{"id":8712,"date":"2023-04-24T15:26:32","date_gmt":"2023-04-24T13:26:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=8712"},"modified":"2023-04-27T10:57:33","modified_gmt":"2023-04-27T08:57:33","slug":"kunst-als-protest-protest-in-der-kunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2023\/04\/24\/kunst-als-protest-protest-in-der-kunst\/","title":{"rendered":"Kunst als Protest \u2013 Protest in der Kunst"},"content":{"rendered":"<h5>Mit den Fragen, ob Kunst politisch sein muss und wann sie Protestbewegungen unterst\u00fctzen kann, besch\u00e4ftigen sich die Brutpflegerinnen Eva Puchner und Susanne Preissl, die mdw-Absolvent_innen Golnar Shahyar und Simon Scharinger sowie der Leiter des Instituts f\u00fcr Volksmusikforschung und Ethnomusikologie Marko K\u00f6lbl.<\/h5>\n<p>Protest in k\u00fcnstlerischer Form gibt es in allen Sprachen, Epochen und Regionen. Woher kommt diese enge Verbindung von Protest und Kultur?<\/p>\n<figure id=\"attachment_8718\" aria-describedby=\"caption-attachment-8718\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8718\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image4-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image4-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image4-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image4-768x1151.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image4-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image4-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image4-850x1274.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image4.jpg 1423w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8718\" class=\"wp-caption-text\">Susanne Preissl \u00a9 Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p><b>Susanne Preissl (SP):<\/b> Kunst bietet sich sehr gut an, weil der Protest subversiv platziert werden kann, ohne direkt zu konfrontieren. Dazu zielen wir auf Emotionen ab, denn das triggert auf einer weniger rationalen Ebene. Das ist die gro\u00dfe Chance, das Potenzial, das Kunst im Kontext mit Protest hat.<\/p>\n<p><b>Golnar Shahyar (GS):<\/b> Dazu ist Kunst die Sprache der Solidarit\u00e4t. Es ist eine emotionale Sprache und Ausdrucksform, die unsere Gef\u00fchle, Sorgen und unsere Identit\u00e4t reflektiert. Aber nicht nur das, sie gibt uns auch Visionen. Durch das Zusammenkommen st\u00e4rken wir uns als Community und deswegen ist Kunst bzw. Musik so m\u00e4chtig \u2013 sie bringt die Menschen zusammen.<\/p>\n<p><b>Eva Puchner (EP):<\/b> Zudem ist mit dem Einsatz von Kunst eine gemeinsame, spielerische Aufmerksamkeit m\u00f6glich. Bevor die Menschen bei den Klimaprotesten auf die Stra\u00dfe gegangen sind, hat man sich getroffen, um gemeinsam Schilder zu malen. Das hat ma\u00dfgeblich zur Bekanntheit des Protestes beigetragen.<\/p>\n<p><b>Marko K\u00f6lbl (MK):<\/b> Neben Musik als Kunstform auf der B\u00fchne, kann man sie auch als allt\u00e4gliche Praxis verstehen. Bei Protesten geht es darum, eine Message zu vermitteln. Wenn man auf die Stra\u00dfe geht und Inhalte vermitteln m\u00f6chte, bietet es sich an, diese mit Rhythmen oder Melodien zu versehen. Diese Form der Musik ist partizipativ und demokratisch \u2013 alle k\u00f6nnen mitmachen, unabh\u00e4ngig davon, ob sie tolle S\u00e4nger_innen sind.<\/p>\n<p>Funktionieren Protest-Lieder deshalb so gut, weil jede_r mitsingen kann?<\/p>\n<p><b>MK:<\/b> Ja, weil sie partizipativ sind, aber auch weil sie f\u00fcr etwas stehen.<\/p>\n<p><b>GS: <\/b>Protest-Songs mit einer direkten Message m\u00fcssen f\u00fcr ein breites Publikum nachvollziehbar sein. Man muss sich mit dem Rhythmus bewegen k\u00f6nnen, egal wie musikalisch man ist. Die Melodien m\u00fcssen einfach zu singen sein und einen Bezug zu kulturellen Erinnerungen haben. Wenn man das mit einem aussagekr\u00e4ftigen Text kombiniert, hat man ein erfolgreiches Protestlied.<\/p>\n<p>Gibt es eine Kunstform bzw. ein Genre, das sich besonders f\u00fcr den Protest eignet?