{"id":4521,"date":"2025-02-21T10:07:15","date_gmt":"2025-02-21T09:07:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/?p=4521"},"modified":"2025-06-13T10:17:00","modified_gmt":"2025-06-13T08:17:00","slug":"mdwp010-008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/","title":{"rendered":"\u00dcber die Rolle der Musik bei Suizidhandlungen"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"author\"><em>Harm Willms<\/em><\/h3>\n<p><head><\/p>\n<style>\n        .tsquotation strong {\n            font-weight: bold;\n        }\n        tsquotation em {\n            font-style: italic !important;\n        }\n        .bibliography {\n            margin-top: -1em !important;\n            padding-left: 22px;\n            text-indent: -22px;\n        }\n        figure {\n            margin: 0;\n        }\n<\/style>\n<p><\/head><br \/>\n<div class=\"one_half\">\n<p style=\"text-align: left;\"><span class='bdaia-btns bdaia-btn-medium' style=\"background:#b2b2b2 !important;color:#000000 !important;\"><a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp010-007\/\" style=\"color:#000000 !important;\">&#129028;<\/a><\/span><\/div>\n<div class=\"one_half last\">\n<p style=\"text-align: right;\"><span class='bdaia-btns bdaia-btn-medium' style=\"background:#b2b2b2 !important;color:#000000 !important;\"><a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/mdwp010-009\" style=\"color:#000000 !important;\">&#129030;<\/a><\/span><\/div><div class=\"clear-fix\"><\/div>\n<div class=\"bdaia-toggle close\"><h4 class=\"bdaia-toggle-head toggle-head-open\"><span class=\"bdaia-sio bdaia-sio-angle-up\"><\/span><span class=\"txt\">Zitieren<\/span><\/h4><h4 class=\"bdaia-toggle-head toggle-head-close\"><span class=\"bdaia-sio bdaia-sio-angle-down\"><\/span><span class=\"txt\">Zitieren<\/span><\/h4><div class=\"toggle-content\"><p>\nWillms, Harm. 2025. \u00bb\u00dcber die Rolle der Musik bei Suizidhandlungen\u00ab. In <i>Musik und Suizidalit\u00e4t. Interdisziplin\u00e4re Perspektiven<\/i>, hg. von Julia Heimerdinger, Hannah Riedl und Thomas Stegemann. Wien und Bielefeld: mdwPress. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1515\/9783839474280-008\" target=\"_blank\">https:\/\/doi.org\/10.1515\/9783839474280-008<\/a>.<br \/>\n<\/p><\/div><\/div>\n<div class=\"bdaia-toggle close\"><h4 class=\"bdaia-toggle-head toggle-head-open\"><span class=\"bdaia-sio bdaia-sio-angle-up\"><\/span><span class=\"txt\">Abstract (de)<\/span><\/h4><h4 class=\"bdaia-toggle-head toggle-head-close\"><span class=\"bdaia-sio bdaia-sio-angle-down\"><\/span><span class=\"txt\">Abstract (de)<\/span><\/h4><div class=\"toggle-content\"><p>\nIn dem Artikel, der eine unver\u00f6ffentlichte Untersuchung des Autors aus der Mitte der 1970er-Jahre noch einmal aufgreift, werden kurze Fallvignetten von f\u00fcnf Patient:innen vorgestellt und besprochen, die einen Suizidversuch unter Einfluss von Musik unternommen hatten. Bei den Suizidversuchen handelte es sich \u00fcberwiegend um Reaktionen auf Trennungserlebnisse, bei denen die Sehnsucht nach Wiedervereinigung das Hirnkonzept der Selbstaufl\u00f6sung aktiviert. Die Rolle der Musik dabei wird diskutiert vor dem Hintergrund der Entstehung des musikalischen Erlebens und Verhaltens aus den akustischen \u00c4u\u00dferungen der angeborenen Basisemotionen Freude, Trauer, Wut und Angst (Ekman 1992).<br \/>\n<\/p><\/div><\/div>\n<div class=\"bdaia-toggle close\"><h4 class=\"bdaia-toggle-head toggle-head-open\"><span class=\"bdaia-sio bdaia-sio-angle-up\"><\/span><span class=\"txt\">Abstract (en)<\/span><\/h4><h4 class=\"bdaia-toggle-head toggle-head-close\"><span class=\"bdaia-sio bdaia-sio-angle-down\"><\/span><span class=\"txt\">Abstract (en)<\/span><\/h4><div class=\"toggle-content\"><p>\nThis article, which revisits an unpublished study by the author from the mid-1970s, discusses five patients who attempted suicide under the influence of music. The suicide attempts were predominantly related to separation experiences, in which the desire to reunite activates the mental concept of ego dissolution. The role of music in this is discussed in the context of the evolution of musical experience and behaviour stemming from the acoustic expressions of the basic, innate emotions of happiness, sadness, anger and fear (Ekman 1992).<br \/>\n<\/p><\/div><\/div>\n<div class=\"bdaia-toggle close\"><h4 class=\"bdaia-toggle-head toggle-head-open\"><span class=\"bdaia-sio bdaia-sio-angle-up\"><\/span><span class=\"txt\">\u00dcbersicht<\/span><\/h4><h4 class=\"bdaia-toggle-head toggle-head-close\"><span class=\"bdaia-sio bdaia-sio-angle-down\"><\/span><span class=\"txt\">\u00dcbersicht<\/span><\/h4><div class=\"toggle-content\"><p>\n<a href=\"#1\">Einleitung<\/a><br \/>\n<a href=\"#2\">Fallvignetten<\/a><br \/>\n<a href=\"#3\">Exkurs<\/a><br \/>\n<a href=\"#4\">Diskussion<\/a><br \/>\n<a href=\"#5\">Literaturverzeichnis<\/a><br \/>\n<\/p><\/div><\/div>\n<hr>\n<p style=\"text-align: right;\"><span class='bdaia-btns bdaia-btn-medium' style=\"background:#b2b2b2 !important;color:#000000 !important;\"><a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/10.1515_9783839474280-008.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" style=\"color:#000000 !important;\">KAPITEL PDF <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png\" style=\"vertical-align: middle\" alt=\"Download-Logo\" width=\"17\" height=\"17\"><\/a><\/span>\n<h4 id=\"1\">Einleitung<\/h4>\n<p>Im Jahre\u00a01774 erschien das Buch <em>Die Leiden des jungen Werthers<\/em> von Johann Wolfgang von\u00a0Goethe und wurde ein ungeheurer Erfolg.