{"id":7261,"date":"2026-03-18T14:12:12","date_gmt":"2026-03-18T13:12:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/?p=7261"},"modified":"2026-03-18T14:36:09","modified_gmt":"2026-03-18T13:36:09","slug":"mdwp007-002","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/","title":{"rendered":"Einleitung"},"content":{"rendered":"<style>\n        .tsquotation strong {<br \/>\n            font-weight: bold;<br \/>\n        }<br \/>\n        .tsquotation em {<br \/>\n            font-style: italic !important;<br \/>\n        }<br \/>\n        .bibliography {<br \/>\n            margin-top: -1em !important;<br \/>\n            padding-left: 22px;<br \/>\n            text-indent: -22px;<br \/>\n        }<br \/>\n        figure {<br \/>\n            margin: 0;<br \/>\n        }<br \/>\n    <\/style>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<div class=\"one_half\">\n<p style=\"text-align: left;\"><span class='bdaia-btns bdaia-btn-medium' style=\"background:#b2b2b2 !important;color:#000000 !important;\"><a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-001\/\" style=\"color:#000000 !important;\">&#129028;<\/a><\/span><\/div>\n<div class=\"one_half last\">\n<p style=\"text-align: right;\"><span class='bdaia-btns bdaia-btn-medium' style=\"background:#b2b2b2 !important;color:#000000 !important;\"><a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-003\" style=\"color:#000000 !important;\">&#129030;<\/a><\/span><\/div><div class=\"clear-fix\"><\/div>\n<hr>\n<p><!-- \n\n<p style=\"text-align: right;\">[btn btnlink=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/10.1515_9783839425015-001.pdf\" btnsize=\"medium\" bgcolor=\"#b2b2b2\" txtcolor=\"#000000\" btnnewt=\"1\" nofollow=\"1\"]CHAPTER PDF <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png\" style=\"vertical-align: middle\" alt=\"Download-Logo\" width=\"17\" height=\"17\">[\/btn]\n\n --><\/p>\n<div class=\"motto\">\n<p style=\"font-family: sans-serif; text-align: right; margin-bottom: 1.2cm;\">If we take to heart the fact that we make places, things, and selves, but not under&#160;conditions of our own choosing, then it is easier to take the risk of conceiving change as something both short of and longer than a single cataclysmic event. Indeed, the chronicles of revolutions all show how persistent small changes, and altogether unexpected consolidations, added up to enough weight, over&#160;time and space, to cause a break with the old order. <br \/> <em>Ruth Wilson Gilmore<\/em><a href=\"#fn1\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref1\" role=\"doc-noteref\"><sup>1<\/sup><\/a><\/p>\n<\/div>\n<p>\u00bbDrag\u00ab habe keine eindeutig verortbare Herkunft, hei\u00dft es oft.<a href=\"#fn2\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref2\" role=\"doc-noteref\"><sup>2<\/sup><\/a> Die sogenannte K\u00fcchenetymologie von Gender Bending hingegen verweist aufs vorb\u00fcrgerliche europ\u00e4ische Theater \u2014 darauf, wie junge Schauspieler in Frauenrollen die Schleppen ihrer Kost\u00fcme hinter sich herziehen.<a href=\"#fn3\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref3\" role=\"doc-noteref\"><sup>3<\/sup><\/a> Dragging ist also bestimmt von Widerstrebendem: vom Verweis auf volatile Bedeutungszusammenh\u00e4nge und auf einen physischen Pullback \u2014 auf Gefl\u00fcgeltes und Gravitationales gewisserma\u00dfen. In <em>Dirty Dragging<\/em> geht es um bewegte K\u00f6rper, denen etwas anhaftet, ohne dass sich die Genealogie des Mitgeschleppten eindeutig bestimmen lie\u00dfe. Mein Titel ist fortgesetzte Metapher unvorhersehbaren, nomadischen Mitschleppens und erweitert das herk\u00f6mmliche Begriffsverst\u00e4ndnis von Drag als \u00bb<em>exaggerated <\/em>gender display\u00ab.<a href=\"#fn4\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref4\" role=\"doc-noteref\"><sup>4<\/sup><\/a> Im Gegensatz zum elisabethanischen Stage-Dragging werde ich hier alle m\u00f6glichen minderen, transgressiven, in Kontexten politischer Gewalt situierten Auftrittsformen untersuchen. Ich m\u00f6chte erkunden, was sich auf letztlich unkontrollierbare, widerspr\u00fcchliche Weise beim Mitschleppen solcher Kontexte verfangen kann, um in ver\u00e4nderter, mit anderem verflochtener Form anderswo wieder aufzutauchen. <em>Dirty <\/em>bezeichnet dabei weniger das Dargestellte als letztlich \u203adreckige\u2039 <em>Formen<\/em> der Darstellung, die das Verst\u00e4ndnis von einer konturierten, abgeschlossenen Figur unterlaufen und dadurch die Frage nach dem <em>kollektiven<\/em> Auftreten ins Spiel bringen.<a href=\"#fn5\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref5\" role=\"doc-noteref\"><sup>5<\/sup><\/a> <\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen m\u00f6chte ich entsprechend die <em>master trope <\/em>der performativit\u00e4tstheoretischen Geschlechterforschung reformulieren, die Auseinandersetzung mit Drag in andere Kontexte \u00fcbersetzen und das widerspr\u00fcchliche Spiel mit referenziellem Exzess auch auf seine destruktive Seite hin ausloten. Gerade die Trans Studies haben Drag in den letzten Jahren kritisch reperspektiviert, auf ver\u00e4nderte biopolitische Subjektivierungsbedingungen verwiesen und den Akzent vom Undoing aufs Verfl\u00fcssigen, Liquidieren, \u00fcberkommener Klassifikationen \u2014 auf \u00bbpolitics of transitivity\u00ab<a href=\"#fn6\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref6\" role=\"doc-noteref\"><sup>6<\/sup><\/a> \u2014 verschoben. Daran kn\u00fcpft <em>Dirty Dragging <\/em>an. Weil das Transgressive nicht ausschlie\u00dflich als Queering \u2014 als \u00bbsubversive repetition within signifying practices of gender\u00ab<a href=\"#fn7\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref7\" role=\"doc-noteref\"><sup>7<\/sup><\/a> \u2014 gelesen werden kann, besch\u00e4ftige ich mich aus global- beziehungsweise aus verflechtungsgeschichtlicher Perspektive<a href=\"#fn8\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref8\" role=\"doc-noteref\"><sup>8<\/sup><\/a> mit kontr\u00e4ren Mobilisierungen des Performativen.<em>Dirty Dragging<\/em> reagiert durch entsprechende Quellenlekt\u00fcren hindurch auf Katastrophen der Gegenwart und ihre Begleiterscheinungen: die autorit\u00e4r-\u203abroligarchische\u2039 Wende postdemokratischer, ressentimentaler Politikformen, die sich wahlweise vor allem gegen \u203aGenderismus\u2039 oder globalisierte Migration von unten richten, die Zerst\u00f6rung regulierender Infrastrukturen durch die wirtschaftslibert\u00e4re Rechte und die Entstehung neuer Kriegsregime, die die globale Faschisierung des von Naomi Klein so genannten \u00bbpredatory disaster capitalism\u00ab<a href=\"#fn9\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref9\" role=\"doc-noteref\"><sup>9<\/sup><\/a> ank\u00fcndigen. Begleitet nun wird die neuerliche Konjunktur identit\u00e4rer Trennungen von karnevalesken Politikdarstellungen innerhalb der heutigen medialen Aufmerksamkeits\u00f6konomien.<a href=\"#fn10\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref10\" role=\"doc-noteref\"><sup>10<\/sup><\/a> Gerade diese Instrumentalisierung transgressiver Darstellungen von rechts fordert dazu heraus, auch die historische Perspektive zu erweitern. <\/p>\n<p>Exemplarisch zeigt sich das an geschichtlichen Ausformungen von \u203a<em>racial&#173;ized <\/em>Drag\u2039.