{"id":3413,"date":"2024-07-08T12:16:10","date_gmt":"2024-07-08T10:16:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/?p=3413"},"modified":"2024-07-08T17:02:10","modified_gmt":"2024-07-08T15:02:10","slug":"mdwp005-ch5-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/","title":{"rendered":"5.3 Zwischen Fortschritt und Konservatismus"},"content":{"rendered":"<p><head><\/p>\n<style>\n        .tsquotation strong {\n            font-weight: bold;\n        }\n        blockquote.tsquotation p em {\n            font-style: italic !important;\n        }\n        figure {\n            margin: 0;\n        }\ntd {\n  border: 1px solid black; !important;\npadding-left: 5px; !important;\n}\n    <\/style>\n<p><\/head><br \/>\n<div class=\"one_third\">\n<p style=\"text-align: left;\"><span class='bdaia-btns bdaia-btn-medium' style=\"background:#e191be !important;color:#000000 !important;\"><a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-2\/\" style=\"color:#000000 !important;\">&#129028;<\/a><\/span><\/div>\n<div class=\"one_third\">\n<p style=\"text-align: center;\"><span class='bdaia-btns bdaia-btn-medium' style=\"background:#e191be !important;color:#000000 !important;\"><a href=\"https:\/\/www.degruyter.com\/document\/doi\/10.1515\/9783839467015-005\/pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" style=\"color:#000000 !important;\">PDF Download<\/a><\/span>\n<\/div><div class=\"one_third last\">\n<p style=\"text-align: right;\"><span class='bdaia-btns bdaia-btn-medium' style=\"background:#e191be !important;color:#000000 !important;\"><a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-4\" style=\"color:#000000 !important;\">&#129030;<\/a><\/span><\/div><div class=\"clear-fix\"><\/div>\n<hr>\n<p>Als kompositorische Str\u00f6mung, die der Avantgarde zuzurechnen ist, ist auch das Kritische Komponieren vom Geist des Fortschritts durchdrungen. So bemerkt Nonnenmann in Bezug auf Lachenmann:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"tsquotation\">Das Kontinuum einer b\u00fcrgerlich revolution\u00e4ren Musiktradition, auf das sich Lachenmann mit seinem Begriff der \u00bblatenten Tradition\u00ab st\u00fctzt, wird also nicht durch die mehr oder minder reflektiert angewandte Regelhaftigkeit von Satz\u2011, Form- und Gattungsnormen verb\u00fcrgt, sondern durch die genuin modernistische Auffassung der Kompositionsgeschichte als Problemgeschichte, wonach gem\u00e4\u00df den Originalit\u00e4ts-\u2011, Emanzipations- und Fortschrittsparadigmen von Werk zu Werk die Grundlagen des Komponierens immer wieder erneut zu problematisieren und neu zu definieren sind.<a href=\"#fn156\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref156\" role=\"doc-noteref\"><sup>156<\/sup><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Das Zitat offenbart bereits die Dialektik von Fortschritt und Tradition, die gleich n\u00e4her behandelt werden soll. Zun\u00e4chst soll jedoch anhand von Lachenmanns eigenen Texten das Moment des Fortschritts in den Blick genommen werden. Auf lexikalischer Ebene f\u00e4llt die h\u00e4ufige Verwendung von Ausdr\u00fccken wie \u203aregressiv\u2039 oder \u203aRestauration\u2039 sowie generell von Begriffen auf, die dem Wortfeld des Gewohnten, aber zugleich auch Verbrauchten und \u00dcberholten angeh\u00f6ren. In \u00bbZur Analyse Neuer Musik\u00ab bezeichnet Lachenmann das \u00bbKyrie\u00ab aus Ligetis <em>Requiem<\/em> als Sammlung<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"tsquotation\">bewu\u00dft um ihrer gel\u00e4ufigen Wirkung willen geborgter Klischees der b\u00fcrgerlichen tonalen Musikerfahrung [\u2026]. Die spekulative Demagogie solcher tausendfach erprobten Crescendo-Entwicklung, die fromme Inbrunst der sich in die H\u00f6he windenden Chormassen [\u2026] sind Requisiten einer \u00c4sthetik, deren bewu\u00dfte Restauration allenfalls im opportunistischen Sinne reflektiert genannt werden kann. Denn nicht nur unbewu\u00dft oder blo\u00df versch\u00e4mt sind hier die H\u00f6rkategorien einer vernutzten \u00c4sthetik in ein modernistisches Gewand geschl\u00fcpft, sondern bewu\u00dft hat sich hier das Musikdenken mit verstaubten Querfeldein-Erwartungen identifiziert und sieht in dieser bewu\u00dften Regression seine Verdienste als Befreiung der Musik aus der Sackgasse des seriellen Denkens.<a href=\"#fn157\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref157\" role=\"doc-noteref\"><sup>157<\/sup><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Neben ideologischen Motiven hat die Polemik gegen Komponisten wie Ligeti oder Penderecki aber auch eine materielle Dimension, die aus der erzwungenen Rivalit\u00e4t um begrenzte \u00f6konomische Ressourcen \u2013 nicht zuletzt auch innerhalb der \u203a\u00d6konomie der Aufmerksamkeit\u2039 \u2013 erw\u00e4chst. Auf die Verflechtung \u00e4sthetischer Auseinandersetzungen mit \u00f6konomischen Verteilungs\u00adk\u00e4mpfen wird in <a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch7-4\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Kapitel 7.4<\/a> ausf\u00fchrlich eingegangen. Auf diskursgeschichtlicher Ebene entstammen die Kritik an der Erstarrung des b\u00fcrgerlichen Musiklebens sowie das Verdikt der Restauration und Regression unzweideutig dem Begriffsarsenal der Kritischen Theorie \u2013 namentlich derjenigen Adornos \u2013, dessen sich Lachenmann hier virtuos bedient, um den Gegner in die Knie zu zwingen. Mit solchen Aussagen verortet sich Lachenmann im Wirkungsbereich einer Fortschritts\u00e4sthetik, die einen R\u00fcckfall hinter den einmal erreichten Stand des Materials als Sakrileg verdammt.<\/p>\n<p>Allerdings weist nicht nur Nonnenmann darauf hin, dass Fortschritt und Tradition in der Musik\u00e4sthetik keine absoluten Gegens\u00e4tze darstellen, sondern dialektisch aufeinander bezogen sind:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"tsquotation\">Obwohl der Begriff der Tradition gemeinhin der wichtigste Gegenbegriff zu dem der Modernit\u00e4t zu sein scheint, k\u00f6nnen Begriffe wie Kritik, Rationalit\u00e4t, Emanzipation und Fortschritt nicht ausschlie\u00dflich als Gegenbegriffe zur Tradition gelten, da sie l\u00e4ngst selber Traditionen gebildet haben, die kaum weniger geschichtsm\u00e4chtig sind, als die unreflektierte, unmittelbare.<a href=\"#fn158\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref158\" role=\"doc-noteref\"><sup>158<\/sup><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>So verwundert es nicht, wenn neben den erw\u00e4hnten fortschrittlichen Tendenzen in Lachenmanns Texten auch r\u00fcckw\u00e4rtsgewandte Momente auszumachen sind. Diese manifestieren sich zum einen auf inhaltlicher Ebene als Bestandteile von Lachenmanns \u00e4sthetischem Denken. So bemerkt etwa Brinkmann, dass \u203aHandwerk\u2039 und \u203aMetier\u2039 f\u00fcr Lachenmann unentbehrliche Bestandteile des Komponierens sind, und verweist auf Hans Zenders Charakterisierung von Lachenmanns Festhalten am Werkbegriff als \u00bbkonservative[m] Aspekt der Avant\u00adgarde\u00ab<a href=\"#fn159\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref159\" role=\"doc-noteref\"><sup>159<\/sup><\/a>. Hier ist auch Lachenmanns Geringsch\u00e4tzung elektronischer und improvisierter Musik zu nennen \u2013 handelt es sich dabei doch ebenfalls um Musikformen, die nicht dem Werkgedanken gen\u00fcgen.