{"id":9846,"date":"2024-02-26T15:11:26","date_gmt":"2024-02-26T14:11:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=9846"},"modified":"2024-02-28T12:29:31","modified_gmt":"2024-02-28T11:29:31","slug":"musik-migration-zugehoerigkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2024\/02\/26\/musik-migration-zugehoerigkeiten\/","title":{"rendered":"Musik, Migration, Zugeh\u00f6rigkeiten"},"content":{"rendered":"Wie \u00e4u\u00dfert sich Zugeh\u00f6rigkeit musikalisch, vor allem in Kontexten der Migration? Welche (Nicht-)Zugeh\u00f6rigkeiten werden in Musik sicht- und h\u00f6rbar, wenn Menschen migrieren, oder migrieren m\u00fcssen? Inwiefern kann ein intersektional gedachtes Konzept von Zugeh\u00f6rigkeit im Verstehen von Musikpraxis rund um Ph\u00e4nomene und Kategorisierungen entlang von Migration von Nutzen sein?<\/p>\n<p>Um diese Fragen kreiste die Konferenz <a href=\"https:\/\/www.musicandminorities.org\/veranstaltungen\/music-migration-belongings\/\"><i>Music, Migration, Belonging\/s in 21st Century Europe<\/i><\/a>, die im November an der mdw stattfand. Sechzehn Vortragende, davon dreizehn Frauen*<span id='easy-footnote-1-9846' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2024\/02\/26\/musik-migration-zugehoerigkeiten\/#easy-footnote-bottom-1-9846' title='Das Gender-Sternchen bei Frauen* dient als Verweis auf den Konstruktionscharakter von \u201eGeschlecht\u201c. Frauen* deutet auf das Spektrum jenseits des bin\u00e4ren Systems hin sowie auf geschlechtliche Vielfalt.'><sup>1<\/sup><\/a><\/span>, pr\u00e4sentierten in Panels und einem Roundtable ihre aktuellen Forschungen rund um Musik mit Bezug zu verschiedenen Arten von Migration. Etwa sechzig Teilnehmende aus unterschiedlichen Disziplinen nahmen teil und trugen zu einem gelungenen akademischen Austausch zu einem aktuellen und brisanten Themenkomplex bei.<\/p>\n<p>In der Keynote diskutierte die Soziologin Nadia Kiwan (Universit\u00e4t Aberdeen, Gro\u00dfbritannien) anhand des Beispiels Gro\u00dfbritannien den Status quo der \u201eFestung Europa\u201c und die Rolle sowie den Handlungsspielraum von politischen Communitys in diesem Kontext. Kiwan pl\u00e4dierte f\u00fcr einen Forschungszugang \u00fcber transnationale Netzwerke: Gerade f\u00fcr Musiker_innen, die migrieren, ist lokale Verortung oft zweitranging; viel mehr vernetzen sich diese entlang musikalischer Interessen \u00fcber nationale und ethnische Grenzen hinweg. Im Key-Panel zu aktuellen Herausforderungen der Musikforschung rund um Migration im aktuellen Europa pr\u00e4sentierte Evrim Hikmet \u00d6\u011f\u00fct (Mimar Sinan Kunst-Universit\u00e4t Istanbul, T\u00fcrkei) ihre aktuelle Forschung zu syrischen Musiker_innen in der heutigen T\u00fcrkei. Syrische Migrant_innen h\u00e4tten in der T\u00fcrkei nur wenige Rechte. Sie werden als \u201eG\u00e4ste\u201c gesehen, von denen erwartet wird, dass sie fr\u00fcher oder sp\u00e4ter wieder gehen. \u00d6\u011f\u00fct berichtete \u00fcber den aktuellen arabischen Tourismus, in dem syrische Musikgruppen in enorm prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnissen die musikalische Unterhaltung bieten und dabei gleichzeitig als \u201eG\u00e4ste\u201c und als \u201eGastgebende\u201c fungieren. Anschlie\u00dfend nahm Mojca Pi\u0161kor (Musikakademie Zagreb, Kroatien) die Frage von Zugeh\u00f6rigkeit bei Menschen in den Blick, die entlang der so genannten Balkanroute nach Europa fl\u00fcchten. Anhand zweier Beispiele \u2013 der syrischen Rockband Khebez Dawle sowie einem Community-Chor-Projekt \u2013 zeigte Pi\u0161kor, dass Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl \u00fcber Musik zwar m\u00f6glich, aber in diesen existenzbedrohenden Ausnahmesituationen nur tempor\u00e4r und zerbrechlich ist.