<a href=\"#fn11\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref11\" role=\"doc-noteref\"><sup>11<\/sup><\/a> Sowohl im Kontext der modernen Geschichte von physiognomischem Rassismus und kolonialer \u00dcberausbeutung als auch von unterschiedlichen Rezeptionen der fr\u00fchen globalisierten, visuell gepr\u00e4gten Massenkultur verortet, macht etwa Blackface als \u00bbracial impersonation\u00ab<a href=\"#fn12\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref12\" role=\"doc-noteref\"><sup>12<\/sup><\/a> die grotesk-&#173;clowneske Entstellung der schwarzen Gesichtsmaske zum Zeichen von Exzess und wird entsprechend politisch besetzt. Ist Drag bislang vor allem mit queerem, subversivem Gender Bending assoziiert, geht es hier also zugleich um invektive Auftrittsformen. Auf der Stra\u00dfe, im Karneval, in der Propaganda, auf der B\u00fchne oder in der Wissenschaft und wiederum \u203aout of doors\u2039 untersucht <em>Dirty Dragging<\/em> die Ambivalenz mimetischer <em>\u00bbMessiness\u00ab<\/em><a href=\"#fn13\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref13\" role=\"doc-noteref\"><sup>13<\/sup><\/a> in historischen Gewaltzusammenh\u00e4ngen, um auch jene Auftrittsformen genauer bestimmen zu k\u00f6nnen, die trotz allem das Potenzial haben, widerst\u00e4ndige Affekte gegen Politiken des Teilens und Herrschens zu triggern.<\/p>\n<p>An der S\u00fcdspitze Afrikas, in der Mitte Europas und im S\u00fcden der USA situiert, erinnern die einzelnen Kapitel daran, wie Leute mit kreolisierten performativen Kulturtechniken Trennungspolitiken auf der Stra\u00dfe widerstreiten, wie der Faschismus queeres wie kreolisiertes Dragging zu bannen sucht und wie schlie\u00dflich karnevaleske Erscheinungsformen von fraternalen Vigilantes, neuen patriarchalen Eliten, aber eben auch von unten immer wieder anders mobilisierbar sind. <em>Dirty Dragging<\/em> konstelliert also gegens\u00e4tzliche Auftrittsformen, die sich als mimetisches Mitschleppen sozialer Verflechtungen beschreiben lassen. Dabei wird transgressives In-Erscheinung-Treten sowohl zum Instrument kollektiven Widerstreits und der Selbstbehauptung als auch des &#173;Othering, der Abwertung, des Terrors oder der Machtdemonstration. Anhand der inszenierten Alltagsfotografie einer Drag Queen zu Zeiten der Forced Removals w\u00e4hrend der s\u00fcdafrikanischen Apartheid und anhand des Karnevals von Cape Town, im Bezug auf eine Studioaufnahme von Eva Braun im M\u00e4nneranzug, mit geschw\u00e4rztem Gesicht, mit Blick auf alpine Perchtenz\u00fcgen, Terrorspektakel des fr\u00fchen Ku Klux Klan und den Mardi Gras von New Orleans wird es in <em>Dirty Dragging <\/em>um das Spektrum transgressiver Mimesis gehen: von existenziellen Drag-Szenen bis zum karnevalesken Maskengebrauch. An widerspr\u00fcchlichen Ausformungen von Drag im erweiterten Sinn m\u00f6chte ich zeigen, wie Auftrittsformen komplizit\u00e4r oder hegemonial besetzt und dennoch kollektiv immer wieder neu von jenen mobilisiert werden k\u00f6nnen, die sich \u203aso\u2039 nicht regieren lassen wollen.<a href=\"#fn14\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref14\" role=\"doc-noteref\"><sup>14<\/sup><\/a> <\/p>\n<p>Was also bedeutet die Verkn\u00fcpfung von Drag und Blackface im Karneval der Subalternen zu Zeiten der Apartheid?<a href=\"#fn15\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref15\" role=\"doc-noteref\"><sup>15<\/sup><\/a> Wie wiederum wird diese Verkn\u00fcpfung im NS antisemitisch aufgeladen? Wie kann der S\u00fcdstaatenkarneval in den USA zugleich zum Regierungsinstrument und zum queeren Refugium werden? Und wie verhalten sich karnevaleske Artikulationen von Kolonialismen und Rassismen zu einem queeren Verst\u00e4ndnis von Drag? Anhand ausgew\u00e4hlter Quellenlekt\u00fcren gehe ich unterschiedlichen (post-)kolonialen Kontexten nach, deren Regime jeweils scheitern, zusammenbrechen, auf Dauer nicht funktionieren und doch fortlebende Gewalt- und Widerstandsformen nach sich ziehen. Die etymologische Erz\u00e4hlung von theatralem Dragging auf vorb\u00fcrgerlichen europ\u00e4ischen B\u00fchnen und deren Referenz auf nichtrepr\u00e4sentative mimetische Auftrittsformen ruft die \u00c4ra kolonialer Expansion bereits ins Ged\u00e4chtnis. Gegenstand von <em>Dirty Dragging<\/em> sind nun jene Auftrittsformen, die als Effekte dieser Expansion gelesen werden k\u00f6nnen. Untersuchen m\u00f6chte ich verwandte, gleichwohl unterschiedliche politische Kontexte des Teilens und Herrschens mit je spezifischen arbitr\u00e4ren Ausgrenzungen und Besonderungen \u2014 Kontexte, die zwischenzeitlich als erledigt galten und in historischen Studien eher getrennt verhandelt werden, aber in Konstellation gebracht das transozeanische Widerspiel zwischen Kreolisierungs- und Entkreolisierungsprozessen<a href=\"#fn16\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref16\" role=\"doc-noteref\"><sup>16<\/sup><\/a> verdeutlichen: Apartheid, NS und Jim Crow-Segregation nach dem 1865 endenden B\u00fcrgerkrieg und der darauffolgenden Abschaffung systematisierter Versklavung in den USA. <\/p>\n<p>Warum gerade diese Konstellation? Das s\u00fcdafrikanische Apartheidregime (1948\u20141994), das sich zum einen im Rekurs auf nationalsozialistische und US-amerikanische Exklusionspolitiken, zum anderen auf der Grundlage historisch einander \u00fcberlagernder Kolonialpolitiken gegen Kreolisierungsentwicklungen formiert, funktioniert als modernes Social Engineering. Es korrespondiert mit zeitgleichen rassistischen Gentrifizierungen andernorts und nimmt als biopolitisches Modell heutige Formen der Securitization, der \u00dcberausbeutung und der Zwangsvertreibung vorweg;<a href=\"#fn17\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref17\" role=\"doc-noteref\"><sup>17<\/sup><\/a> zugleich aber macht schon sein &#173;komplexes Klassifikationssystem Vorstellungen von einem vermeintlich immergleichen bin\u00e4ren Rassismus hinterfragbar. Das gilt auf andere Weise auch f\u00fcr den NS (1933\u20141945); denn hier verschr\u00e4nkt sich Antisemitismus als Bestimmungsmoment nationalsozialistischer Propaganda und koloniale Exotisierung mit dem Angriff auf die fr\u00fche, ihrerseits bereits kreolisierte, US-amerikanisch gepr\u00e4gte Popkultur und auf deren globale Strahlkraft. Am NS wird also die Verbindung von Antisemitismus, Kolonialrassismus und Dekreolisierung lesbar.<a href=\"#fn18\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref18\" role=\"doc-noteref\"><sup>18<\/sup><\/a> Die segregierten Verh\u00e4ltnisse im S\u00fcden der USA nach dem Zusammenbruch des Plantagensystems in den 1860er-Jahren wiederum pr\u00e4gen genau jene Trennungen, die heute den Blick auf andere geografische und historische Zusammenh\u00e4nge oft strukturieren, erweisen sich aber bei genauerem Hinsehen als ungleich komplizierter. <\/p>\n<p>Hier setzt dieser Diskussionsvorschlag an und verschiebt die Perspektive. Den Entanglements transgressiver Auftrittsformen gehe ich an heterogenen Quellen nach, befrage deren jeweiligen Umgebungsbezug <em>und<\/em> die Metamorphosen von anderswo mitgeschleppter k\u00f6rperlicher Repertoires oder Masken&#160;\u2014 mithin je spezifische performative Transpositionen.<a href=\"#fn19\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref19\" role=\"doc-noteref\"><sup>19<\/sup><\/a> Die daraus resultierende Reperspektivierung von Drag l\u00e4sst sich mit dem kulturwissenschaftlichen Shift von der dekonstruktiven, negativen Bezogenheit auf Identit\u00e4tskategorien in der fr\u00fchen Queer Theory zur heutigen Besch\u00e4ftigung mit situiertem Umgebungswissen, mit dem Wissen um die politische Bedingtheit des eigenen Auftretens, um Vergesellschaftungsfragen und ihre verflechtungsgeschichtlichen Bedingungen assoziieren.