<a href=\"#fn1\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref1\" role=\"doc-noteref\"><sup>1<\/sup><\/a> Den Inhalt kann ich voraussetzen: Ein junger Mann erlebt eine ungl\u00fcckliche Liebe und erschie\u00dft sich. Nicht nur literarisch schlug das Buch ein. Eine gro\u00dfe Anzahl von jungen Menschen zog sich eine gelbe Weste an, einige brachten sich angeblich um (\u00bbWerther-Effekt\u00ab<a href=\"#fn2\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref2\" role=\"doc-noteref\"><sup>2<\/sup><\/a>). Hanjo Kesting bemerkt in einem Essay \u00fcber das Buch, dass Werthers Verliebtheit eine \u00bbVerkleidung seiner Todessehnsucht\u00ab ist (Kesting 2016). Hinzuzuf\u00fcgen ist, dass das Liebesverlangen wohl stets zur Selbstaufl\u00f6sung, also Selbstvernichtung, tendiert, so wie die Vereinigung von Ei und Samenzelle diese beiden\u00a0individuellen Einheiten aufl\u00f6st und etwas Neues entsteht. Laut Semir Zeki (2010), Neurobiologe an der Universit\u00e4t London, ist das ein angeborenes Hirnkonzept.<\/p>\n<p>\u00bbUnbewusst\u00a0\u2014 h\u00f6chste Lust!\u00ab singt Isolde. Diese Tendenz des Liebesverlangens zur Selbstaufl\u00f6sung der Individuen hat musikalisch vielleicht niemand so darstellen k\u00f6nnen wie Richard Wagner. Vielleicht ist die Rezeption seiner Musik deshalb so gespalten. In der Regel kommt es nat\u00fcrlich nicht zur Selbstaufl\u00f6sung. Es gibt Schutzmechanismen, die dies verhindern und allenfalls ein \u203aAls-ob-Erlebnis\u2039 zulassen. Aber manchmal werden diese Schutzmechanismen aufgel\u00f6st bzw. entfallen, z.\u00a0B. wenn eine \u203aWiedervereinigung\u2039 im Leben nicht mehr m\u00f6glich erscheint\u00a0wie nach einer Trennung.<\/p>\n<p>Im Jahre 1933 komponierte Rezs\u0151 Seress der Legende nach an einem Sonntag, nachdem seine Verlobte ihn verlassen hatte, das unter dem Titel <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.21939\/ms-video-01\"><strong>\u00bbGloomy Sunday\u00ab<\/a> \ud83d\udd0a<\/strong> bekannte Lied \u00bbSzomor\u00fa vas\u00e1rnap\u00ab (\u00bbTrauriger Sonntag\u00ab). Danach verzeichnete man eine Welle von Suiziden, die infolge des Anh\u00f6rens des Lieds begangen worden seien. Man nannte es das \u00bbungarische Selbstmordlied\u00ab.<a href=\"#fn3\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref3\" role=\"doc-noteref\"><sup>3<\/sup><\/a> Dieses Ph\u00e4nomen bewegte mich Mitte der 1970er-Jahre, der Frage nachzugehen, ob und inwiefern Musik Suizide ausl\u00f6sen kann.<a href=\"#fn4\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref4\" role=\"doc-noteref\"><sup>4<\/sup><\/a> Ich war seinerzeit psychiatrischer Konsiliarius eines gro\u00dfen Allgemeinkrankenhauses in Berlin-Spandau<a href=\"#fn5\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref5\" role=\"doc-noteref\"><sup>5<\/sup><\/a> und hatte auch Patient:innen nach Suizidversuchen zu begutachten. Diese habe ich befragt, ob Musik beim Suizidversuch eine Rolle gespielt habe.<\/p>\n<p>Ich werde im Folgenden f\u00fcnf unterschiedlich umfangreiche Fallvignetten referieren und anschlie\u00dfend die Rolle der Musik beim Suizidversuch diskutieren.<\/p>\n<h4 id=\"2\">Fallvignetten<\/h4>\n<p>(1) P.\u00a0K., 28 Jahre alt, Binnenschiffer von Beruf, hat seit einem Jahr seine erste Freundin, von der er sehr abh\u00e4ngig ist. Als er von ihr verlassen wird, ist er entt\u00e4uscht und niedergeschlagen. Er geht am Folgetag noch zur Arbeit. Am Abend gegen 17 Uhr l\u00f6st er 40 Tabletten Dolestan in Wasser auf. Dann regelt er seine Angelegenheiten (Versicherung usw.). Gegen 19 Uhr z\u00fcndet er Kerzen an, macht es ganz feierlich, legt Chopins Klaviersonate Nr.\u00a02 mit dem \u00bbTrauermarsch\u00ab auf und h\u00f6rt sie in Ruhe an. Er hatte sich l\u00e4ngst vorgenommen, sich zu suizidieren. Jetzt erlebt er noch das Gef\u00fchl der Gro\u00dfartigkeit in Harmonie mit dieser Musik. Nach dem Trauermarsch legt er Beethovens <em>Egmont<\/em>-Ouvert\u00fcre auf, legt sich ins Bett und schluckt die Tabletten.<\/p>\n<p>(2) R.\u00a0F., 24 Jahre alt, Konditor, ist homosexuell, was er seiner Familie gegen\u00fcber verheimlicht. Seit l\u00e4ngerem hat er einen Freund, einen \u00e4lteren Mann, mit dem er zusammengelebt hat und den\u00a0er als eine Idealfigur verehrt. Als der Freund ihn verl\u00e4sst, reagiert er depressiv und mit gro\u00dfer Entt\u00e4uschung. Am Abend trinkt er 1,5\u00a0l Sekt und h\u00f6rt sich Schnulzen an, z.\u00a0B. Demis Roussos\u2019 \u00bbGoodbye, My Love, Goodbye\u00ab. Dann nimmt er 20 Tabletten Halbmond ein.<\/p>\n<p>(3) I.\u00a0G., 32 Jahre alt, Hausfrau, ist verheiratet mit einem Mann, den sie verehrt. Er sei so, wie sie gerne sein w\u00fcrde: ruhig, fest und sicher. Ausl\u00f6ser f\u00fcr den Suizid sei \u00bbeine kleine Kabbelei\u00ab gewesen. Sie gebe sich selbst die Schuld. Nach dem Streit habe sie eine Platte aufgelegt, die seit Tagen dort gelegen hatte (nicht gezielt ausgew\u00e4hlt!). Es handelte sich um \u00bb\u00dcber den Wolken\u00ab von Reinhard Mey. Die Musik habe sie noch trauriger gemacht. Nach der Musik habe sie gedacht, jetzt sei es das Beste zu sterben. Der Ehemann war zu der Zeit mit dem Sohn au\u00dfer Haus. Sie f\u00e4hrt auf ein Rieselfeld<a href=\"#fn6\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref6\" role=\"doc-noteref\"><sup>6<\/sup><\/a> in der N\u00e4he ihrer Wohnung und nimmt 40 Tabletten Dolestan.<\/p>\n<p>(4) H.\u00a0G., 33 Jahre alt, Maschinenschlosser, hat eine l\u00e4ngere, auch psychiatrische Vorgeschichte. Im Lichte heutigen Wissens ist ein Krankheitsgeschehen feststellbar, das damals noch nicht zum etablierten Diagnostikrepertoire der Psychiatrie geh\u00f6rte. Ich muss daher ein wenig ausholen.