<a href=\"#fn160\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref160\" role=\"doc-noteref\"><sup>160<\/sup><\/a> In diesem Zusammenhang ist auch zu erw\u00e4hnen, dass der Komponist bereits in seinem fr\u00fchen Aufsatz \u00bbKlangtypen der Neuen Musik\u00ab jene Klangcharakteristik, die f\u00fcr sein Komponieren von paradigmatischer Bedeutung ist \u2013 den \u203aStrukturklang\u2039 \u2013, mit der Idee des geschlossenen Werkes in Verbindung bringt:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"tsquotation\">Und so ist der Gedanke vielleicht verwegen, aber keineswegs abwegig, sondern absolut zwingend, da\u00df es sich bei jedem geschlossen konzipierten Werk \u2013 gleichg\u00fcltig, ob seine Abmessungen die einer mehrst\u00fcndigen Wagner-Oper, vielleicht gar des ganzen Rings, oder die eines siebentaktigen Webern-Satzes sind \u2013 um einen einzigen Strukturklang handelt.<a href=\"#fn161\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref161\" role=\"doc-noteref\"><sup>161<\/sup><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>In die Kategorie konservativer Momente in Lachenmanns \u00e4sthetischem Denken f\u00e4llt auch der Umstand, dass der Komponist sich in seiner Serialismus-Kritik auf Sch\u00f6nberg st\u00fctzt und somit eine neuere \u00c4sthetik durch den Rekurs auf eine vorangegangene verwirft. Ebenso l\u00e4sst sich sein Festhalten am traditionellen Instrumentarium, das wiederum mit seiner Ablehnung der Elektronik einhergeht, als konservativ beurteilen.<a href=\"#fn162\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref162\" role=\"doc-noteref\"><sup>162<\/sup><\/a><\/p>\n<p>In Lachenmanns fr\u00fcheren Schriften sticht indes vor allem seine ablehnende Haltung gegen\u00fcber weiten Bereichen der zeitgen\u00f6ssischen Kunstmusik ins Auge. In \u00bbZur Analyse Neuer Musik\u00ab kritisiert der Komponist das Musikschaffen der j\u00fcngeren Vergangenheit \u2013 also der 1950er- und 1960er-Jahre \u2013, dem er pauschal das Abzielen auf \u203aQuerfeldein-Kontakte\u2039, also das Spekulieren auf tonale Wirkungen bei den H\u00f6renden, zum Vorwurf macht:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"tsquotation\">Das Musikdenken, so wie es sich \u00fcber Sch\u00f6nberg, Berg und Webern zur seriellen Musik hinentwickelt hatte, ist heute in einer Regression begriffen, und das Fatale dabei ist, da\u00df sich diese Regression als besonders typischer Schritt nach vorne verstanden wissen will und mit dialektischer Akrobatik sich anschickt, die alten tonalen Tabus und zugleich die inzwischen salonf\u00e4hig gewordene revolution\u00e4re Attit\u00fcde im k\u00fcnftigen Musikkonsum nebeneinander unversehrt unterzubringen.<a href=\"#fn163\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref163\" role=\"doc-noteref\"><sup>163<\/sup><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Obwohl Lachenmann hier im Sinn des Fortschritts argumentiert, macht seine Kritik auch vor meist als progressiv wahrgenommenen Str\u00f6mungen wie der seriellen Musik nicht halt. Es scheint gerade die Behauptung eines fortschrittlichen Selbst\u00adverst\u00e4ndnisses zu sein, auf die es der Komponist abgesehen hat. Auf die Komposition <em>Flugbl\u00e4tter<\/em> seines Zeitgenossen Wolfgang Hamm zielend, schreibt Lachenmann:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"tsquotation\">Das alte beliebte Gesellschaftsspiel \u00bb\u00c9patez le bourgeois\u00ab wird hier einfach um eine Variante bereichert, in welcher die Querfeldein-Aggressivit\u00e4t einer Pseudo-Avantgarde sich \u00fcberschl\u00e4gt und in au\u00dfermusikalischen Disziplinen, angesiedelt zwischen Kabarett und moralischer Belehrung, landet. Dieses Beispiel mag stehen f\u00fcr all die vielen Versuche, welche die Hantierung mit au\u00dfermusikalischen Disziplinen als verzweifeltes Non-plus-ultra einer b\u00fcrgerlichen Vorstellung von Progressivit\u00e4t an die Stelle musikalischen Denkens stellen m\u00f6chten. Musik als verbale Agitation, Musik als optische Erfahrung, Musik zum Lesen, Musik als organisierter Lunapark: Solche Form des musikalischen und k\u00fcnstlerischen Selbstmords bewirkt weniger als nichts, sie stabilisiert und vereint die b\u00fcrgerlichen Vorstellungen von Kunst als Medium erbaulicher Unterhaltung und von Avantgarde als beh\u00f6rdlich anerkanntem B\u00fcrgerschreck.<a href=\"#fn164\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref164\" role=\"doc-noteref\"><sup>164<\/sup><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Freilich verurteilt Lachenmann nicht die Provokation an sich, w\u00fcrde dieses Urteil doch auch sein eigenes Komponieren treffen \u2013 vielmehr ist es ihm um die absichtsvolle Provokation, die Provokation um ihrer selbst willen zu tun. Dennoch erfasst seine Kritik nolens volens all jene Komponist*innen, deren Musik im Entstehungszeitraum des Textes als provokant empfunden wurde. Insbesondere gilt sie dabei den sparten\u00ad\u00fcbergreifenden sowie den mit Ironie, Humor und Subversion arbeitenden Musik\u00adformen, deren Wurzeln im Fluxus liegen und deren prominentester und folgenreichster Vertreter, John Cage, hier ungenannt bleibt.<\/p>\n<p>Nach einer gewisserma\u00dfen von Nono geerbten Haltung fundamentaler Opposition \u00e4u\u00dfert sich Lachenmann verschiedentlich respektvoll-differenziert \u00fcber Cage,<a href=\"#fn165\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref165\" role=\"doc-noteref\"><sup>165<\/sup><\/a> den er 1990 in einem Gespr\u00e4ch mit dem US-ameri\u00adkanischen Komponisten hinsichtlich der Reflexion des Musikbegriffs gar auf eine Ebene mit Nono stellt.<a href=\"#fn166\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref166\" role=\"doc-noteref\"><sup>166<\/sup><\/a> In \u00bbZur Analyse Neuer Musik\u00ab richtet sich sein scharfz\u00fcngiger Rundumschlag jedoch gegen alle in der Einflusssph\u00e4re von Fluxus operierenden, vornehmlich europ\u00e4ischen Komponist*innen, f\u00fcr die Hamm als Beispiel herhalten muss, die jedoch auch Namen wie Dieter Schnebel oder Mauricio Kagel umfassen.<\/p>\n<p>Wenn Lachenmann also \u2013 an das dominante Fortschrittsnarrativ des Marxismus ankn\u00fcpfend \u2013 gerade die exponiertesten Erscheinungen der \u203aneuen Musik\u2039 als b\u00fcrgerlich denunziert oder als \u00bbsurrealistischen Gag\u00ab<a href=\"#fn167\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref167\" role=\"doc-noteref\"><sup>167<\/sup><\/a> und \u00bbaggressive Provokation\u00ab<a href=\"#fn168\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref168\" role=\"doc-noteref\"><sup>168<\/sup><\/a> verurteilt, trifft er gerade jene musikalischen Tendenzen der 1960er-Jahre, die mit der \u00d6ffnung der Musik zu benachbarten Kunstformen, der \u00dcberschreitung des Werkbegriffs und dem verspielt-experimentellen Abbau der Schranken zwischen Kunst und Alltag wesentliche Anliegen der Avantgarde realisierten.