<a href=\"#fn20\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref20\" role=\"doc-noteref\"><sup>20<\/sup><\/a> Dabei wird das Spannungsgef\u00fcge zwischen genealogisch Unverortbarem und dem Verweis auf erschwerte Bewegungsbedingungen, das meine Lesart von Dragging bestimmt, in eine doppelte Perspektive \u00fcbersetzt. Es geht sowohl um die konkrete Situiertheit \u00f6ffentlichen In-Erscheinung-Tretens als auch um die darin aufscheinenden globalen Fluchtlinien;<a href=\"#fn21\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref21\" role=\"doc-noteref\"><sup>21<\/sup><\/a> denn die hier versammelten historischen Erkundungen sind der Frage nach den unabsehbaren M\u00f6glichkeiten zuk\u00fcnftiger politischer Bezugnahmen angesichts des Fortlebens unterschiedlicher Gewaltregime gewidmet. <\/p>\n<p>Um der Komplexit\u00e4t der genannten Konstellationen gerecht zu werden, m\u00f6chte ich hier zun\u00e4chst die s\u00fcdafrikanische, ihrerseits Theorieans\u00e4tze aus der Karibik entwendende Kreolisierungsforschung mit queertheoretischen Ans\u00e4tzen verkn\u00fcpfen; dezidiert praxeologisch orientiert, befragt etwa Zimitri Erasmus mit Sylvia Wynter bestehende Kategorienbildungen in Auseinandersetzung mit Kolonialgeschichte.<a href=\"#fn22\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref22\" role=\"doc-noteref\"><sup>22<\/sup><\/a> Darin korrespondiert ihr Ansatz auch mit Auseinandersetzungen um die Gedankenfigur des Nomadischen.<a href=\"#fn23\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref23\" role=\"doc-noteref\"><sup>23<\/sup><\/a> Nach Schnittstellen kritischer Theorieproduktion fragend, m\u00f6chte ich daran weiterarbeiten, um als disparat wahrgenommene Denkentw\u00fcrfe im Verlauf des Buchs engzuf\u00fchren. Zugleich an der Geschlechter- als Drag-Forschung fortschreibend, lassen sich so nicht zuletzt die Fluchtlinien zwischen Auseinandersetzungen um Kolonial- und Antisemitismuskritik ausloten. <\/p>\n<p>Untergr\u00fcndig l\u00e4uft in <em>Dirty Dragging <\/em>dabei die Frage nach der gegenw\u00e4rtigen Relevanz der gew\u00e4hlten Konstellationen mit. Die historischen Schauplatzwechsel, so die Hoffnung, k\u00f6nnen Verfremdungseffekte hinsichtlich des aktuellen Gebrauchs von Begriffen und Gedankenfiguren produzieren und in diesem Sinn als \u00bbKrisenexperimente\u00ab<a href=\"#fn24\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref24\" role=\"doc-noteref\"><sup>24<\/sup><\/a> fungieren. Das zeigt sich etwa am Apartheidbegriff. Heute ist Apartheid eine Kategorie des V\u00f6lkerrechts,<a href=\"#fn25\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref25\" role=\"doc-noteref\"><sup>25<\/sup><\/a> ein Synonym f\u00fcr institutionalisierte rassistische Trennung, und wird gerade in S\u00fcdafrika entsprechend auf andere politische Kontexte \u00fcbertragen. Im deutschsprachigen Diskursraum, in dem ich prim\u00e4r verortet bin, hingegen ist Apartheid ein Trigger-&#173;Begriff aktueller Auseinandersetzungen um Israel-Pal\u00e4stina und die gegen internationales Recht versto\u00dfenden territorialpolitischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Nahen Osten. Die Kritik an der Kriegs- und Zwangsvertreibungspolitik in Gaza seit dem Massaker der Hamas vom 7. Oktober 2023 wiederum, die die Klage S\u00fcdafrikas gegen den Staat Israel vor dem Internationalen Gerichtshof dezidiert als genozidal einstuft, wird gerade im deutschsprachigen Kontext immer wieder als Antisemitismus umdefiniert und dies von rechts instrumentalisiert.<a href=\"#fn26\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref26\" role=\"doc-noteref\"><sup>26<\/sup><\/a> Zugleich blenden dekoloniale Diskurszusammenh\u00e4nge die Auseinandersetzung mit der hiesigen soziozidalen Geschichte des Antisemitismus, der industriellen Vernichtungspolitik der Nazis, und deren Nachleben oft aus. Das alles ist nicht Gegenstand dieses Buchs, geh\u00f6rt aber zu seinem diskurspolitischen Hintergrund. Denn dessen wachsendes Spaltungspotenzial erschwert momentane Versuche, den destruktiven Entwicklungen der Gegenwart kollektiv und international etwas entgegenzusetzen. Insofern motiviert dieser Hintergrund die hier vorgenommenen historischen Terrain- und Perspektivwechsel.<\/p>\n<p>Dabei besch\u00e4ftigt sich <em>Dirty Dragging <\/em>in Detailanalysen mit Auftrittsformen, \u00fcber die jeweils unterschiedliche Exklusionspolitiken und entsprechende Subjektivierungsformen verhandelt werden.<a href=\"#fn27\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref27\" role=\"doc-noteref\"><sup>27<\/sup><\/a> Die so konstelliert gestifteten Verbindungen und Bezugnahmen sind nicht einfach autobiografisch lesbar,<a href=\"#fn28\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref28\" role=\"doc-noteref\"><sup>28<\/sup><\/a> sondern einer spezifischen (theorie-)politischen Positionalit\u00e4t geschuldet. Ich versuche, Material aus historisch und geografisch unterschiedlich situierten Gewaltkontexten zu konfrontieren und zusammenzubringen, um im Blick auf deren Differenzen wie Korrespondenzen \u00fcber die Tragf\u00e4higkeit analytischer Kategoriebildungen und Herangehensweisen nachzudenken. Zwar sind meine Fragen von konkreten Lebens- und Arbeitskontexten gepr\u00e4gt; sie sind also durchaus symp&#173;tomatisch \u2014 reflektieren nicht zuletzt spezifisch verortete, freilich auch biografisch relevante Diskursverschiebungen und -widerspr\u00fcche in der Kolonial-, NS- und Rassismusforschung, die etwa Charlotte Wiedemann in <em>Den Schmerz der andern begreifen <\/em>anspricht.<a href=\"#fn29\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref29\" role=\"doc-noteref\"><sup>29<\/sup><\/a> Mein Anliegen aber ist nicht blo\u00df Ausdruck meiner Situiertheit, sondern dem Versuch geschuldet, angesichts der verst\u00f6renden globalen Faschisierungsentwicklungen \u00fcber Bande, am historischen Material, nicht in den Beschr\u00e4nkungen lokaler Exzeptionalismen &#173;steckenzubleiben, sondern zwischen jeweils anderswo &#173;entwickelten &#173;Perspektiven zu vermitteln und so potenzielle politische Allianzen ins Ged\u00e4chtnis zu rufen.<a href=\"#fn30\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref30\" role=\"doc-noteref\"><sup>30<\/sup><\/a> <\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*<\/p>\n<p>Ausgangspunkt von <em>Dirty Dragging <\/em>sind Lekt\u00fcren von Archivbildern, die sich w\u00e4hrend unterschiedlicher Forschungsreisen unter anderem nach Cape Town, Gastein und New Orleans angesammelt haben. Insofern ist das transponierende Mitschleppen sowohl Gegenstand als auch Teil des Forschungs&#173;designs. Die verwendeten Bilder sind visuelle Fundst\u00fccke, die bestimmte Bewegungsrepertoires in Szene setzen, still stellen und oft mit der Hyper&#173;visibilisierung von Devianzzuschreibungen spielen.<a href=\"#fn31\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref31\" role=\"doc-noteref\"><sup>31<\/sup><\/a> Nachtr\u00e4glich kuratiert und analysiert, wird an ihrer Beschreibung die Differenz zum Gewesenen markiert. So verdeutlicht die Starrheit und Stummheit dieser Bilder<a href=\"#fn32\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref32\" role=\"doc-noteref\"><sup>32<\/sup><\/a> sowohl die mediale Differenz zwischen Auftreten und Fotografie als auch die Abgr\u00fcnde zwischen Material und Lekt\u00fcre, zwischen unterschiedlichen historischen und geografischen Verortungen \u2014 aber eben auch die M\u00f6glichkeit nachtr\u00e4glicher, anders situierter Bezugnahme. Manchmal l\u00e4sst sich die Herkunftsgeschichte des vor allem fotografischen Materials nicht mehr genauer erschlie\u00dfen. Einige Bilder zeigen Leute, von denen keine Namen, keine Stimmen archiviert sind. \u00dcber Repertoire und Situierung provozieren gerade diese Bilder dazu, die mitgeschleppten Kontexte und deren \u00dcbertragung in die hier gew\u00e4hlte Kon&#173;stellation zu reflektieren, weil sie sich nicht \u203aautobiografisch\u2039 erkl\u00e4ren lassen. Zugleich zeugen sie davon, wie sich ihr Nachleben der Kontrolle durch jene Regimes, unter denen sie entstanden sind, auch wieder entzieht.<\/p>\n<p>Anders als die fr\u00fchere poststrukturalistische Forschung zu den <em>Allegorien des Lesens<\/em> akzentuieren meine physischen Auftrittsformen gewidmeten Bildlekt\u00fcren auch das Begehren, <em>to touch across time<\/em>, wie es Carolyn Dinshaw mit Blick auf historiografisches Arbeiten formuliert.