Univ.Prof. Robert Nagy


Robert Nagy bekam seine ersten Cellostunden mit 7 Jahren in Makó, sein sich schnell entwickelndes Talent wurde ab seinem 13. Lebensjahr in Budapest weiter gefördert, seine Lehrer waren Csaba Onczay und Miklós Perényi.
Neben seinen Studien und ersten Preisen bei internationalen Wettbewerben war ab 1987 die Zusammenarbeit mit Claudio Abbado beim Gustav Mahler Jugendorchester als Solocellist entscheidend für seine spätere Laufbahn. Das Orchesterspiel wurde ab diesem Zeitpunkt wichtiger Teil seines Lebens.
1992 wurde ein Kindheitstraum von Robert Nagy Wirklichkeit, er wurde Mitglied der Wiener Philharmoniker, was für jeden Musiker ein Privileg ist, und im Jahr 2005 durch die Ernennung zum Solocellisten noch größer wurde. Es führte ein langer und aufregender Weg von Makó nach Wien, das bis heute zu den Hochburgen der Musik zählt.
Als Mitglied des Wiener Staasopern-Orchester, auch Wiener Philharmoniker genannt, gab Robert Nagy in allen bedeutenden Konzertsälen auf der ganzen Welt etwa 1000 Konzerte, unter der Leitung von führenden Dirigenten der Musikwelt. 13 Jahre intensive Arbeit beim Orchester wurden 2005 mit der Position des Solocellisten belohnt.
Trotz intensiver Orchestertätigkeit ist Robert Nagy auch als Solist aktiv. Außer seinen Soloabenden und CD-Aufnahmen spielt er oft Cellokonzerte, auch Raritäten, wie zum Beispiel das Konzert für Cello und Orchester von d’Albert, das 2003 in Budapest zur ungarischen Erstaufführung gelangte.
Ein einzigartiges, Kontinente überbrückendes Projekt waren die drei aufeinander folgenden Aufführungen von Dvorak’s Cellokonzert, zuerst in Wien (Musikverein), Budapest (Musikakademie) und schließlich in Toyota. Die CD dieses Konzertes erschien 2000 (Aichi Gakusen University Orchestra).
 
Nagy wurde bereits während der Studienjahre vom Zauber des gemeinsamen Musizierens gefangen genommen. In seiner kammermusikalischen Entwicklung spielten seine hervorragenden Lehrer, Sándor Devich (ehemaliger Geiger des Bartók Quartetts) und György Kurtág eine entscheidende Rolle. Unter ihrer Leitung durfte er die schönsten und wichtigsten Werke der Literatur studieren.
Das erste dauerhafte Ensemble entstand in der Studienzeit. Das mit der Pianistin Éva Kardos – seiner späteren Gattin - gegründete Duo ist bis heute aktiv. Das Repertoire beinhaltet praktisch die ganze Literatur für Cello und Klavier. Ihr Spiel wurde durch mehrere Rundfunkaufnahmen und auch auf CDs festgehalten. Als überzeugter Verfechter der Gattung Streichtrio war er 1995 Gründungsmitglied des Wiener Philharmonia Trio, ab 1999 Mitglied des Trio Belvedere Wien.
Das gemeinsame Spiel mit den Mitgliedern der Wiener Philharmoniker bezieht sich nicht ausschließlich auf das Orchesterspiel. Mit seinen ausgezeichneten Kollegen tritt Nagy in den verschiedensten kammermusikalischen Formationen auf, dazu gehören unter anderen die Ensembles Vienna Classics und die Wiener Mozartisten.
Er legt das Schwergewicht beim Unterrichten nicht nur auf die Methodik, sondern auch auf die Suche nach maßgeschneiderten Lösungen. Er ist der Überzeugung, dass das Ausmerzen aller technischen Probleme nur dann realisierbar ist, wenn dahinter eine sehr starke musikalische Konzeption steht.