<\/p>\n<p>Im Jahr 1971 war der Patient ein Dreivierteljahr in einem Arbeitslager in der DDR wegen angeblicher Beihilfe zur Vorbereitung von \u00bbRepublikflucht\u00ab. Dort sei er zweimal zu 21 Tagen Dunkelhaft verurteilt gewesen; einmal wegen einer patzigen Antwort. W\u00e4hrend der zweiten Dunkelhaft sei er von einem kleinen Leutnant, der ihn immer h\u00e4misch angegrinst habe und wohl immer habe qu\u00e4len wollen, nachts aufgesucht worden. Der Leutnant habe ihn mit einer Stahlrute ins Gesicht geschlagen, worauf er ihn an der Brust gepackt und mit dem Kopf an die Wand geschlagen habe. Er wollte den Qu\u00e4ler eigentlich umbringen. Aus Versehen sei der Alarm losgegangen, darauf sei eine Mannschaft von Soldaten gekommen und habe ihn so zusammengeschlagen, dass er mehrere Tage bewusstlos gewesen sei.<\/p>\n<p>Seitdem er\u00a0\u2014 freigekauft\u00a0\u2014 im Westen war, sei er depressiv und lebe zur\u00fcckgezogen. Er tr\u00e4ume viel von den Ereignissen im Arbeitslager. Wenn es irgendwo Streit gebe, ziehe er sich lieber zur\u00fcck, weil er Angst habe, anderen etwas antun zu k\u00f6nnen. Musik beruhige ihn dann, auch Alkohol und Tabletten. Aus heutiger Sicht d\u00fcrfen wir von einer posttraumatischen Belastungsst\u00f6rung sprechen, die damals als psychiatrische Diagnose noch nicht g\u00e4ngig war.<\/p>\n<p>Zum Suizidversuch, dem dritten in seiner Anamnese, kam es folgenderma\u00dfen: Eines Abends habe eine Bekannte angerufen, die ihn um Hilfe bat. Sie wollte sich von ihrem arabischen Freund trennen. In der Wohnung der Bekannten angekommen, habe er dort den Sohn der Bekannten angetroffen, der weinte und blutete, weil der Freund der Mutter ihn geschlagen habe. Das habe ihn gleich in eine eigenartige Stimmung gebracht. Er sei dann in das Lokal gegangen, wo die Bekannte mit ihrem Freund sa\u00df, um sich auszusprechen. Der Freund sei ein kleiner Mann gewesen mit einem unmenschlichen L\u00e4cheln. Dieser habe ihn \u00bbso komisch angegrinst\u00ab und den Eindruck gemacht, als wolle er ihn anspringen. Er habe gro\u00dfe Angst bekommen und gezittert, was wir als Flashback\u00a0\u2014 eine Traumaerinnerung\u00a0\u2014 deuten k\u00f6nnen. Der Freund der Freundin erinnerte ihn an den \u00bbkleinen Leutnant\u00ab aus dem Lager. Dann sei es \u00fcber ihn gekommen, er habe den Mann gepackt und mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen\u00a0\u2014 er habe auch geblutet. Ich erz\u00e4hle dies so ausf\u00fchrlich, um den Ausnahmezustand der Retraumatisierung deutlich zu machen.<\/p>\n<p>Zuhause habe er furchtbare Angst gehabt, einen Mord begangen zu haben. Als er in die Wohnung kam, habe er als erstes eine Schallplatte aufgelegt, die gerade auf dem Schallplattenspieler lag (<em>Carmina Burana<\/em>), und habe alle Lampen in der Wohnung angemacht. Die Musik habe ihn erst beruhigt, es sei ihm auf einmal ganz leicht geworden, er habe aufgeatmet. Dann habe er das Blut an seinen H\u00e4nden gesehen (offensichtlich ein Trigger des Traumaerlebens) und sein Zustand und das Musikerleben h\u00e4tten sich v\u00f6llig ver\u00e4ndert. Die Musik habe jetzt bedr\u00e4ngend und zunehmend lauter gewirkt: \u00bbals wenn sie mich verfolgt\u00ab. Dann habe er unter anderem 50 Tabletten Valium genommen.<\/p>\n<p>Bei den bisherigen Beispielen handelte es sich um Suizidversuche. Ob man sie anders bewerten muss als vollendete Suizide, mag ich nicht beurteilen. Vielleicht muss man es ber\u00fccksichtigen. Zuletzt m\u00f6chte ich ein Beispiel eines vollendeten Suizids unter wahrscheinlicher Musikeinwirkung andeuten.<\/p>\n<p>(5) Eine Patientin, 18 Jahre alt, hatte seit ca. 4 Jahren eine Freundin (16 Jahre alt), mit der sie gerade in eine gemeinsame Wohnung gezogen war. Zur Wohnungseinweihung haben sie ein wenig getrunken (zusammen eine halbe Flasche Rum) und Musik geh\u00f6rt, Blues und andere langsame Musik, \u00bbdie uns erinnert hat an fr\u00fchere Zeiten, als wir uns kennengelernt haben\u00ab. Nach einer kleinen Kabbelei sei die Freundin zur Toilette gegangen. Sie habe dann einen Schrei und einen Aufschlag\u00a0unten auf der Stra\u00dfe geh\u00f6rt. Sie nimmt an, dass die Freundin aus dem Fenster gesprungen ist.<\/p>\n<h4 id=\"3\">Exkurs<\/h4>\n<p>Um die Bedeutung der Musik bei diesen relativ unterschiedlich erscheinenden Beispielen beurteilen zu k\u00f6nnen, m\u00f6chte ich einen kurzen Exkurs zum Thema \u00bbMusik und Gef\u00fchle\u00ab einschieben. Gef\u00fchle sind psychische Repr\u00e4sentanzen, zusammengesetzt aus den Wahrnehmungen bestimmter K\u00f6rperver\u00e4nderungen und Vorstellungen, die das Verhalten des Menschen regulieren, seine zwischenmenschlichen Beziehungen, seine Selbstwahrnehmung, seine Reaktion auf die Umwelt, seine sozialen Interaktionen.<\/p>\n<p>Paul Ekman (1992) beschreibt f\u00fcnf Basisemotionen, deren mimische und akustische \u00c4u\u00dferungen das erste Kommunikationssystem des Menschen darstellen\u00a0\u2014 bevor er die semiotischen Ebenen Bild und Symbol (Sprache) entwickelt. Die Basisemotionen lauten: Freude, Trauer, Wut\/\u00c4rger, Angst und Ekel. Nicht eindeutig sind Neugier und \u00dcberraschung. Es handelt sich um Affekte, die unterschiedliche Namen oder Auspr\u00e4gungen haben k\u00f6nnen. Ekman spricht von \u00bbfamily\u00ab, einer Gef\u00fchlsfamilie. Zur \u00bbfamily\u00ab Freude geh\u00f6ren z.\u00a0B. auch Gl\u00fcck, Vergn\u00fcgen, Fr\u00f6hlichsein oder Freundlichkeit. Alle Affekte zeichnen sich durch ein eindeutiges neurobiologisches Korrelat und charakteristische Mimik sowie durch einen bezeichnenden akustischen Ausdruck aus. Sie sind von Geburt an vorhanden, m\u00fcssen nicht erst gelernt werden und sind kulturunabh\u00e4ngig. Dies weist auf eine besondere entwicklungspsychologische und biologische Bedeutung hin. Affekte treten auch gemischt auf, wie z.