{"id":9732,"date":"2024-02-27T15:32:34","date_gmt":"2024-02-27T14:32:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=9732"},"modified":"2024-02-28T12:08:05","modified_gmt":"2024-02-28T11:08:05","slug":"alma-rose-hat-mit-musik-leben-gerettet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2024\/02\/27\/alma-rose-hat-mit-musik-leben-gerettet\/","title":{"rendered":"\u201eAlma Ros\u00e9 hat mit Musik Leben gerettet\u201c"},"content":{"rendered":"Das Joseph Hellmesberger Institut f\u00fcr Streichinstrumente, Gitarre und Harfe in der Musikp\u00e4dagogik wurde mit Beschluss des Universit\u00e4tsrats im Dezember 2023 in <a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/iar\/\">Alma Ros\u00e9 Institut f\u00fcr Streichinstrumente, Gitarre und Harfe in der Musikp\u00e4dagogik<\/a> umbenannt und ist damit das erste Institut der mdw, das den Namen einer Frau tr\u00e4gt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_9734\" aria-describedby=\"caption-attachment-9734\" style=\"width: 683px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9734 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/post-1_image0-1-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/post-1_image0-1-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/post-1_image0-1-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/post-1_image0-1-768x1151.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/post-1_image0-1-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/post-1_image0-1-850x1274.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/post-1_image0-1.jpg 1249w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-9734\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 \u00d6NB\/Wien Pb 580.555-F.463 (Alma Ros\u00e9)<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eEs war ein langer Prozess, aber wir freuen uns sehr\u201c, betont Institutsleiter Georg Hamann. Vor rund anderthalb Jahren war eine Umbenennung erstmals im Gespr\u00e4ch. Der bisherige Namenspatron wird zwar auch weiterhin gew\u00fcrdigt, er erschien aber vielen nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df, da sich die vielf\u00e4ltigen Instrumentengruppen, die am Institut gelehrt werden, nicht angemessen vertreten sahen. Aber warum wurde dann wieder ein_e Vertreter_in eines Instruments gew\u00e4hlt? Hamann hat daf\u00fcr eine klare Antwort: \u201eEs gab viele Vorschl\u00e4ge. Aber schlussendlich wurde in einer geheimen Wahl eindeutig f\u00fcr Alma Ros\u00e9 gestimmt, weil ihre Leistung \u00fcber der Bedeutung eines Instruments steht. Sie hat etwas p\u00e4dagogisch Wertvolles geleistet und im Endeffekt mit Musik Leben gerettet.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Sie hat etwas p\u00e4dagogisch Wertvolles geleistet und im Endeffekt mit Musik Leben gerettet.<\/p>\n<p>Georg Hamann, Institutsleiter<\/p><\/blockquote>\n<p>Geboren am 3. November 1906 in Wien als Tochter des Violinisten und Leiters des Ros\u00e9-Quartets Arnold Ros\u00e9 und Justine Mahler, einer Schwester Gustav Mahlers, wurde Alma Ros\u00e9 nach ihrer Tante und Taufpatin Alma Mahler-Werfel benannt. Ihre bereits sehr fr\u00fche erfolgreiche Karriere als Musikerin mit zahlreichen nationalen und internationalen Auftritten, sowohl als Solistin als auch in verschiedenen Orchestern, fand mit dem Anschluss \u00d6sterreichs an Nazi-Deutschland ein j\u00e4hes Ende. 1939 gelang ihr zun\u00e4chst die Flucht. Nach Aufenthalten in England und den Niederlanden wurde sie aber schlussendlich Ende 1942 in Frankreich verhaftet und interniert.<span id='easy-footnote-1-9732' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2024\/02\/27\/alma-rose-hat-mit-musik-leben-gerettet\/#easy-footnote-bottom-1-9732' title='Vgl. Heidemarie Urhl, Michaela Raggam-Blesch: Die Wiederentdeckung von Alma Ros\u00e9 in Michaela Raggam-Blesch, Monika Sommer, Heidemarie Uhl, &lt;i&gt;Nur die Geigen sind geblieben&lt;\/i&gt;, S. 34 \u2013 36, Wien 2019'><sup>1<\/sup><\/a><\/span> Im Juli 1943 wurde Alma Ros\u00e9 nach Auschwitz deportiert. Dort leitete sie ab August 1943 das weltbekannte M\u00e4dchenorchester von Auschwitz, welches aus inhaftierten weiblichen KZ-H\u00e4ftlingen bestand, und