Ringvorlesung Musiktherapie Sommersemester 2021

Die Wiener Ringvorlesung Musiktherapie an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien beginnt im Sommersemester am 5. März 2021.

Zum Programm für das Sommersemester 2021

 

Nächste Ringvorlesung:

Nächste Ringvorlesung und letzter Termin im Sommersemester:

 

Freitag, 25. Juni 2021  11.00 - 12.30 Uhr, Videokonferenz

Musiktherapie in freier Praxis

Elena Fitzthum und Manuel Goditsch, Wien

Bitte melden Sie sich bis zum 25.6.2021, 8.00 Uhr zur Teilnahme unter ringvorlesungmth@mdw.ac.at an, um den Link zur Videokonferenz zu erhalten.


Im ersten Teil der Ringvorlesung zum Thema „Musiktherapie in freier Praxis“ wird Mag. Manuel J. Goditsch auf formale und organisatorische Rahmenbedingungen der musiktherapeutischen Tätigkeit in freier Praxis eingehen. Dabei werden berufsrechtliche und versicherungsspezifische Besonderheiten der Freiberuflichkeit, wie beispielsweise die Meldung der Selbstständigkeit beim Finanzamt und der Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS), erläutert. Außerdem werden Überlegungen und Anregungen zur in der Freiberuflichkeit notwendigen Buchhaltung und der damit verbundenen Einkommenssteuererklärung sowie zu Besonderheiten bei der Erfüllung der im Musiktherapiegesetz (MuthG) festgeschriebenen Berufspflichten angeführt.

Darüber hinaus wird Goditsch in seinem Vortrag von Aspekten der Einrichtung und Gestaltung einer musiktherapeutischen Praxis berichten, welche sich auf die Atmosphäre im Raum und daher auch auf den therapeutischen Prozess auswirken. Dabei wird auf Fragen nach der notwendigen Raumgröße oder der Grundausstattung an Instrumenten im Raum eingegangen.

Im zweiten Teil der Vorlesung beschäftigt sich Dr. Elena Fitzthum mit inhaltlichen Aspekten der musiktherapeutischen Arbeit der eigenverantwortlichen Musiktherapeut_innen in freier Praxis. Hier werden sowohl Vorteile wie auch Nachteile des therapeutischen Arbeitens in Abwesenheit eines therapeutischen Teams und außerhalb einer „schützenden“ Institution aufgezeigt.

Die im Vortrag aufgelisteten Themenfelder, die zum Alltag therapeutischer Arbeit in der freien Praxis gehören, haben Auswirkungen bis hin zur therapeutischen Ebene und können Inhalt und Beziehung gleichermaßen beeinflussen. So bedeutet z.B. der Wegfall eines therapeutischen Teams mitsamt der Koordinationstätigkeit von Fallführenden eine enorme Mehrbelastung für die Musiktherapeut_innen in freier Praxis. Immer wieder auftauchende Fragen betreffen u.a. die Suche nach dem „passenden“ Klientel, dem Umgang mit Honorarforderungen, dem Umgang mit Diagnosen und Arbeitsaufträgen, etwaigen Notfallregelungen und oft notwendigen zusätzlichen Delegationen an Ärzt_innen und sozialen Institutionen.

Der Vortrag möchte verdeutlichen, welche Hürden und welche Chancen in der freiberuflichen Tätigkeit der Musiktherapeut_innen liegen. Dies geschieht immer mit dem Blick auf eine zukünftige Generation von eigenverantwortlichen Musiktherapeut_innen, die das ihnen gesetzlich zustehende Recht zur musiktherapeutischen Arbeit in freier Praxis nicht nur nützen, sondern auch als Fulltime-Job ausüben wollen – mit einer Selbstverständlichkeit, die mit der unserer psychotherapeutischen Kolleg_innen vergleichbar sein könnte.

 

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Dr. Elena Fitzthum, Dr. sc. Mus.

