Geförderte Forschungsprojekte im Rahmen von "Kunst und Gesundheit" an der mdw

 

Im Wintersemester 2015 wurden alle Universitätsangehörigen aufgerufen, Projektvorschläge zum  Forschungsprogramm „Kunst & Gesundheit“ einzureichen.

Ziel der mdw-internen Ausschreibung war es, die transdisziplinäre Verbindung der Bereiche Kunst und Gesundheit sowie den Ausbau und die Vernetzung bestehender Zugänge in den Bereichen Prävention, Therapie und Forschung an der mdw zu fördern.


Über die eingereichten Projektanträge entschied das Rektorat auf Grund einer gemeinsamen Empfehlung einer Jury und der mdw-Steuerungsgruppe „Kunst und Gesundheit“ an der mdw.

 

Geförderte Projekte:

 


 

Projekt "Motion - Emotion - Lab"

Abstract:

Das Projektziel ist der Erwerb und die zielgerichtete Nutzung einer Infrastruktur (LAB) zur Erfassung von physiologischen (MOTION) und psychologischen (EMOTION) Parametern von MusikerInnen und RezipientInnen.

Musizieren bedarf hochkomplexer Bewegungsformen. Neben ausdauernden Übe-Einheiten unterstützt die moderne Performance-Forschung die professionelle Auseinandersetzung mit den Vorgängen beim Spiel. Grundlage zur Dokumentation, Erarbeitung von Optimierungsmöglichkeiten sowie der Prävention vor Überlastungsbeschwerden ist die Nutzung zeitgemäßer Messtechniken. Dazu gehören EMG-Messungen, welche die Muskelaktivierungen visualisieren oder Kraftmessungen bezüglich der Haltung bzw. beim Spiel des Instruments. Auch ist musikalisches Wirken stets mit emotionalem Erleben verbunden. Messungen des Hautleitwertes, des Pulses oder der Atemmuster zeigen diese biopsychologischen Wirkmechanismen auf und bieten zusätzlichen Gewinn.

Mithilfe einer gleichzeitigen Erfassung von Klangparametern bieten diese Möglichkeiten ein wichtiges Feedback für Studierende, Lehrende und Wissenschaftler. Die Infrastruktur bietet einen hohen Nutzungswert in der alltäglichen Lehre und erlaubt die Durchführung von vier konkreten Teilprojekten. (1) Die Etablierung eines Langzeit-Monitorings von Studierenden im Instrumental-Unterricht, (2) Körperliche und klangliche Effekt von Krafttraining für die Ausatemmuskulatur, (3) Gesundheitliche Belastungen aufgrund asymmetrischer Spielhaltungen, (4) Der Lippenanpressdruck bei Trompetern.

 

Projektdauer:

26 Monate

 

Projektleiter:

Ao.Univ.-Prof. Dr. Matthias Bertsch, Dozent, Wissenschaftler und Betreuer im Fachbereich "Performance Science" am Institut für Musik- und Bewegungserziehung sowie Musiktherapie (Institut 13)

 

Projektbeteiligte:

Alexandra Türk-Espitalier MSc, Dipl.mus., Dipl.mus.päd.in, PT, Mitarbeiterin und Doktorandin am Institut für Musik- und Bewegungserziehung sowie Musiktherapie (Institut 13)

Mag.a Marija Podnar Bakk.art, BSc. PT, Doktorandin am Institut 13

Assoz.-Prof. MMag. Dr. Werner Goebl, Wissenschaftler und Betreuer im Fachbereich "Performance Science" am Institut für Wiener Klangstil (Musikalische Akustik)

 


 

Projekt "Begleitung, Stützung, Förderung - Musiktherapie als begleitende stationäre Maßnahme nach Frühgeburtlichkeit"

 


Abstract:

Begleitung, Stützung, Förderung – Musiktherapie als begleitende stationäre Maßnahme nach Frühgeburtlichkeit; Beobachtungen der Auswirkungen früher stationärer musiktherapeutischer Begleitung auf den kindlichen Allgemeinzustand und die Eltern-Kind-Bindung; Auswirkungen früher musiktherapeutischer Interventionen auf die psychologische und neurologische Entwicklung von Frühgeborenen

Die Frühgeborenenrate in Europa nimmt weiterhin zu, wobei Österreich zu den Ländern mit der höchsten Prozentzahl gehört. Frühgeburtlichkeit bedeutet für das Kind einen oftmals traumatisierenden, langen stationären Aufenthalt und die Gefahr von bleibenden Schäden sowie für die ganze Familie eine hohe psychische Belastung, die, wenn unbegleitet, auch langfristig negative Folgen für die Beziehung zum Kind haben kann.


In einer randomisierten, kontrollierten klinischen Studie an der Medizinischen Universität Wien mit insgesamt 100 frühgeborenen Kindern soll untersucht werden, wie sich Musiktherapie während des stationären Aufenthalts a) auf die Veränderung des kindlichen Allgemeinzustands und der messbaren physiologischen Parameter (Atemfrequenz, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung des Blutes) und b) auf die beobachtbare Kontaktaufnahme der Eltern zu ihrem Kind auswirkt.

In einem zweiten Schritt sollen nach zwölf Monaten die Ergebnisse der routinemäßigen psychologischen und neurologischen Nachsorgeuntersuchungen herangezogen und die Entwicklung der Kinder im Vergleich zur Kontrollgruppe (die die Standardpflege erhielt) ausgewertet werden. Die Beantwortung der Fragestellungen lässt auf die Vertiefung und Erweiterung des aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstandes über die Wirksamkeit der Musiktherapie auf den Entwicklungsverlauf dieser wachsenden Gruppe von Hochrisikopatienten hoffen.

