Praktikum Lied und Oratorium

Uwe Theimer beginnt seine musikalische Ausbildung als Fünfjähriger an einer privaten Musikschule in Kitzbühel, er lernt Akkordeon und steht schon im Vorschulalter erstmals auf der Bühne. Mit sechs Jahren beginnt er Klavier zu spielen und besteht 1953 die Aufnahmeprüfung bei den Wiener Sängerknaben. Nach dem Stimmbruch inskribiert er an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien, wo er Komposition bei Prof. Alfred Uhl und später Dirigieren bei Prof. Hans Swarowsky studiert. Gleichzeitig absolviert er die Bundesehrerbildungsanstalt BLBA I, wo er 1964 mit Auszeichnung maturiert und die Lehrbefähigung erwirbt, zwei Jahre später legt er auch die Reifeprüfung an der Musikakademie ab. Von 1964 bis 1965 leistet er seinen zwölfmonatigen Militärdienst bei der Garde.

Sein beruflicher Werdegang beginnt wieder bei den Wiener Sängerknaben, wo er zunächst an der Privatschule des Institutes Musik unterrichtet und den Nachwuchs in der musikalischen Grundausbildung betreut. 1965 übernimmt er einen Reisechor, konzertiert in den kommenden zehn Jahren in mehr als dreissig Ländern und wird mit der musikalischen Leitung des Chorus Viennensis, dem Männerchor der Wiener Sängerknaben, betraut. Mit diesem studiert er nebst einem vielseitigen Repertoire die ersten 35 Kantaten von Johann Sebastian Bach für deren Gesamteinspielung unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt ein.

Es folgt 1973 ein Halbjahresengagement an die Wiener Staatsoper als Chorkorrepetitor, 1975 verlässt er die Wiener Sängerknaben und wird als Solokorrepetitor und stellvertretender Studienleiter an die Volksoper Wien engagiert. Im Laufe der nächsten fünf Jahre wird er erster Studienleiter, Leiter der Bühnenmusik und debütiert am Haus als Dirigent mit der Operette „Gräfin Mariza“ von Emmerich Kalman.

1975 laden ihn die Salzburger Festspiele zur Mitarbeit ein, er wird in den folgenden Jahren musikalischer Assistent von Karl Böhm, Lorin Maazel und James Levine und dirigiert in der Folge an der Wiener Kammeroper, an Opernhäusern u.a. in Deutschland und Italien und ist Gastdirigent bei verschiedenen Orchestern u.a. in Deutschland, Japan und vor allem am Balkan.

1982 etabliert sich das Wiener Opernball Orchester und verpflichtet Uwe Theimer als Ersten Dirigenten. Mehr als zwanzig Mal dirigiert er den Wiener Opernball und absolviert mit dem Ensemble in den folgenden Jahren Konzerte und Mitwirkungen an Ballveranstaltung in bisher mehr als 35 Ländern.

1984 wird Uwe Theimer musikalischer Assistent bei den Seefestspielen Mörbisch und übernimmt von 1987 bis 1990 die musikalische Leitung der Vorstellungen.

1991 ist er Gründungsmitglied der „Cartusiana“, in deren Rahmen er während drei Sommern Meisterkurse für Sänger mit Schwerpunkt Operette abhält. Es folgen zwei Einladungen zu Operettenfestivals in Italien: 1994 dirigiert er in Triest „Wiener Blut“ und 1995 in Palermo „Die lustige Witwe“. In diesem Jahr wird ihm auf Anregung von Wiens Bürgermeister Dr. Helmuth Zilk der Berufstitel Professor verliehen.

1996 wird Uwe Theimer künstlerischer Leiter und Dirigent des in diesem Jahr erstmals stattfindenden Niederösterreichischen Operettensommers auf Schloss Haindorf, („Schlossfestspiele Langenlois“). 1999 wird er auch Intendant des Festivals und bekleidet diese Funktion bis 2012. Als Erkennung seiner Tätigkeit verleiht ihm Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll das Grosse Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Niederösterreich, 2017 erhält er das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst.

2013 kehrt er als musikalischer Leiter für ein Jahr zu den Seefestspielen Mörbisch zurück.

1996 bietet ihm die Musikuniversität Wien eine Gastprofessur an, die 2000 in eine ordentliche Professur umgewandelt wird. Nach seiner Emeritierung im Jahre 2012 installiert er ein neues Wahlfach, das die Interpretation und Repertoirekunde der Operette zum Inhalt hat.

Als Dirigent wird er seit einigen Jahren vermehrt in mehrere Balkanstaaten eingeladen. Eine in Podgorica auf Initiative der Österreichischen Botschaft in Zusammenarbeit mit dem Aussenministerium ins Leben gerufene Konzertreihe „Grüsse aus Österreich“ findet mit dem Montenegrinischen Symphonieorchester bereits seit acht Saisonen statt, dreimal gastiert er mit demselben Motto bei den Philharmonischen Orchester Sarajevo und Tirana, den Organisatoren steht er in beratender Funktion zur Seite. Er dirigiert Operette am Opernhaus von Skopje, und mit dem Wiener Opernball Orchester konzertiert er in Laibach, Zagreb, Bukarest und mehrmals in Belgrad und Sarajevo.

Für namhafte Schallplattenfirmen spielte er mit verschiedenen Orchestern und Gesangssolisten Operetten und Werke der Wiener Ballmusik ein und ist als Komponist und Arrangeur für Orchester und Kammerensembles tätig.

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