<a href=\"#fn169\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref169\" role=\"doc-noteref\"><sup>169<\/sup><\/a><\/p>\n<p>In dem 16 Jahre nach \u00bbZur Analyse Neuer Musik\u00ab entstandenen Vortrag \u00bbKomponieren im Schatten von Darmstadt\u00ab gelangt Lachenmann zu einem milderen Urteil \u00fcber die im Darmstadt der 1950er- und 1960er-Jahre federf\u00fchrenden Komponisten. Dennoch grenzt er sich auch hier erneut ab gegen\u00fcber<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"tsquotation\">jenem mit Aufgekl\u00e4rtheit und Scheinradikalit\u00e4t auftrumpfenden \u203a\u00c9patez-le-bourgeois\u2039 in meiner n\u00e4heren und ferneren Umgebung, welches den musikalischen Werkbegriff in manieriert-bilderst\u00fcrmerischer Weise in Frage stellte [\u2026].<a href=\"#fn170\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref170\" role=\"doc-noteref\"><sup>170<\/sup><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Wiederum gilt sein Verdikt gerade jenen Ph\u00e4nomenen, die durch das Hinterfragen des Werkbegriffs als fortschrittlich gelten k\u00f6nnten.<a href=\"#fn171\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref171\" role=\"doc-noteref\"><sup>171<\/sup><\/a> Mit besonderer Vehemenz verurteilt Lachenmann wiederum \u00bbdie vielfachen Varianten von Happenings, Performances, Improvisationen, Environments [\u2026], zusammengeschusterte und pr\u00e4tenti\u00f6s aufgeplusterte Mini-Gesamtkunstwerke, aber auch jene in dieser Zeit nach symphonischem Glanz schielenden Struktur-Akademismen nach dem Muster der \u203apolnischen Schule\u2039\u00ab<a href=\"#fn172\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref172\" role=\"doc-noteref\"><sup>172<\/sup><\/a>, die ihm als Symptome einer \u00e4sthetischen Stagnation in den 1970er-Jahren gelten, welche \u00bbdie Zeit der innovativen beziehungsweise aufgekl\u00e4rten Restauration\u00ab<a href=\"#fn173\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref173\" role=\"doc-noteref\"><sup>173<\/sup><\/a> der 1960er-Jahre abgel\u00f6st habe. Wiewohl sich der Komponist mit seinem Einspruch gegen \u203aRestauration\u2039 und \u203aStagnation\u2039 einer progressiven Rhetorik bedient, trifft sein Urteil prim\u00e4r jene experimentellen Erscheinungen des Musiklebens, die in der \u00dcberschneidung mit anderen Kunstsparten eine Erweiterung des Musikbegriffs anstreben.<\/p>\n<p>In Lachenmanns j\u00fcngeren Schriften f\u00e4llt der Tonfall gegen\u00fcber manchen Tendenzen der aktuellen Kunstmusik tendenziell noch polemischer aus. Auch in dem 2016 erschienenen Text \u00bbKomponieren am Krater\u00ab argumentiert der Autor vordergr\u00fcndig aus einer progressiven Position, wenn er den \u00bbkonzeptualistischen\u00ab<a href=\"#fn174\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref174\" role=\"doc-noteref\"><sup>174<\/sup><\/a> Ansatz in der zeitgen\u00f6ssischen Musik als veraltet kritisiert. Allerdings ist diese Fortschrittsorientierung auch hier alles andere als eindeutig \u2013 so charakterisiert Lachenmann den Konzeptualismus auch als Symptom f\u00fcr \u00bbOrientierungslosigkeit\u00ab<a href=\"#fn175\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref175\" role=\"doc-noteref\"><sup>175<\/sup><\/a> sowie f\u00fcr \u00bbunaufhaltsame Verbl\u00f6dung\u00ab<a href=\"#fn176\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref176\" role=\"doc-noteref\"><sup>176<\/sup><\/a>, \u00bbBewusstseinsverk\u00fcmmerung\u00ab<a href=\"#fn177\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref177\" role=\"doc-noteref\"><sup>177<\/sup><\/a> und \u00bbImpotenz\u00ab<a href=\"#fn178\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref178\" role=\"doc-noteref\"><sup>178<\/sup><\/a> und bedient sich so einer Metaphorik des kulturellen Niedergangs, die f\u00fcr ein konservatives und kulturpessimistisches Denken kennzeichnend ist.<a href=\"#fn179\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref179\" role=\"doc-noteref\"><sup>179<\/sup><\/a> Weiters beurteilt Lachenmann das konzeptuelle Komponieren als \u00bbverh\u00e4ngnisvoll\u00ab, weil es \u00bbb\u00fcrgerliche Einrichtungen\u00ab zur \u00bbVermittlung von Kunst\u00ab<a href=\"#fn180\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref180\" role=\"doc-noteref\"><sup>180<\/sup><\/a> gef\u00e4hrde, und erblickt darin gar ein Beispiel jenes kulturellen Verfallsprozesses, der auch politische Ph\u00e4nomene wie die AfD oder Pegida generiere. Im selben Text fordert Lachenmann den Schutz \u00bbjenes mir kostbaren Kunstbegriffs, so wie er in der europ\u00e4ischen Geistesgeschichte [\u2026] zu sich selbst gefunden hat\u00ab<a href=\"#fn181\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref181\" role=\"doc-noteref\"><sup>181<\/sup><\/a>, und verurteilt die \u00bbUnempfindlichkeit und Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber der Tradition\u00ab<a href=\"#fn182\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref182\" role=\"doc-noteref\"><sup>182<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Einen Zusammenhang zwischen Kritischem Komponieren auf der einen und konservativem Denken auf der anderen Seite hat auch Ferdinand Zehentreiter in Bezug auf Nikolaus A. Huber festgestellt. Dieser argumentiere in seinem Text \u00bbKritisches Komponieren\u00ab<a href=\"#fn183\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref183\" role=\"doc-noteref\"><sup>183<\/sup><\/a> im Geist einer \u00bbtotalistic critique of modernity\u00ab<a href=\"#fn184\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref184\" role=\"doc-noteref\"><sup>184<\/sup><\/a>, mit der ihn \u00bba similar oscillation between a neo-conservative and a slightly simplified neo-Marxist critique of reification\u00ab<a href=\"#fn185\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref185\" role=\"doc-noteref\"><sup>185<\/sup><\/a> verbinde. Hubers Trugschluss bestehe darin, einen Gegensatz zwischen dem Menschen als Individuum und der entfremdeten Gesell\u00adschaft zu konstruieren und dabei zu \u00fcbersehen, dass die menschliche Natur f\u00fcr Marx immer schon sozial verfasst sei und Emanzipation nur im Rahmen der modernen Ausdifferenzierung der Gesellschaft stattfinden k\u00f6nne. Auch Hubers Kritik an der Werkautonomie missverstehe diese als Ausdruck einer technokratischen Moderne, weshalb er zur Aufladung der Musik mit au\u00dfermusikalischen Inhalten Zuflucht nehme. In der Folge f\u00fchrt Zehentreiter Lachenmann als positives Gegenbeispiel ins Treffen, da dieser die Notwendigkeit der Werkautonomie und einer musikimmanenten Kritik erkannt habe. Dennoch l\u00e4sst sich Zehentreiters anf\u00e4ngliche Charakterisierung von Hubers Moderne-Kritik auf Lachenmann ausweiten \u2013 nimmt doch auch dieser vor einer als entfremdet gedachten Gesellschaft Zuflucht zu einem heroischen Konzept des (individuellen) Menschen, womit er sich konservativen Positionen ann\u00e4hert.