 

Projektdauer:

48 Monate

 

Projektleitung:

Mag.a Leslie Schrage-Leitner, Doktoratsstudium (PhD) an der mdw; Musiktherapeutin für Kinder im Alter von 3 Monaten bis 4 Jahren, Eltern-Kind- Interaktion, Nachsorge, Zentrum für Entwicklungsförderung, Wien 11; Lektorin für Musiktherapie an den Universitäten für Musik und darstellende Kunst Wien und Graz; wissenschaftl. Projektmitarbeit, Medizinische Universität Wien, Abteilung für Neonatologie; Praktikumsleitung Bereich "Entwicklungsneurologie und Sozialpädiatrie", Universität für Musik und darstellende Kunst Wien; Musiktherapeutin in freier Praxis (eigenverantwortlich nach § 7 MuthG); Studium der Musiktherapie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

 

Projektbeteiligte:

Univ.-Prof. Dr.med. Dr.sc.mus. Thomas Stegemann, Leiter der Abteilung Musiktherapie am Institut für Musik- und Bewegungserziehung sowie Musiktherapie (Institut 13); Professor für Musiktherapie (Diplom-Musiktherapeut); Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie; Paar- und Familientherapeut (BvPPF); Gitarrenstudium in Los Angeles, USA; Medizinstudium in Mainz und Kiel. AiP an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Tübingen; Aufbaustudium Musiktherapie an der Hochschule für Musik und
Theater, Hamburg; Von 2002 bis 2010 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf; 2008 bis 2010 leitender Oberarzt.

 

Assoc.Prof.in Priv.Doz.in Dr.in med.Monika Resch (geb. Olischar), Oberärztin für Neonatologie, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Klinische Abteilung für Neonatologie, Wien; 2008 – 2010 Clinical Fellow, Royal Children’s Hospital, Department of Neonatology, Melbourne, Australia; 2007 – 2008 Research Fellow, Royal Children’s Hospital, Department of Neonatology, Melbourne, Australia; 1999 – 2007 Ausbildung zur Fachärztin für Neonatologie, Medizinische Universität Wien; 1992 – 1999 Medizinstudium, Medizinische Universität Wien.

 

Dr.Scient.Med. Vito Giordano, Master-Abschluss im Bereich der kognitiven Neurowissenschaften (Psychologie); 2015 Doktortitel in klinischen Neurowissenschaften an der Medizinischen Universität Wien im Bereich Neonatologie. Derzeit als Post-Doc-Forscher an der Medizinischen Universität Wien an mehreren Forschungsprojekten über die Reifung des zentralen Nervensystems bei Frühgeborenen beteiligt.

 

Dr.in med.univ. Katharina Goeral, seit Oktober 2013 Assistenzärztin an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Klinische Abteilung für Neonatologie, Pädiatrische Intensivmedizin und Neuropädiatrie, Wien 11; seit November 2013 PhD Studium an der Medizinischen Universität Wien im Themenprogramm “Clinical Neurosciences (CLINS)”; seit 2011 Auslandsaufenthalte und Zusammenarbeit mit dem Kennedy Krieger Institute (Johns Hopkins Medical Institutions) in Baltimore, MD, USA.

 


 

Projekt "Instrumenten-Athletik"

 

Abstract:

Fit bleiben mit der „MDW-Gesundheitsbox“ – ein Übungsprogramm ausgerichtet auf die individuelle Bedürfnisse von Musikstudierenden

Im Rahmen des Projektes soll ein Trainingsprogramm speziell für MusikerInnen zur Prävention von übebedingten Überlastungen und Verletzungen des Bewegungsapparates entwickelt werden. Innerhalb eines mehrstufigen Verfahrens soll ein umfassendes Präventivprogramm erstellt und von MusikstudentInnen sowie FachexpertInnen geprüft und getestet werden. Zur Sicherung der Nachhaltigkeit wird ergänzend dazu eine „MDW-Gesundheitsbox“ konzipiert, in welcher alle Informationen zum entwickelten Trainingsprogramm sowie weiterführende Informationen zum Thema MusikerInnen-Gesundheit enthalten sein sollen.

 

Projektdauer:

22 Monate

 

Projektleitung:

Mag. Thomas Lamprecht, ist Sportwissenschaftler; seit 2007 verantwortlich für die Durchführung verschiedenster Projekte, vorwiegend Gesundheitsförderung  durch Bewegung und Training; Koordination eines Projektes für Typ-2-DiabetikerInnen bei SPORTUNION ÖSTERREICH; Reihe weiterer Projekte mit unterschiedlichsten Inhalten, u.a. betriebliche Gesundheitsförderung, Erarbeitung von überprüfbaren Qualitätskriterien für gesundheitsorientierte Trainingseinheiten; zuletzt betreute Projekte über Schaffung und Implementierung von geeigneten Trainingseinheiten für muslimische Migrantinnen, das 2014 bei der Preisverleihung des Integrationspreises Sport mit dem 1. Platz ausgezeichnetwurde; neben Tätigkeit als Projektkoordinator seit 2012 Unterricht an der Krankenpflegeschule SMZ-Ost (Fach: Ergonomie) und seit SS 2014 Lehrbeauftragter für die Lehrveranstaltung „Krafttraining für Musiker/innen“ an der mdw; zuvor tätig als Trainer im Rahmen des Projektes „Musik & Muskeln“ (SS 2008 – WS 2009/10); zusätzlich zu Studium der Sportwissenschaften auch staatlich geprüfter Fitness-Trainer sowie staatlich geprüfter Trainer im Ringen.