{"id":9820,"date":"2024-02-26T13:50:29","date_gmt":"2024-02-26T12:50:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=9820"},"modified":"2024-02-28T12:23:57","modified_gmt":"2024-02-28T11:23:57","slug":"wie-macht-man-es-immer-wieder-aufs-neue-gut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2024\/02\/26\/wie-macht-man-es-immer-wieder-aufs-neue-gut\/","title":{"rendered":"\u201eWie macht man es immer wieder aufs Neue gut?\u201c"},"content":{"rendered":"<h1>Sarantos Georgios Zervoulakos kehrt als Gastprofessor f\u00fcr Schauspielregie an das Max Reinhardt Seminar zur\u00fcck<\/h1>\n<p>Im laufenden Studienjahr 2023\/24 ist der Regisseur Sarantos Georgios Zervoulakos Gastprofessor f\u00fcr Regie am Max Reinhardt Seminar und kehrt damit, nicht zum ersten Mal, an die St\u00e4tte seiner eigenen Studienzeit zur\u00fcck. Damals wie heute ist es vor allem der von Max Reinhardt gepr\u00e4gte Ensemblegedanke, den er am Seminar besonders sch\u00e4tzt, das Konzept, dass die beiden Zweige Schauspiel und Schauspielregie hier in engem Kontakt \u201eaufwachsen\u201c und sich gegenseitig inspirieren. \u201eInnerhalb eines Jahrgangs baut man besondere Beziehungen auf, die im besten Fall ein Leben lang halten\u201c, schw\u00e4rmt Zervoulakos. \u201eManche einstige Seminarist_innen haben sich auch nach Jahrzehnten nicht aus den Augen verloren.\u201c<\/p>\n<p>Am Seminar lerne man nicht nur spannende Pers\u00f6nlichkeiten kennen, deren Theaterkarrieren sich sp\u00e4ter in unterschiedliche Richtungen entwickeln, sondern man lerne mit ihnen gemeinsam professionelle Tools, Kriterien und Codes \u2013 eine Sprache, mit der man sich \u00fcber k\u00fcnstlerische Ziele und Inhalte verst\u00e4ndigen kann. \u201eEs ist sicher eine St\u00e4rke des Max Reinhardt Seminars, dass man diese Sprache hier gemeinsam erlernt, denn die Arbeit am Theater ist zum allergr\u00f6\u00dften Teil Kommunikation. Es ist essenziell, nach au\u00dfen zu kommunizieren, was man erz\u00e4hlen m\u00f6chte. Auch wenn man sp\u00e4ter in jedem Projekt, in jedem Produktionsprozess aufs Neue eigene Codes entwickeln wird, ist es von gro\u00dfem Vorteil, diese grunds\u00e4tzliche Kommunikation f\u00fcr den ,Ernstfall\u2018 am Seminar trainiert zu haben.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_9954\" aria-describedby=\"caption-attachment-9954\" style=\"width: 683px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9954 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/U6A1435-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-9954\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Konstantinos Giannakis<\/figcaption><\/figure>\n<p>Sarantos Georgios Zervoulakos, 1980 in Griechenland als Sohn eines griechischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren, wuchs in Deutschland auf und studierte Medizin, ehe er sich 2006 f\u00fcr das Theater entschied und sein Studium der Schauspielregie am Max Reinhardt Seminar aufnahm. Wien wurde dadurch f\u00fcr ihn ein wichtiger k\u00fcnstlerischer N\u00e4hrboden: \u201eIch bin zweisprachig aufgewachsen und habe dadurch fr\u00fch gelernt, Codes unterschiedlich zu lesen. Wien hat sich f\u00fcr mich als eine wunderbare Zwischenposition erwiesen inmitten der beiden Kulturen, aus denen ich komme. Ich war auf einmal in einer dritten, die mir viel Draufsicht auf die beiden anderen, die deutsche und griechische Kultur, er\u00f6ffnet hat. Wien ist meine k\u00fcnstlerische Heimat, das f\u00fchle ich, auch wenn ich woanders gearbeitet habe und arbeite.\u201c<\/p>\n<p>H\u00e4ufig begleiteten ihn S\u00e4tze und Gedanken aus seiner Studienzeit \u2013 etwa an die Schauspielh\u00e4user in D\u00fcsseldorf, Graz, Leipzig, ans Residenztheater M\u00fcnchen, das Burgtheater, das Theater in der Josefstadt und andere H\u00e4user, an denen er seit 2010 inszeniert hat. Ab 2016 arbeitete Zervoulakos vermehrt auch in Griechenland, wo er an den Nationaltheatern Athen und Thessaloniki inszenierte und Projekte am Onassis Cultural Center Athen, am Achilleion Museum auf der Insel Korfu, f\u00fcr die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Athen und zuletzt im Sommer 2023 f\u00fcr das Festival von Athen und Epidauros im antiken Amphitheater umsetzte. Nach Epidauros lud er, unterst\u00fctzt vom Festival, Regiestudierende des Max Reinhardt Seminars zum Praktikum ein. \u201eEs ist besonders spannend, dort, quasi an der Wiege des Theaters, zu arbeiten und die Studierenden im Austausch \u00fcber eine konkrete Produktion kennenzulernen. In der Kulisse des Amphitheaters haben wir viel \u00fcber ein Grundthema von Max Reinhardt gesprochen: den Umgang mit Orten und deren spezifischer Energie.