KEYNOTES

Hannah Conway
Reimagining the Arts, cross sector

Warum wird im Jahr 2021 Community- oder Audience-Engagement immer noch als "Add-on" betrachtet? Warum sollte man künstlerisch-kreative Handlungsmacht an andere abgeben? Warum lehren nicht-professionelle Musiker_innen uns [professionelle Musiker_innen] oft am meisten über Musik? Warum sollte das Publikum immer eingeladen werden, "andere" Stimmen zu hören? Wie können die am stärksten marginalisierten Stimmen in der Gesellschaft zu den mächtigsten werden? Warum sind die Künste von zentraler Bedeutung für den Weg eines Menschen aus der Obdachlosigkeit? Warum reden wir mehr als zu 'tun' oder 'zuzuhören'? Wie hört sich das Publikum an? Und warum sind Oper und Kunst ein wesentlicher Katalysator für sektorübergreifende Innovation und biomedizinische Spitzenforschung?

Anhand meiner eigenen Reise von palästinensischen Flüchtlingslagern zum London Symphony Orchestra, von internationalen Konzertbühnen zu Obdachlosentagesstätten, von kongolesischen Fischern zu führenden Kehlkopfchirurgen werde ich untersuchen, wie Outreach Arbeit im klassischen Musikbetrieb in den letzten 25 Jahren Denken, Herangehensweisen und die Praxis verändert hat. Die globale Pandemie hat uns die Gelegenheit gegeben, uns selbst und unsere Arbeit in der Kunst neu zu denken, neu zu bewerten und neu zu erkennen. Wie können wir diesen Schwung nutzen, um eine dynamische Entwicklung, einen anhaltenden Reichtum und eine Vielfalt in unserer Arbeit zu gewährleisten?

 

Doug Borwick
Engagement: Unverzichtbar werden

Eine häufige Frage über die Zukunft der Kunst ist heute: "Wie wird sich das post-pandemische Leben auf uns und unsere Arbeit auswirken?" Leider illustriert diese Frage die selbstzerstörerische Kunstzentriertheit, die unsere Branche plagt. In diesem äußerst angespannten Moment sollten wir eher darüber nachdenken, wie sich die Pandemie und die Wiedereröffnung des gesellschaftlichen Lebens auf unsere Communitys ausgewirkt hat bzw. auswirken wird und wie wir auf ihre Anliegen und Interessen reagieren können.

Kunstorganisationen sind notorisch selbstbezogen. Auf der ganzen Welt war dies ein zentraler Faktor für rückläufige Besucherzahlen in den vergangenen Jahrzehnten. Kunst wird von vielen (bestenfalls) als Annehmlichkeit gesehen. Das bedeutet, dass Kulturbetriebe in einer Welt bestehen müssen, die nur Zeit für das Wesentliche hat. Um zu überleben, geschweige denn zu gedeihen, müssen sie für viel, viel mehr Menschen große Bedeutung haben, als es heute der Fall ist. Darüber hinaus wird im Nachgang der Corona Pandemie die Notwendigkeit, vertrauensvolle Beziehungen zu neuen Gemeinschaften aufzubauen, größer sein als je zuvor. Gelingendes Community Engagement ist der Schlüssel, um die Reichweite zu vergrößern, Vertrauen aufzubauen und gesellschaftliche relevant zu sein. In diesem Vortrag werden die Gründe für die Einbindung von Communiys erläutert, Definitionen gegeben, Einwände angesprochen und Kriterien für den erfolgreichen Aufbau von Beziehungen zu Communitys vorgestellt. Es wird auch gezeigt, wie diese Arbeit in jeden Aspekt der Arbeit einer Kunstorganisation integriert werden kann (und sollte).