<\/p>\n<p><b>MK: <\/b>Das melodische Skandieren von Forderungen bei Demonstrationen begr\u00fcndet ja schon fast ein eigenes Genre. Auf der B\u00fchne findet man Protest in beinahe allen Genres, allein die Klassik ist weniger stark vertreten.<\/p>\n<p><b>GS:<\/b> Es werden zwar Protestsongs auf der B\u00fchne pr\u00e4sentiert und Unterst\u00fctzung f\u00fcr Krisen und deren direkte soziopolitischen Themen signalisiert, dabei darf man aber die grundlegenden Probleme innerhalb des Systems nicht vergessen. Eine andere Art der Widerstandsarbeit leisten hier K\u00fcnstler_innen, die sich mit solchen chronischen und systematischen Problemen auseinandersetzen. Ich denke an Diskriminierung, Kolonialismus und Kapitalismus, die sehr viele andere Kunstformen ausschlie\u00dfen. Diese Art des Widerstandes sollte auch als Protest gewertet werden. In diesem Rahmen eine Vision zu platzieren ist schwierig, deshalb hat Kunst, die das System herausfordert, so eine gro\u00dfe Bedeutung.<\/p>\n<p>Es ist also die Aufgabe von K\u00fcnstler_innen sich f\u00fcr gesellschaftsrelevante Themen einzusetzen? Muss Kunst politisch sein?<\/p>\n<figure id=\"attachment_8722\" aria-describedby=\"caption-attachment-8722\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8722\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image8-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image8-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image8-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image8-768x1151.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image8-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image8-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image8-850x1274.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image8.jpg 1423w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8722\" class=\"wp-caption-text\">Simon Scharinger hat 2019 sein Regie-Studium am Max Reinhardt Seminar abgeschlossen und ist heute Teil der satirischen A-capella-Formation Gesangskapelle Hermann. \u00a9 Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p><b>Simon Scharinger (SS):<\/b> Nun, ich w\u00fcrde sagen, sie sollte es zumindest versuchen. Als K\u00fcnstler_innen haben wir eine B\u00fchne zur Verf\u00fcgung und die M\u00f6glichkeit Aufmerksamkeit zu generieren, das nicht zu nutzen, ist verschenktes Potenzial.<\/p>\n<p><b>MK:<\/b> Wobei ich nicht denke, dass sich K\u00fcnstler_innen soziopolitisch engagieren m\u00fcssen, auch wenn mir pers\u00f6nlich K\u00fcnstler_innen gefallen, die das tun, vor allem, wenn es mit meinen politischen Ansichten \u00fcbereinstimmt. Aber es gibt gen\u00fcgend K\u00fcnstler_innen, die apolitisch bleiben wollen oder sind. Schwierig finde ich dabei die \u00dcberh\u00f6hung von K\u00fcnstler_innen-Pers\u00f6nlichkeiten und die Annahme, dass sie keine Fehler machen d\u00fcrfen oder politische Ansichten haben k\u00f6nnen, die von den eigenen abweichen. Andreas Gabalier beispielsweise macht sich gegen eine geschlechtergerechte Formulierung der Bundeshymne stark \u2013 das ist auch eine Form von Protest.<\/p>\n<p><b>GS: <\/b>Kunst ist eine soziopolitische Sache, die nicht auf der Schulter von einzelnen Personen ruhen sollte. Wie kann ich Musik und kulturelle Ausdrucksformen mit sozialen oder politischen Aspekten verkn\u00fcpfen? Das sollten wir thematisieren. Was ist dabei unsere Aufgabe? Leider geschieht das auf institutioneller Ebene nicht. Man separiert Kunst und Hochkultur von sozialen und politischen Themen. Die Macht der Musik liegt in der Kommunikation und Verbindung, durch die sich Menschen entweder ausgeschlossen oder aber verbunden f\u00fchlen. Es liegt bei den Institutionen, K\u00fcnstler_innen dieser Diskussion auszusetzen, um hier Bewusstsein zu schaffen.<\/p>\n<p><b>EP: <\/b>Meiner Ansicht nach m\u00fcssen wir unsere Kunst nutzen, um Dinge aufzuzeigen, die richtig schieflaufen. Und ich erinnere mich an einen Moment des politischen Geschehens, wo der Drang unsere Stimme zu erheben, so gro\u00df war, dass es gar nicht mehr anders ging.