{"id":963,"date":"2017-05-02T11:13:17","date_gmt":"2017-05-02T09:13:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=963"},"modified":"2017-05-02T11:13:17","modified_gmt":"2017-05-02T09:13:17","slug":"das-zepter-der-mdw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2017\/05\/02\/das-zepter-der-mdw\/","title":{"rendered":"Das Zepter der mdw"},"content":{"rendered":"<strong>Ein Gespr\u00e4ch mit Altrektor Gottfried Scholz<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die AbsolventInnen der mdw versprechen im Rahmen ihrer Sponsion und Promotion mit den Worten \u201eIch gelobe!\u201c ihrer Universit\u00e4t auf Dauer verbunden zu bleiben, wobei sie das Zepter der mdw ber\u00fchren. An die Anf\u00e4nge dieser Zeremonie und des Zepters erinnert sich Altrektor Gottfried Scholz im Gespr\u00e4ch mit Vizerektor Christian Meyer.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_964\" aria-describedby=\"caption-attachment-964\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-964\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/zepter_beitragsbild.jpg\" alt=\"Zepter\" width=\"800\" height=\"462\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/zepter_beitragsbild.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/zepter_beitragsbild-300x173.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/zepter_beitragsbild-768x444.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-964\" class=\"wp-caption-text\">Zepter \u00a9Marcell Nimf\u00fchr<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Christian Meyer (CM): Herr Professor Scholz, im Rahmen einer Feier \u00fcbergaben Sie vor einigen Monaten das Bronze-Modell eines tanzenden, singenden und die Laute spielenden K\u00f6nigs David an Rektorin Ulrike Sych. Er f\u00fchrt all jene K\u00fcnste aus, die an unserer Universit\u00e4t gelehrt werden. Das Original dieser Figur schm\u00fcckt heute das Zepter der mdw.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gottfried Scholz (GS):<\/strong> Der Entwurf des K\u00f6nigs David stammt vom ehemaligen Rektor der heutigen Akademie der bildenden K\u00fcnste Wien, Professor Ferdinand Welz (1915\u20132008). Ab 1982 bot die damalige Hochschule f\u00fcr Musik und darstellende Kunst Wien ein Doktoratsstudium an. Eine Voraussetzung daf\u00fcr war, dass wir ernsthafte Promotionsstudien erm\u00f6glichten, was wir zun\u00e4chst auch durch die Einbindung von Ordinarien der Universit\u00e4t Wien etwa aus den F\u00e4chern Psychologie, Germanistik, Romanistik oder Musikwissenschaft als Zweitbegutachter sicherstellten. Die erste Dissertantin arbeitete bei mir zum psychologischen Hintergrund der Oper <em>Wozzeck<\/em> von Alban Berg; anl\u00e4sslich ihrer Promotion im April 1985 kam das Zepter erstmals bei einer Promotion zum Einsatz.<\/p>\n<p><strong>CM: Gab es Widerstand gegen die Einf\u00fchrung des Doktoratsstudiums an der mdw?<\/strong><\/p>\n<p><strong>GS:<\/strong> Lehrende der Universit\u00e4t Wien bef\u00fcrchteten, dass wir das Doktorat billig vergeben w\u00fcrden aufgrund einfacher Rigorosen, ohne schriftliche Arbeit und ohne Zeremonie. Dies war infolge der 68er-Bewegung an einigen deutschen Universit\u00e4ten gemacht worden oder an der Universit\u00e4t Florenz, deren Studentenschaft kurzfristig das Rektorat \u00fcbernommen hatte. Wir konnten die Seriosit\u00e4t unserer Absichten glaubhaft versichern. Als weitere Voraussetzung sahen wir die Notwendigkeit, unsere Promotionen in w\u00fcrdigem Rahmen nach Vorbild der Universit\u00e4t Wien abzuhalten. Daf\u00fcr ben\u00f6tigten wir auch ein Zepter.