Studienberechtigungs-verordnung


Verordnung des Rektorats der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien vom 17. September 2010 über die Studienberechtigungsprüfung zur Erlangung der allgemeinen Universitätsreife für Bachelorstudien und Diplomstudien der Studienrichtungsgruppe 16, „Künstlerische Studien“.
 
 
Auf Grund der Bestimmungen des § 64 a Universitätsgesetzes 2002, BGBl. Nr. I 120/2002, wird verordnet:
 
§ 1 Voraussetzungen für die Absolvierung von Prüfungen
Das Ablegen von Prüfungen für die Studienberechtigungsprüfung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien setzt die Zulassung zur Studienberechtigungsprüfung gemäß § 64 a UG voraus. Zum Zeitpunkt der Ablegung von Prüfungen müssen die PrüfungskandidatInnen zum außer­ordentlichen Studium an der Universität zugelassen sein.
 
§ 2 Personen ohne Reifeprüfung erlangen, nach Maßgabe dieser Verordnung des Rektorats, durch Ablegung der Studienberechtigungsprüfung die allgemeine Universitätsreife für Bachelorstudien und Diplomstudien der Studienrichtungsgruppe „Künstlerische Studien“.
 
§ 3 Zur Studienberechtigungsprüfung sind Personen, die die Zulassung zu Studien der Studien­richtungsgruppe „Künstlerische Studien“ an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien anstreben, das 20. Lebensjahr vollendet haben und eine eindeutig über die Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht hinausgehende erfolgreiche berufliche oder außerberufliche Vorbildung für das angestrebte Studium nachweisen, zuzulassen.
 
§ 4 Das Ansuchen um Zulassung zur Studienberechtigungsprüfung für Bachelorstudien und Diplom­studien der Studienrichtungsgruppe „Künstlerische Studien“ ist schriftlich beim Rektorat der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien einzubringen. Das Ansuchen hat zu enthalten:
 
  1. den Namen, das Geburtsdatum, die Adresse sowie – falls vorhanden – die Matrikelnummer;
  2. den Nachweis der Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates des Europäischen Wirtschafts­raumes;
  3. das angestrebte Studium;
  4. den Nachweis der Vorbildung;
  5. das Wahlfach und
  6. eine schriftliche Erklärung über die Anzahl erfolgloser Versuche, die Studienberechtigungs­prüfung abzulegen.
 
§ 5 Die Studienberechtigungsprüfung umfasst folgende fünf Prüfungen:
 
  1. eine schriftliche Arbeit über ein allgemeines Thema (Aufsatz);
 
  1. folgende Prüfungen, die im Hinblick auf Vorkenntnisse oder Fertigkeiten für das angestrebte Studium der betreffenden Studienrichtungsgruppe erforderlich sind, aus den Pflichtfächern:
für Musikerziehung, Instrumentalmusikerziehung, Musiktheaterregie, Darstellende Kunst - Studienzweig Schauspielregie: Geschichte 2
für Musiktherapie: Biologie 2
 
Lebende Fremdsprache 2
 
  1. Zwei Prüfungen nach Wahl der Prüfungskandidatin oder des Prüfungskandidaten aus dem Bereich des angestrebten Studiums aus der Wahlfachliste für die Studienberechtigungs­prüfung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.
 
§ 6 Mit der schriftlichen Arbeit über ein allgemeines Thema gemäß § 5 Z 1 (Aufsatz) hat die Prüfungskandidatin oder der Prüfungskandidat nachzuweisen, dass sie oder er sich zu einem vorgegebenen Thema in einwandfreier und gewandter Sprache und mit klarem Gedankengang schriftlich zu äußern vermag.
 
§ 7 Die Prüfungsanforderungen und -methoden für Prüfungen gemäß § 5 Z 2 (Pflichtfächer) werden wie folgt festgelegt:
Die Prüfungsanforderungen in den Pflichtfächern orientieren sich am Lehrstoff der 12. und 13. Schulstufe. Sie sind je nach Prüfungsgegenstand in der gegebenen Form abzulegen.
 