<a href=\"#fn33\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref33\" role=\"doc-noteref\"><sup>33<\/sup><\/a> Dieses Begehren erfordert ein queeres, verschr\u00e4nktes Zeitlichkeitsverst\u00e4ndnis, das dem linearen, genealogischen Denken eine Vorstellung von Temporal Drag, so unter anderem Elisabeth Freeman, entgegensetzt.<a href=\"#fn34\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref34\" role=\"doc-noteref\"><sup>34<\/sup><\/a> Die Konstellierung der Schaupl\u00e4tze in <em>Dirty Dragging <\/em>\u00fcbersetzt das Begehren <em>to touch across <\/em>auch ins R\u00e4umliche, indem es von der paradoxalen Gegenwart einer im Bild festgehaltenen Bewegung ausgeht, auf verk\u00f6rpertes Repertoire und dessen Relation zur Umgebung hindeutet und nicht zuletzt \u00fcber das Ensemble der Bilder statt unmittelbarer N\u00e4he \u2014 etwa zu meiner Positionalit\u00e4t \u2014 transozeanische Fluchtlinien skizziert. <\/p>\n<p>Das Buch operiert weder chronologisch noch unternimmt es den Versuch, die Heterogenit\u00e4t des Materials zu gl\u00e4tten, <em>einem<\/em> Dragging-Narrativ zu unterwerfen. Vielmehr werden in drei Kapiteln, die die Perspektiven zunehmend verschr\u00e4nken, spezifische Situierungen des Auftretens und deren Fluchtlinien ausgelotet. Die einzelnen Kapitel sind jeweils in zwei komplement\u00e4re, mit Verben \u00fcberschriebene und damit die praxeologische Perspektive unterstreichende Teile gegliedert, die die Ambivalenz von dem, was ich hier als Dragging bezeichne, in mein Schreiben \u00fcbertragen. Einstieg und Ausklang akzentuieren oft als komplizit\u00e4r gelesene, ambivalente, unheroische Auftrittsformen. Sie liefern den Ausblick auf die M\u00f6glichkeit anderer als der herrschenden Verh\u00e4ltnisse \u2014 \u00bbgesturing toward a scene located elsewhere\u00ab, wie es Elizabeth Maddock Dillon im Blick auf \u00bbpeople out of doors\u00ab<a href=\"#fn35\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref35\" role=\"doc-noteref\"><sup>35<\/sup><\/a> einer transatlantisch nachlebenden kolonialen Welt formuliert. Gerade solche Formen \u00f6ffentlichen Erscheinens erm\u00f6glichen es vielleicht in der Tat, den <em>decreolizing trajectories<\/em><a href=\"#fn36\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref36\" role=\"doc-noteref\"><sup>36<\/sup><\/a> zu begegnen, die auch heute den rechten Diskurs bestimmen.<\/p>\n<p><em>Dirty Dragging <\/em>beginnt dort, wo sich unterschiedliche Kolonialgeschichten \u00fcberlagern, um deren Fortleben im Kontext der Apartheid zu untersuchen. Gerade mit Blick auf das s\u00fcdafrikanische Kap n\u00e4mlich l\u00e4sst sich das Nachdenken \u00fcber Queering und Kreolisierung verflechten. Im ersten Kapitel geht es daher zun\u00e4chst um das Theoriepotenzial einer Aufnahme, einer getanzten Drag-Szene, in der fr\u00fcheren Hafengegend von Cape Town (I. Apartheid). Sie erm\u00f6glicht es, Dragging als \u203amindere\u2039, in diesem Sinn dreckige mimetische Auftritts<em>form <\/em>vorzustellen, weil sie den bewegten K\u00f6rper nicht auf dessen individualisierte Repr\u00e4sentationsfunktion reduziert.<a href=\"#fn37\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref37\" role=\"doc-noteref\"><sup>37<\/sup><\/a> So macht sie auf das Potenzial des Auftretens aufmerksam, sich zum politischen und historischen Kontext in Beziehung zu setzen:auf das Potenzial von Dragging als einer performativen Praxis, die um die mitgeschleppte Umgebung wei\u00df und sich den trennungspolitischen Territorialanspr\u00fcchen durch das Apartheidregime widersetzt. Die Szene verweist, wie sich zeigen wird, von Drag im engeren Sinn auch auf einen spezifischen, zeitgen\u00f6ssische massenkulturelle Darstellungsformen in den Karneval \u00fcbersetzenden, \u203aindigenisierenden\u2039 Gebrauch von Blackface und macht diesen im Kontext sich \u00fcberlagernder Kolonialgeschichten lesbar.<a href=\"#fn38\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref38\" role=\"doc-noteref\"><sup>38<\/sup><\/a> Entsprechend erweitert dieses Kapitel den Drag-Begriff \u00fcber dessen geschlechterpolitische Dimension hinaus. Dabei arbeitet es wie gesagt mit andernorts oft ausgeblendet bleibenden s\u00fcdafrikanischen Beitr\u00e4gen zur aktuellen Kreolisierungsdebatte; denn diese Beitr\u00e4ge erm\u00f6glichen produktive Denkbewegungen, die weiterf\u00fchren als die \u203aAnwendung\u2039 queerer oder dekolonialer Theorien aus dem Globalen Norden auf die fr\u00fcher so genannte Peripherie. So wird das S\u00fcdafrika-Kapitel auch zur Grundlage der folgenden Lekt\u00fcren, \u203akreolisiert\u2039 mithin die Perspektive auf Dragging unter NS und Jim Crow.<\/p>\n<p>Das zweite Kapitel besch\u00e4ftigt sich mit der Kehrseite der zun\u00e4chst akzentuierten Auftrittsformen: mit der Abwertung entsprechender Darstellungen im Zusammenhang faschistisch-identit\u00e4rer Differenzproduktion (II. NS). Ich gehe Bildern nach, die \u203adie anderen\u2039 mittels Entstellung \u2014 in Drag, in Blackface \u2014 fingieren, effeminieren und \u00fcber antisemitisch aufgeladene \u00c4quivalenzketten des vermeintlich Dreckigen operieren. Dabei versucht dieses Kapitel, die Divergenz zwischen dem Angriff auf die zeitgen\u00f6ssisch globalisierte Massenkultur durch die Nazis und deren exotisierenden, kolonialrassistischen Spektakeln darzulegen. So erst lassen sich die widerspr\u00fcchlichen Voraussetzungen volksgemeinschaftlicher Fiktionen, deren m\u00e4nnerb\u00fcndische Darstellungen etwa in propagandistischen Massenspielen und deren volkskundlich fabulierte Genealogien genauer bestimmen. Im zweiten Kapitel geht es also um nationalsozialistische Erfindungen von Fremdem und Eigenem unter dem Eindruck einer schon kreolisierten Massenkultur.<a href=\"#fn39\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref39\" role=\"doc-noteref\"><sup>39<\/sup><\/a> Hier zeigen sich die Fallstricke heute nachlebender essenzialistischer Behauptungen \u2014 der Berufung auf Blutsverwandtschaft oder auf die Verwurzelung im Boden; zugleich aber deutet das Kapitel auf bislang eher unterbelichtete Allianzpotenziale und korrespondierende Kulturtechniken von Leuten hin, die mit Zwangsmigration konfrontiert beziehungsweise als entwurzelt, als herkunftslos markiert sind. <\/p>\n<p>Das dritte Kapitel verschr\u00e4nkt schlie\u00dflich die Analyse von terroristischen, regierungspolitischen und sich der herrschenden Segregation entziehenden Auftrittsformen (III. Jim Crow). Hier wird das Nachdenken \u00fcber die kontr\u00e4ren Mobilisierungen des Performativen zusammengef\u00fchrt, denen die ersten beiden Kapitel noch aus gegens\u00e4tzlichen Blickwinkeln gewidmet sind. Die Beziehung von irregul\u00e4rer Gewalt, hegemonialer Politik und Karnevaleskem adressierend, geht es nun um gegens\u00e4tzliche maskierte s\u00fcdstaatliche Meuten in Drag und um die transozeanischen Verflechtungen, die ihre Auftrittsformen mitschleppen.<a href=\"#fn40\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref40\" role=\"doc-noteref\"><sup>40<\/sup><\/a> Das Kapitel handelt von marodierenden Vigilantes, den \u00f6ffentlichen Raum spektakul\u00e4r besetzenden High Societies im Elitenkarneval und lose durch die Back Streets tanzenden Leuten im kreolisierten Mardi Gras von New Orleans.Als Hafenstadt n\u00e4mlich verbindet New Orleans nicht nur den US-S\u00fcden mit dem Norden, sondern auch die USA \u00fcber die Karibik mit dem Kap. Durch die Arbeit am Material hindurch fragt das Kapitel sowohl nach globalgeschichtlichen Bez\u00fcgen als auch nach der Aktualit\u00e4t der jeweiligen karnevalesken Auftrittsformen und nimmt dabei auf die politische Gegenwart und deren mediales Gef\u00fcge Bezug. Hierzu greife ich schlie\u00dflich das vorher diskutierte Material erneut auf, um es zunehmend zu verflechten, mithin um Dragging in seiner Ambivalenz und seiner Potenzialit\u00e4t lesbar zu machen und so bislang ausgeblendete diachrone wie synchrone Fluchtlinien ins Spiel zu bringen.