<a href=\"#fn186\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref186\" role=\"doc-noteref\"><sup>186<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Solche augenscheinlich r\u00fcckw\u00e4rtsgewandten Tendenzen in Lachenmanns Texten lassen sich indessen nur im Kontext der Kritischen Theorie begreifen, die den intellektuellen N\u00e4hrboden bildet, aus dem das Kritische Komponieren im Allgemeinen und Lachenmanns Musikdenken im Speziellen hervorgehen: Auch diese Denkschule weist \u2013 ihrer progressiven Grundhaltung zum Trotz \u2013 mehr Parallelen zu konservativen Str\u00f6mungen auf, als ihre Vertreter offen zuzugeben bereit waren. So bringt Reinhard Mehring \u00bbzahlreiche, oft uneingestandene, manchmal auch verdeckte Gemeinsamkeiten\u00ab<a href=\"#fn187\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref187\" role=\"doc-noteref\"><sup>187<\/sup><\/a> zur Sprache, welche die Kritische Theorie mit der zeitgleich in der Weimarer Republik entstandenen \u203aKonservativen Revolution\u2039 verbinde. Neben Parallelen zwischen Adorno und Heidegger konstatiert Mehring bei Stefan Breuer, einem j\u00fcngeren Vertreter und Chronisten der Kritischen Theorie, eine wertsch\u00e4tzende Haltung gegen\u00fcber Positionen dieser konservativen Bewegung. Diese Wertsch\u00e4tzung komme etwa in Breuers positiver Bezugnahme auf die Zivilisationskritik Friedrich Georg J\u00fcngers zum Ausdruck, eines Autors, dessen konservative Grundeinstellung ihn von Haus aus vor der \u00bbgeschichtsphilosophisch verblendete[n] Fortschrittsideologie des Marxismus\u00ab<a href=\"#fn188\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref188\" role=\"doc-noteref\"><sup>188<\/sup><\/a> bewahre. Somit bildet die skeptische Haltung gegen\u00fcber dem Fortschritt in Mehrings Augen eine Gemeinsamkeit zwischen Positionen der Kritischen Theorie und solchen der Konservativen Revolution.<\/p>\n<p>Rolf Wiggershaus wiederum weist darauf hin, dass die Vertreter der Kritischen Theorie und Jungkonservative wie Hans Freyer, Arnold Gehlen oder Helmut Schelsky teilweise zu analogen Ergebnissen gelangt seien. So begegneten einander die Exponenten augenscheinlich gegens\u00e4tzlicher Geisteshaltungen in ihrer Kritik an der Konsumorientierung der Massen sowie den technokratischen und normierenden Aspekten der Aufkl\u00e4rung (die sich bei Horkheimer und Adorno, anders als etwa bei Schelsky, allerdings in einer reflexiven Weiterf\u00fchrung des aufkl\u00e4rerischen Projekts und nicht in offener Gegnerschaft manifestierte). Die als konservativ zu deutenden Elemente in Lachenmanns Denken stehen also nicht f\u00fcr sich, sondern lassen sich vielmehr im Licht vergleichbarer Tendenzen innerhalb der Kritischen Theorie interpretieren.<a href=\"#fn189\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref189\" role=\"doc-noteref\"><sup>189<\/sup><\/a><\/p>\n<p><span id=\"kulturpessAnfang\" class=\"anchor\"><\/span>Bemerkenswert ist, dass sich manche von Lachenmanns Aussagen zu Fragen der Zug\u00e4nglichkeit von Musik, der Bewertung sogenannter E- und U-Musik oder des Publikums in einen kulturpessimistischen Diskurs einschreiben, der sich im 19. Jahrhundert herausbildete und auch im sp\u00e4ten 20. Jahrhundert noch fallweise aufgerufen wird. Fritz Stern zufolge stellten nationalkonservative Kulturpessimisten des 19. Jahrhunderts wie Paul de Lagarde, Moeller van den Bruck oder Julius Langbehn \u00bball das zusammen, was an der industriellen Zivilisation Deutschlands unbefriedigend war, und warnten eindringlich vor dem Verlust von Glauben, Einheit und \u203akulturellen Werten\u2039.\u00ab<a href=\"#fn190\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref190\" role=\"doc-noteref\"><sup>190<\/sup><\/a> Die von ihm auch als \u203akonservative Revolution\u00e4re\u2039 bezeichneten Denker<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"tsquotation\">kritisierten jeden Aspekt der kapitalistischen Gesellschaft und den Materialismus, den sie ihr zuschrieben. Sie prangerten die geistige Leere des Lebens in einer verst\u00e4dterten, kommerziellen Zivilisation an und beklagten den Niedergang von Geist und Tugend in einer Massengesellschaft.<a href=\"#fn191\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref191\" role=\"doc-noteref\"><sup>191<\/sup><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>\u00dcber das Bindeglied Thomas Mann, den Lachenmann in seinem 2009 erschienenen Aufsatz \u00bbKunst und Demokratie\u00ab ausf\u00fchrlich zitiert, l\u00e4sst sich eine Traditionslinie vom kulturpessimistischen Denken des 19. Jahrhunderts bis zu den Schriften Lachenmanns ziehen. Dieser beginnt den Text mit einem Zitat aus Manns Rede zum 150. Todestag Friedrich Schillers vom 5. Mai 1955.<a href=\"#fn192\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref192\" role=\"doc-noteref\"><sup>192<\/sup><\/a> Darin ist von einer \u00bbRegression\u00ab<a href=\"#fn193\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref193\" role=\"doc-noteref\"><sup>193<\/sup><\/a> bzw. einem \u00bbKulturschwund\u00ab<a href=\"#fn194\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref194\" role=\"doc-noteref\"><sup>194<\/sup><\/a> die Rede, der in den vorangegangenen 50 Jahren zu verzeichnen gewesen sei. Die beiden Weltkriege h\u00e4tten<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"tsquotation\">das intellektuelle und moralische Niveau [\u2026] tief gesenkt [\u2026]. Ohne Geh\u00f6r f\u00fcr seinen [Schillers, Anm. d. Verf.] Aufruf zum stillen Bau besserer Begriffe [\u2026] taumelt eine von Verdummung trunkene, verwahrloste Menschheit unterm Ausschreien technischer und sportlicher Sensationsrekorde ihrem schon gar nicht mehr ungewollten Untergange entgegen.<a href=\"#fn195\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref195\" role=\"doc-noteref\"><sup>195<\/sup><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>In den darauffolgenden Ausf\u00fchrungen kn\u00fcpft Lachenmann in verschiedenen Punkten an die von Mann exponierten Motive an. Davor aber f\u00fchrt er eine weitere Denkfigur ein, n\u00e4mlich die Skepsis gegen\u00fcber der Demokratie, wobei dieser Begriff zun\u00e4chst auf den Bereich der K\u00fcnste bezogen wird:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"tsquotation\">Ich k\u00f6nnte ansetzen beim uralten, durchaus begr\u00fcndeten Misstrauen des Kunstschaffenden im Blick auf den Begriff und die Idee der \u00bbDemokratie\u00ab, insofern dieser Begriff im \u00e4sthetischen Bereich den unreflektierten Respekt vor einer angenommenen Autorit\u00e4t der Mehrheit impliziert [\u2026].