Ringvorlesung der Musiktherapie Wintersemester 2017/18

Die Wiener Ringvorlesung Musiktherapie an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien beginnt am 6. Oktober 2017.

Das Programm für das Wintersemester 2017/18 finden Sie hier

Das Programmheft für das Wintersemester 2017/18 finden Sie hier

 

Nächste Ringvorlesung:
Freitag, 12. Januar 2018  10.00 - 11.30 Uhr AEG10
Rennweg 8, 1030 Wien

 

Die ästhetische Dimension der Kunsttherapie

Karin Dannecker, Berlin

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Karin Dannecker ist Kunsttherapeutin (M.A.) und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. Sie hat Abschlüsse in Sonderpädagogik, Kunstpädagogik und Diplompädagogik der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt/Main. Von 1983-1985 studierte sie Kunsttherapie an der New York University und schloss mit einem Master of Art in Art Therapy ab und ist  „Art Therapist Registered“ (ATR) der American Art Therapy Association und Mitglied in verschiedenen europäischen Fachgesellschaften. Sie unterrichtete an der Universität zu Köln, danach lehrte sie 12 Jahre an der Hochschule der Künste in Berlin (heute: Universität der Künste) und entwickelte einen Ergänzungsstudiengang, der in der KUNSTTHERAPIE BERLIN im Jahr 2000 realisiert wurde. Seit 2005 ist sie Professorin für Kunsttherapie an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.

Während ihrer 25-jährigen Lehrtätigkeit an Hochschulen bildete sie viele Kunsttherapeuten aus, erteilte Supervision und lehrte an nationalen und internationalen Ausbildungsinstituten wie in den USA, England, Frankreich, Italien.

1992 promovierte sie mit dem Thema Das Symbol in der Kunsttherapie – Grundlagen des Symbolisierungsprozesses  in der Kunsttherapie. Die Habilitation erfolgte 2005 mit der Schrift Die Bedingungen der psychischen und ästhetischen Transformationen der Kunsttherapie.

Parallel zur Hochschultätigkeit arbeitet sie mit verschiedenen Patienten und Klienten: mit Jugendlichen, Rheumakranken und seit 1987 bis heute mit erwachsenen Patienten in der Psychiatrie, Psychosomatik und ambulant.

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Forschung zur Wirksamkeit der Kunsttherapie. Ebenso ist sie an internationalen Projekten zur Entwicklung des Berufsfeldes beteiligt.

 

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Psyche und Ästhetik sind in der Kunsttherapie unmittelbar aufeinander bezogen, beide erfahren Prozesse der Transformation. Die Wirkungsfaktoren können vielfältig begründet sein: in der Beziehung, der Sprache, dem Rahmen, dem künstlerischen Material, dem Kunstwerk. Jedoch gibt es einen Aspekt, der mehr als alles andere die ästhetische Dimension der Kunsttherapie bezeugt: die Form der Form, die entsteht, wenn Patienten in Gegenwart der Therapeutin/des Therapeuten künstlerisch arbeiten. In der ästhetischen Qualität eines Werkes spiegeln sich alle Prozesse seiner Erzeugung. Wenn es gelingt, Form und Inhalt auf überzeugende Weise zu verschweißen, findet echte ästhetische Erfahrung und damit Veränderung statt.

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