{"id":9159,"date":"2023-09-26T12:03:14","date_gmt":"2023-09-26T10:03:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=9159"},"modified":"2023-09-29T10:29:23","modified_gmt":"2023-09-29T08:29:23","slug":"rezension%ef%bb%bf-youtube-and-music-online-culture-and-everyday-life","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2023\/09\/26\/rezension%ef%bb%bf-youtube-and-music-online-culture-and-everyday-life\/","title":{"rendered":"Rezension\ufeff: YouTube and Music. Online Culture and Everyday Life"},"content":{"rendered":"<h5>Holly Rogers, Joana Freitas, Jo\u00e3o Francisco Porf\u00edrio (Hrsg.), <i>YouTube and Music. Online Culture and Everyday Life,<\/i>\u00a0Bloomsbury Academic, 2023<\/h5>\n<figure id=\"attachment_9161\" aria-describedby=\"caption-attachment-9161\" style=\"width: 201px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bloomsburycollections.com\/monograph?docid=b-9781501387302\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9161 size-medium\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/post-1_image0-17-201x300.jpg\" alt=\"\" width=\"201\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/post-1_image0-17-201x300.jpg 201w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/post-1_image0-17.jpg 559w\" sizes=\"auto, (max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-9161\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bloomsbury Academic<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit seiner Gr\u00fcndung im Jahr 2005 hat YouTube neue M\u00f6glichkeiten der Pr\u00e4sentation, Verbreitung und Dokumentation von musikalischer Kreativit\u00e4t er\u00f6ffnet. Die Plattform erm\u00f6glicht einen niederschwelligen Zugang zu den mannigfaltigen Genres des zeitgen\u00f6ssischen Musiklebens und pr\u00e4serviert gleichzeitig vergangenes Musikschaffen. In dem Sammelband <i>YouTube and Music. Online Culture and Everyday Life<\/i>, herausgegeben von Holly Rogers, Joana Freitas und Jo\u00e3o Francisco Porf\u00edrio, zeigen die Autor_innen auf, wie Plattenfirmen, Musiker_innen und Nutzer_innen das Potenzial von YouTube zur F\u00f6rderung von Kunstschaffenden, zur Inszenierung von Auff\u00fchrungen, zum Aufbau von k\u00fcnstlerischen (Cyber-)Identit\u00e4ten, zur Initiierung interaktiver Kompositionen, zur Neuausrichtung von Musikp\u00e4dagogik, zur Verhandlung von Fandom, zum Einfluss auf den Musiktourismus und zur Vertonung unseres Alltagslebens nutzen.<\/p>\n<p>Erfreulicherweise ist die mdw durch einen Beitrag von Juri Giannini, Senior Scientist am Institut f\u00fcr Musikwissenschaft und Interpretationsforschung, in dem Band vertreten. Gianninis Kapitel \u201e,Musical Personae\u2018 2.0: The Representation and Self-Portrayal of Music Performers on YouTube\u201c befindet sich im ersten Teil des Bandes, der den Titel \u201eTransmedia, Performance and Digital Stages\u201c tr\u00e4gt. Dieser Abschnitt versammelt vier Kapitel, die untersuchen, wie Interpret_innen und Komponist_innen YouTube nutzen, um neue musikalische M\u00f6glichkeiten zu erschlie\u00dfen. Juri Giannini pr\u00e4sentiert eine Fallstudie \u00fcber die usbekische Pianistin Lola Astanova, die nicht nur eine hohe Pr\u00e4senz auf sozialen Plattformen aufweist, sondern auch aufgrund ihrer sexualisierten Selbstinszenierung kontrovers diskutiert wird. F\u00fcr diese Untersuchung erweist sich Philip Auslanders theoretische Auseinandersetzung mit Strategien der Pr\u00e4sentation und Repr\u00e4sentation von Musiker_innen, bestehend aus \u201ethe real person (the performer as human being)\u201c, \u201ethe performance persona (the performer as social being)\u201c und \u201ethe character\u201c als wertvoll. Mithilfe von Auslanders theoretischem Werkzeug identifiziert Giannini eine neue Art von \u201emusikalischer Persona\u201c, die von zeitgen\u00f6ssischen \u201edigitalen Musiker_innen\u201c gestaltet wird, und beschreibt Fragmente einer Theorie des \u201emusikalischen Selfies\u201c, durch das Interpret_innen neue Formen von Liveness und Identit\u00e4t erschlie\u00dfen k\u00f6nnen. Dieser neuartige Typus von \u201edigitalen Musiker_innen\u201c, so argumentiert Giannini, hat Auswirkungen auf die Methoden und Herangehensweisen, mit denen Musikwissenschaftler_innen und Historiker_innen die zeitgen\u00f6ssische Auff\u00fchrungspraxis zuk\u00fcnftig erforschen werden.<\/p>\n<p>Ein breit aufgestelltes Autor_innenteam bestehend aus Musikwissenschaftler_innen, Filmwissenschaftler_innen, Philosoph_innen, Medientheoretiker_innen, Kulturgeograf_innen und Psycholog_innen zeigt anhand von Fallstudien, dass YouTube ein zentraler Bestandteil der zeitgen\u00f6ssischen Musikkultur, ein Raum f\u00fcr kollaboratives Musikschaffen sowie ein Ort der Neuordnung und kreativen Zerst\u00f6rung von Genre-Hierarchien und Musikkanons sein kann. Die Brisanz dieser Themen ist auch in der Ver\u00f6ffentlichungsform erkennbar, als Open-Access-Publikation ist <i>YouTube and Music. Online Culture and Everyday Life <\/i>kostenfrei zug\u00e4nglich und nachnutzbar.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dem Sammelband YouTube and Music. 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