Ringvorlesung Musiktherapie Sommersemester 2021

Die Wiener Ringvorlesung Musiktherapie an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien beginnt im Sommersemester am 5. März 2021.

Zum Programm für das Sommersemester 2021

 

Nächste Ringvorlesung:

Freitag, 21. Mai 2021  11.00 - 12.30 Uhr, Videokonferenz

Spürst du, was ich spüre? – Intersubjektivität im Erleben von Musik als Atmosphäre

Jan Sonntag, Hamburg, Deutschland

Prof. Sonntag bittet alle Teilnehmenden, sich für diesen Termin mit guten Kopfhörern für die Hörbeispiele auszurüsten!

Bitte melden Sie sich bis zum 21.5.2021, 8.00 Uhr zur Teilnahme unter ringvorlesungmth@mdw.ac.at an, um den Link zur Videokonferenz zu erhalten.

 

 


 

welle

Prof. Dr. Jan Sonntag, Dipl. Musiktherapeut FH/DMtG, Psychotherapie HPG, ist Professor für Musiktherapie an der MSH Medical School Hamburg. Seit 1999 konzentriert sich seine Arbeit als Therapeut, Forscher, Berater, Dozent und Autor schwerpunktmäßig auf den Bereich Demenz. Er entwickelt das Atmosphärenkonzept in der Musiktherapie, ist Autor des Buchs »Demenz und Atmosphäre. Musiktherapie als ästhetische Arbeit« und Mitautor des Standardwerks „Musik – Demenz – Begegnung. Musiktherapie für Menschen mit Demenz“. Gemeinsam mit Judith Sonntag betreibt er die Praxis für Musiktherapie und Beratung »Alte Wache« in Hamburg-Eimsbüttel.

 

welle

Abstract: Vor dem Hintergrund phänomenologischer Konzepte und musiktherapeutischer Empirie gehe ich in dieser Vorlesung der Frage nach, in welcher Weise und in welchem Maße wir Ähnliches erleben, wenn wir Musik hören. Als Ausgangspunkt und Perspektive für diese Betrachtungen wähle ich das Verständnis von Klang und Musik als Atmosphäre. Dementsprechend werden zunächst Grundannahmen zeitgenössischer Atmosphärologie erläutert und dargestellt, wie Musik analog zu Atmosphären verstanden (und erlebt!) wird. Auf die Praxis und Theorie der Musiktherapie bezogen scheint diese Perspektive besonders bedeutsam für die Begleitung von Personen zu sein, deren Erleben von prä- oder postreflexiven, leibbezogen Qualitäten bestimmt ist (z.B. sehr kleine Kinder oder Menschen mit Demenz). Im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen folglich leibnahe Qualitäten von Klang und Musik, die begrifflich gefasst und in Bezug auf die Frage nach ihrem Potential intersubjektiver Übereinstimmung untersucht werden. Musikbeispiele und Beispiele aus der therapeutischen Praxis stellen den Bezug zur Erfahrungswelt der Musiktherapie her und helfen, die anthropologische Reichweite von Atmosphären zu verdeutlichen.