{"id":8742,"date":"2023-04-25T12:06:58","date_gmt":"2023-04-25T10:06:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=8742"},"modified":"2023-04-27T10:24:10","modified_gmt":"2023-04-27T08:24:10","slug":"unsere-partnerschaft-hat-eine-lange-tradition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2023\/04\/25\/unsere-partnerschaft-hat-eine-lange-tradition\/","title":{"rendered":"\u201eUnsere Partnerschaft hat eine lange Tradition\u201c"},"content":{"rendered":"<h5>Stephan Pauly, Intendant der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, \u00fcber die gemeinsamen Wurzeln seines Hauses und der mdw, das Webern Symphonie Orchester und \u00fcber neue, gemeinsam entwickelte Konzertformate.<\/h5>\n<p>Wenn man im Musikvereinsgeb\u00e4ude den Gro\u00dfen Saal auf der rechten Seite verl\u00e4sst, \u00fcberquert man auf dem Weg zum Gottfried-von-Einem-Saal den sogenannten Schulgang. Wie ist es zu dieser Bezeichnung gekommen? Daran gehen ja viele vorbei \u2026<\/p>\n<p><b>Stephan Pauly (SP):<\/b> Und viele wissen dabei vielleicht gar nicht, dass er Schulgang hei\u00dft \u2013 und schon gar nicht, warum. Dieser Name verweist auf das Konservatorium, das unsere Institution in den Anf\u00e4ngen der Gesellschaft der Musikfreunde betrieben hat. Viele bedeutende Komponistenpers\u00f6nlichkeiten sind dort entweder Sch\u00fcler_innen oder Lehrende gewesen. Die Ausbildung und F\u00f6rderung der jungen Generation, die Weitergabe von Know-how ist somit tief in der DNA unserer Gesellschaft verankert. Das zeigt sich schon in unseren Statuten in einer der fr\u00fchesten Versionen, wo unter dem Gesamtziel der \u201eEmporbringung der Musik in allen ihren Zweigen\u201c auch die Ausbildung junger Musiker_innen verankert war. Das ist ein zentraler Topos in unserer Geschichte. Nachdem das Konservatorium zur heutigen mdw geworden ist und wir nicht mehr unmittelbar ausbilden, verfolgen wir heute unsere Ziele auf andere Weise: etwa durch eigene Konzertzyklen f\u00fcr junge K\u00fcnstler_innen und eine hervorragende, enge Zusammenarbeit mit der mdw in vielen Bereichen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_8745\" aria-describedby=\"caption-attachment-8745\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-8745\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image1-7-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image1-7-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image1-7-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image1-7-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image1-7-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image1-7-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image1-7-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8745\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Julia Wesely<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das hei\u00dft, die Gesellschaft der Musikfreunde hat urspr\u00fcnglich als Verein sowohl das Publikum der Konzerte als auch die Ausf\u00fchrenden umfasst und auch f\u00fcr die Ausbildung gesorgt \u2013 eine Einheit aller Bereiche, wie sie f\u00fcr unsere Zeit der Spezialisierung wirklich \u00fcberraschend erscheint.