Seit 1989 in verschiedenen Funktionen innerhalb der Lehre an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien tätig. Seit 1977 Musiktherapeutin (Wiener Absolventin), seit 1992 Psychotherapeutin (Integrative  Gestalttherapie, ÖAGG) und Supervisorin (VOEPP). Eigene psychotherapeutische Praxis ebenfalls seit 1992. Im Zeitraum 2005 – 2015 Beratung von Eltern mit entwicklungsauffälligen Kindern/Jugendlichen im Rahmen einer klinischen Institution im Waldviertel. Seit 1999 Lehrtherapeutin für Gruppenmusiktherapie an der Züricher Hochschule der Künste, MAS Klinische Musiktherapie.

Gründungsmitglied des WIM, Wiener Institut für Musiktherapie Mitherausgeberin der Buchreihe „Wiener Beiträge zur Musiktherapie“. 2005 bis 2017 österreichische Delegierte im EMTC (European Music Therapy Confederation).

Forschungsschwerpunkte: Geschichte und Entwicklung der Musiktherapie, insbesondere der Wiener Schule der Musiktherapie; Transfer und Integration psychotherapeutischer Inhalte in die Musiktherapie.

Homepage: www.psychotherapie-fitzthum.at

Publikationen im Zusammenhang mit der Musiktherapieausbildung am Institut 14

Fitzthum, E. (2016) Transfer processes from reform movements to music therapy at the beginning of the 20th century. Nordic Journal of Music Therapy. Abstracts of the 10th European Music Therapy Conference Vol. 25, Iss. sup1 (23).   DOI:10.1080/08098131.2016.1179905

Fitzthum, E., Lutz Hochreutener, S., Oberegelsbacher, D. (2016). Individual therapy for students: a question of professional identity?. Nordic Journal of Music Therapy. Abstracts of the 10th European Music Therapy Conference Vol. 25, Iss. sup1 (88-89).  DOI: 10.1080/08098131.2016.1179905

Stegemann, T., Schmidt, H.U., Fitzthum, E. & Timmermann, T. (Eds.) (2016). Music therapy training programmes in Europe: Theme and variations. Wiesbaden: Reichert.

Fitzthum, E. (2015) A process of two decades: Gaining professional recognition in Austria. Approaches: Music Therapy & Special Music Education, Special Issue7 (1), (123-126). Also available as download: www.approaches.gr

Fitzthum, E. (2014). Wie die Musiktherapie nach Wien kam, Gedanken und Fragen zu einer (un) beabsichtigten Verortung. In Th. Stegemann & E. Fitzthum (Hrsg.), Festschrift 55 Jahre Musiktherapie, Ausbildung an der Universitaet fuer Musik und darstellende Kunst Wien. Steinbrunn: offset3000.

Fitzthum, E. (2014). Die Krisen des Erwachsenenalters. In Th. Stegemann & E. Fitzthum (Hrsg.), Wiener Ringvorlesung Musiktherapie. Wiener Beitraege zur Musiktherapie (Bd. 11, 223-237). Wien: Praesens.

Fitzthum, E. (2014). Wiener Schule der Musiktherapie. In TH. Stegemann & E. Fitzthum (Hrsg.), Wiener Ringvorlesung Musiktherapie, Wiener Beitraege zur Musiktherapie (Bd. 11, 1-16). Wien: Praesens.

Stegemann, T., Fitzthum, E., Timmermann, T. & Schmidt, H.U. (2013). Zum Stand staatlicher musiktherapeutischer Ausbildungen im deutschsprachigen Raum mit Blick auf europäische Entwicklungen. In Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft (Hrsg.), Jahrbuch der Musiktherapie (Bd. 9, 51-70). Wiesbaden: Reichert.

Timmermann, T., Schmid, H.U., Fitzthum, E. & Stegemann, Th. (2013). Notwendigkeit von vergleichbaren Basisstrukturen und Basisinhalten musiktherapeutischer Ausbildungen. In Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft (Hrsg.), Jahrbuch Musiktherapie (Bd. 9, 71-84). Wiesbaden: Reichert.


Mag. Manuel Jakob Goditsch ist Musiktherapeut, Musiker und angehender Psychotherapeut (Integrative Gestalttherapie). 1991 in Salzburg geboren, lebt und arbeitet er seit einigen Jahren mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in einem ambulanten Therapiezentrum sowie in freier Praxis in Wien.