{"id":972,"date":"2017-05-02T11:31:41","date_gmt":"2017-05-02T09:31:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=972"},"modified":"2017-05-02T14:28:26","modified_gmt":"2017-05-02T12:28:26","slug":"fuehlen-hoeren-vermitteln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2017\/05\/02\/fuehlen-hoeren-vermitteln\/","title":{"rendered":"F\u00fchlen, h\u00f6ren, vermitteln \u2013 kulturelle Teilhabe durch Klangketten"},"content":{"rendered":"<strong><em>\u201eDas Jubil\u00e4um der mdw bietet einen hervorragenden Anlass, etwas Gro\u00dfes auf die Beine zu stellen!\u201c<\/em> Anl\u00e4sslich von 200 Jahren mdw, soll das oft verborgene, aktuelle und historische Zusammenwirken aller Bildungsebenen, Institutionen und beteiligten Personen, ohne das es keine lebendige Kunst und Kultur g\u00e4be, erkenn- und erlebbar werden. Ausgehend davon initiierten Wolfgang Aichinger, Institutsleiter des Josef Hellmesberger Instituts f\u00fcr Streichinstrumente, Gitarre und Harfe, und Dietmar Flosdorf, Lehrender f\u00fcr Musikvermittlung am selbigen Institut, gemeinsam mit ihrem Team das Projekt <em>Klangketten<\/em>.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_973\" aria-describedby=\"caption-attachment-973\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-973\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/klangketten.png\" alt=\"Klangketten\" width=\"800\" height=\"617\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/klangketten.png 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/klangketten-300x231.png 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/klangketten-768x592.png 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/klangketten-850x655.png 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-973\" class=\"wp-caption-text\">Klangketten \u00a9Florine Gl\u00fcck<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Klanginseln<\/em> \u2013 Hotspots verteilt in der Wiener Innenstadt, die von den Instituten der mdw sowie weiteren eingeladenen Institutionen und Personen aus dem schulischen und kulturellen Bereich, bespielt werden. Die Ideen zur Gestaltung der Klanginseln sind h\u00f6chst unterschiedlich: vom \u00f6ffentlichen Proben einer Cello-Klasse, bei der PassantInnen eingeladen sind, das Geh\u00f6rte zu kommentieren, \u00fcber angebotenes Sprechtraining durch Studierende des Max Reinhardt Seminars f\u00fcr zuf\u00e4llig Vorbeikommende oder eine Walzer-Kapelle vor dem Johann-Strauss-Denkmal im Stadtpark bis hin zum Ausprobieren von unterschiedlichen Musikinstrumenten. \u201eDie Begrenzung kann nur jene der Fantasie sein\u201c, hebt Wolfgang Aichinger hervor. Die Bedeutung des Vermittelns und Rezipierens von Kunst steht im Zentrum. Die klassische, sich gegen\u00fcberstehende Konstellation der Vorf\u00fchrenden und des Publikums wird aufgel\u00f6st. Auch auf den \u00fcblichen \u00f6rtlichen Rahmen eines Konzert- oder Theatersaales, in dem die BesucherInnen die Vortragenden aus dem Zuschauerbereich wahrnehmen und beobachten, wird verzichtet. Vielmehr geht es darum, zu vermitteln, was an der mdw t\u00e4glich gelehrt und ge\u00fcbt wird, und das in der spontanen Gegebenheit des \u00f6ffentlichen Raums, mit Menschen, die zum Teil zuf\u00e4llig am Geschehen teilnehmen. Dadurch ergibt sich auch die M\u00f6glichkeit, jene zu erreichen, die \u00fcblicherweise nicht ins Theater, in die Oper oder in ein Konzert gehen. Die Rollen der VermittlerInnen und der RezipientInnen werden aufgebrochen, da niemand auf nur eine Rolle festgelegt ist: Indem die PassantInnen selbst am \u00f6ffentlichen Unterricht teilnehmen oder das Geh\u00f6rte kommentieren, werden sie selbst zu VermittlerInnen und die VermittlerInnen zu Zuh\u00f6rerInnen.<\/p>\n<p>Da Musikvermittlungsinitiativen heute eine wachsende Aufmerksamkeit erfahren, k\u00f6nnte das Projekt als rein p\u00e4dagogische Initiative missverstanden werden, da es den Auftrag durch die Kunst die Gesellschaft zu erreichen in den Mittelpunkt stellt. Aber das ist nicht alleinige Aufgabe der P\u00e4dagogInnen, sondern vielmehr allgemein die der MusikerInnen und darstellenden K\u00fcnstlerInnen. Das Projekt <em>Klangketten<\/em> m\u00f6chte auch deutlich machen, wie sich Vermittlung und Rezeption von Kunst in ihrer gegenseitigen Abh\u00e4ngigkeit auf Augenh\u00f6he begegnen k\u00f6nnen, betonen die Projektinitiatoren.