<\/p>\n<p><b>SP: <\/b>Genau. Diese Einheit gibt es aber bis heute in einigen Ausl\u00e4ufern. Die damalige Vision, das Musikleben in seiner Gesamtheit zum Bl\u00fchen zu bringen, ist wirklich erstaunlich, mutig und inhaltlich sehr stark. Damals, bei der Gr\u00fcndung der Gesellschaft der Musikfreunde des \u00f6sterreichischen Kaiserstaates, wurde bereits festgelegt, was alles zu den Zielen geh\u00f6rt: ein Konservatorium \u201ef\u00fcr Z\u00f6glinge beiderlei Geschlechts\u201c errichten, die Auff\u00fchrung von Werken, die Auslobung von Wettbewerben, die Herausgabe einer eigenen Zeitschrift \u2013 auch das ist \u00fcberaus bemerkenswert f\u00fcr diese Zeit \u2013 sowie die Anlage einer Bibliothek \u2013 das ist der Ursprung unserer Sammlung \u2013 und die \u201eUnterst\u00fctzung von einzelnen ausgezeichneten Kunsttalenten\u201c. Aber die Ausbildung war die erste T\u00e4tigkeit, um dem Gesamtziel der \u201eEmporbringung der Musik\u201c gerecht zu werden. Es w\u00e4re heute nat\u00fcrlich gar nicht mehr m\u00f6glich, alle diese Bereiche in einer einzigen Institution zu vereinigen. Aber es ist schon so, dass die Zeitschrift, die damals genannt wurde, besteht und bl\u00fcht, ebenso wie die Auff\u00fchrung der Konzerte oder die weltber\u00fchmte Sammlung. Es sind doch noch einige Bereiche bei uns versammelt, w\u00e4hrend die mdw sich verselbstst\u00e4ndigt hat und f\u00fcr sich steht. Aber es gibt gemeinsame Wurzeln.<\/p>\n<p>Und es gibt eine Reihe von F\u00e4den, die immer wieder zusammenkommen. Was sind die wesentlichen gemeinsamen Projekte?<\/p>\n<p><b>SP: <\/b>Die Partnerschaft mit der mdw ist sehr breit und fu\u00dft auf einer langen Tradition. Die Zusammenarbeit der beiden H\u00e4user umfasst das j\u00e4hrliche Abschlusskonzert des Studiums Orchesterdirigieren mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien, das Teil der Diplompr\u00fcfungen ist, den Abonnementzyklus High Class I, wo nicht nur junge K\u00fcnstler_innen spielen, sondern auch aktiv in unsere Programmgestaltung eingebunden sind \u2013 auch mit Konzerten, die in unsere Festivals eingebunden sind, nicht zuletzt auch in unsere Komponist_innenportr\u00e4ts im Bereich der zeitgen\u00f6ssischen Musik. Der Zyklus High Class II ist \u00fcbrigens eine \u00e4hnliche Kooperation mit der Musik und Kunst Privatuniversit\u00e4t der Stadt Wien. Neu ist die Zusammenarbeit mit der mdw im Bereich der Konzerte f\u00fcr Menschen mit und ohne Demenz, die auf die speziellen Bed\u00fcrfnisse demenzkranker Menschen eingehen und ihnen individuelle Erlebnisse mit Musik erm\u00f6glichen. Dieses Format haben wir gemeinsam mit Expert_innen der mdw, den ausf\u00fchrenden Musiker_innen und mit der Caritas entwickelt. Und au\u00dferdem gibt es nat\u00fcrlich die Zusammenarbeit mit dem Webern Symphonie Orchester.<\/p>\n<p>Ist es insgesamt auch Teil der DNA des Musikvereins, junge K\u00fcnstler_innen zu f\u00f6rdern?<\/p>\n<p><b>SP:<\/b> Absolut. Die F\u00f6rderung junger K\u00fcnstler_innen ist in vielen Bereichen zentral f\u00fcr die Arbeit des Musikvereins. Nicht nur in den gro\u00dfen K\u00fcnstler_innenportr\u00e4ts mit jungen Dirigent_innen. Wir legen auch sonst in unseren regul\u00e4ren Konzerten viel Wert darauf, die j\u00fcngere Generation durchgehend in den Mittelpunkt zu stellen und pr\u00e4sent zu haben, damit wir die gro\u00dfe Tradition unseres Hauses nicht nur aus dem Arrivierten heraus verwalten, sondern auch versuchen, neue Traditionen zu begr\u00fcnden, die uns dann in drei\u00dfig Jahren tragen k\u00f6nnen. Beim Publikum ist das \u00e4hnlich. Konzerte f\u00fcr Kinder und Jugendliche sind f\u00fcr die Gesellschaft der Musikfreunde ganz zentral geworden. Dieses Angebot gibt es inzwischen seit 30 Jahren, und wir f\u00fchren es mit gro\u00dfer Energie weiter. Mittlerweile erreichen wir dadurch 50.000 Menschen im Jahr \u2013 das ist schon ein gro\u00dfes, umfassendes Programm, das auch das junge Publikum f\u00fcr Musik begeistern soll.<\/p>\n<p>Kommen wir zur\u00fcck zum Webern Symphonie Orchester und seinem j\u00e4hrlichen Auftritt im Musikverein, einem H\u00f6hepunkt jedes Studienjahres. Was ist aus Ihrer Sicht dabei zentral?