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, man verarbeitet als K\u00fcnstler_in im Umkehrschluss Themen, die eine_n besch\u00e4ftigen und ist damit per se gesellschaftskritisch?<\/p>\n<p><b>SP: <\/b>Anders kann es gar nicht funktionieren. Eva und ich haben uns \u00fcberhaupt erst gefunden, weil wir das Bed\u00fcrfnis hatten, etwas zu sagen, uns auszudr\u00fccken. Kennengelernt haben wir uns am IKM, dem Institut f\u00fcr Kulturmanagement und Gender Studies an der mdw, wo wir auch unser Programm konzipiert und entwickelt haben. Wir arbeiten viel im feministischen Kontext und haben uns \u00fcberlegt, wie wir unser Statement positionieren k\u00f6nnen. Wir haben schnell gemerkt, dass wir von den B\u00fchnen in den \u00f6ffentlichen Raum wechseln m\u00fcssen. Auch weil man dort Menschen trifft, die man im Theaterraum nicht findet. Menschen, die gar nicht vorhatten, sich mit Kunst zu besch\u00e4ftigen. Das alles entstand aus einem urspr\u00fcnglichen Bed\u00fcrfnis, der Ungleichbehandlung der Geschlechter entgegenzuwirken.<\/p>\n<p>Was sind eure Erfahrungen von Protestaus\u00fcbung im \u00f6ffentlichen Raum? Wie werden sie angenommen?<\/p>\n<p><b>EP: <\/b>Unterschiedlich, teilweise erhalten wir Feedback des Empowerments, wo Frauen dazu inspiriert werden, weiterzuk\u00e4mpfen und ihre Geschichten auch mit uns teilen. Das ist wundersch\u00f6n. Es gibt aber auch negatives, sogar aggressives Verhalten uns gegen\u00fcber \u2013 haupts\u00e4chlich von M\u00e4nnern. Eine Situation ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Wir waren im Rahmen einer Performance eine Woche lang am Karlsplatz positioniert. Ein junger Mann hat uns am ersten Tag gefragt, was wir Feministinnen hier eigentlich wollen und ob wir keine Arbeit h\u00e4tten. Ein paar Tage sp\u00e4ter ist er zur\u00fcckgekommen und hat uns erz\u00e4hlt, dass er sich \u00fcber das Thema informiert hat, und dass unsere Aktion nicht so schlecht ist. Diese Konfrontation war nur durch das lange Ausharren an einem Ort m\u00f6glich.<\/p>\n<figure id=\"attachment_8720\" aria-describedby=\"caption-attachment-8720\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8720\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image6-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image6-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image6-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image6-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image6-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image6-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image6-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8720\" class=\"wp-caption-text\">Eva Puchner und Susanne Preissl erobern als die Brutpflegerinnen mit k\u00fcnstlerischen und politischen Aktionen den \u00f6ffentlichen Raum. \u00a9 Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Was braucht es, um sich als K\u00fcnstler_in \u00fcberhaupt mit diesen wichtigen Themen auseinandersetzen zu k\u00f6nnen?<\/p>\n<p><b>GS: <\/b>Es ist nicht nur zeit- und kr\u00e4ftezehrend, ein_e Expert_in auf dem Gebiet der Musik zu werden, sondern es erfordert ein weiteres Ma\u00df an Wissen und Energie, sich mit dem Musikvertrieb vertraut zu machen und darin zu bestehen. Daher sind Musiker_innen in der Regel \u00fcberlastet und haben nur wenig Zeit sich auf andere Dinge als das \u00dcberleben ihrer Kunst zu konzentrieren. Zudem ist man als frisch ausgebildete_r Musiker_in politisch und sozial zu schwach, um Stellung zu beziehen, im Gegenteil, man muss alles in Kauf nehmen. Wenn wir daher von Involvement in der Kunst sprechen, m\u00fcssen wir darauf achten, unser System f\u00fcr freischaffende K\u00fcnstler_innen so zu gestalten, dass das auch m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p><b>MK:<\/b> Hier stimme ich hundertprozentig zu. Und deswegen glaube ich, dass man diese soziopolitische Verantwortung von den Institutionen einfordern muss.