\u00a0B. Trauer mit Wut oder Wut mit Angst usw. Bekannte Affektzusammensetzungen sind z.\u00a0B. Sehnsucht (sehr komplex: Trauer, Freude, Angst) oder ehrf\u00fcrchtiges Staunen (Verwunderung und Angst). Sp\u00e4ter entwickelt das Kind weitere Affekte, die f\u00fcr das Zusammenleben von entscheidender Bedeutung sind, aber nicht vom ersten Tag zur Verf\u00fcgung stehen; sehr prominente Beispiele sind Scham und Schuld.<\/p>\n<p>Zur Frage, welche Gef\u00fchle mit Musik zu tun haben, habe ich mehrere Befragungen bei Musiker:innen und Teilnehmer:innen von Improvisationsgruppen durchgef\u00fchrt (Willms 2004). Das Ergebnis ist\u00a0\u2014 wenn auch zun\u00e4chst \u00fcberraschend\u00a0\u2014 v\u00f6llig plausibel. Nichts mit Musik zu tun haben Gef\u00fchle, die nicht von Geburt an vorhanden sind, wie Scham oder Schuld. Es bleiben die Basisemotionen. Aber auch diese sind nicht alle musikalisch ausdr\u00fcckbar. Ekel zum Beispiel, ein Gef\u00fchl, das allgemein Abwehr signalisiert, ist kein musikalisch ausdr\u00fcckbares Gef\u00fchl. Obgleich es durchaus Versuche gegeben hat, z.\u00a0B. von Johann Sebastian Bach in der Kantate <em>Vergn\u00fcgte Ruh, beliebte Seelenlust<\/em> (BWV 170). Die letzte Arie beginnt mit dem Text \u00bbMir ekelt mehr zu leben\u00ab und Bach komponierte das \u00bbMir ekelt\u00ab mit einem Tritonussprung (d&#65279;\u2014&#65279;gis). Aber man empfindet keinen Ekel dabei. Dies ist wohl eher auf der symbolischen Ebene zu verstehen. Die mit Musik erzeugbaren Gef\u00fchle beschr\u00e4nken sich also auf die vier verbleibenden Basisemotionen Freude, Trauer, Wut, Angst und ihre Mischungen.<\/p>\n<p>Dies ist ein bedeutender Befund. Die genannten Emotionen sind hoch ansteckend und erzeugen mit Hilfe ihres Ausdrucks N\u00e4he und Distanz, Bindung und Trennung, sowie die Bewusstwerdung des eigenst\u00e4ndigen Selbst in einer Beziehung mit einem Gegen\u00fcber. Vor allem beeinflussen bzw. manipulieren sie das Verhalten des Gegen\u00fcbers. F\u00fcr den S\u00e4ugling ersetzen diese Gef\u00fchls\u00e4u\u00dferungen gewisserma\u00dfen die Nabelschnur. Als emotionale Botschaft (nicht Sprache) hei\u00dft Freude (freundlich, fr\u00f6hlich) so viel wie \u00bbIch will nahe sein\u00ab; auch Trauer sucht die N\u00e4he des verlorengegangenen Objekts. Das extreme Ziel w\u00e4re die Verschmelzung\u00a0\u2014 also die Selbstaufl\u00f6sung. Wut und Angst bedeuten Trennung vom Gegen\u00fcber. Freude und Trauer tendieren dagegen zur Verschmelzung und zur Selbstaufl\u00f6sung. Eine solche Betrachtung von Suizid ist m\u00f6glicherweise wichtig.<\/p>\n<p>Gut untersucht sind die Affekte anhand der Mimik. Aber es gibt ebenso einen akustischen Ausdruck: Das Jauchzen, die Trauerklage, das Wutgeschrei und das Angstgewimmer haben Aufforderungscharakter an das Gegen\u00fcber und das eigene Verhalten. F\u00fcr uns ist dieser Befund besonders wichtig, denn wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass aus diesen \u00c4u\u00dferungen die Musik entstanden ist. Sie sind das biologische Grundmaterial.<\/p>\n<p>Interessant w\u00e4re, in diesem Zusammenhang dar\u00fcber nachzudenken, wie die Musik Bestandteil der menschlichen Kultur wurde. Meine Lieblingshypothese ist dabei, dass die Menschen, als sie begannen, ihre Toten zu bestatten, laut Klage erhoben. In manchen Kulturen gibt es heute noch \u00bbKlageweiber\u00ab, in anderen haben sich aus der Totenklage die Klageges\u00e4nge entwickelt: ein Abschied mit dem Gef\u00fchl der Verbundenheit. Andere bevorzugen die Hypothese, dass Schlaflieder die erste Musik waren. Es ist jedenfalls vorstellbar, dass die erste Musik etwas zu tun hatte mit Verschmelzung, mit dem Zusammensein mit einem Gegen\u00fcber, mit dem Wiedererlangen eines Gegen\u00fcbers. Dies ist selbstverst\u00e4ndlich Spekulation. Aber wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass sich die Musik aus den akustischen \u00c4u\u00dferungen dieser Gef\u00fchle entwickelt hat. Und der Ausdruck von Gef\u00fchlen erzeugt auch Gef\u00fchle.<\/p>\n<p>Mit Musik tauchen wir immer wieder in Prozesse von Bindung und Trennung ein und damit in die gro\u00dfen Themen \u00bbLiebe und Tod\u00ab:\u00a0der Wunsch nach N\u00e4he bis zur Verschmelzung mit dem Ziel der Liebeseinheit und Selbstaufl\u00f6sung und der Tod als die endg\u00fcltige Trennung und auch der Wunsch, diese r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. Dabei ist bemerkenswert, dass die vier f\u00fcr das musikalische Erleben bestimmenden Basisemotionen\u00a0\u2014 Freude, Trauer, Wut und Angst\u00a0\u2014 die Gef\u00fchle der kindlichen Entwicklungsphase sind, die Margaret Mahler die \u00bbsymbiotische\u00ab nannte (Mahler et\u00a0al. 1980). Symbiotisch kann aber das Nebeneinander von Abgrenzung und Verschmelzung bedeuten, wie wir z.\u00a0B. bei Jugendlichen einen einheitlichen Musikgeschmack in einer Gruppe beobachten k\u00f6nnen, mit dem die Gruppe sich gleichzeitig von anderen abgrenzt.<\/p>\n<h4 id=\"4\">Diskussion<\/h4>\n<p>Wie helfen uns diese \u00dcberlegungen beim Versuch, die Rolle der Musik beim Suizidversuch zu verstehen? Zun\u00e4chst ist festzuhalten, dass in fast allen vorgestellten F\u00e4llen Trennung und Verlust (bzw. die Angst davor) Anlass f\u00fcr den Suizidversuch waren\u00a0\u2014 mit Trauer und Wiedervereinigungswunsch. Die Musik, die eine Rolle bei der Ausf\u00fchrung des Suizidversuchs spielte, war in allen F\u00e4llen Musik, wie sie millionenfach geh\u00f6rt wird, ohne dass es \u00fcblicherweise zum Suizid(versuch) kommt. Sie wurde teilweise gezielt und teilweise eher zuf\u00e4llig gew\u00e4hlt. Es handelt sich um Musik mit einem starken Gef\u00fchlsanteil von Trauer, Sehnsucht und Melancholie, in einigen F\u00e4llen stark \u00fcberlagert von dem, was Romain Rolland in einem Brief an Sigmund Freud (1927) das \u00bbozeanische Gef\u00fchl\u00ab genannt hat (z.