<\/p>\n<p>Durch die Geschichte von Terror und Kontrolle hindurch komme ich entsprechend \u2014 mit offenem Ausgang, also dezidiert ohne einen zusammenfassenden Schluss zu liefern \u2014 wiederum bei widerstreitenden Formen des <em>dirty <\/em>Dragging an. Unter den gegebenen Bedingungen rufen sie, wie sich schlie\u00dflich zeigen wird, trotz allem das Gl\u00fcck anderer Beziehungsweisen<a href=\"#fn41\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref41\" role=\"doc-noteref\"><sup>41<\/sup><\/a> auf \u2014 auch \u00fcber den lokalen Kontext hinaus. Dieses von Saidiya Hartman in verwandtem Zusammenhang so genannte, tempor\u00e4r aufscheinende, hydraartige <em>Performing (an) Otherwise <\/em>setzt den Widerstreit gegen die Verh\u00e4ltnisse immer wieder neu in Szene.<a href=\"#fn42\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref42\" role=\"doc-noteref\"><sup>42<\/sup><\/a> Ein<em> nichtidentit\u00e4res, ansteckendes<\/em> Wissen \u00fcber inszenierte \u203aOddkinships\u2039<a href=\"#fn43\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref43\" role=\"doc-noteref\"><sup>43<\/sup><\/a> vor Augen f\u00fchrend, schleppt es nichtgenealogische Beziehungsweisen mit. So tr\u00e4gt es dazu bei, die M\u00f6glichkeit zuk\u00fcnftiger, bislang unvorstellbarer, multidirektionaler Bezugnahmen aufeinander erinnerbar zu halten, um die Verh\u00e4ltnisse vielleicht irgendwann doch noch zum Tanzen zu bringen.<\/p>\n<h4>Endnoten<\/h4>\n<hr>\n<ol>\n<li id=\"fn1\">\n<p>Gilmore, <em>Golden Gulag<\/em>, 2007: 242.<a href=\"#fnref1\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn2\">\n<p>Vgl. Baroni, Drag, 2012: 191. Zur Etymologie von Drag vgl. auch McGlotten, <em>Dragging<\/em>, 2021: 7-8; Senelick, <em>Changing Room<\/em>, 2000: 279. Zur neuerlichen Konjunktur der Drag-Forschung vgl. Heller, <em>Queering Drag<\/em>, 2020; Khubchandani, <em>Decolonize Drag<\/em>, 2023; Schr\u00f6dl\/Striewski, <em>Drag<\/em>, 2025 sowie \u2014 in Verbindung mit <em>Dirty Dragging <\/em>\u2014 Annu\u00df\/Weiner, <em>Facing Drag<\/em>, 2025.<a href=\"#fnref2\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn3\">\n<p>Zur Etymologie des H\u00f6rensagens vgl. F\u00f6rstermann,<em> Volksetymologie<\/em>, 1852.<a href=\"#fnref3\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn4\">\n<p>So Lorber, Preface, 2004: xv. <a href=\"#fnref4\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn5\">\n<p>Siehe Vor\u00fcberlegungen in Annu\u00df, Dirty, 2022; Alienating, 2023. Zum performativen Verflechten vgl., anders akzentuiert, auch Fischer-Lichte et al., <em>Interweaving Performance Cultures<\/em>, 2014.<a href=\"#fnref5\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn6\">\n<p>Zum Transbegriff als \u00bbfleshly insistence of transitivity\u00ab siehe Halberstam, <em>Trans*<\/em>, 2018: 136. Vgl. zur Abl\u00f6sung von Drag durch pharmakologisches Transing Preciado, <em>Testo Junkie<\/em>, 2013, \u00bbThe Drag King Plan of Action\u00ab: 364-380; siehe auch Letter, 2018; <em>Apartment<\/em>, 2020; Learning, 2020. Zur Trans-Kritik an der bin\u00e4ren Rahmung von Drag-Konzepten vgl. aus unterschiedlichen Perspektiven Heller, <em>Queering Drag<\/em>, 2020; Stokoe, <em>Reframing Drag<\/em>, 2020; zur Kritik der Kritik Stryker, (De)Subjugated Knowledges, 2006. <a href=\"#fnref6\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn7\">\n<p>Butler, <em>Gender Trouble<\/em>, 1990: 146 \u2014 auf Esther Newtons <em>Mother Camp. Female Impersonators in America<\/em> (1979) verweisend; zur zeitgen\u00f6ssischen materialistischen Kritik vgl. Annu\u00df, Umbruch, 1996\/The Butler-Boom, 1998. Butler selbst revidiert ihre Perspektive im Vorwort von 1999: xxiii; siehe auch Bodies That Still Matter, 2021: 191. Zum queeren Gestus von Drag vgl. Heller, <em>Queering Drag<\/em>, 2020: 33; als \u00bbcollapsing of a border-line\u00ab vgl. Weiner,<em> Out of Line<\/em>, 2019: 52. Zur vorb\u00fcrgerlichen Etymologie von \u00bbqueer\u00ab vgl. <em>Oxford English Dictionary<\/em>, 2014; zur korrespondierenden Umschreibung transversaler Perspektiven Mu\u00f1oz, <em>Disidentifications<\/em>, 1999: 31; Lorey, <em>Demokratie<\/em>, 2021. Zur US-aktivistischen Begriffsgeschichte in den 1990er-Jahren und deren internationaler Ausstrahlung vgl. Bala\/Tellis, <em>Global Trajectories<\/em>, 2015; globale queertheoretische Perspektiven zusammenfassend: Laufenberg, <em>Queere Theorien<\/em>, 2022: 209-242; zur Kritik Hoad, Mythology, 2015. <a href=\"#fnref7\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn8\">\n<p>Vgl. Conrad, <em>Globalgeschichte<\/em>, 2013\/<em>What Is Global History?<\/em>, 2016; Osterhammel, <em>Verwandlung der Welt<\/em>, 2020.<a href=\"#fnref8\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn9\">\n<p>Klein, <em>The Shock Doctrine<\/em>, 2007. \u203aAnti-Genderismus\u2039 und autorit\u00e4re Wende des Neoliberalismus rejustieren m\u00f6glicherweise auch bisherige Kritiken an Homonationalismus und Pinkwashing (Farris, <em>In the Name<\/em>, 2017; Puar, <em>Terrorist Assemblages<\/em>, 2007); vgl. hierzu Raz Weiners aktuelles Forschungsprojekt <em>The Pink Wash-Out <\/em>(mdw) sowie On Arab Masquerades and Necropolitics, 2025. Siehe zum gegenw\u00e4rtigen Backlash und seiner Karnevalisierung bereits Annu\u00df, Affekt und Gefolgschaft, 2023; Populismus und Kritik, 2024; Notes on Facing Drag, 2025. Zur aktuellen Reperspektivierung von Faschismus vgl. Toscano, <em>Late Fascism<\/em>, 2023.<a href=\"#fnref9\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn10\">\n<p>Zum Karnevalesken als Transgressionspraxis, die die zeitliche Begrenzung des Karnevals \u00fcberschreitet, vgl. Godet, Behind the Masks, 2020: 3. Vgl. auch Nyong\u2019os Unterscheidung zwischen Karneval und dem kommodifiziert Karnevaleskem der Minstrel Shows (<em>Amalgamation Waltz<\/em>, 2009: 108).<a href=\"#fnref10\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn11\">\n<p>Vgl. Lott, Blackface from Time to Time, 2025; ankn\u00fcpfend an Sieg, <em>Ethnic Drag<\/em>, 2009. Als \u00bb\u203aracial cross-dressing\u2039\u00ab bezeichnet auch Chude-Sokei Blackface in<em> The Last \u00bbDarky\u00ab<\/em>, 2006: 38. Die Figur sei \u00bbmetonymic, not metaphoric, (\u2026) a doppelganger, but one which haunted whiteness, not blackness.\u00ab (33) Zur fr\u00fchen Verkn\u00fcpfung von Drag und Blackface vgl. Johnson, Gender Trumps Race?, 2009.<a href=\"#fnref11\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn12\">\n<p>Gubar, <em>Racechanges<\/em>, 1997: 56.<a href=\"#fnref12\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn13\">\n<p>Balke, <em>Mimesis zur Einf\u00fchrung<\/em>, 2018: 16.<a href=\"#fnref13\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn14\">\n<p>Zur Ambivalenz von Drag vgl. bereits die Einleitung von Schacht\/Underwood in <em>The Drag Queen Anthology<\/em>, 2004: 1-17. Zur Komplizit\u00e4tsforschung vgl. Lebovic, Complicity and Dissent, 2019.<a href=\"#fnref14\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn15\">\n<p>Zum gendertheoretischen Reflexionspotenzial des Karnevals vgl. Sim\u00f5es De Ara\u00fajo, Carnival, Carnival, 2023: 201.