Pflichtfach Geschichte 2
Prüfungsanforderungen: Grundzüge der allgemeinen Geschichte; wesentliche historische Fakten und Entwicklungen der europäischen Geschichte mit Schwerpunkt auf Österreich unter Berücksichtigung kultur-, wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Aspekte.
Prüfungsmethode: mündliche Prüfung
 
Pflichtfach Biologie
Prüfungsanforderungen: Entwicklung der Lebewesen im Lauf der Erdgeschichte; Stammesgeschichte des Menschen Biologie der Zelle und physiologische Grundvorgänge; Bau und Funktion des menschlichen Körpers; Grundzüge der Ernährungs- und Gesundheitslehre; Fortpflanzung und Vererbung des Menschen; menschliches und tierisches Verhalten.
Prüfungsmethode: mündliche Prüfung
 
Pflichtfach Lebende Fremdsprache 2
Prüfungsanforderungen: Sicherheit im mündlichen und schriftlichen Ausdruck unter richtiger Anwendung der Grundgrammatik; Fähigkeit, die Sprache bei normaler Sprechgeschwindigkeit zu verstehen und sich an Konversation über allgemein bekannte Inhalte, für die Gesprächspartner verständlich, zu beteiligen; Fähigkeit, einfache Texte ins Deutsche zu übersetzen; Fähigkeit, kurze Texte fließend zu lesen und zusammenzufassen; Fähigkeit, zu allgemeinen Themen vorwiegend in erzählender und beschreibender Weise in Aufsatzform Stellung zu nehmen.
Prüfungsmethode: mündliche und schriftliche Prüfung
 
§ 8 Für die Prüfungen gemäß § 5 Z 3 (Wahlfach) gilt Folgendes:
Prüfungsanforderungen: Grundkenntnisse im Überblick des jeweiligen Fachgebietes.
Prüfungsmethode: mündliche Prüfung
 
§ 9 Positiv beurteilte Prüfungen, die eine Studienberechtigungsprüfungskandidatin oder ein Studienberechtigungsprüfungskandidat an einer Bildungseinrichtung, die auf Grund der Rechts­vorschriften des Staates, in dem sie ihren Sitz hat, als Bildungseinrichtung anerkannt ist, abgelegt haben, sind auf Antrag vom Rektorat anzuerkennen, soweit sie den vorgeschriebenen Prüfungen inhaltlich und umfangmäßig gleichwertig sind. Das Rektorat darf höchstens vier Prüfungen anerkennen. Mindestens eine Prüfung ist an der Universität abzulegen.
 
§ 10 Studienberechtigungsprüfungskandidatinnen und Studienberechtigungsprüfungskandidaten, die eine Meisterprüfung oder eine Befähigungsprüfung gemäß der Gewerbeordnung, BGBl. Nr. 194/1994, oder dem Land- und forstwirtschaftlichen Berufsausbildungsgesetz, BGBl. Nr. 298/1990, erfolgreich abgelegt haben, sind von der Ablegung der Studienberechtigungsprüfung im Wahlfach gemäß § 5 Z 3 auf Ansuchen zu befreien.
 
§ 11 Das Rektorat hat für Prüfungen, die an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien abgelegt werden, mindestens eine Prüferin oder einen Prüfer zu bestellen.
 
§ 12 Die Prüfungskandidatinnen oder die Prüfungskandidaten sind berechtigt, negativ beurteilte Prüfungen zweimal zu wiederholen. Die letzte zulässige Wiederholung ist in kommissioneller Form durchzuführen. Nach negativer Beurteilung der letzten zulässigen Wiederholung ist man von der Ablegung der Studienberechtigungsprüfung für diese Studienrichtung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien ausgeschlossen. § 59 Abs 1 Z 12 UG gilt sinngemäß.
 
§ 13 Die Prüferin oder der Prüfer hat für Pflicht- und Wahlfächer ein Prüfungsprotokoll zu führen, das die gestellten Fragen, die erteilten Beurteilungen sowie die Gründe für die negative Beurteilung zu enthalten hat.
 
§ 14 Über die Ablegung jeder Prüfung ist ein Zeugnis auszustellen. Das Rektorat hat nach Vorliegen aller Prüfungszeugnisse ein Studienberechtigungszeugnis für die Studienrichtungsgruppe „Künstlerische Studien“ auszustellen. Dieses Studienberechtigungszeugnis gilt für jede Universität, an der ein Studium der Studienrichtungsgruppe „Künstlerische Studien“ eingerichtet ist.
 
§ 15 Der erfolgreiche Abschluss der Studienberechtigungsprüfung berechtigt zur Zulassung zu allen Studien der Studienrichtungsgruppe „Künstlerische Studien“.
§ 16 Inkrafttreten und Übergangsbestimmungen
 
1. Diese Verordnung tritt mit 1. Oktober 2010 in Kraft.
 
2. Auf Bewerberinnen und Bewerber, die vor dem 1. Oktober 2010 bereits zur Studien-berechtigungsprüfung zugelassen waren, ist bis zum Ablauf des 30. September 2012 das Bundes­gesetz über die Erlangung studienrichtungsbezogener Studienberechtigungen an Universitäten und Hochschulen künstlerischer Richtung (Studienberechtigungsgesetz – StudBerG), BGBl. Nr. 292/1985 weiterhin anzuwenden.