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_9955\" aria-describedby=\"caption-attachment-9955\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9955 size-full\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/PHOTO-2024-01-15-23-40-11.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/PHOTO-2024-01-15-23-40-11.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/PHOTO-2024-01-15-23-40-11-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/PHOTO-2024-01-15-23-40-11-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/PHOTO-2024-01-15-23-40-11-850x638.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-9955\" class=\"wp-caption-text\">Sarantos-Georgios Zervoulakos gemeinsam mit Studierenden, Epidauros \u00a9 Holle M\u00fcnster<\/figcaption><\/figure>\n<p>Als Lehrender versteht sich Zervoulakos als Wegbegleiter, der die Studierenden in der Erforschung der eigenen Pers\u00f6nlichkeit und k\u00fcnstlerischen Leidenschaften unterst\u00fctzt. \u201eIch m\u00f6chte ihnen keine \u00c4sthetik vorgeben, denn es gibt keine allgemeing\u00fcltige Wahrheit, nur Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Zug\u00e4nge, Inhalte, Weichenstellungen und Inspiration, wie man den Regieberuf angehen kann. Ich finde es selbst sehr spannend, wenn ich in dieser T\u00e4tigkeit am Seminar nun Personen begegne, die eine Art des Denkens und des Arbeitens mitbringen, die ich mir bis dahin gar nicht vorstellen konnte.\u201c An die in Epidauros gef\u00fchrten Gespr\u00e4che \u00fcber Max Reinhardt kann nun in der Regiepraxis am Seminar angekn\u00fcpft werden. Der Ort des Max Reinhardt Seminars, das \u201ealtehrw\u00fcrdige Barockpalais\u201c in Penzing, birgt f\u00fcr Zervoulakos gr\u00f6\u00dftes Potenzial: \u201eHier wurden viele wesentliche Begriffe und Inhalte formuliert, die so etwas wie das R\u00fcckgrat, das Handwerk eines Theaterschaffenden bilden. Max Reinhardt selbst hat den Gedanken des Seminars sp\u00e4ter in der Vertreibung in den USA als \u201eWorkshop\u201c weiterentwickelt, und wir k\u00f6nnen heute neu entdecken, was sich seit der Gr\u00fcndung hier am Haus entwickelt hat, wie sich Fragestellungen Max Reinhardts weiterentwickelt haben. Das ist f\u00fcr mich das Besondere an diesem Ort: Dass jede Generation diese Fragen immer wieder neu f\u00fcr sich erarbeiten und beantworten kann und daf\u00fcr einen wunderbaren Raum gestellt bekommt. In diesem Sinn ist Theater wie Kochen: Es muss immer wieder passieren. Die Notwendigkeit wird immer da sein, weil wir essen m\u00f6chten und m\u00fcssen. Die Frage, die auch f\u00fcr das Theater gilt, ist: Wie macht man es immer wieder aufs Neue gut?\u201c","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im laufenden Studienjahr 2023\/24 ist der Regisseur Sarantos Georgios Zervoulakos Gastprofessor f\u00fcr Regie am Max Reinhardt Seminar und kehrt damit, nicht zum ersten Mal, an die St\u00e4tte seiner eigenen Studienzeit zur\u00fcck. Damals wie heute ist es vor allem der von Max Reinhardt gepr\u00e4gte Ensemblegedanke, den er am Seminar besonders sch\u00e4tzt.<\/p>\n","protected":false},"author":165,"featured_media":9957,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[1453,1469,810],"class_list":["post-9820","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-drama","tag-2024-1","tag-sarantosgeorgioszervoulakos","tag-maxreinhardtseminar"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9820","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/165"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9820"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9820\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10013,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9820\/revisions\/10013"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9957"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9820"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9820"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9820"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}