<\/p>\n<p><b>SS: <\/b>So ist es, es reichen nicht nur sch\u00f6ne Worte. Wichtige Messages, politische Standpunkte werden oft ausnahmslos in Pressekonferenzen verbreitet, strukturell bleibt aber alles beim Status quo. Wir m\u00fcssen lernen, oberfl\u00e4chliche Sch\u00f6nheitschirurgie von tats\u00e4chlich ver\u00e4nderndem Tun zu unterscheiden und diese Art von Protest voranzutreiben und zu kultivieren.<\/p>\n<p>Was bedeutet das konkret?<\/p>\n<p><b>SS: <\/b>Das bedeutet verschiedene Dinge, vor allem aber viel Arbeit an sich selbst. Protest f\u00e4ngt immer im Kleinen an, beim Hinterfragen der eigenen Strukturen und Muster, wenn man sich selbst in die Mangel nimmt. Protest ist m\u00fchsam und never-ending, ein Posting oder das Mitgehen bei einem Demo-Zug sind nicht genug, man kann nie ein H\u00e4kchen dahinter setzen und sich zur\u00fccklehnen. Sehr oft bedeutet Protest auch \u201enur\u201c ein_e gute_r Verb\u00fcndete_r, eine St\u00fctze im Hintergrund zu sein und den Raum f\u00fcr andere freizugeben. Manchmal ist es aber auch politisch, nichts zu sagen. Jeden 8. M\u00e4rz werde ich in den sozialen Medien \u00fcberflutet von K\u00fcnstlern, die sich scheinbar solidarisch geben, mit ihren Selbstdarstellungen aber erst recht wieder den Raum von K\u00fcnstlerinnen okkupieren. Ich bin selbst Performer und Musiker und oft ist es schwierig da eine Balance zu finden. Mit dem A-cappella-Musikkabarett-Projekt Gesangskapelle Hermann versuchen meine Kollegen und ich Anliegen zu unterst\u00fctzen, die uns wichtig sind, manchmal subversiv, manchmal sehr aktiv \u2013 und manchmal, indem wir k\u00fcrzertreten und uns zur\u00fccknehmen. Aber zu guter Letzt \u2013 und das wollen wir auch stets im Auge behalten \u2013 sind wir vor allem Musiker, mit dem Hauptziel zu unterhalten und die Menschen zum Lachen zu bringen.<\/p>\n<p><b>EP:<\/b> Man muss sich Protest ja auch leisten k\u00f6nnen und die Zeit daf\u00fcr finden, denn er wird schlie\u00dflich nicht immer bezahlt. Die ganze k\u00fcnstlerische Arbeit, das Befassen und Erlernen, ist ein intensiver Prozess, der viel Zeit in Anspruch nimmt.<\/p>\n<p>Also hat Protest auch einen Einfluss auf die Karriere?<\/p>\n<p><b>EP:<\/b> Nat\u00fcrlich und man muss vorsichtig sein. Als ein Teil von Kill the Trauerspiel, ein Verein, der sich f\u00fcr Diversit\u00e4t und Geschlechtergerechtigkeit auf \u00d6sterreichs B\u00fchnen einsetzt, werde ich immer wieder mit dem Problem konfrontiert, dass Leute sich aus dem Thema herausnehmen m\u00fcssen, aus Angst ihr politisches Engagement k\u00f6nnte negative Auswirkungen auf ihre Anstellung oder ihre k\u00fcnstlerische Arbeit haben. Aber gerade wenn es um diese Themen geht, sind ja die Institutionen am Zug. Hier sehe ich die Politik in der Verantwortung.<\/p>\n<p><b>GS:<\/b> Wenn man sich politisch und sozial engagieren m\u00f6chte, ist das ein eigener Wissensbereich, den man sich aneignen muss. Man muss sich intensiv damit besch\u00e4ftigen, sonst bleibt es oberfl\u00e4chlich. Ich nehme mir Zeit daf\u00fcr, die ich eigentlich f\u00fcr meine Musik brauche, und gehe beispielsweise in ein Seminar, um zu h\u00f6ren, wo der Diskurs steht. Darunter leidet nat\u00fcrlich die Kunst, das ist die Realit\u00e4t.<\/p>\n<figure id=\"attachment_8714\" aria-describedby=\"caption-attachment-8714\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8714 size-medium\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image0-5-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image0-5-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image0-5-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image0-5-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image0-5-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image0-5-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image0-5-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8714\" class=\"wp-caption-text\">Marko K\u00f6lbl leitet das Institut f\u00fcr Volksmusikforschung und Ethnomusikologie an der mdw. In seinem 2021 gemeinsam mit Fritz Tr\u00fcmpi herausgegebenen Buch Music and Democracy gibt er Einblicke in die Art und Weise, wie Musik genutzt wird, um soziale Ver\u00e4nderung herbeizuf\u00fchren. \u00a9 Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p><b>MK: <\/b>Wir gehen hier immer von K\u00fcnstler_innen aus, die sich politisieren und f\u00fcr etwas Bestimmtes einsetzen. Aber manchmal ist es der st\u00e4rkste Protest, wenn man ein Volkslied in einer Sprache singt, die im eigenen Land verboten oder verp\u00f6nt ist. Ich als Burgenlandkroate denke an eine Zeit, wo Kroatisch nicht gerne geh\u00f6rt wurde. Wenn man dann ein Lied in seiner Sprache gesungen hat, war man schon radikal und automatisch politisch.