{"id":9487,"date":"2023-11-24T08:41:40","date_gmt":"2023-11-24T07:41:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=9487"},"modified":"2023-11-27T15:42:35","modified_gmt":"2023-11-27T14:42:35","slug":"rezension-1928","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2023\/11\/24\/rezension-1928\/","title":{"rendered":"Rezension\ufeff: 1928. Wien und das zeitgen\u00f6ssische \u00f6sterreichische Konzertlied"},"content":{"rendered":"<h5>Judith Kopecky,<i> 1928. Wien und das zeitgen\u00f6ssische \u00f6sterreichische Konzertlied<\/i>, Hollitzer Verlag, Wien, 2023<\/h5>\n<figure id=\"attachment_9513\" aria-describedby=\"caption-attachment-9513\" style=\"width: 217px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.hollitzer.at\/buch\/1928\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9513 size-medium\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1928_Cover-217x300.jpg\" alt=\"\" width=\"217\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1928_Cover-217x300.jpg 217w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1928_Cover-740x1024.jpg 740w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1928_Cover-768x1063.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1928_Cover-1109x1536.jpg 1109w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1928_Cover-1479x2048.jpg 1479w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1928_Cover-850x1177.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1928_Cover.jpg 1540w\" sizes=\"auto, (max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-9513\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Hollitzer Verlag<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit akribischer Genauigkeit hat Judith Kopecky im Rahmen ihres Dissertationsprojekts das Musikleben Wiens im Jahre 1928 untersucht. Der Fokus ihrer Forschung liegt dabei auf dem zeitgen\u00f6ssischen \u00f6sterreichischen Konzertlied \u2013 wobei die Autorin unter diesem Begriff nicht nur Werke f\u00fcr Gesang und Klavier, sondern auch Lieder mit instrumentaler Ensemble- oder Orchesterbegleitung versteht. Kopecky hat sich entschlossen, neben den Kompositionen selbst auch deren \u201eProduktions-, Aneignungs- und Verbreitungsbedingungen\u201c \u2013 also das gesamte musikkulturelle und kulturbetriebliche Umfeld \u2013 forscherisch miteinzubeziehen.<\/p>\n<p>Spannend erscheint, dass die Autorin nicht etwa eine diachrone Gesamtschau des Kunstliedes in der Ersten Republik, sondern eine synchrone, mit enormer Liebe zum Detail ausgestaltete Dokumentation eines einzigen Jahres innerhalb dieses Zeitraums vorlegt. Warum gerade 1928? Wir erfahren, dass hier mehrere Faktoren von der Quellenlage \u00fcber den 100. Todestag Franz Schuberts, der in diesem Jahr gefeiert wurde, bis zur R\u00fcckkehr Ernst Kreneks nach \u00d6sterreich eine Rolle gespielt haben. Politisch markiert das Jahr 1928 freilich genau die \u201eHalbzeit\u201c der Ersten Republik zwischen der Abdankung Kaiser Karls 1918 und dem Anschluss \u00d6sterreichs an das nationalsozialistische Deutschland 1938.<\/p>\n<p>Im Kapitel <i>Klangwelten<\/i> beschreibt die Autorin, in welchen Settings \u2013 wie zum Beispiel Liederabende, Kammermusikabende, Orchesterkonzerte, aber auch Radiosendungen \u2013 es zu den Auff\u00fchrungen kam. Unter <i>Spielr\u00e4ume<\/i> werden die Veranstalter_innen, aber auch die aus\u00fcbenden Musiker_innen benannt. Im Abschnitt <i>Schreibzonen<\/i> wird die einschl\u00e4gige kompositorische T\u00e4tigkeit dieser Zeit vorgestellt \u2013 ohne dabei Komponistinnen wie Lili Hutterstrasser-Scheidl zu vergessen. In den <i>Gedankensph\u00e4ren<\/i> wird die einschl\u00e4gige Musikkritik in Printmedien sowie im Radio thematisiert. Eine im Anhang platzierte detaillierte Auflistung aller 1928 stattgefundenen \u00f6ffentlichen Darbietungen zeitgen\u00f6ssischer \u00f6sterreichischer Konzertlieder rundet das Werk ab.<\/p>\n<p>Der Autorin ist \u2013 trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer Fokussierung auf das zeitgen\u00f6ssische \u00f6sterreichische Lied und der Beschr\u00e4nkung auf ein einziges Jahr \u2013 ein veritabler Beitrag zum Verst\u00e4ndnis des Musiklebens der \u00f6sterreichischen Zwischenkriegszeit insgesamt gelungen.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit akribischer Genauigkeit hat Judith Kopecky im Rahmen ihres Dissertationsprojekts das Musikleben Wiens im Jahre 1928 untersucht. 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