{"id":9355,"date":"2023-11-28T10:19:29","date_gmt":"2023-11-28T09:19:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=9355"},"modified":"2023-11-24T12:03:01","modified_gmt":"2023-11-24T11:03:01","slug":"hochschuldidaktik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2023\/11\/28\/hochschuldidaktik\/","title":{"rendered":"Hochschuldidaktik \u2013 die Kunst (zu) lehren"},"content":{"rendered":"Als Expertin f\u00fcr Hochschuldidaktik ist Caroline Ebel seit Herbst 2022 f\u00fcr die Zusammenarbeit mit den Studienkommissionen im Bereich Lehrentwicklung sowie f\u00fcr die Beratung, Coaching und Fortbildung von Lehrenden verantwortlich und zieht im Gespr\u00e4ch mit dem <em>mdw-Magazin<\/em> eine erste Bilanz.<\/p>\n<figure id=\"attachment_9426\" aria-describedby=\"caption-attachment-9426\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9426 size-medium\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/post-1_image1-3-300x271.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"271\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/post-1_image1-3-300x271.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/post-1_image1-3-1024x925.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/post-1_image1-3-768x694.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/post-1_image1-3-850x768.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/post-1_image1-3.jpg 1384w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-9426\" class=\"wp-caption-text\">Caroline Ebel ist ausgebildete Schulmusikerin, Instrumentalistin und als Supervisorin und Coachin mit der Beratung und Fortbildung von Lehrenden befasst. \u00a9 Inke Gehrling<\/figcaption><\/figure>\n<p>Frau Ebel, Sie sind an der mdw seit einem Jahr mit dem Thema Hochschuldidaktik befasst. Was kann man sich unter diesem Begriff vorstellen?<\/p>\n<p><strong>Caroline Ebel (CE):<\/strong> Hochschuldidaktik besch\u00e4ftigt sich mit der Lehr- und Lernkultur, das hei\u00dft mit der Art und Weise, wie Lehren und Lernen im universit\u00e4ren Kontext gestaltet wird. Mir gef\u00e4llt dieser Begriff der Lehr-Lern-Kultur, weil er zum Ausdruck bringt, welche Werte uns als Bildungsinstitution zu Grunde liegen. Wie ist unsere Haltung, unsere Rolle als Lehrende? Wie komme ich mit Studierenden in Beziehung und wie vermittle ich das, wof\u00fcr ich mit meiner k\u00fcnstlerischen, fachlichen und p\u00e4dagogischen Expertise stehe?<\/p>\n<p>Was ist ihr Ziel als Expertin in diesem Bereich?<\/p>\n<p><strong>CE:<\/strong> Ich m\u00f6chte die Lehrenden unterst\u00fctzen und zur Weiterentwicklung der Lehre beitragen. Daher bin ich dabei, alle Institute zu besuchen und die Lehrenden zu fragen, wovon sie profitieren w\u00fcrden. Ich m\u00f6chte herausfinden, was die Lehre am jeweiligen Institut ausmacht, was die Lehrenden besch\u00e4ftigt, welche Baustellen oder m\u00f6glichen Ansatzpunkte es gibt. Aus diesen Erkenntnissen werde ich nun mein Angebot entwickeln und zu den jeweiligen Themenfeldern passende Formate kreieren.<\/p>\n<p>Kommen einzelne Lehrende mit konkreten Themen auf Sie zu oder bieten Sie eine bestimmte Auswahl an Formaten an, aus denen man ausw\u00e4hlen kann?<\/p>\n<p><strong>CE:<\/strong> Sowohl als auch. Lehrende k\u00f6nnen jederzeit eigeninitiativ mit Fragen und Anliegen auf mich zukommen. Ich habe selbst einen Beratungshintergrund in Supervision und Coaching und stehe den Lehrenden in dieser Funktion zur Verf\u00fcgung. Neben den direkten Anfragen b\u00fcndle ich Themen und erstelle Angebote, die ich direkt mit den Instituten bespreche. Hier hat bereits einiges gestartet, wie etwa eine Supervisionsgruppe f\u00fcr Lehrende im Einzelunterricht, kollegialer Austausch zu zentralen Fragen der Lehre oder Methodentraining f\u00fcr Lehrende im Gruppenunterricht. Weiters wurde ich auch f\u00fcr Hospitationen angefragt, da sich manche Lehrende Feedback zu ihrem Unterricht w\u00fcnschen.<\/p>\n<blockquote><p>Ich spreche mit den Lehrenden, um herauszufinden, was die Anliegen sind, und entwickle dazu die passenden Angebote.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><\/blockquote>\n<p>Neben Ihrer T\u00e4tigkeit im B\u00fcro der Vizerektorin f\u00fcr Lehre sind Sie auch weiterhin am Institut f\u00fcr musikp\u00e4dagogische Forschung, Musikdidaktik und Elementares Musizieren (IMP) angestellt.<\/p>\n<p><strong>CE:<\/strong> Ich habe noch einen Lehrauftrag an meinem ehemaligen Institut, weil mir wichtig war, dass ich selbst unterrichte. Ich m\u00f6chte mich auch weiterhin mit meiner Lehre auseinandersetzen k\u00f6nnen, sonst habe ich das Gef\u00fchl, dass ich als P\u00e4dagogin nicht authentisch bin.