<\/p>\n<p>Zum Abschluss des Panels berichtete Talia Bachier-Loopuyt (Universit\u00e4t Tours, Frankreich) von ihren Forschungen zu Personen in Migrationskontexten in Frankreich und verdeutlichte eindr\u00fccklich, dass Zugeh\u00f6rigkeit in musikalischen Kontexten immer und \u00fcberall eine Rolle spielt, auch wenn sie nicht immer im Vordergrund steht.<\/p>\n<p>Den Abschluss der Konferenz bildete ein Roundtable zum Thema <i>Musik und Zugeh\u00f6rigkeit: Potenziale, Herausforderungen und erste Ergebnisse<\/i>, moderiert von Conny Gruber (\u00d6AW-Phonogrammarchiv). Der Roundtable startete mit einem Input der Ethnomusikologin Britta Sweers (Universit\u00e4t Bern, Schweiz) zur albanischen Diaspora in der Schweiz sowie generell zum Begriff Diaspora, gefolgt von einer Pr\u00e4sentation von Ethnomusikologin Ulrike Pr\u00e4ger (Universit\u00e4t Louisville, USA) zur Relevanz von \u201e\u00dcbersetzung\u201c als theoretischer Perspektive anhand eines Opernprojekt in M\u00fcnchen, das gefl\u00fcchtete und l\u00e4nger ans\u00e4ssige Menschen zusammenbrachte. Es folgte eine intensive Diskussion zur Vielschichtigkeit des Konzepts und des Begriffs der Migration, sowie dessen Stigmatisierungs-Potenzial, ebenso wie die damit einhergehende Relevanz von Zugeh\u00f6rigkeit(en).<\/p>\n<p>Abgerundet wurde das wissenschaftliche Programm mit einem Konzert in der Sargfabrik vom Ensemble Basma and Friends: Die syrisch-\u00f6sterreichische S\u00e4ngerin und mdw-Studentin Basma Jabr pr\u00e4sentierte ihr neues Album <i>Furat<\/i>. Die Konferenz fand im Rahmen des Projekts <i>Women Musicians from Syria: Performance, Networks, Belonging\/s after Migration<\/i> (\u00d6sterreichischer Wissenschaftsfonds FWF, V706-G29), eine Kooperation des Music and Minorities Research Centers mit dem Institut f\u00fcr Volksmusikforschung und Ethnomusikologie, statt.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie \u00e4u\u00dfert sich Zugeh\u00f6rigkeit musikalisch, vor allem in Kontexten der Migration? Welche (Nicht-)Zugeh\u00f6rigkeiten werden in Musik sicht- und h\u00f6rbar, wenn Menschen migrieren, oder migrieren m\u00fcssen? Inwiefern kann ein intersektional gedachtes Konzept von Zugeh\u00f6rigkeit im Verstehen von Musikpraxis rund um Ph\u00e4nomene und Kategorisierungen entlang von Migration von Nutzen sein? Um diese Fragen kreiste die Konferenz Music, Migration, Belonging\/s in \ufeff21st Century Europe, die im November an der mdw stattfand.<\/p>\n","protected":false},"author":349,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[1453,1460],"class_list":["post-9846","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-research","tag-2024-1","tag-musicmigrationbelongings"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9846","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/349"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9846"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9846\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10014,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9846\/revisions\/10014"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9846"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9846"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9846"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}