\u00a0B. bei Reinhard Meys Lied \u00bb\u00dcber den Wolken\u00ab) \u2014 wohl eine Intensivierung der mit N\u00e4he und Verschmelzung korrelierenden Affekte.<\/p>\n<p>Im ersten Fallbeispiel inszeniert der Patient seinen Suizid wie gro\u00dfes Theater. Sein Todeswunsch ist eindeutig. Die Musik (Chopin und Beethoven) ist nicht Ausl\u00f6ser, sondern geh\u00f6rt zum Ritual und erleichtert ihm den Suizid, wie ein Schlaflied das Einschlafen erleichtert. Im zweiten Fallbeispiel ist der Todeswunsch auch prim\u00e4r im Sinne einer Wiedervereinigung mit dem Geliebten, an deren Ende eine Selbstaufl\u00f6sung stehen w\u00fcrde. Diese Sehnsucht wird mit Hilfe von Musik so gesteigert, dass schlie\u00dflich die \u203aSicherheitsmechanismen\u2039 versagen und der Patient die Tabletten nimmt. Beim dritten Fallbeispiel wird der Suizidgedanke tats\u00e4chlich erst nach dem H\u00f6ren der Musik bewusst. Aber ich gehe davon aus, dass er vorher schon vorhanden war und die Musik den unbewusst gefassten Todeswunsch nur zu Tage gef\u00f6rdert, bewusst gemacht hat. Auff\u00e4llig ist der starke Gef\u00fchlsanteil \u00bbozeanisches Gef\u00fchl\u00ab, Verschmelzung in der Musik, und der Ort, der gew\u00e4hlt wird, um die Tabletten einzunehmen\u00a0\u2014 die Rieselfelder.<\/p>\n<p>Das vierte\u00a0\u2014 meiner Meinung nach interessanteste\u00a0\u2014 Fallbeispiel weicht etwas ab. Der Patient macht sich Vorw\u00fcrfe, jemanden umgebracht zu haben, nachdem er offensichtlich einen Flashback erlebt hat, eine Wiedererinnerung an das pathogene Erlebnis w\u00e4hrend der Haftzeit vier Jahre zuvor. Die Musik beruhigt ihn zun\u00e4chst. Dann passiert etwas Auff\u00e4lliges. Er sieht das Blut an seinen H\u00e4nden und sein Zustand ver\u00e4ndert sich pl\u00f6tzlich. Im Nachhinein muss man einen durch eine Teilerinnerung als Trigger ausgel\u00f6sten dissoziativen Zustand diagnostizieren. Schock nennt man das umgangssprachlich. In diesem Moment \u00e4ndert sich die Wahrnehmung der <em>Carmina Burana<\/em>, von denen der Patient im Anamnesegespr\u00e4ch sagte, sie seien Musik, die ihm an sich sonst ein inneres Gleichgewicht vermittele, Harmonie und Stimmungsaufhellung und das Gef\u00fchl der Sicherheit. Sie wirken jetzt bedr\u00e4ngend.<\/p>\n<p>Ich habe den Patienten sein Erleben der Musik aus der Erinnerung in einem mit Hans-Peter Reinecke entwickelten Polarit\u00e4tenprofil<a href=\"#fn7\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref7\" role=\"doc-noteref\"><sup>7<\/sup><\/a> (siehe Abb.\u00a01) beurteilen lassen\u00a0\u2014 vor und nach dem Schock (siehe Abb.\u00a02 und 3). Was vom Patienten H.&#160;G. (4.\u00a0Fallbeispiel) normalerweise \u00bbbehaglich, eher<a href=\"#fn8\" class=\"footnote-ref\" id=\"fnref8\" role=\"doc-noteref\"><sup>8<\/sup><\/a> glatt, sehr gef\u00fchlvoll, voll und eher friedlich\u00ab eingeordnet wurde, wird im dissoziativen Zustand \u00bbdr\u00e4ngend, rau, eher k\u00fchl, sehr leer und aggressiv\u00ab\u00a0\u2014 also eher feindlich als beruhigend. Der Zustand, auch im Zusammenhang mit der Musik, wird so unertr\u00e4glich, dass schlie\u00dflich in suizidaler Absicht die Tabletten genommen werden.<\/p>\n<p>Eine wichtige Erkenntnis aus dieser Beobachtung scheint zu sein, dass der Zustand des Empf\u00e4ngers, des H\u00f6rers dar\u00fcber mitentscheidet, welche Anteile des Gef\u00fchlsgemischs der Musik das Erleben bestimmen. Musik, die normalerweise der Entspannung dient, wird anders erlebt\u00a0\u2014 hier im Zustand der Dissoziation n\u00e4mlich \u00fcberw\u00e4ltigend. Wir k\u00f6nnen das vielleicht am besten verstehen, wenn wir bedenken, was normalerweise beim dissoziativen Zustand hilft, n\u00e4mlich die Aufmerksamkeitsfokussierung. Ein Musikst\u00fcck wirkt in dieser Situation \u00fcberfordernd. In der Praxis habe ich Patient:innen, wenn sie in einen dissoziativen Zustand gerieten, z.\u00a0B. aufgefordert, alle Gegenst\u00e4nde im Raum aufzuz\u00e4hlen, die gr\u00fcn sind oder \u00e4hnliches. Musikalisch entspricht der Aufmerksamkeitsfixierung vielleicht das \u00bbOm\u00ab der tibetanischen M\u00f6nche. \u00c4hnliches kennen wir vom Musikerleben in der Depression. Musik ist offenbar kein Medikament mit konstanter Wirkung.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/06abb01-1.png\" alt=\"Dokumentationsvorlage mit 17 verschiedenen, das Erleben abstufend beschreibenden Adjektivreihen (z. B. von sehr flie\u00dfend bis sehr stockend).\"><br \/>\n<span class=\"caption-text\"><b>Abbildung 1:<\/b> Polarit\u00e4tenprofil zur Beurteilung des subjektiven Musikerlebens, Vorlage. 1975. Quelle: Privatbesitz Harm Willms.<\/span><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/06abb02-1.png\" alt=\"Ausgef\u00fcllte Dokumentationsvorlage mit 17 verschiedenen, das Erleben abstufend beschreibenden Adjektivreihen (z. B. von sehr flie\u00dfend bis sehr stockend).\"><br \/>\n<span class=\"caption-text\"><b>Abbildung 2:<\/b> Polarit\u00e4tenprofil zur Beurteilung des subjektiven Musikerlebens, 4. Fallbeispiel, <em>Carmina Burana<\/em>, Musikerleben im Alltag (\u00bbSo wie Musik immer wirkte\u00ab). 1975. Quelle: Privatbesitz Harm Willms.<\/span><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/06abb03.png\" alt=\"Ausgef\u00fcllte Dokumentationsvorlage mit 17 verschiedenen, das Erleben abstufend beschreibenden Adjektivreihen (z. B. von sehr flie\u00dfend bis sehr stockend).