Wie klingt Österreich?
Musik als Träger des Emotions-Managements politischer Bewegungen im „Musikland Österreich“

Laufzeit: Dezember 2017–Februar 2019
Projektleitung: Anita Mayer-Hirzberger, Cornelia Szabó-Knotik
Projektmitarbeiter_innen: Chanda VanderHart, David Scholl
Kooperationspartner: Haus der Geschichte Österreich, Projekt Telling Sounds
Finanzierung: BKA, mdw

 

Kurzbeschreibung

Klänge sind ein fixer kultureller Bestandteil von Ritualen, die der Identifikationsstiftung dienen. Besonders im sogenannten „Musikland Österreich“ hat dies historische Tradition. Das Projekt liefert „klingende“ bzw. „sprechende“ Beispiele für das Emotionsmanagement politischer Bewegungen und für die Popularisierung von Identitätskonstruktionen durch (audiovisuelle) Medien in Österreich, abgeleitet aus einem im historischen Verlauf zutage tretenden Bezugssystem musikbezogener politischer Bedeutungstraditionen und Umdeutungen.

Die Erfassung eines solchen Bezugssystems österreichischer Geschichte seit 1918 beruht auf einer an einzelnen „Sattelzeiten“ angesiedelten Untersuchung zum Musikeinsatz im Rahmen von öffentlichen und halb-öffentlichen Festen und Feiern mit ausdrücklichem „Österreichbezug“. Neben schriftlichen und bildlichen Dokumenten  wird die jeweils damit verbundene audio-(visuelle) Berichterstattung wesentlich einbezogen, die eine massenhafte Verbreitung der von Musik ausgelösten (mit ihr assoziierbaren) emotionalen Besetzung der jeweiligen Ereignisse erst ermöglicht (hat).

Die Aufbereitung der Ergebnisse soll als webbasierter Informationscluster zum Zusammenhang von Musik und Politik in Österreich erfolgen und daher über den Anlass hinaus nutzbar und erweiterbar bleiben. WIE KLINGT ÖSTERREICH soll als fundiert aufgearbeitete, mit akustischem Material angereicherte Informations­basis nach den Standards gegenwärtiger, kultur­wissenschaftlich informierter Musikgeschichts­schreibung sein, die zugleich interdisziplinäre und musikalisch-praktische Anschlussfähigkeit demonstriert. Dabei bildet sie eine speziell für Formen alternativer Musikvermittlungs­programme geeignete Grundlage für künst­lerische Interventionen zum Gedenkjahr 2018. Eine Aufbereitung für Veranstaltungen zum fächer­­über­greifenden Unterricht in Kooperation mit dem Haus der Geschichte Österreichs wird ebenfalls angestrebt.