<\/p>\n<p>Sie waren selbst als Musiklehrende an verschiedenen Gymnasien t\u00e4tig. Hatten die eigenen Erfahrungen im Unterricht Auswirkungen auf das Interesse an Supervision und Coaching?<\/p>\n<p><strong>CE:<\/strong> Ja schon, ich bin zwar eine begeisterte P\u00e4dagogin, habe aber im schulischen Kontext sehr mit dem Rollenverst\u00e4ndnis gehadert. Durch die Supervision konnte ich einen anderen Blick auf die P\u00e4dagogik gewinnen \u2013 das Arbeiten auf Augenh\u00f6he hat mich dabei besonders angesprochen. Die Schulp\u00e4dagogik hingegen habe ich damals als sehr instruktiv empfunden.<\/p>\n<p>Dieses Wissen haben Sie dann als Universit\u00e4tsassistentin am Institut f\u00fcr musikp\u00e4dagogische Forschung, Musikdidaktik und Elementares Musizieren (IMP) eingesetzt?<\/p>\n<p><strong>CE:<\/strong> Ich habe mich an der mdw mit der Idee beworben Lehrenden-Bildung zu machen, die pers\u00f6nlichkeitsbildende Formate wie Supervision und Coaching mit integriert \u2013 was auch gelungen ist. Dadurch hat sich auch meine Lehre im Lauf der Zeit stark ver\u00e4ndert. Ich habe versucht meine p\u00e4dagogische Idee und das, was ich durch meine Supervisions- und Coaching-Ausbildung gelernt habe, zusammenzubringen. Irgendwann bin ich schlie\u00dflich auf den Bereich der Hochschuldidaktik gesto\u00dfen und habe festgestellt, dass es genau dieser Bereich ist, mit dem ich mich bereits jahrelang besch\u00e4ftigt habe.<\/p>\n<p>Sie unterst\u00fctzen auch weiterhin Lehrende in der Berufseinstiegsphase. Was fasziniert Sie daran?<\/p>\n<p><strong>CE:<\/strong> Mich interessiert der \u00dcbergang vom Lernenden zum Lehrenden und wie sich dieser Prozess vollzieht. Dabei besch\u00e4ftigen mich die Identifikationsprozesse mit der beruflichen Rolle als P\u00e4dagog_in und wie wir hier an der mdw diese Entwicklung begleiten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wie kann man dabei konkret unterst\u00fctzen?<\/p>\n<p><strong>CE:<\/strong> Ich begleite Studierende in der Praxisphase mit konkreter Fall-Supervision, wo jede_r seinen Fall einbringen und thematisieren kann, danach wird das Geschilderte analytisch beleuchtet und gemeinsam mit den Kolleg_innen nach Handlungsalternativen und Gestaltungsspielr\u00e4umen geforscht. Mit verschiedenen Bausteinen bringe ich die Lehrenden in die Auseinandersetzung. Was macht die Rolle aus? Was f\u00fcr Erwartungen gibt es? Worin liegen besondere Herausforderungen? Ich versuche Elemente aus der Beratung mit jenen aus der Bildung und der Erziehungswissenschaft zusammenzubringen und dadurch die Lehrenden in ihrer Selbstreflexion zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Hochschuldidaktik arbeiten Sie auch mit den Studienkommissionen im Bereich Lehrentwicklung zusammen \u2026<\/p>\n<p><strong>CE:<\/strong> Genau, ich arbeite mit Ester Tomasi-Fumics an der Curricula-Entwicklung und unterst\u00fctze und berate die Studienkommissionen in didaktischen Fragen wie etwa zu passenden Lehrveranstaltungsformaten oder Kompetenzformulierungen. Ich arbeite zum Beispiel auch an einer Systematik von Lehrveranstaltungsarten an der mdw, um die Arbeit f\u00fcr die Studienkommissionen zu erleichtern. Dar\u00fcber hinaus besch\u00e4ftigen Ester Tomasi-Fumics und ich uns damit, welche \u2013 auch innovativen \u2013 Lehr-Lern-Formen wir noch nicht abgebildet haben und wie wir unsere Lehre weiterentwickeln und erg\u00e4nzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Welche Projekte sind als n\u00e4chstes geplant und was w\u00fcrden Sie sich f\u00fcr den Bereich Hochschuldidaktik w\u00fcnschen?<\/p>\n<p><strong>CE:<\/strong> Ich m\u00f6chte verschiedene hochschuldidaktische Formate an der mdw fest etablieren und auch mit Barbara Strack-Hanisch, der neuen Vizerektorin f\u00fcr Lehre, in diesem Bereich gemeinsam etwas entwickeln. Generell w\u00fcnsche ich mir den Bereich der Hochschuldidaktik im Haus noch mehr ins Bewusstsein bringen zu k\u00f6nnen und zu einer inspirierenden und fl\u00e4chendeckenden Auseinandersetzung mit dem Lehren und Lernen an der mdw beizutragen.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Expertin f\u00fcr Hochschuldidaktik ist Caroline Ebel seit Herbst 2022 f\u00fcr die Zusammenarbeit mit den Studienkommissionen im Bereich Lehrentwicklung sowie f\u00fcr die Beratung, Coaching und \ufeffdie \ufeff\ufeffFortbildung von Lehrenden \ufeffverantwortlich. 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