<\/p>\n<p>Der besondere Reiz ist auch das Hinaustreten in den \u00f6ffentlichen Raum. Die Darbietung an ungew\u00f6hnlichen Orten hilft, von der Frage \u201eWer spielt besser?\u201c wegzukommen. Stattdessen sollten Studierende die Frage \u201eWie kann ich Menschen begegnen und ihnen meine Kunst vermitteln und f\u00fcr sie begeistern?\u201c in den Mittelpunkt stellen, ist Wolfgang\u00a0Aichinger \u00fcberzeugt. In \u00e4hnlichen Projekten haben er und Dietmar Flosdorf die Erfahrung gemacht, dass das Zusammenbringen mit Menschen, die oft nicht die M\u00f6glichkeit zur kulturellen Teilhabe haben oder sich dieser nicht bewusst sind, bei den Studierenden besonders bleibende Eindr\u00fccke hinterl\u00e4sst und die Wertigkeit des Vermittelns und das Bewusstsein f\u00fcr ihre Rolle als K\u00fcnstlerInnen in der Gesellschaft st\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Das Zugehen auf das Publikum und die Einladung zur aktiven Teilnahme schw\u00e4cht die Fokussierung auf das Elit\u00e4re, wobei die Exzellenz nicht in Abrede gestellt werden soll. Die PassantInnen und TeilnehmerInnen k\u00f6nnen sich am Erlebten bereichern und begreifen, was Exzellenz bedeutet. \u201eIm Spitzensport ist jedem klar, dass die Jagd nach Hundertstelsekunden Exzellenz ist, aber was es hei\u00dft, in ein Orchester wie die Wiener Philharmoniker aufgenommen zu werden, ist wenigen bewusst\u201c, sagt Dietmar Flosdorf. Dieses Bewusstsein zu st\u00e4rken ist eines der Anliegen des Projektes. Die <em>Klangketten<\/em> richten sich aber auch an die mdw und ihre Angeh\u00f6rigen. Studierende, Lehrende, AbsolventInnen und MitarbeiterInnen verschiedener Institute sollen sich \u201everketten\u201c, damit ein Gedankenaustausch oder eine Zusammenarbeit angeregt wird, die vorher vielleicht noch nicht bestand.<\/p>\n<p>Der H\u00f6hepunkt des Projektes am Veranstaltungstag ist die Verbindung der einzelnen Klanginseln zur Klangkette \u2013 h\u00f6r- und sichtbar gemacht, indem ein Lied oder ein Klang durch die Kette, die aus den einzelnen TeilnehmerInnen der Klanginseln und der PassantInnen besteht, weitergegeben wird. Klang als verbindenes Element wird somit veranschaulicht und h\u00f6rbar.<\/p>\n<p>Das Projekt <em>Klangketten<\/em> ist eine Einladung und ein Geschenk an die mdw zu ihrem Jubil\u00e4um, wobei der verbindende Charakter auch nachhaltig weiter wirken soll. Was w\u00fcnschen Wolfgang Aichinger und Dietmar Flosdorf der mdw zum Jubil\u00e4um? \u201eDie Aufbruchstimmung und die intensivierte Zusammenarbeit an der mdw sollen anhalten\u201c, meint Wolfgang Aichinger. \u201eWenn die Menschen in 200 Jahren auf die mdw zur\u00fccksehen, sollen sie dies in ebensolcher Bewunderung tun, wie wir heute auf den vision\u00e4ren Beginn blicken, der den Weg zur institutionalsierten Musikausbildung f\u00fcr jeden und auf allen Bildungsebenen bereitet hat\u201c, f\u00fcgt Dietmar Flosdorf hinzu.<\/p>\n<p>Die <em>Klangketten<\/em> verbinden somit die Geschichte mit der Gegenwart und Zukunft und bilden eine Br\u00fccke aus dem Inneren der mdw mit ihren Studierenden, Lehrenden und MitarbeiterInnen nach au\u00dfen zu den PassantInnen und TeilnehmerInnen der Klanginseln.<\/p>\n<ul>\n<li>Finden Sie alle Informationen zum Projekt und wie Sie selbst mitmachen k\u00f6nnen unter <a href=\"http:\/\/www.mdw200.at\/klangketten\" target=\"_blank\">www.mdw200.at\/klangketten<\/a><\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDas Jubil\u00e4um der mdw bietet einen hervorragenden Anlass, etwas Gro\u00dfes auf die Beine zu stellen!\u201c Anl\u00e4sslich von 200 Jahren mdw, soll das oft verborgene, aktuelle und historische Zusammenwirken aller Bildungsebenen, Institutionen und beteiligten Personen, ohne das es keine lebendige Kunst und Kultur g\u00e4be, erkenn- und erlebbar werden. 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