<\/p>\n<p><b>SP:<\/b> Diese Konzerte bieten den jungen Leuten die gro\u00dfartige M\u00f6glichkeit, mit Spitzendirigenten zusammenzuarbeiten. Dass wir so renommierte Dirigenten daf\u00fcr gewinnen k\u00f6nnen, verdanken wir vor allem auch Professor Helmut Zehetner (mdw), mit dem wir wahnsinnig gerne und sehr partnerschaftlich zusammenarbeiten. Wenn man sich ansieht, was bei den Konzerten der letzten Jahre auf dem Programm stand, sieht man sowohl eine gro\u00dfe Bandbreite als auch ein deutliches Bekenntnis zu den S\u00e4ulen des Repertoires. 2021 beim Konzert mit Andr\u00e9s Orozco-Estrada waren es Ludwig van Beethovens <i>4.\u00a0Symphonie<\/i> und Peter Tschaikowskys <i>6. Symphonie<\/i> (\u201ePath\u00e9tique\u201c), 2022 mit Kirill Petrenko B\u00e9la Bart\u00f3ks <i>Musik f\u00fcr Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta<\/i> und Erich Wolfgang Korngolds <i>Symphonie in Fis<\/i>. Und heuer stellt Daniel Harding neben Anton Bruckners <i>5. Symphonie<\/i> J\u00f6rg Widmanns <i>Konzert f\u00fcr Viola und Orchester<\/i>. Ich finde es toll, wenn die Orchestermitglieder Teile des Kernrepertoires mit Top-Dirigent_innen erarbeiten k\u00f6nnen \u2013 gerade auch in unserem Goldenen Saal, der wesentlich zum Spiel der Orchester auf dem Podium beitr\u00e4gt. Die Wiener Philharmoniker klingen ja nicht ohne Grund so, wie sie klingen: Der Saal hat das Orchester mitgeformt. Wenn die Musiker_innen des Webern Symphonie Orchesters einmal miterleben k\u00f6nnen, was in diesem Saal m\u00f6glich ist, was er zur\u00fcckgibt, wie er vom Pianissimo bis zum Fortissimo jeden Klang freundlich beherbergen kann und jeden Klang mit Glanz erf\u00fcllt \u2013 das ist, glaube ich, eine Erfahrung, die sehr bewegend sein kann. Wenn man das mit einer Beethoven- oder Bruckner-Symphonie erleben kann, k\u00f6nnen das pr\u00e4gende Eindr\u00fccke werden. Auch deswegen sind wir gerne dabei!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/veranstaltung\/?v=2753911&amp;g=54940\">Veranstaltungstipp:<\/a><br \/>\n<b>Webern Symphonie Orchester unter der Leitung von Daniel Harding<br \/>\n<\/b>mit<b> <\/b>Antoine Tamestit (Viola)<b><br \/>\n<\/b>Musikverein, 14. Juni, 19.30 Uhr<br \/>\nKaufen Sie Ihre Tickets <a href=\"https:\/\/tickets.musikverein.at\/SelectSeats?ret=2&amp;e=32740\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stephan Pauly, Intendant der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, \u00fcber die gemeinsamen Wurzeln seines Hauses und der mdw, das Webern Symphonie Orchester und \u00fcber neue, gemeinsam entwickelt\ufeffe Konzertformate.<\/p>\n","protected":false},"author":60,"featured_media":8744,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[1362,1383,1382,339],"class_list":["post-8742","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-music","tag-2023-2","tag-gesellschaftdermusikfreunde","tag-webernsymphonieorchester","tag-musikverein"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8742","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/60"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8742"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8742\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8973,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8742\/revisions\/8973"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8744"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8742"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8742"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8742"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}