<a href=\"#fnref15\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn16\">\n<p>Zum Kreolisierungsdiskurs vgl. Glissant, <em>Introduction<\/em>, 1996; <em>Poetics of Relation<\/em>, 1997, *1990; im s\u00fcdafrikanischen Kontext: Erasmus, Creolization, 2011; im europ\u00e4ischen: Rodr\u00edguez\/Tate, <em>Creolizing Europe<\/em>, 2015 (Introduction); Guti\u00e9rrez Rodr\u00edguez, Archipelago, 2015; Hall, Cr\u00e9olit\u00e9, 2015; im deutschsprachigen: M\u00fcller\/Ueckmann, <em>Kreolisierung Revisited<\/em>, 2013; Jour Fixe Initiative Berlin, <em>Kreolische Konstellationen<\/em>, 2023; siehe auch Stam\/Shohat, <em>Race in Translation<\/em>, 2012: 299; im frankofonen Zusammenhang: Verg\u00e8s, Creolization and Resistance, 2015. Das Verh\u00e4ltnis von Kreolisierung, multidirektionalen Adaptionsprozessen und moderner Gouvernementalit\u00e4t adressieren, den einseitigen Fokus auf das Plantagensystem und entsprechende Romantisierungen des Vormodernen in bestehenden Kreolisierungsstudien kritisierend, Crichlow\/Northover, <em>Globalization<\/em>, 2009.<br \/>\n\t\t\t\t\t<br \/>Vgl. auch Samir Amin zum \u00bbright to be similar\u00ab (<em>Specters of Capitalism<\/em>, 1998: 42) sowie verwandte \u00dcberlegungen zur Transkulturalisierung, etwa die Arbeiten von Fernando Ortiz, 1995. Zur Abl\u00f6sung des \u00c4hnlichkeits- durch das Identit\u00e4tsdenken und die Hypostase von Differenzen in der b\u00fcrgerlich-europ\u00e4ischen Kultur vgl. \u2014 die kolonialen Implikationen aussparend \u2014 auch Foucault, <em>Ordnung der Dinge<\/em>, 1974 (*1966), hier: 82. Zur Kritik an postkolonialen Alterit\u00e4tsbehauptungen und den Fallstricken von Umkehrdiskursen vgl. Koschorke, \u00c4hnlichkeit, 2015, in Bhatti\/Kimmich, <em>\u00c4hnlichkeit<\/em>; Kimmich, <em>Ins Ungef\u00e4hre<\/em>, 2017.<a href=\"#fnref16\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn17\">\n<p>So auch Gilroy mit Blick auf S\u00fcdafrika: \u00bb<span class=\"Englisch\" lang=\"en-US\" xml:lang=\"en-US\">The appeal of security and the related appearance of gated and secured residential spaces are two components of this larger change. The proliferation of service work and the reappearance of a caste of servile, insecure, and underpaid domestic laborers, carers, cleaners, deliverers, &#173;messengers, attendants, and guards are surely others. The segmentation and casualization of employment, health, and dwelling are the foundations on which these aspects of the privatization and destruction of the civic order have come to rest.<\/em>\u00ab (<em>Postcolonial Melancholia<\/em>, 2005: 45) <a href=\"#fnref17\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn18\">\n<p>Zur deutschen Kolonialgeschichte im fr\u00fcheren Deutsch-S\u00fcdwest, dem heutigen Namibia, und dem soziozidalen Einsatz der Schutztruppe gegen die lokale Bev\u00f6lkerung \u2014 Herero, Nama und San, vgl. Zimmerer\/Zeller, <em>V\u00f6lkermord<\/em>, 2003. Zur daraus resultierenden Form einer Art Milit\u00e4r-Dragging der Herero vgl. Henrichsen\/Selmici, <em>Schwarzkommando<\/em>, 1995.<a href=\"#fnref18\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn19\">\n<p>Braidotti bestimmt Transposition als \u00bbcross-boundary or transversal transfer, in the sense of a leap from one code, field or axis into another (\u2026). Central to &#173;transpositions is the notion of material embodiment (\u2026).\u00ab (<em>Transpositions<\/em>, 2006: 5). Zum Repertoire als verk\u00f6rperter Wissensvermittlung durch \u00bbperformances, gestures, orality, movement, dance, singing \u2014 in short, all those acts usually thought of as ephemeral, nonreproducible knowledge\u00ab, mithin im Unterschied zu den \u00bbsupposedly enduring materials\u00ab des Archivs, siehe Taylor, <em>Archive<\/em>, 2003, hier: 19-20.<a href=\"#fnref19\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn20\">\n<p>Von \u00bbUmgebungswissen\u00ab spricht Sprenger in <em>Epistemologien des Umgebens<\/em>, 2019; ich beziehe mich hier allerdings mit S\u00e1nchez Cedillo (<em>Dieser Krieg<\/em>, 2023: 15) auf &#173;Guattaris Bestimmung von drei verflochtenen \u00d6kologien \u2014 Umwelt, Soziales\/Gesellschaft und Subjektivierung: <em>Die drei \u00d6kologien<\/em>, 2012. Zur feministischen Auseinandersetzung mit der Situiertheit von Wissen vgl. Haraway, Situated Knowledges, 1988.<br \/>\n\t\t\t\t\t<br \/>Meine Perspektive ist auch bestimmt von der deutschsprachigen Diskussion um die Bedingungen des Auftretens sowie um den theatralen Chor als aus der Umgebung kommender Begleitfigur mit ihrem Potenzial der Raumspende; vgl. Ha\u00df, <em>Kraftfeld Chor<\/em>, 2020: 10, 16; Woher kommt der Chor, 2012; Without Beginning or End, 2023; Kirsch, <em>Chor-Denken<\/em>, 2020; Menke\/Vogel, <em>Flucht<\/em>, 2018; Vogel\/Wild, <em>Auftreten<\/em>, 2014; Vogel, <em>Aus dem Grund<\/em>, 2018; siehe dar\u00fcber hinaus Matzke et al., <em>Auftritte<\/em>, 2015; van Eikels, <em>Die Kunst des Kollektiven<\/em>, 2013 sowie die von mir (mit-)herausgegebenen Special Issues: Choral Figurations (<em>Germanic Review<\/em> 98.2, 2023), kollektiv auftreten (<em>Forum Modernes Theater <\/em>28.1, 2013); Volksfiguren (<em>Maske &amp; Kothurn <\/em>2, 2014)<br \/>\n\t\t\t\t\t<br \/>Zu vergesellschaftungstheoretischen Reperspektivierungen des Environmentalen vgl. Altvater, Kapital und Anthropoz\u00e4n, 2017; Darian-Smith, <em>Global Burning<\/em>, 2022; H\u00f6rl, The Environmentalitarian Situation, 2018; Malm, <em>How to Blow Up a Pipeline<\/em>, 2020; <em>Corona<\/em>, 2022; Moore, <em>Capitalism in the Web of Life<\/em>, 2015. <a href=\"#fnref20\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn21\">\n<p>Zur Flucht- als Deterritorialisierungslinie vgl. im Gegensatz zu genealogischen Stammb\u00e4umen Deleuze\/Guattari, <em>Tausend Plateaus<\/em>, 1992: 19; Glissant, <em>Poetics of Relation<\/em>, 1997: 28.<a href=\"#fnref21\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn22\">\n<p>Vgl. Erasmus, <em>Coloured by History<\/em>, 2001; Contact Theory, 2010; Creolization, 2011; Nation, 2015; <em>Race Otherwise<\/em>, 2017; \u00bbRace\u00ab, 2018; Who Was Here First?, 2020; Caribbean Critical Thought, 2025.<a href=\"#fnref22\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn23\">\n<p>Vgl. Deleuze\/Guattari, <em>Tausend Plateaus<\/em>, 1992; ankn\u00fcpfend Braidotti, <em>Nomadic Theory<\/em>, 2011.<a href=\"#fnref23\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn24\">\n<p>Siehe Garfinkel, <em>Ethnomethodology<\/em>, 1967.<a href=\"#fnref24\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn25\">\n<p>\u00bb\u203aThe crime of apartheid\u2039 means inhumane acts (\u2026) committed in the context of an institutionalized regime of systematic oppression and domination by one racial group over any other racial group or groups and committed with the intention of maintaining that regime\u00ab, so das Rome Statute, Article 7h, des International Criminal Court von 2002 (<a href=\"https:\/\/legal.un.org\/icc\/statute\/99_corr\/cstatute.htm\"><span class=\"Hyperlink\">https:\/\/legal.un.org\/icc\/statute\/99_corr\/cstatute.htm<\/span><\/a>; 11. September 2024). Dem geht bereits eine v\u00f6lkerrechtliche Auseinandersetzung voraus: \u00bbAls Apartheid wird jede institutionalisierte Form einer Politik der Rassentrennung zur Unterdr\u00fcckung einer Rasse durch eine andere bezeichnet\u00ab (Triffterer, Bestandsaufnahme zum V\u00f6lkerrecht, 1995: 191). Zur s\u00fcdstaatlichen US-Segregation als <em>spatial apartheid<\/em> vgl. Regis, Second Lines, 1999: 475. Die Aush\u00f6hlung des Begriffs durch solche Transpositionen kritisiert demgegen\u00fcber Posel, The Apartheid Project, 2011.