{"id":9474,"date":"2023-11-27T13:30:57","date_gmt":"2023-11-27T12:30:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=9474"},"modified":"2024-02-27T08:57:01","modified_gmt":"2024-02-27T07:57:01","slug":"interview-barbara-albert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2023\/11\/27\/interview-barbara-albert\/","title":{"rendered":"\u201eAls Regisseurin interessiert mich alles, was das Menschsein ausmacht\ufeff\ufeff\ufeff.\u201c"},"content":{"rendered":"In den 1990er-Jahren studierte Barbara Albert Regie und Drehbuch an der Filmakademie Wien. Mit ihrem Abschlussfilm und Langfilmdeb\u00fct <i>Nordrand<\/i> (1999) feierte sie die Weltpremiere bei den Filmfestspielen in Venedig und erlangte internationale Bekanntheit. Seitdem ist sie als Regisseurin, Produzentin und Drehbuchautorin an vielen namhaften Projekten beteiligt. Mit dem laufenden Semester ist Albert als Regie-Professorin an die Filmakademie Wien zur\u00fcckgekehrt. Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber ihren Unterricht, ihre Erwartungen an den Austausch mit den Studierenden und warum jetzt der richtige Zeitpunkt f\u00fcr ihre R\u00fcckkehr ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_9477\" aria-describedby=\"caption-attachment-9477\" style=\"width: 683px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9477 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/post-1_image1-10-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/post-1_image1-10-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/post-1_image1-10-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/post-1_image1-10-768x1151.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/post-1_image1-10-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/post-1_image1-10-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/post-1_image1-10-850x1274.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/post-1_image1-10.jpg 1423w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-9477\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Sammy Hart<\/figcaption><\/figure>\n<p>Was planen Sie f\u00fcr Ihren Unterricht an der Filmakademie Wien?<\/p>\n<p><b>Barbara Albert (BA):<\/b> Um bestm\u00f6glich arbeiten zu k\u00f6nnen, bedarf es eines Wissens um die eigene Person als K\u00fcnstler_in, als Filmemacher_in und \u00fcber die eigenen Arbeitsprozesse und F\u00e4higkeiten. In meinem Unterricht m\u00f6chte ich die Studierenden deshalb darin unterst\u00fctzen, dieses Wissen zu erarbeiten. Zu Beginn des Filmemachens ist die Hauptaufgabe herauszufinden, wo ich bei meiner Vision bleiben, vielleicht sogar f\u00fcr diese k\u00e4mpfen muss, und wo ich etwas von meinen Kolleg_innen annehmen kann und sollte, weil es uns gemeinsam weiterbringt. In meinem Unterricht geht es deshalb um die Balance zwischen individueller Lehre, in der ich Studierende mit ihren Projekten unterst\u00fctzen m\u00f6chte, und der Vermittlung des Verst\u00e4ndnisses f\u00fcr Teamarbeit.<\/p>\n<p>Was mir grunds\u00e4tzlich sehr wichtig ist, ist die interdisziplin\u00e4re Arbeit zwischen den einzelnen Fachbereichen. Denn Film ist Teamarbeit! Man kann nicht fr\u00fch genug \u00fcben, sich wirklich k\u00fcnstlerisch mit den Menschen, mit denen man einen gemeinsamen Film macht, auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>Wird es daher auch eine Zusammenarbeit mit anderen Instituten der mdw geben?<\/p>\n<p><b>BA:<\/b> Ich plane auch Synergien mit anderen Instituten der mdw. Ich m\u00f6chte unbedingt die Zusammenarbeit mit dem Max Reinhardt Seminar suchen. Ich komme von der Filmuniversit\u00e4t Babelsberg Konrad Wolf. Dort gibt es einen eigenen Studiengang \u201eSchauspiel\u201c, der eingebunden ist in die Filmuniversit\u00e4t. Ich bin mir sicher, dass das auch in Wien m\u00f6glich sein kann, wenn das Max Reinhardt Seminar das auch m\u00f6chte. Genauso wichtig ist mir auch die Zusammenarbeit mit den Komponist_innen, Musiker_innen und Tonmeister_innen des Hauses. Das ist ein wahnsinniger Vorteil hier in Wien, denn der Ton und die Musik sind Dinge, die stark mit dem Filmemachen verbunden sind.<\/p>\n<p>Was erwarten Sie sich vom Austausch mit den Studierenden?<\/p>\n<p><b>BA:<\/b> Ich erwarte mir nach einer Zeit des Kennenlernens eine gegenseitige Offenheit, um Vertrauen zu schaffen. Ich glaube etwas preiszugeben geh\u00f6rt zu unserem Beruf dazu, weil wir mit Menschen arbeiten \u2013 aber in unserer Arbeit auch die Menschen suchen. Und sehr oft in die Tiefe gehen oder in emotionale Ausnahmezust\u00e4nde tauchen. Als Regisseurin interessiert mich alles, was das Menschsein ausmacht, und deswegen sollte man auch dar\u00fcber sprechen k\u00f6nnen, was man empfindet. Wenn du selbst etwas preisgibst, bekommst du etwas und erm\u00f6glichst anderen sich zu \u00f6ffnen. Das ist gerade in der Zusammenarbeit mit Schauspieler_innen sehr wichtig.<\/p>\n<p>Warum kehren Sie gerade jetzt als Lehrende an die Filmakademie Wien zur\u00fcck?<\/p>\n<p><b>BA:<\/b> Bevor ich nach Berlin gegangen bin, war mein letzter richtig \u00f6sterreichischer Film <i>Fallen<\/i> (2006). Ein Film mit \u00f6sterreichischen Motiven, mit \u00f6sterreichischen Schauspieler_innen, die ich sehr bewundere und f\u00fcr die ich das Drehbuch geschrieben habe. Der Film ist entstanden, bevor ich nach Deutschland gegangen bin. Famili\u00e4r bin ich sowohl \u00f6sterreichisch als auch deutsch gepr\u00e4gt. Mein neuester Film <i>Die Mittagsfrau<\/i>, der im Oktober in den \u00f6sterreichischen Kinos angelaufen ist, behandelt ein ganz deutsches Thema. Nach den dreizehn Jahren in Deutschland und zehn Jahren Unterricht in Babelsberg habe ich einen Film gemacht, der bezeichnend ist f\u00fcr meine deutschen Jahre. Nachdem die Arbeit an dem Film beendet war, hatte ich das Bed\u00fcrfnis, wieder meinen Wurzeln n\u00e4her zu kommen, nat\u00fcrlich auch erz\u00e4hlerisch. Au\u00dferdem inspiriert mich die Arbeit mit jungen Menschen. Wir leben in einer spannenden Umbruchszeit, in einer Zeit, in der die Demokratie zu sehr hinterfragt wird, teilweise gef\u00e4hrdet ist und an unseren Grenzen, den Grenzen Europas, Gewalt herrscht. Damit m\u00fcssen wir umgehen. Das sind Herausforderungen, die wir in unseren Filmen aufgreifen, manche bewusster und manche unbewusster. Deswegen merk ich, dass mich junge Menschen, die einen frischeren Blick haben und offener sind f\u00fcr andere Erz\u00e4hlformen, interessieren.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den 1990er-Jahren studiert\ufeffe\ufeff\ufeff Barbara Albert Regie und Drehbuch an der Filmakademie Wien. 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