{"id":9761,"date":"2024-02-27T14:38:24","date_gmt":"2024-02-27T13:38:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=9761"},"modified":"2024-02-28T12:15:55","modified_gmt":"2024-02-28T11:15:55","slug":"gertraudcerha","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2024\/02\/27\/gertraudcerha\/","title":{"rendered":"Gertraud Cerha\ufeff: Musikerin, P\u00e4dagogin, Musikvermittlerin"},"content":{"rendered":"\u201eMeine Tante Ilona hat immer gesagt, ich bin das einzige Kind, das gern Klavier \u00fcbt\u201c, sagte Gertraud Cerha einmal lachend in einem Interview. In der Lebendigkeit, mit der sie heute \u00fcber ihren musikp\u00e4dagogischen Einsatz und ihr Engagement im Bereich der Vermittlung zeitgen\u00f6ssischer Musik spricht, scheint dieser kindliche Enthusiasmus immer noch durch. Anl\u00e4sslich ihres 95. Geburtstags durfte das Publikum die au\u00dfergew\u00f6hnliche Pers\u00f6nlichkeit im vergangen Oktober an der mdw bei einem<i> Abend f\u00fcr und mit Gertraud Cerha<\/i> im Gespr\u00e4ch erleben und erhielt anhand von historischem Archivmaterial exklusive Einblicke in ihr Leben und Wirken.<\/p>\n<figure id=\"attachment_9764\" aria-describedby=\"caption-attachment-9764\" style=\"width: 683px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9764 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/post-1_image1-6-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/post-1_image1-6-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/post-1_image1-6-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/post-1_image1-6-768x1151.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/post-1_image1-6-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/post-1_image1-6-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/post-1_image1-6-850x1274.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/post-1_image1-6.jpg 1423w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-9764\" class=\"wp-caption-text\">Gertraud Cerha am Cembalo \u00a9 Ruth Cerha<\/figcaption><\/figure>\n<p>Gertraud Cerha wurde 1928 als Gertraud M\u00f6slinger geboren und wuchs im ober\u00f6sterreichischen Gmunden auf. Ihr erster Kontakt mit der mdw \u2013 Universit\u00e4t f\u00fcr Musik und darstellende Kunst Wien geht auf das Jahr 1946 zur\u00fcck, wo sie ihr Klavierstudium bei Grete Hinterhofer an der damaligen Akademie begann. Parallel dazu studierte sie Musikerziehung und Geschichte. W\u00e4hrend des Studiums lernte sie ihren sp\u00e4teren Mann, Friedrich Cerha (1926\u20132023), kennen, der heute als einer der bedeutendsten \u00f6sterreichischen Komponisten gilt. Damals teilten die beiden vor allem eine Begeisterung f\u00fcr Alte Musik, die sie durch Gertraud Cerhas sp\u00e4teres Cembalo-Studium in der Klasse von Eta Harich-Schneider auch gemeinsam aus\u00fcben konnten. Sie gr\u00fcndeten das Ensemble Camerata frescobaldiana und forschten an italienischen Bibliotheken nach unentdeckter Literatur, die Friedrich Cerha unter Mitarbeit seiner Frau auch kontinuierlich herausgab. Bekannt wurde das Paar allerdings f\u00fcr sein Engagement f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Musik. Im Jahr 1958 gr\u00fcndeten sie zusammen mit Kurt Schwertsik das Ensemble die reihe mit dem Ziel, aktuelle, internationale und eigene Kompositionen in \u00d6sterreich vorzustellen und gleichzeitig die marginalisierte Musik der Wiener Schule wieder bekannt zu machen und aufzuf\u00fchren. Gertraud Cerha war im Ensemble als Musikerin, Organisatorin und als Musikvermittlerin aktiv.<\/p>\n<figure id=\"attachment_9983\" aria-describedby=\"caption-attachment-9983\" style=\"width: 683px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9983 size-full\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/MatrikelblattGC_c_mdw-Archiv.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"883\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/MatrikelblattGC_c_mdw-Archiv.jpg 683w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/MatrikelblattGC_c_mdw-Archiv-232x300.jpg 232w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-9983\" class=\"wp-caption-text\">Matrikelblatt von Gertraud Cerha, \u00a9 mdw-Archiv<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor den Konzerten des erfolgreichen Zyklus <i>Wege in unsere Zeit<\/i>, die vom Ensemble die reihe performt wurden, gestaltete Gertraud Cerha umfangreiche multimediale Einf\u00fchrungsvortr\u00e4ge, die sie sp\u00e4ter auch im Rahmen einer Sendereihe im \u00f6sterreichischen Rundfunk pr\u00e4sentierte. Als wesentliches Merkmal ihrer Vermittlungst\u00e4tigkeit war es ihr in der Darstellung der j\u00fcngeren Musikgeschichte immer ein Anliegen, auf parallele Entwicklungen und Wechselwirkungen zwischen Musik, Malerei und Architektur hinzuweisen. Dieses Konzept pr\u00e4gte auch ihren Unterricht als Professorin an einem Wiener Gymnasium, wo sie 30 Jahre lang wirkte und ma\u00dfgeblich am Aufbau des musikalischen Schwerpunkts beteiligt war. Auch an der mdw unterrichtete sie 26 Jahre lang an der damaligen Abteilung f\u00fcr Tasteninstrumente Generalbass. Als Beobachterin und Vermittlerin der Neue-Musik-Szene \u00fcber viele Jahrzehnte hinweg, wurde sie zur Expertin f\u00fcr musikkulturelle Entwicklungen in \u00d6sterreich nach 1945 und trug als Referentin sowie Autorin zum Diskurs bei. Als Rahmenprogramm des allerersten <i>Wien Modern Festivals<\/i> 1988 konzipierte sie ein innovatives Begleitsymposium. F\u00fcr ihre Verdienste wurde Gertraud Cerha 2009 das \u00f6sterreichische Ehrenkreuz f\u00fcr Wissenschaft und Kunst verliehen. Im Vorlass ihres Mannes, im Archiv der Zeitgenossen an der Universit\u00e4t f\u00fcr Weiterbildung Krems, dokumentieren unz\u00e4hlige Materialien ihr vielf\u00e4ltiges Engagement sowie die lebenslange enge Zusammenarbeit des Ehepaars.<\/p>\n<figure id=\"attachment_9984\" aria-describedby=\"caption-attachment-9984\" style=\"width: 642px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9984 size-full\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Sendungstext_c_Archiv-der-Zeitgenossen.jpg\" alt=\"\" width=\"642\" height=\"902\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Sendungstext_c_Archiv-der-Zeitgenossen.jpg 642w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Sendungstext_c_Archiv-der-Zeitgenossen-214x300.jpg 214w\" sizes=\"auto, (max-width: 642px) 100vw, 642px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-9984\" class=\"wp-caption-text\">Sendungstext, \u00a9 Archiv der Zeitgenossen<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der <i>Abend f\u00fcr und mit Gertraud Cerha <\/i>am 17. Oktober 2023 bot einen Festvortrag von Gundula Wilscher und Melanie Unseld, ein Gespr\u00e4ch mit Gertraud Cerha und Axel Petri-Preis sowie einen musikalischen Beitrag von Studierenden der Gesangsklasse von Martin V\u00e1cha. Die Kooperationsveranstaltung zwischen dem Institut f\u00fcr Musikwissenschaft und Interpretationsforschung und dem Archiv der Zeitgenossen kann in der <a href=\"https:\/\/mdw.vhx.tv\/videos\/ein-abend-fur-und-mit-gertraud-cerha\">mdwMediathek<\/a>\u00a0nachgesehen werden.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich ihres 95. 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