\"><br \/>\n<span class=\"caption-text\"><b>Abbildung 3:<\/b> Polarit\u00e4tenprofil zur Beurteilung des subjektiven Musikerlebens, 4. Fallbeispiel, <em>Carmina Burana<\/em>, Musikerleben vor der suizidalen Handlung (\u00bbWie Musik kurz vor Suicid wirkte\u00ab). 1975. Quelle: Privatbesitz Harm Willms.<\/span><\/p>\n<p>Im f\u00fcnften, etwas unklar gebliebenen Fallbeispiel des vollendeten Suizids mag die Musik Erinnerungen an \u00bbbessere Zeiten\u00ab geweckt und so den Konflikt verst\u00e4rkt haben, aber Sicheres k\u00f6nnen wir dazu nicht sagen. In einer zusammenfassenden \u00dcbersicht der ersten drei Beispiele kann man festhalten, dass typischerweise der Suizidimpuls am Anfang steht. Die Musik, die ihn im Sinne einer Verschmelzung mit dem verlorenen Objekt unterst\u00fctzt, wird teils gezielt, teils angepasst an die jeweilige Stimmung ausgesucht. Es ist die Musik, die die Menschen gewohnt sind zu h\u00f6ren, um zu genie\u00dfen oder zu entspannen\u00a0\u2014 von romantischer Konzertmusik bis zur Schnulze\u00a0\u2014, je nach musikalischer Sozialisation.<\/p>\n<p>Eine alles erkl\u00e4rende Theorie ist dies nicht, aber auf eines verweisen doch alle Beispiele: Wie entscheidend f\u00fcr die Wahrnehmung der Musik der Zustand und die Bereitschaft der Empf\u00e4nger:innen sind, und, nicht zuletzt, dass man nicht von einer konstanten Wirkung der Musik, auch nicht beim Suizid, ausgehen sollte.<\/p>\n<h4>Endnoten<\/h4>\n<hr>\n<ol>\n<li id=\"fn1\">\n<p>Harm Willms ist am 7. Februar 2023 verstorben. Der vorliegende Beitrag wurde anhand seines den Herausgeber:innen von ihm zur Verf\u00fcgung gestellten Manuskripts und des aufgezeichneten Vortrags fertiggestellt. Die Fu\u00dfnoten wurden im Zuge der Redaktion eingef\u00fcgt. Die Herausgeber:innen danken Frau Prof. Dr. Weertje Willms herzlich f\u00fcr ihre Unterst\u00fctzung bei der Einrichtung des Beitrags.<a href=\"#fnref1\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn2\">\n<p>Der Begriff wurde 1974 von dem US-amerikanischen Soziologen David\u00a0P. Phillips eingef\u00fchrt. Zum \u00bbWerther-Effekt\u00ab siehe auch die Beitr\u00e4ge von Thomas Macho, Benedikt Till und Thomas Niederkrotenthaler, Paul Plener sowie Markus Storf et\u00a0al. im vorliegenden Band.<a href=\"#fnref2\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn3\">\n<p>Zu \u00bbSzomor\u00fa vas\u00e1rnap\u00ab und zur Legendenbildung um dieses Lied siehe den Beitrag von Julia Heimerdinger im vorliegenden Band.<a href=\"#fnref3\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn4\">\n<p>Auf das Lied und dessen besondere Geschichte war Harm Willms laut eigenem Bericht von seiner Kollegin Karin Reissenberger, heute Schumacher, aufmerksam gemacht worden.<a href=\"#fnref4\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn5\">\n<p>Es handelt sich um die 1961 er\u00f6ffnete \u2013 heute in dieser Form nicht mehr existierende\u00a0\u2013 Landesnervenklinik in Berlin-Spandau.<a href=\"#fnref5\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn6\">\n<p>Rieselfelder waren am Stadtrand liegende Landfl\u00e4chen zur Abwasserreinigung.<a href=\"#fnref6\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn7\">\n<p>Ein Polarit\u00e4tenprofil (auch: \u00bbPolarit\u00e4tsprofil\u00ab oder \u00bbsemantisches Differential\u00ab) \u00bbbesteht aus mehreren, in der Regel adjektivischen Gegensatzpaaren, die durch eine mehrstufige Skala miteinander verbunden sind. Die Versuchsperson entscheidet f\u00fcr jedes Begriffspaar, inwieweit ihr Eindruck von einem Stimulus auf der Skala wiedergegeben werden kann. Die Auswertung erfolgt mittels korrelationsstatistischer und faktorenanalytischer Verfahrensweisen. Diese von Charles E. Osgood und Mitarbeitern (1957) entwickelte Methode ist in Deutschland durch Peter R. Hofst\u00e4tter (1955) bekannt geworden und von Hans-Peter Reinecke (u.&nbsp;a. 1967 zur Erforschung musikbezogener Stereotypen) in die Musikwissenschaft eingef\u00fchrt worden.\u00ab Helmut R\u00f6sing. (1997) 2016. \u00bbMusikpsychologie\u00ab. In <em>MGG Online<\/em>, hg. von Laurenz L\u00fctteken. New York, Kassel, Stuttgart: B\u00e4renreiter. <a href=\"https:\/\/www.mgg-online.com\/mgg\/stable\/499676\">https:\/\/www.mgg-online.com\/mgg\/stable\/499676<\/a>. Zugriff am 20.\u00a0September 2023.<br \/>\nHarm Willms arbeitete seit 1964 mit dem Musikwissenschaftler Hans-Peter Reinecke (1926\u20132003) zusammen, u.&nbsp;a. gr\u00fcndeten sie 1969 den Musiktherapeutischen Arbeitskreis Berlin und gaben 1973\u20131974 gemeinsam die Zeitschrift <em>Musiktherapie: Zeitschrift f\u00fcr die musiktherapeutische Forschung und Praxis<\/em> heraus (D\u00fclberg 2023, 148\u201352). Auch f\u00fcr die hier vorgestellte Untersuchung kooperierte Willms am Staatlichen Institut f\u00fcr Musikforschung (SIMPK Berlin) mit Reinecke, dessen Direktor dieser seit 1967 war. Siehe auch: Dorothea D\u00fclberg. 2023. \u00bb\u203aDem Zeitgeist entsprach die freie Entfaltung\u2039. Nachruf auf Prof. Dr.\u00a0med. Harm Willms (1937\u20132023).\u00ab <em>Musiktherapeutische Umschau<\/em>\u00a044, Nr.\u00a02: 148\u201354.<a href=\"#fnref7\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<li id=\"fn8\">\n<p>Im Polarit\u00e4tenprofil: \u00bbwenig\u00ab.<a href=\"#fnref8\" class=\"footnote-back\" role=\"doc-backlink\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<h4 id=\"5\">Literaturverzeichnis<\/h4>\n<p><\/p>\n<p class=\"bibliography\">Ekman, Paul. 1992. \u00bbAn Argument for Basic Emotions\u00ab. <em>Cognition\u00a0&amp; Emotion\u00a0<\/em>6, Nr.\u00a03\u20144: 169\u2014200.