<a href=\"#fn196\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref196\" role=\"doc-noteref\"><sup>196<\/sup><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Lachenmann verweist in diesem Zusammenhang auf den Ausspruch des F\u00fcrsten Sapieha in Schillers <em>Demetrius<\/em>: \u00bbWas ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn\u00ab<a href=\"#fn197\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref197\" role=\"doc-noteref\"><sup>197<\/sup><\/a>, um in der Folge konkrete Zweifel an den gegenw\u00e4rtigen Manifestationen von Demokratie im Bereich staatlicher Politik zur Sprache zur bringen. Diese Zweifel begr\u00fcndet Lachenmann zum einen mit der Unredlichkeit von Politiker*innen, zum anderen aber auch mit einem immanenten Konflikt zwischen dem Willen des \u203aVolkes\u2039 und der Autonomie des Einzelnen.<a href=\"#fn198\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref198\" role=\"doc-noteref\"><sup>198<\/sup><\/a> Ein positiver Demokratiebegriff sei nur unter der Voraussetzung m\u00f6glich, dass sich ein Bewusstsein von Gemeinschaft mit dem \u00bbGedanken an unsere Geistf\u00e4higkeit\u00ab<a href=\"#fn199\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref199\" role=\"doc-noteref\"><sup>199<\/sup><\/a> verbinde.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich Lachenmanns Skepsis \u2013 wie es der gesellschaftliche Konsens der Entstehungszeit nahelegt \u2013 nur auf bestimmte Aspekte von Demokratie bezieht, stellt ein generelles Misstrauen gegen\u00fcber demokratischen Regierungs\u00adformen ein Leitmotiv bei den Autoren der \u203aKonservativen Revolution\u2039 dar. Diese sahen die Demokratie Stern zufolge als Bedrohung f\u00fcr die Freiheit des Individuums und als Ausdruck von Mittelm\u00e4\u00dfigkeit.<a href=\"#fn200\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref200\" role=\"doc-noteref\"><sup>200<\/sup><\/a> Die Rede vom \u203aGeist\u2039 stelle wiederum einen beliebten Topos des Kulturpessimismus dar, der einen Gro\u00dfteil seines Vokabulars aus der rhetorischen Restmasse des deutschen Idealismus beziehe.<\/p>\n<p>Lachenmann nimmt in Zusammenhang mit der Problematisierung des Demokratiebegriffs seinerseits auch die Medien aufs Korn:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"tsquotation\">Zum \u00dcberdruss an der Demokratie tragen auch die gewissenlos um hohe Einschaltquoten bem\u00fchten Medien bei mit hochbezahlten Protagonisten der kollektiven Verbl\u00f6dung f\u00fcr eine scheinbar selbstzufriedene Spa\u00df- und Spie\u00dfgesellschaft.<a href=\"#fn201\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref201\" role=\"doc-noteref\"><sup>201<\/sup><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>In einem polemischen Statement f\u00fcr den Katalog zum Festival Wien Modern 2018 treibt Lachenmann die Journalismuskritik in Verbindung mit dem Vorbehalt gegen\u00fcber der Demokratie und einer umfassenden Zeit- und Kulturkritik noch weiter auf die Spitze:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"tsquotation\">Karl Kraus machte \u2013 ziemlich einseitig gezielt \u2013 die Journalisten verantwortlich f\u00fcr die \u00bbBl\u00f6dmacherei\u00ab, die nicht zuletzt zum Ersten Weltkrieg bzw. in \u00bbdie letzten Tage der Menschheit\u00ab gef\u00fchrt habe. [\u2026] Ich beobachte auf meine alten Tage den Krebsbefall der Demokratie, n\u00e4mlich eine intransitiv aus der satten b\u00fcrgerlichen Verformung des zivilisierten Menschen, und ich geh\u00f6rte auch dazu, kommende, offensichtlich nicht aufzuhaltende, auch in unsere wunderbaren Einrichtungen zur Vermittlung von Kunst einsickernde Verbl\u00f6dung, im weiten kommerziell verwalteten Alltag, in der Politik, in der Kultur, die nat\u00fcrlich weithin und legitim \u00bbEntertainment\u00ab bedeutet, aber inzwischen leider einsickernd auch in jene \u00bbSzene\u00ab, die als der Kunst, dem einzigen potentiellen Angebot gegen solche \u00bbEntwicklung\u00ab gewidmete, die sich sich [sic!] dem entgegen stellen k\u00f6nnte.<a href=\"#fn202\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref202\" role=\"doc-noteref\"><sup>202<\/sup><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Hier werden gleich mehrere im Kulturpessimismus dominierende Motive miteinander kurzgeschlossen: die \u203aVerbl\u00f6dung\u2039 bzw. \u203aBl\u00f6dmacherei\u2039, die Kritik an den Medien, die Unzufriedenheit mit dem gegenw\u00e4rtigen Zustand der Demokratie und eine alle Sph\u00e4ren der Gesellschaft erfassende Zivilisationskritik. Was die Vorw\u00fcrfe gegen\u00fcber der Presse betrifft, so bilden diese Stern zufolge ebenfalls einen roten Faden im Kulturpessimismus des 19. Jahrhunderts.<a href=\"#fn203\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref203\" role=\"doc-noteref\"><sup>203<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Doch die Parallelen gehen noch weiter: Mit dem Begriff der \u203aVerbl\u00f6dung\u2039 kn\u00fcpft Lachenmann an Manns Metaphorik des Niedergangs an (\u00bbRegression\u00ab, \u00bbKulturschwund\u00ab, \u00bbdas intellektuelle und moralische Niveau [\u2026] tief gesenkt\u00ab, \u00bbeine von Verdummung trunkene, verwahrloste Menschheit\u00ab, \u00bbihrem [\u2026] Abgrund entgegen [taumeln]\u00ab). Dieses Arsenal an Verfallsbeschreibungen bildet auch eine deutliche Verbindung zu dem von Stern beschriebenen kulturpessimistischen Diskurs, in dem unter anderem die Degeneration von Glaube, nationaler Einheit, kulturellen Werten, Geist, Moral, Bildung und Individualit\u00e4t beklagt wird.<a href=\"#fn204\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref204\" role=\"doc-noteref\"><sup>204<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Von \u203aVerbl\u00f6dung\u2039 ist auch in einem von Lachenmanns j\u00fcngeren Aufs\u00e4tzen, dem Essay \u00bbKomponieren am Krater\u00ab von 2016 die Rede:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"tsquotation\">Ich brauche diese Erfahrung [autonomer Kunst, Anm. d. Verf.] wie reine Luft oder frisches Wasser und halte sie f\u00fcr die unverzichtbare Erg\u00e4nzung und von unsereinem mitzuverantwortenden Teil unseres Einsatzes f\u00fcr ein humaneres Zusammenleben, wenn dieser, wo er materiell gelingt, nicht gleich wieder zu jener Verbl\u00f6dung f\u00fchren soll, in der wir hierzulande als saturierte Gl\u00fcckspilze zu dem verkommen, was ich \u2013 nicht zum ersten Mal \u2013 die Spa\u00df- und Spie\u00dfgesellschaft nenne.<a href=\"#fn205\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref205\" role=\"doc-noteref\"><sup>205<\/sup><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Im Begriff der \u203aVerbl\u00f6dung\u2039 kommt einerseits der Gedanke einer von \u203aoben\u2039 gelenkten, gezielten Verdummung der Bev\u00f6lkerung zum Ausdruck, wie ihn Lachenmann Adornos kulturkritischem Denken entlehnt haben d\u00fcrfte (das sich im \u00dcbrigen \u2013 wenn auch unter entgegengesetztem politischem Vorzeichen \u2013 gerade in sprachlicher Hinsicht teilweise mit dem Kulturpessimismus \u00fcberlappt; vgl. S.