<a href=\"#fnref25\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn26\">\n<p>Zur rechtlichen Problematik vgl. <em>Genozid in Gaza? Fragen und Antworten zum rechtlichen Hintergrund und aktuellen Entwicklungen<\/em>, ein laufend aktualisiertes Papier des European Center for Constitutional and Human Rights (<a href=\"https:\/\/www.ecchr.eu\/fall\/keine-deutschen-waffen-nach-israel\/\"><span class=\"Hyperlink\">https:\/\/www.ecchr.eu\/fall\/keine-deutschen-waffen-nach-israel\/<\/span><\/a>). Siehe auch die juristischen Ausf\u00fchrungen von Wolfgang Kaleck im Rahmen der Bundespressekonferenz vom 29. November 2024 (<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=125587\"><span class=\"Hyperlink\">www.nachdenkseiten.de\/?p=125587<\/span><\/a>; 12. September 2024). Zur Frage der Instrumentalisierung von Antisemitismusvorw\u00fcrfen vor allem im deutschsprachigen Kontext vgl. Frey, Gegen Antisemitismus und seine Instrumentalisierung (<a href=\"https:\/\/www.jacobin.de\/artikel\/antisemitismus-instrumentalisierung-nahostkonflikt-isreal-palastina\"><span class=\"Hyperlink\">https:\/\/www.jacobin.de\/artikel\/antisemitismus-instrumentalisierung-nahostkonflikt-isreal-palastina<\/span><\/a>); Ullrich et al., <em>Was ist Antisemitismus?<\/em>, 2024. <a href=\"#fnref26\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn27\">\n<p>Zur Differenz zwischen Identit\u00e4t und Subjektivierung siehe Braidotti: \u00bbWhereas identity is a bounded, ego-indexed habit of fixing and capitalizing on one\u2019s selfhood, subjectivity is a socially mediated process of relations and negotiations with multiple others and with multilayered social structures.\u00ab (<em>Nomadic Theory<\/em>, 2011: 4) Zur Selbstregierungskunst als Subjektivierungsform vgl. Foucaults <em>Geschichte der Gouvernementalit\u00e4t <\/em>(2004), zum Neoliberalismus bereits Vorlesung 10 in Band II: <em>Die Geburt der Biopolitik<\/em>, 2004: 331-366; siehe auch <em>Kritik des Regierens<\/em>, 2010; <em>Die Regierung der Lebenden<\/em>, 2014; vgl. zudem die Einleitung von Br\u00f6ckling et al., <em>Gouvernementalit\u00e4t, <\/em>2000.<a href=\"#fnref27\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn28\">\n<p>Vgl. de Mans Kritik nachtr\u00e4glicher, Evidenz stiftender Identifizierungen im Prozess des Verstehens, die er als autobiografisch bezeichnet (Autobiography, 1979). <a href=\"#fnref28\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn29\">\n<p>Vgl. Wiedemann, <em>Schmerz<\/em>, 2022; siehe auch Bruns\u2019 Vorschlag, \u00bbto associate different forms of racism as closely connected\u00ab (Antisemitism, 2022: 47), und Rothberg, <em>Multidirectional Memory<\/em>, 2009.<a href=\"#fnref29\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn30\">\n<p>Zur internationalistischen Erweiterung feministisch-materialistischer Kritik (Casale, Subjekt, 2014; Fraser, Progressive Neoliberalism, 2016; Klinger, Troubled Times, 2014; Lorey, Von den K\u00e4mpfen aus, 2011; Rold\u00e1n Mend\u00edvil\/Sarbo, <em>Diversit\u00e4t<\/em>, 2022; Soiland, Verh\u00e4ltnisse 2012) siehe etwa die breite Rezeption von Gago, <em>Feminist International<\/em>, 2020; Gago et al., <em>8M<\/em>, 2018.<a href=\"#fnref30\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn31\">\n<p>Dort, wo sie f\u00fcr den Argumentationsgang notwendig sind, werden mithin auch invektive Bilder gezeigt und diskutiert; das impliziert die Gefahr, Besonderungen zu verdoppeln; vgl. Axster, <em>Koloniales Spektakel<\/em>, 2014; Hartman, <em>Scenes of &#173;Subjection<\/em>, 1997: 3; Schaffer, <em>Ambivalenzen der Sichtbarkeit<\/em>, 2008. Die ausgew\u00e4hlten Bilder nicht zu zeigen aber w\u00fcrde zugleich bedeuten, ihre Gemachtheit nicht offenzulegen, ihnen damit eine potenzierte Wirkmacht zuzuschreiben und der Gegenseite das Feld zu \u00fcberlassen. Zum historischen Gep\u00e4ck des Sammelns und der Archive vgl. Azoulay, <em>Potential History<\/em>, 2019.<a href=\"#fnref31\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn32\">\n<p>Zur \u203aStummheit der Fotografie\u2039 vgl. Krauss, <em>Das Photographische<\/em>, 1998: 15.<a href=\"#fnref32\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn33\">\n<p>Zur allegorischen Temporalit\u00e4t und den Allegorien des Lesens vgl. de Man, <em>Allegories<\/em>, 1982. \u00dcber \u00bba desire for bodies to touch across time\u00ab, schreibt Dinshaw in <em>Getting Medieval<\/em>, 1999: 3; siehe auch Dinshaw et al., Theorizing Queer Temporalities, 2007: 178. Mit Blick auf den Tanz als <em>\u203aschlepping the traces of the past\u2039<\/em> vgl. Foellmer (What Remains of the Witness?, 2017).<a href=\"#fnref33\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn34\">\n<p>Vgl. Freeman, <em>Time Binds<\/em>, 2010; mit unterschiedlichen Akzentuierungen auch Boudry\/&#173;Lorenz, <em>Temporal Drag<\/em>, 2011; Dinshaw et al., Theorizing Queer Temporalities, 2007; Edelman, <em>No Future<\/em>, 2004; Ehrentraut, Transtemporal Making Out, 2025; &#173;Farrier, Playing with Time, 2015; Hacker, Queere Zeitlichkeit, 2018, Mu\u00f1oz, <em>Cruising Utopia<\/em>, 2009, sowie, die Korrespondenzen zum benjaminschen Geschichtsverst\u00e4ndnis (Benjamin, \u00dcber den Begriff der Geschichte, 1991, I.2: 691-704) betonend: &#173;Ferguson, <em>Aberrations in Black<\/em>, 2004; siehe auch Queer of Color Critique, 2015. Die Verwandtschaft mit Glissants Vorstellung von karnevalesker Zeitlichkeit zeigt sich in <em>Poetics of Relation<\/em>, 1997: 64; siehe auch Nyong\u2019o, <em>Amalgamation Waltz<\/em>, 2009: 135-165 (Carnivalizing Time). Zur \u00bbimperial time\u00ab als Gegenmodell vgl. McClintock, <em>Imperial Leather<\/em>, 1995: 10.<a href=\"#fnref34\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn35\">\n<p>Dillon, <em>New World Drama<\/em>, 2014: 50, 13. Zur relationalen Bestimmung des \u203aAnderswo\u2039 vgl. Plath, <em>Hier und anderswo<\/em>, 2017: 520.<a href=\"#fnref35\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn36\">\n<p>So Gordon, <em>Creolizing Political Theory<\/em>, 2014: 195; k\u00f6rperliches Auftreten akzentuierend: 175.<a href=\"#fnref36\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn37\">\n<p>Vgl. zur \u203aminderen Mimesis\u2039 Balke, \u00c4hnlichkeit und Entstellung, 2015; <em>Mimesis<\/em>, 2018; mit Linseisen, <em>Mimesis Expanded<\/em>, 2022. Zur exzessiven Dimension des Mimetischen siehe bereits Benjamin, \u00dcber das mimetische Verm\u00f6gen, 1991, II.1: 210-213; Lehre vom \u00c4hnlichen: 204-210. <a href=\"#fnref37\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn38\">\n<p>Vgl. zum Begriff der Indigenisierung als lokaler Appropriation, auf Sylvia Wynter Bezug nehmend, Erasmus, Caribbean Critical Thought, 2025; zur Kritik an Indigenit\u00e4tsideologien, Who Was Here First?, 2020.<a href=\"#fnref38\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn39\">\n<p>Es bringt meine bisher getrennten Arbeiten zu NS und postkolonialen visuellen Politiken zusammen; vgl. exemplarisch Annu\u00df, <em>Stagings<\/em>, 2009; Afterlives, 2011; F\u00fcr immer, 2011; <em>Volksschule<\/em>, 2019.<a href=\"#fnref39\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn40\">\n<p>\u00bbMeute\u00ab, aus dem Franz\u00f6sischen entlehnt, umschreibt eine bewegte, ungeordnete Ansammlung; zur Figur vgl. Canetti, <em>Masse und Macht<\/em>, 1980: 99; als \u00bbForm gemeinsamer Erregung\u00ab: 101. Zum Rhizomatischen der Meuten und ihrer Ansteckungskraft vgl. auch Deleuze\/Guattari, <em>Tausend Plateaus<\/em>, 1992: 332, 491. <a href=\"#fnref40\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn41\">\n<p>Siehe Adamczak, <em>Beziehungsweise Revolution<\/em>, 2017. <a href=\"#fnref41\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn42\">\n<p>\u00bbWaywardness (\u2026) is the practice of the social otherwise, the insurgent ground that enables new possibilities and new vocabularies; it is the lived experience of enclosure and segregation, assembling and huddling together.\u00ab (Hartman, <em>Wayward Lives<\/em>, 2020: 227-228) Vgl. zur entsprechenden Metaphorik auch Erasmus, <em>Race Otherwise<\/em>, 2017. Zur lumpenatlantischen, vielk\u00f6pfigen Hydra, dem Sternbild der Seefahrenden, vgl. Linebaugh\/Rediker, <em>Hydra<\/em>, 2000: 353. <a href=\"#fnref42\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn43\">\n<p>Zu Oddkinships, irregul\u00e4ren Verwandtschaften, siehe Haraway, <em>Staying<\/em>, 2016.