<\/p>\n<p class=\"bibliography\">Freud, Sigmund. (1930) 1952. \u00bbDas Unbehagen in der Kultur\u00ab. In <em>Gesammelte Werke<\/em>, Bd.\u00a014, 419\u2014506. London: Imago.<\/p>\n<p class=\"bibliography\">Kesting, Hanjo. 2016. \u00bbGoethe: \u203aDie Leiden des jungen Werther\u2039\u00ab. Zugriff am 11.\u00a0August 2023. <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/buch\/Goethe-Die-Leiden-des-jungen-Werther,weltliteratur150.html\">https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/buch\/Goethe-Die-Leiden-des-jungen-Werther,weltliteratur150.html<\/a>.<\/p>\n<p class=\"bibliography\">Mahler, Margaret, Fred Pine und Anni Bergmann. 1980. <em>Die psychische Geburt des Menschen: Symbiose und Individuation<\/em>. Frankfurt am Main: Fischer.<\/p>\n<p class=\"bibliography\">Phillips, David P. \u00bbThe Influence of Suggestion on Suicide: Substantive and Theoretical Implications of the Werther Effect\u00ab. <em>American Sociological Review\u00a0<\/em>39, Nr.\u00a03: 340\u201454.<\/p>\n<p class=\"bibliography\">Picht, Johannes. 2015. \u00bbSprache, Musik und das Unbewusste\u00ab. <em>Psyche<\/em>\u00a069, Nr.\u00a012: 1115\u201438.<\/p>\n<p class=\"bibliography\">R\u00f6sing, Helmut. (1997) 2016. \u00bbMusikpsychologie\u00ab. In <em>MGG Online<\/em>, hg. von Laurenz L\u00fctteken. New York, Kassel, Stuttgart: B\u00e4renreiter. Zugriff am 20.\u00a0September 2023. <a href=\"https:\/\/www.mgg-online.com\/mgg\/stable\/499676\">https:\/\/www.mgg-online.com\/mgg\/stable\/499676<\/a>.<\/p>\n<p class=\"bibliography\">Willms, Harm. 2004. \u00bbIst Musik die Sprache der Gef\u00fchle?\u00ab. <em>Musik\u2011, Tanz- und Kunsttherapie: Zeitschrift f\u00fcr k\u00fcnstlerische Therapien im Bildungs\u2011, Sozial- und Gesundheitswesen<\/em>\u00a015, Nr.\u00a03: 113\u201419.<\/p>\n<p class=\"bibliography\">Zeki, Semir. 2010. <em>Glanz und Elend des Gehirns: Neurobiologie im Spiegel von Kunst, Musik und Literatur<\/em>. M\u00fcnchen: Reinhardt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Harm Willms Einleitung Im Jahre\u00a01774 erschien das Buch Die Leiden des jungen Werthers von Johann Wolfgang von\u00a0Goethe und wurde ein ungeheurer Erfolg.1 Den Inhalt kann ich voraussetzen: Ein junger Mann erlebt eine ungl\u00fcckliche Liebe und erschie\u00dft sich. Nicht nur literarisch schlug das Buch ein. Eine gro\u00dfe Anzahl von jungen Menschen zog sich eine gelbe Weste &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[199],"tags":[231,232,230,225],"class_list":["post-4521","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musik-und-suizidalitaet","tag-basisemotionen","tag-fallbeispiele","tag-musikalisches-erleben","tag-psychiatrie"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.9 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Harm Willms: \u00dcber die Rolle der Musik bei Suizidhandlungen<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Harm Willms: \u00dcber die Rolle der Musik bei Suizidhandlungen\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Harm Willms Einleitung Im Jahre\u00a01774 erschien das Buch Die Leiden des jungen Werthers von Johann Wolfgang von\u00a0Goethe und wurde ein ungeheurer Erfolg.1 Den Inhalt kann ich voraussetzen: Ein junger Mann erlebt eine ungl\u00fcckliche Liebe und erschie\u00dft sich. Nicht nur literarisch schlug das Buch ein. Eine gro\u00dfe Anzahl von jungen Menschen zog sich eine gelbe Weste &hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"mdwPress\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2025-02-21T09:07:15+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-06-13T08:17:00+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Max Bergmann\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Written by\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Max Bergmann\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Est. reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"19 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/\"},\"author\":{\"name\":\"Max Bergmann\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/person\/baeca6376964344151955aa663964c9c\"},\"headline\":\"\u00dcber die Rolle der Musik bei Suizidhandlungen\",\"datePublished\":\"2025-02-21T09:07:15+00:00\",\"dateModified\":\"2025-06-13T08:17:00+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/\"},\"wordCount\":3901,\"publisher\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#organization\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png\",\"keywords\":[\"Basisemotionen\",\"Fallbeispiele\",\"musikalisches Erleben\",\"Psychiatrie\"],\"articleSection\":[\"Heimerdinger, Riedl, Stegemann (Hg.): Musik und Suizidalit\u00e4t\"],\"inLanguage\":\"en-US\"},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/\",\"url\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/\",\"name\":\"Harm Willms: \u00dcber die Rolle der Musik bei Suizidhandlungen\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png\",\"datePublished\":\"2025-02-21T09:07:15+00:00\",\"dateModified\":\"2025-06-13T08:17:00+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-US\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-US\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png\",\"contentUrl\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png\"},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"\u00dcber die Rolle der Musik bei Suizidhandlungen\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#website\",\"url\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/\",\"name\":\"mdwPress\",\"description\":\"The Open Access University Press at the mdw\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-US\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#organization\",\"name\":\"mdwPress\",\"url\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-US\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/logo\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/mdwpress-logo-schwarz.svg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/mdwpress-logo-schwarz.svg\",\"width\":\"1024\",\"height\":\"1024\",\"caption\":\"mdwPress\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/logo\/image\/\"}},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/person\/baeca6376964344151955aa663964c9c\",\"name\":\"Max Bergmann\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-US\",\"@id\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/d8d70bd4c0fdd1c7b1e0cc01d3227105dd4c7480471a25b60baa1861af82e6a2?