\u00a02). \u203aVerbl\u00f6dung\u2039 ist aber auch als Chiffre f\u00fcr eine generalisierte Verfallsdiagnose zu lesen, die weniger die \u00f6konomischen Eliten im Visier hat als die Bev\u00f6lkerung in ihrer Gesamtheit und in dieser Allgemeinheit eine enge Verwandtschaft mit dem skizzierten kulturpessimistischen Denken aufweist. So f\u00fcgt sich Lachenmann denn auch mit seiner Warnung vor einem \u00bbKulturschwund der beklemmenden Art\u00ab<a href=\"#fn206\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref206\" role=\"doc-noteref\"><sup>206<\/sup><\/a>, den \u00bbThomas Mann vor f\u00fcnfzig Jahren in seiner Schiller-Rede diagnostizierte und voraussagte\u00ab<a href=\"#fn207\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref207\" role=\"doc-noteref\"><sup>207<\/sup><\/a>, nahezu bruchlos in das Denken des Kulturpessimismus ein.<\/p>\n<p>Indem Lachenmann eine positive Wendung des Demokratiebegriffs von der Erweckung der menschlichen \u203aGeistf\u00e4higkeit\u2039 abh\u00e4ngig macht, schl\u00e4gt er die Br\u00fccke zur Kunst. Die Aufgabe n\u00e4mlich, eine solche Erweckung herbeizuf\u00fchren \u2013 urspr\u00fcnglich von der Religion erf\u00fcllt \u2013, sei mittlerweile der Kunst zugefallen, die \u00bban jene Geistf\u00e4higkeit\u00ab<a href=\"#fn208\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref208\" role=\"doc-noteref\"><sup>208<\/sup><\/a> appelliere, \u00bbohne welche die Demokratie als manipulierbare suspekt bleiben wird.\u00ab<a href=\"#fn209\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref209\" role=\"doc-noteref\"><sup>209<\/sup><\/a> Auch hier ber\u00fchrt sich Lachenmanns Denken mit dem Kulturpessimismus: Wie Stern festh\u00e4lt, wies etwa Langbehn der Kunst die Rolle zu, den (deutschen) Menschen aus seinem kulturellen Elend zu befreien:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"tsquotation\">Die einzig denkbare M\u00f6glichkeit einer Erl\u00f6sung sah Langbehn in der Kunst, wie fr\u00fchere Reformatoren sie in einer religi\u00f6sen Erneuerung oder in utopischen Visionen einer sozialen Gerechtigkeit gesehen hatten.<a href=\"#fn210\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref210\" role=\"doc-noteref\"><sup>210<\/sup><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Von der Kunst erwartete Langbehn geistige F\u00fchrerschaft in einem Zeitalter, das er von den verhassten Kr\u00e4ften der Wissenschaft und des Materialismus beherrscht sah. Zudem stand die Kunst f\u00fcr ihn in nat\u00fcrlichem Gegensatz zur Demokratie und verband ihre erstrebte Herrschaft daher mit einer St\u00e4rkung der Eliten \u2013 ein Indiz, wie sehr der kulturpessimistische Diskurs einem Elitendenken verhaftet ist. Anders als Lachenmann schwebte Langbehn allerdings eine volkst\u00fcmliche und traditionalistische Kunst vor, die auf Veredelung zielte und von der realistischen Schilderung des Alltags Abstand nahm.<a href=\"#fn211\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref211\" role=\"doc-noteref\"><sup>211<\/sup><\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend Demokratie im Deutschland des 19. Jahrhunderts noch nicht als Regierungsform etabliert war, stellt sie in der westlichen Welt des 21. Jahrhunderts einen unanfechtbaren Konsens dar, was auch die jeweilige Ausdehnung von Demokratiekritik bedingt \u2013 umfasste diese zu Zeiten von Lagarde und Langbehn jeglichen Aspekt von Demokratie, so stehen in der j\u00fcngeren Vergangenheit immer nur jeweils konkrete Auspr\u00e4gungen zur Debatte. Dennoch weist Lachenmanns Sprache (ungeachtet einer Selbstverortung des empirischen Autors Helmut Lachenmann) eine N\u00e4he zum Duktus des Kulturpessimismus auf.<\/p>\n<h4>Endnoten<\/h4>\n<hr \/>\n<ol start=\"156\">\n<li id=\"fn156\">\n<p>Nonnenmann, <em>Angebot durch Verweigerung<\/em>, S.\u00a0245.<a href=\"#fnref156\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn157\">\n<p>Lachenmann, \u00bbZur Analyse Neuer Musik\u00ab, S.\u00a029-30.<a href=\"#fnref157\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn158\">\n<p>Nonnenmann, <em>Angebot durch Verweigerung<\/em>, S.\u00a0245.<a href=\"#fnref158\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn159\">\n<p>Brinkmann, \u00bbDer Autor als sein Exeget\u00ab, S.\u00a0121; Hans Zender, \u00bb\u00dcber Helmut Lachenmann\u00ab, in: <em>Die Sinne denken. Texte zur Musik 1975-2003<\/em>, hg. von Hans Zender u.a., Wiesbaden 2004, S.\u00a068.<a href=\"#fnref159\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn160\">\n<p>Ryan, \u00bbMusik als \u203aGefahr\u2039 f\u00fcr das H\u00f6ren\u00ab, S.\u00a016.<a href=\"#fnref160\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn161\">\n<p>Helmut Lachenmann, \u00bbKlangtypen der Neuen Musik\u00ab [1970], in: <em>MaeE<sup>3<\/sup><\/em>, S.\u00a01-20, hier S.\u00a020.<a href=\"#fnref161\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn162\">\n<p>Nonnenmann, <em>Angebot durch Verweigerung<\/em>, S.\u00a0234.<a href=\"#fnref162\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn163\">\n<p>Lachenmann, \u00bbZur Analyse Neuer Musik\u00ab, S.\u00a022.<a href=\"#fnref163\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn164\">\n<p>Ebd., S.\u00a033.<a href=\"#fnref164\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn165\">\n<p>Vgl. Lachenmann, \u00bbKomponieren im Schatten von Darmstadt\u00ab, S.\u00a0343, 345; Ryan, \u00bbMusik als \u203aGefahr\u2039 f\u00fcr das H\u00f6ren\u00ab, S.\u00a016.<a href=\"#fnref165\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn166\">\n<p>Heinz-Klaus Metzger, \u00bbGespr\u00e4ch zwischen John Cage, Helmut Lachenmann und Heinz-Klaus Metzger\u00ab, in: <em>Die freigelassene Musik. Schriften zu John Cage<\/em>, hg. von Heinz-Klaus Metzger u.a., Wien 2012, S.\u00a0178-190, hier S.\u00a0179-180.<a href=\"#fnref166\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn167\">\n<p>Helmut Lachenmann, \u00bbAir. Musik f\u00fcr gro\u00dfes Orchester mit Schlagzeug-Solo (1968\/69)\u00ab, in: <em>MaeE<sup>3<\/sup><\/em>, S.\u00a0380.<a href=\"#fnref167\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn168\">\n<p>Ebd., S.\u00a0380.<a href=\"#fnref168\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn169\">\n<p>Vgl. dazu B\u00fcrger, <em>Theorie der Avantgarde<\/em>, S.\u00a066-67; Gianmario Borio, <em>Musikalische Avantgarde um 1960. Entwurf einer Theorie der informellen Musik.<\/em> Zugl.: Berlin, Univ., Diss., 1990 (= Freiburger Beitr\u00e4ge zur Musikwissenschaft, Bd. 1), Laaber 1993, S.\u00a016-29.<a href=\"#fnref169\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn170\">\n<p>Lachenmann, \u00bbKomponieren im Schatten von Darmstadt\u00ab, S.\u00a0344.<a href=\"#fnref170\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn171\">\n<p>Borio, <em>Musikalische Avantgarde um 1960<\/em>, S.\u00a031.<a href=\"#fnref171\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn172\">\n<p>Lachenmann, \u00bbKomponieren im Schatten von Darmstadt\u00ab, S.\u00a0345.