<a href=\"#fnref43\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; If we take to heart the fact that we make places, things, and selves, but not under&#160;conditions of our own choosing, then it is easier to take the risk of conceiving change as something both short of and longer than a single cataclysmic event. Indeed, the chronicles of revolutions all show how persistent small &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[264],"tags":[],"class_list":["post-7261","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-annuss-dirty-dragging-de"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.9 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Einleitung &#8211; mdwPress<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Einleitung &#8211; mdwPress\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"&nbsp; If we take to heart the fact that we make places, things, and selves, but not under&#160;conditions of our own choosing, then it is easier to take the risk of conceiving change as something both short of and longer than a single cataclysmic event. Indeed, the chronicles of revolutions all show how persistent small &hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"mdwPress\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2026-03-18T13:12:12+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2026-03-18T13:36:09+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Jana Diewald\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Jana Diewald\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"25\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/\"},\"author\":{\"name\":\"Jana Diewald\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/person\/718d5159661e1c0dbf47804f556bf0ba\"},\"headline\":\"Einleitung\",\"datePublished\":\"2026-03-18T13:12:12+00:00\",\"dateModified\":\"2026-03-18T13:36:09+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/\"},\"wordCount\":5020,\"publisher\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#organization\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png\",\"articleSection\":[\"Annu\u00df: Dirty Dragging (de)\"],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/\",\"url\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/\",\"name\":\"Einleitung &#8211; mdwPress\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png\",\"datePublished\":\"2026-03-18T13:12:12+00:00\",\"dateModified\":\"2026-03-18T13:36:09+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png\",\"contentUrl\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png\",\"width\":1280,\"height\":1280},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Einleitung\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#website\",\"url\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/\",\"name\":\"mdwPress\",\"description\":\"Der Open-Access-Universit\u00e4tsverlag der mdw\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#organization\",\"name\":\"mdwPress\",\"url\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/logo\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/mdwpress-logo-schwarz.svg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/mdwpress-logo-schwarz.svg\",\"width\":\"1024\",\"height\":\"1024\",\"caption\":\"mdwPress\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/logo\/image\/\"}},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/person\/718d5159661e1c0dbf47804f556bf0ba\",\"name\":\"Jana Diewald\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/a4b75bccf744c20e6f1ce58da4b60fff9900c5fb1be09774b839b8b078ca748c?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/a4b75bccf744c20e6f1ce58da4b60fff9900c5fb1be09774b839b8b078ca748c?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"Jana Diewald\"},\"url\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/author\/diewald\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Einleitung &#8211; mdwPress","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Einleitung &#8211; mdwPress","og_description":"&nbsp; If we take to heart the fact that we make places, things, and selves, but not under&#160;conditions of our own choosing, then it is easier to take the risk of conceiving change as something both short of and longer than a single cataclysmic event. Indeed, the chronicles of revolutions all show how persistent small &hellip;","og_url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/","og_site_name":"mdwPress","article_published_time":"2026-03-18T13:12:12+00:00","article_modified_time":"2026-03-18T13:36:09+00:00","og_image":[{"url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png","type":"","width":"","height":""}],"author":"Jana Diewald","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Verfasst von":"Jana Diewald","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"25\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/"},"author":{"name":"Jana Diewald","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/person\/718d5159661e1c0dbf47804f556bf0ba"},"headline":"Einleitung","datePublished":"2026-03-18T13:12:12+00:00","dateModified":"2026-03-18T13:36:09+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/"},"wordCount":5020,"publisher":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#organization"},"image":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png","articleSection":["Annu\u00df: Dirty Dragging (de)"],"inLanguage":"de"},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/","url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/","name":"Einleitung &#8211; mdwPress","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png","datePublished":"2026-03-18T13:12:12+00:00","dateModified":"2026-03-18T13:36:09+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/#primaryimage","url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png","contentUrl":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png","width":1280,"height":1280},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp007-002\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Einleitung"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#website","url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/","name":"mdwPress","description":"Der Open-Access-Universit\u00e4tsverlag der mdw","publisher":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#organization","name":"mdwPress","url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/mdwpress-logo-schwarz.svg","contentUrl":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/mdwpress-logo-schwarz.svg","width":"1024","height":"1024","caption":"mdwPress"},"image":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/logo\/image\/"}},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/person\/718d5159661e1c0dbf47804f556bf0ba","name":"Jana Diewald","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/a4b75bccf744c20e6f1ce58da4b60fff9900c5fb1be09774b839b8b078ca748c?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/a4b75bccf744c20e6f1ce58da4b60fff9900c5fb1be09774b839b8b078ca748c?s=96&d=mm&r=g","caption":"Jana Diewald"},"url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/author\/diewald\/"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7261","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7261"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7261\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7291,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7261\/revisions\/7291"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7261"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7261"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7261"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}