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/d8d70bd4c0fdd1c7b1e0cc01d3227105dd4c7480471a25b60baa1861af82e6a2?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"Max Bergmann\"},\"url\":\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/author\/bergmann-max\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Harm Willms: \u00dcber die Rolle der Musik bei Suizidhandlungen","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/","og_locale":"en_US","og_type":"article","og_title":"Harm Willms: \u00dcber die Rolle der Musik bei Suizidhandlungen","og_description":"Harm Willms Einleitung Im Jahre\u00a01774 erschien das Buch Die Leiden des jungen Werthers von Johann Wolfgang von\u00a0Goethe und wurde ein ungeheurer Erfolg.1 Den Inhalt kann ich voraussetzen: Ein junger Mann erlebt eine ungl\u00fcckliche Liebe und erschie\u00dft sich. Nicht nur literarisch schlug das Buch ein. Eine gro\u00dfe Anzahl von jungen Menschen zog sich eine gelbe Weste &hellip;","og_url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/","og_site_name":"mdwPress","article_published_time":"2025-02-21T09:07:15+00:00","article_modified_time":"2025-06-13T08:17:00+00:00","og_image":[{"url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png","type":"","width":"","height":""}],"author":"Max Bergmann","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Written by":"Max Bergmann","Est. reading time":"19 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/"},"author":{"name":"Max Bergmann","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/person\/baeca6376964344151955aa663964c9c"},"headline":"\u00dcber die Rolle der Musik bei Suizidhandlungen","datePublished":"2025-02-21T09:07:15+00:00","dateModified":"2025-06-13T08:17:00+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/"},"wordCount":3901,"publisher":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#organization"},"image":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png","keywords":["Basisemotionen","Fallbeispiele","musikalisches Erleben","Psychiatrie"],"articleSection":["Heimerdinger, Riedl, Stegemann (Hg.): Musik und Suizidalit\u00e4t"],"inLanguage":"en-US"},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/","url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/","name":"Harm Willms: \u00dcber die Rolle der Musik bei Suizidhandlungen","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png","datePublished":"2025-02-21T09:07:15+00:00","dateModified":"2025-06-13T08:17:00+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-US","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-US","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/#primaryimage","url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png","contentUrl":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/download-1459070_1280.png"},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/mdwp010-008\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"\u00dcber die Rolle der Musik bei Suizidhandlungen"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#website","url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/","name":"mdwPress","description":"The Open Access University Press at the mdw","publisher":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-US"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#organization","name":"mdwPress","url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-US","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/mdwpress-logo-schwarz.svg","contentUrl":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/mdwpress-logo-schwarz.svg","width":"1024","height":"1024","caption":"mdwPress"},"image":{"@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/logo\/image\/"}},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/person\/baeca6376964344151955aa663964c9c","name":"Max Bergmann","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-US","@id":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/d8d70bd4c0fdd1c7b1e0cc01d3227105dd4c7480471a25b60baa1861af82e6a2?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/d8d70bd4c0fdd1c7b1e0cc01d3227105dd4c7480471a25b60baa1861af82e6a2?s=96&d=mm&r=g","caption":"Max Bergmann"},"url":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/author\/bergmann-max\/"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4521","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4521"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4521\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5033,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4521\/revisions\/5033"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4521"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4521"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/mdwpress\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4521"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}