<a href=\"#fnref172\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn173\">\n<p>Ebd., S.\u00a0345.<a href=\"#fnref173\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn174\">\n<p>Lachenmann, <em>Komponieren am Krater<\/em>, S.\u00a03.<a href=\"#fnref174\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn175\">\n<p>Ebd.<a href=\"#fnref175\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn176\">\n<p>Ebd.<a href=\"#fnref176\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn177\">\n<p>Ebd.<a href=\"#fnref177\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn178\">\n<p>Ebd.<a href=\"#fnref178\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn179\">\n<p>Vgl. S. <a href=\"#kulturpessAnfang\">132<\/a>\u2013<a href=\"#EndeKultur\">137<\/a>.<a href=\"#fnref179\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn180\">\n<p>Lachenmann, <em>Komponieren am Krater<\/em>, S.\u00a03<sup>.<\/sup><a href=\"#fnref180\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn181\">\n<p><sup>E<\/sup>bd<sup>.<\/sup><a href=\"#fnref181\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn182\">\n<p>Ebd.<a href=\"#fnref182\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn183\">\n<p>Huber, \u00bbKritisches Komponieren\u00ab, S.\u00a040-42.<a href=\"#fnref183\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn184\">\n<p>Ferdinand Zehentreiter, \u00bbSensory Cognition as an Autonomous Form of Critique. Nicolaus A. Huber and Helmut Lachenmann\u00ab, in: <em>Critical Composition Today<\/em>, hg. von Claus-Steffen Mahnkopf (= New Music and Aesthetics in the 21st Century, Bd. 5), Hofheim 2006, S.\u00a043-61, hier S.\u00a048.<a href=\"#fnref184\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn185\">\n<p>Ebd., S.\u00a048.<a href=\"#fnref185\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn186\">\n<p>Ebd., S.\u00a048-53.<a href=\"#fnref186\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn187\">\n<p>Reinhard Mehring, \u00bbKritische Theorie und Konservative Revolution. Zu Stefan Breuers Auseinandersetzung mit der Konservativen Revolution\u00ab, in: <em>Politische Vierteljahresschrift<\/em> 34 (1993), Heft 3, S.\u00a0476-482, hier S.\u00a0476.<a href=\"#fnref187\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn188\">\n<p>Ebd., S.\u00a0478.<a href=\"#fnref188\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn189\">\n<p>Wiggershaus, <em>Die Frankfurter Schule<\/em>, S.\u00a0648.<a href=\"#fnref189\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn190\">\n<p>Fritz Stern, <em>Kulturpessimismus als politische Gefahr. Eine Analyse nationaler Ideologie in Deutschland,<\/em> Stuttgart 2005, S.\u00a02.<a href=\"#fnref190\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn191\">\n<p>Ebd., S.\u00a011.<a href=\"#fnref191\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn192\">\n<p>Thomas Mann z\u00e4hlte laut Fritz Stern zu den Bewunderern des Orientalisten und Kulturpessimisten Paul de Lagarde. Im \u00dcbrigen kommt f\u00fcr Stern den \u00bbgro\u00dfen Werken der idealistischen Epoche\u00ab wie etwa jenen Friedrich Schillers im kulturpessimistischen Denken die Rolle eines Orientierungspunktes zu. Ebd., S.\u00a0381, 18.<a href=\"#fnref192\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn193\">\n<p>Lachenmann, <em>Kunst und Demokratie<\/em>, S.\u00a026.<a href=\"#fnref193\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn194\">\n<p>Ebd., S.\u00a026.<a href=\"#fnref194\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn195\">\n<p>Thomas Mann, <em>Versuch \u00fcber Schiller,<\/em> Frankfurt a.M. 2005, S.\u00a087-88; Auslassungen nach Lachenmann, <em>Kunst und Demokratie<\/em>, S.\u00a026.<a href=\"#fnref195\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn196\">\n<p>Ebd., S.\u00a026.<a href=\"#fnref196\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn197\">\n<p>Friedrich Schiller, <em>Demetrius. Dramatischer Nachlass<\/em> (= Werke und Briefe, Bd. 10), Frankfurt a.M. 2004, S.\u00a0533.<a href=\"#fnref197\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn198\">\n<p>Lachenmann, <em>Kunst und Demokratie<\/em>, S.\u00a026-27.<a href=\"#fnref198\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn199\">\n<p>Ebd., S.\u00a027.<a href=\"#fnref199\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn200\">\n<p>Stern, <em>Kulturpessimismus als politische Gefahr<\/em>, S.\u00a03, 9, 113, 207.<a href=\"#fnref200\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn201\">\n<p>Lachenmann, <em>Kunst und Demokratie,<\/em> S.\u00a027.<a href=\"#fnref201\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn202\">\n<p>Helmut Lachenmann, \u00bb1968. Ein Fragebogen\u00ab, in: <em>Wien Modern 31. Festivalkatalog \u2013 Essays<\/em>, hg. von Bernhard G\u00fcnther u.a., Wien 2018, S.\u00a0102-103, hier S.\u00a0103.<a href=\"#fnref202\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn203\">\n<p>Stern, <em>Kulturpessimismus als politische Gefahr<\/em>, S.\u00a011.<a href=\"#fnref203\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn204\">\n<p>Ebd., S.\u00a02, 7, 11, 112-115, 173.<a href=\"#fnref204\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn205\">\n<p>Lachenmann, <em>Komponieren am Krater<\/em>, S.\u00a04.<a href=\"#fnref205\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn206\">\n<p>Carsten Fastner, \u00bb\u203aIch verehre Morricone\u2039. Komponist Helmut Lachenmann im Gespr\u00e4ch\u00ab, in: <em>Falter<\/em> (2005), Heft 46, S.\u00a068-69, hier S.\u00a069.<a href=\"#fnref206\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn207\">\n<p>Lachenmann, \u00bb1968\u00ab<a href=\"#fnref207\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn208\">\n<p>Lachenmann, <em>Kunst und Demokratie<\/em>, S.\u00a027.<a href=\"#fnref208\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn209\">\n<p>Ebd.<a href=\"#fnref209\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn210\">\n<p>Stern, <em>Kulturpessimismus als politische Gefahr,<\/em> S.\u00a0187.<a href=\"#fnref210\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn211\">\n<p>Ebd., S.\u00a087-90.