{"id":910,"date":"2017-05-02T11:05:10","date_gmt":"2017-05-02T09:05:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=910"},"modified":"2018-02-06T10:34:03","modified_gmt":"2018-02-06T09:34:03","slug":"rezension-feldforschungsschaetze-musik-minderheiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2017\/05\/02\/rezension-feldforschungsschaetze-musik-minderheiten\/","title":{"rendered":"Rezension \u2013 Feldforschungssch\u00e4tze zur Musik von Minderheiten"},"content":{"rendered":"<strong><em>Feldforschungssch\u00e4tze zur Musik von Minderheiten. Ausgew\u00e4hlte Feldaufnahmen von Ursula Hemetek<\/em>, Rudolf Pietsch, Marko K\u00f6lbl, und Hande Sa\u011flam (eds.), (Tondokumente zur Volksmusik in \u00d6sterreich Vol. 8)<\/strong><\/p>\n<p>Die vorliegende CD ist eine Gabe zum 60. Geburtstag der international gesch\u00e4tzten Ethnomusikologin Ursula Hemetek, Leiterin des Instituts f\u00fcr Volksmusikforschung und Ethnomusikologie (IVE) an der mdw und designierte Generalsekret\u00e4rin des International Council for Traditional Music (ICTM), in dessen Rahmen sie jahrelang die <em>Study Group on Music and Minorities<\/em> leitete. Mit dem Tontr\u00e4ger w\u00fcrdigen die HerausgeberInnen Hemeteks gro\u00dfe Verdienste um die Musik der Minderheiten-Forschung in \u00d6sterreich. Hemetek gilt als die Initiatorin der wissenschaftlichen Besch\u00e4ftigung mit den Erscheinungsformen und Funktionen der Musik bei autochthonen und eingewanderten Minderheiten in \u00d6sterreich. Sie bem\u00fchte sich auch stets um den Abbau von fremdenfeindlichen Vorurteilen, indem sie im Sinne einer Applied Ethnomusicolgy ihre Gew\u00e4hrsleute durch Musikveranstaltungen der (Mehrheits-)\u00d6ffentlichkeit vorstellte.<\/p>\n<p>Die CD pr\u00e4sentiert nun \u201eSch\u00e4tze\u201c aus Hemeteks Sammlungen, die am IVE archiviert sind: 18 Tonaufnahmen, ausgew\u00e4hlt von Hemeteks Sch\u00fclerInnen und Weggef\u00e4hrtInnen Marko K\u00f6lbl (burgenlandkroatische Musik), Christiane Fennesz-Juhasz (Romamusik), Philip V. Bohlman (j\u00fcdische Musik), Sofija Bajrektarevi\u0107 (bosnische Musik) und Hande Sa\u011flam (t\u00fcrkische Musik). Das umfangreiche Booklet mit zahlreichen musikalischen Transkriptionen und Abbildungen informiert auf Deutsch und Englisch \u00fcber die Besonderheiten und Kontexte der Tonaufnahmen. Viele entstanden \u201eim Feld\u201c \u2013 etwa auf Hochzeiten oder Konzertveranstaltungen \u2013, andere in explorativer Absicht bei den Gew\u00e4hrsleuten zu Hause oder am Institut. F\u00fcr die meisten Aufnahmen zeichnete Hemetek selbst verantwortlich.<\/p>\n<p>In der Tat enth\u00e4lt die CD, die \u00fcber ihren dokumentarischen Wert hinaus ein H\u00f6rvergn\u00fcgen bietet, wahre Perlen der Volks- und Popularmusik von Minderheiten in \u00d6sterreich. Hinrei\u00dfend tragen S\u00e4ngerInnen aus Stinjaki\/Stinatz (Burgenland) das balladeske Liebeslied <em>Oral jesam oral<\/em> vor, ber\u00fchrend erhebt Rusza Nikoli\u0107- Lakatos ihre Stimme zur Romahymne <em>Gelem, gelem<\/em>, \u00fcbersch\u00e4umend und mitrei\u00dfend erklingen j\u00fcdische Klezmerweisen und bosnische Sevdalinke durch ehemalige Kriegsfl\u00fcchtlinge, die in Wien eine neue Heimat fanden. Meisterlich entfaltet der aus der T\u00fcrkei eingewanderte Ba\u011flama-Virtuose Mansur Bildik einen Taksim und stimmt sodann in das auch auf dem Balkan weit verbreitete Lied vom <em>Schreiber aus \u00dcsk\u00fcdar<\/em> ein. So reiht sich auf dieser bemerkenswerten CD eine Perle an die andere.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Feldforschungssch\u00e4tze zur Musik von Minderheiten. Ausgew\u00e4hlte Feldaufnahmen von Ursula Hemetek, Rudolf Pietsch, Marko K\u00f6lbl, und Hande Sa\u011flam (eds.), (Tondokumente zur Volksmusik in \u00d6sterreich Vol. 8) Die vorliegende CD ist eine Gabe zum 60. 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