rettete so zahlreichen Frauen das Leben. Gegr\u00fcndet wurde das reine Frauenorchester bereits im Mai 1943 auf Anweisung der SS-Oberaufseherin Maria Mandl, die sich dadurch Aufstiegschancen erhoffte. Das M\u00e4dchenorchester musste bei verschiedenen Anl\u00e4ssen im Lager M\u00e4rsche oder ganze Konzerte spielen. Jederzeit mussten die Musikerinnen auf Abruf f\u00fcr die SS-F\u00fchrung bereitstehen und auf Wunsch auch Privatkonzerte geben. Alma Ros\u00e9 erarbeitete daher mit den Musikerinnen ein breit aufgestelltes Repertoire mit rund 200 Musikst\u00fccken und verwandelte ein Ensemble aus meist sehr jungen Amateurmusikerinnen in ein funktionierendes Orchester. Aufgrund ihres hartn\u00e4ckigen Auftretens gelang es ihr, bis zu 50 Frauen, vorwiegend j\u00fcdischer Herkunft, in das Orchester zu holen. All jene, die beim Probespiel nicht \u00fcberzeugten, holte sie als Notenkopistinnen oder -schreiberinnen in das Orchester und sicherte auch ihnen das \u00dcberleben.<span id='easy-footnote-2-9732' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2024\/02\/27\/alma-rose-hat-mit-musik-leben-gerettet\/#easy-footnote-bottom-2-9732' title='Vgl. Hrsg.: Michaela Raggam-Blesch, Monika Sommer, Heidemarie Uhl, &lt;i&gt;Nur die Geigen sind geblieben&lt;\/i&gt;, S. 164 \u2013 174, Wien, 2019'><sup>2<\/sup><\/a><\/span> Gestorben ist Alma Ros\u00e9 in der Nacht vom 4. auf den 5. April 1944 im Konzentrationslager Auschwitz. Woran, ist bis heute nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt. Auch nach ihrem Ableben bestand das M\u00e4dchenorchester weiter und die meisten Orchesterfrauen \u00fcberlebten ihre Inhaftierung.<span id='easy-footnote-3-9732' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2024\/02\/27\/alma-rose-hat-mit-musik-leben-gerettet\/#easy-footnote-bottom-3-9732' title='Vgl. Hrsg.: Michaela Raggam-Blesch, Monika Sommer, Heidemarie Uhl, &lt;i&gt;Nur die Geigen sind geblieben&lt;\/i&gt;, S. 182 \u2013 183, Wien, 2019'><sup>3<\/sup><\/a><\/span>\n<p>Das Wirken und Handeln der Ausnahmemusikerin sollen nicht nur mit dem neuen Namen des Instituts geehrt werden, sondern auch Einzug in den Studienalltag finden. \u201eWir wollen im Sinne ihres Vorbildes handeln und etwa vom NS-Regime verfolgte Komponistinnen in den Fokus r\u00fccken. Auch Urauff\u00fchrungen von Werken sind geplant. Der neue Name wird in den Unterricht nachhaltig einflie\u00dfen\u201c, so Institutsleiter Hamann. Anl\u00e4sslich der feierlichen Umbenennung wird am 18. M\u00e4rz im Neuen Konzertsaal am Rennweg ein <i>Fest f\u00fcr Alma <\/i>veranstaltet.<\/p>\n<p><strong>Veranstaltungstipp:<\/strong><br \/>\n<em><a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/veranstaltung\/?v=2981489&amp;g=59406\">Fest f\u00fcr Alma<\/a><\/em><br \/>\n18. M\u00e4rz 2024, 18 Uhr<br \/>\nNeuer Konzertsaal, Rennweg 8, 1030 Wien","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Joseph Hellmesberger Institut f\u00fcr Streichinstrumente, Gitarre und Harfe in der Musikp\u00e4dagogik wurde mit Beschluss des Universit\u00e4tsrats im Dezember 2023 in Alma Ros\u00e9 Institut f\u00fcr Streichinstrumente, Gitarre und Harfe in der Musikp\u00e4dagogik umbenannt und ist damit das erste Institut der mdw, das den Namen einer Frau tr\u00e4gt.<\/p>\n","protected":false},"author":261,"featured_media":9735,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[1453,1481,1482],"class_list":["post-9732","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-report","tag-2024-1","tag-almarose","tag-almaroseinstitut"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9732","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/261"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9732"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9732\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10008,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9732\/revisions\/10008"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9735"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9732"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9732"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9732"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}