<a href=\"#fnref211\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als kompositorische Str\u00f6mung, die der Avantgarde zuzurechnen ist, ist auch das Kritische Komponieren vom Geist des Fortschritts durchdrungen. So bemerkt Nonnenmann in Bezug auf Lachenmann: Das Kontinuum einer b\u00fcrgerlich revolution\u00e4ren Musiktradition, auf das sich Lachenmann mit seinem Begriff der \u00bblatenten Tradition\u00ab st\u00fctzt, wird also nicht durch die mehr oder minder reflektiert angewandte Regelhaftigkeit von Satz\u2011, &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[130],"tags":[],"class_list":["post-3413","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-drazic-politik"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.9 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>5.3 Zwischen Fortschritt und Konservatismus &#8211; mdwPress<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"5.3 Zwischen Fortschritt und Konservatismus &#8211; mdwPress\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Als kompositorische Str\u00f6mung, die der Avantgarde zuzurechnen ist, ist auch das Kritische Komponieren vom Geist des Fortschritts durchdrungen. So bemerkt Nonnenmann in Bezug auf Lachenmann: Das Kontinuum einer b\u00fcrgerlich revolution\u00e4ren Musiktradition, auf das sich Lachenmann mit seinem Begriff der \u00bblatenten Tradition\u00ab st\u00fctzt, wird also nicht durch die mehr oder minder reflektiert angewandte Regelhaftigkeit von Satz\u2011, &hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"mdwPress\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2024-07-08T10:16:10+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2024-07-08T15:02:10+00:00\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Max Bergmann\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Max Bergmann\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"20\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/\"},\"author\":{\"name\":\"Max Bergmann\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/person\/baeca6376964344151955aa663964c9c\"},\"headline\":\"5.3 Zwischen Fortschritt und Konservatismus\",\"datePublished\":\"2024-07-08T10:16:10+00:00\",\"dateModified\":\"2024-07-08T15:02:10+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/\"},\"wordCount\":4061,\"publisher\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#organization\"},\"articleSection\":[\"Drazic: Die Politik des Kritischen Komponierens\"],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/\",\"url\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/\",\"name\":\"5.3 Zwischen Fortschritt und Konservatismus &#8211; mdwPress\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#website\"},\"datePublished\":\"2024-07-08T10:16:10+00:00\",\"dateModified\":\"2024-07-08T15:02:10+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"5.3 Zwischen Fortschritt und Konservatismus\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#website\",\"url\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/\",\"name\":\"mdwPress\",\"description\":\"Der Open-Access-Universit\u00e4tsverlag der mdw\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#organization\",\"name\":\"mdwPress\",\"url\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/logo\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/mdwpress-logo-schwarz.svg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/mdwpress-logo-schwarz.svg\",\"width\":\"1024\",\"height\":\"1024\",\"caption\":\"mdwPress\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/logo\/image\/\"}},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/person\/baeca6376964344151955aa663964c9c\",\"name\":\"Max Bergmann\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/d8d70bd4c0fdd1c7b1e0cc01d3227105dd4c7480471a25b60baa1861af82e6a2?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/d8d70bd4c0fdd1c7b1e0cc01d3227105dd4c7480471a25b60baa1861af82e6a2?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"Max Bergmann\"},\"url\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/author\/bergmann-max\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"5.3 Zwischen Fortschritt und Konservatismus &#8211; mdwPress","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"5.3 Zwischen Fortschritt und Konservatismus &#8211; mdwPress","og_description":"Als kompositorische Str\u00f6mung, die der Avantgarde zuzurechnen ist, ist auch das Kritische Komponieren vom Geist des Fortschritts durchdrungen. So bemerkt Nonnenmann in Bezug auf Lachenmann: Das Kontinuum einer b\u00fcrgerlich revolution\u00e4ren Musiktradition, auf das sich Lachenmann mit seinem Begriff der \u00bblatenten Tradition\u00ab st\u00fctzt, wird also nicht durch die mehr oder minder reflektiert angewandte Regelhaftigkeit von Satz\u2011, &hellip;","og_url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/","og_site_name":"mdwPress","article_published_time":"2024-07-08T10:16:10+00:00","article_modified_time":"2024-07-08T15:02:10+00:00","author":"Max Bergmann","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Verfasst von":"Max Bergmann","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"20\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/"},"author":{"name":"Max Bergmann","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/person\/baeca6376964344151955aa663964c9c"},"headline":"5.3 Zwischen Fortschritt und Konservatismus","datePublished":"2024-07-08T10:16:10+00:00","dateModified":"2024-07-08T15:02:10+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/"},"wordCount":4061,"publisher":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#organization"},"articleSection":["Drazic: Die Politik des Kritischen Komponierens"],"inLanguage":"de"},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/","url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/","name":"5.3 Zwischen Fortschritt und Konservatismus &#8211; mdwPress","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#website"},"datePublished":"2024-07-08T10:16:10+00:00","dateModified":"2024-07-08T15:02:10+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp005-ch5-3\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"5.3 Zwischen Fortschritt und Konservatismus"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#website","url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/","name":"mdwPress","description":"Der Open-Access-Universit\u00e4tsverlag der mdw","publisher":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#organization","name":"mdwPress","url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/mdwpress-logo-schwarz.svg","contentUrl":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/mdwpress-logo-schwarz.svg","width":"1024","height":"1024","caption":"mdwPress"},"image":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/logo\/image\/"}},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/person\/baeca6376964344151955aa663964c9c","name":"Max Bergmann","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/d8d70bd4c0fdd1c7b1e0cc01d3227105dd4c7480471a25b60baa1861af82e6a2?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/d8d70bd4c0fdd1c7b1e0cc01d3227105dd4c7480471a25b60baa1861af82e6a2?s=96&d=mm&r=g","caption":"Max Bergmann"},"url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/author\/bergmann-max\/"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3413","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3413"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3413\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3554,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3413\/revisions\/3554"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3413"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3413"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3413"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}