellung per E-Mail
oder Tel: 01 - 711 55 - 2802
Eintritt: freie Spende


Wir, die Nachgeborenen der Nachgeborenen,
haben die Zeit noch nicht erreicht,
in der der Mensch dem Menschen Helfer ist,
also sparen wir uns die Nachsicht
und buddeln da was aus,
das vergraben liegt, verschwiegen,
unter dieser Schicht der Stille,
die sich legt über die Vergangenheit:
Die Jahre 41 bis 45.
Die größte Menschenjagd der Weltgeschichte.
Die systematische Ermordung von 6 Millionen Menschen.
Ein Deserteur in Hitlers SS und ein Pfarrer, der das Schweigen nicht ertrug. 

Und es stellt sich da beim Graben zwingend eine Frage:
Was sagt denn Gott zum Holocaust, Herr Stellvertreter?
 

Fotos: Andrea Klem

Vielen Dank für die Unterstützung


... und für die Brillen

Rolf Hochhuth
geboren 1931 in Eschwege, ist deutscher Dramatiker und maßgeblicher Anreger des Dokumentartheaters. Der Stellvertreter war sein Erstlingswerk und sollte eigentlich schon 1961 gedruckt werden. Doch da es als zu provokant angesehen wurde, lag das Stück zwei Jahre still, bevor es 1963 herausgegeben und von Erwin Piscator uraufgeführt wurde und die sogenannte "Stellvertreter-Debatte" auslöste. Das Stück wurde international bekannt und löste in mehreren europäischen Ländern Tumulte während und nach den Aufführungen aus. Vorwürfe, dass der Autor sich für den Text Geheiminformationen des russischen Geheimdienstes KGB bedient hatte, wurden von Hochhuth zurückgewiesen. Auch nach Der Stellvertreter setzte sich Hochhuth immer wieder mit der NS-Vergangenheit und aktuellen politischen und sozialen Themen auseinander. Er versuchte immer wieder, Einfluss auf die Tagespolitik zu nehmen und löste auch einige Kontroversen aus, u.a. als er 2005 den Holocaust-Leugner David Irving verteidigte.

Kinder eines ganzen Volkes in Europa, von Kreta bis an die Pyrenäen, werden heute nur geboren, um in Polen ermordet zu werden. Wie sollen wir unser Schweigen je entschuldigen! Und diese Glocken! Sie läuten, läuten, als sei die Welt das Paradies: Was für ein Stumpfsinn, diese Erde der Gottesmutter noch ans Herz zu legen! Ist nicht der Papst, der eine halbe Milliarde Katholiken in der Hand hat, mitverantwortlich für das moralische Niveau der Welt?