<\/p>\n<figure id=\"attachment_965\" aria-describedby=\"caption-attachment-965\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-965\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/zepter.jpg\" alt=\"Zepter\" width=\"800\" height=\"462\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/zepter.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/zepter-300x173.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/zepter-768x444.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-965\" class=\"wp-caption-text\">Zepter \u00a9Marcell Nimf\u00fchr<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>CM: Professor Welz hatte das Edelwei\u00df der 1-Schilling-M\u00fcnze und die Frau mit Goldhaube der 10-Schilling-M\u00fcnze entworfen, ebenso eine Gedenkm\u00fcnze anl\u00e4sslich des 100. Geburtstags von Max Reinhardt. Pr\u00e4destinierten ihn sein Ruf als Bildhauer und Graveur sowie diese Referenzen f\u00fcr die gestellte Aufgabe?<\/strong><\/p>\n<p><strong>GS:<\/strong> Die Idee des K\u00f6nigs David stammt von ihm. Seinen Kostenvoranschlag beantragten wir wie \u00fcblich beim Ministerium, doch der zust\u00e4ndige Ministerialrat sah sich nicht in der Lage, f\u00fcr das ungew\u00f6hnliche Anliegen eine Zustimmung zu erteilen. \u2013 \u201eDas geht nach oben!\u201c Nachdem auch der Sektionschef die Verantwortung nicht \u00fcbernehmen wollte, musste ich das Anliegen Wissenschaftsministerin Hertha Firnberg pers\u00f6nlich vorstellen. Sie lie\u00df sich das Konzept des K\u00f6nigs David pr\u00e4sentieren, in einem weiteren Termin besuchten wir Professor Welz gemeinsam in seinem Atelier an der Bildenden. Das Modell \u00fcberzeugte schlie\u00dflich die Ministerin, und wir konnten den Auftrag erteilen. F\u00fcr solche Dinge nahmen sich die MinisterInnen damals Zeit!<\/p>\n<p><strong>CM: Die Schriftb\u00e4nder unterhalb der Skulptur enthalten die S\u00e4tze: UNIVERSITAS RERUM MUSICARUM ET ARTIS DRAMATICAE VINDOBONENSIS sowie MUSICA EST BENE MODULANDI SCIENTIA (Musik ist das Wissen um die rechte Gestaltung). Bemerkenswert ist die Bezeichnung der mdw als \u201eUniversit\u00e4t\u201c, zumal diese noch f\u00fcr mehr als zwei Jahrzehnte eine Hochschule war und erst 1998 zur Universit\u00e4t aufstieg.<\/strong><\/p>\n<p><strong>GS:<\/strong> Ich bat unseren Professor Friedrich Heller um einen Spruch, der kurz sein und die Musik und darstellende Kunst einschlie\u00dfen musste. Nach einigen Tagen fand er dieses lateinische Zitat aus De musica von Augustinus. Auch die Sponsionsformel verlasen wir in der ersten Zeit noch auf Lateinisch, die AbsolventInnen und PromovendInnen antworteten: \u201eSpondeo ac polliceor.\u201c<\/p>\n<p><strong>CM: Woher kam der Entwurf, den Sie nun \u00fcbergeben haben?<\/strong><\/p>\n<p><strong>GS:<\/strong> Den fertigte Welz als Modell zur Veranschaulichung an, und nachdem er seinen Zweck erf\u00fcllt hatte, \u00fcberlie\u00df er ihn mir. Mehr als 30 Jahre schm\u00fcckte er meinen Schreibtisch, aber letztendlich geh\u00f6rt er doch an die Universit\u00e4t in das B\u00fcro der Rektorin, und ich bin gl\u00fccklich, dass Rektorin Ulrike Sych die Skulptur gerne \u00fcbernommen hat.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Gespr\u00e4ch mit Altrektor Gottfried Scholz Die AbsolventInnen der mdw versprechen im Rahmen ihrer Sponsion und Promotion mit den Worten \u201eIch gelobe!\u201c ihrer Universit\u00e4t auf Dauer verbunden zu bleiben, wobei sie das Zepter der mdw ber\u00fchren. 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