<\/p>\n<p>Kunst ist also auch dann Protest, wenn man sie in einem Land aus\u00fcbt, in dem sie verboten ist \u2026<\/p>\n<p><b>MK:<\/b> Unbedingt. Ich besch\u00e4ftige mich in meiner Forschung mit afghanischer Musik und dem seit Sommer 2021 impliziten Musikverbot. Musik zu machen, ist ein Gesetzesbruch, also eine Form von Protest. F\u00fcr Frauen, die schon vor den Taliban nur selten Musik gemacht haben, umso mehr. Der politische Kontext kann vermeintlich ganz nat\u00fcrliche kulturelle Ausdrucksformen mit Inhalten aufladen.<\/p>\n<p>Zum Beispiel?<\/p>\n<p><b>MK:<\/b> Ich denke hier an den Auftritt der Vengaboys am Ballhausplatz nach Beendigung der t\u00fcrkis-blauen Koalition. <i>We\u2019re going to Ibiza<\/i> ist ein gutes Beispiel f\u00fcr Musik, die per se keine Protest-Message hatte, sich aber durch bestimmte Ereignisse \u2013 den Ibiza-Skandal \u2013 inhaltlich aufgeladen hat und damit politisch wurde. Der Song wurde zur Hymne der Protestbewegung und landete in \u00d6sterreich sogar auf Platz 1 der Spotify-Charts.<\/p>\n<p>Protestkunst oder -kultur kann also so erfolgreich werden, dass sie sogar zum Mainstream wird? Was bedeutet das f\u00fcr die eigentliche Sache?<\/p>\n<p><b>SS:<\/b> Das ist wieder so etwas, wo man das gro\u00dfe Ganze sehen sollte, denke ich. Insofern sich die eigentliche Sache nicht aufl\u00f6st und dadurch eine noch gr\u00f6\u00dfere Masse generiert werden kann, die wiederum etwas in Bewegung setzt, ist das okay. Man muss nicht mit allem d\u2019accord sein. Bei den Black-Lives-Matter-Demos habe ich mich immer wieder \u00fcber (wei\u00dfe) Teilnehmer_innen \u00e4rgern m\u00fcssen, die \u2013 so mein Eindruck \u2013 haupts\u00e4chlich Party machen und ihre n\u00e4chsten Instagram-Posts generieren wollten. Trotzdem haben auch diese Menschen zum Erfolg der Bewegung beigetragen. Und auch ich selbst habe schon an Demos teilgenommen, weil ich mich auf die Zeit mit meinen Freund_innen gefreut habe, so ehrlich muss ich sein.<\/p>\n<p><b>MK: <\/b>Protest soll und darf ja auch Spa\u00df beinhalten.<\/p>\n<p><b>SP: <\/b>Und ich merke, dass es uns guttut, wenn wir den Spa\u00df am Protest bzw. unserer Kunstform nicht verlieren. Es ist nicht immer einfach, sich der \u00d6ffentlichkeit auszusetzen, weil man auch negative Vibes abbekommt.<\/p>\n<p><b>SS: <\/b>Und \u00fcber Spa\u00df und Lust erreicht man wirklich viel. Das hat das Theater noch nicht ganz verstanden, bzw. wieder verlernt. Wenn ich ausnahmslos Moralpredigten halte und Missst\u00e4nde vollkommen platt eins zu eins wiedergebe (und reproduziere), erreiche ich das Publikum bestimmt nicht. Bei dem lustlosen Anklagetheater unserer Zeit habe ich fast schon das Gef\u00fchl, man will das Publikum auch gar nicht mehr erreichen, blo\u00df ein vermeintliches Soll abhaken und sich ganzk\u00f6rperlich in Unschuld baden. Ich vermisse die Widerspr\u00fcche, die Grauzonen, die tats\u00e4chlichen Geschichten.<\/p>\n<p><b>GS:<\/b> Ich denke, jede Situation braucht ihre eigene Energie. Kunst bzw. Musik hat die Macht, Emotionen in Bewegung zu bringen. Ich denke an den Iran, wo Rap-Musik ein Kanal f\u00fcr die aufgestaute Wut geworden ist \u2013 diese Energie wird dort gerade gebraucht. Sie bewegt Massen und bringt sie zusammen.<\/p>\n<p>Wenn wir den Mainstream-Gedanken noch weiterdenken, f\u00e4llt uns auf, dass sogar ganze Musikrichtungen, die urspr\u00fcnglich Protest zum Ziel hatten, vereinnahmt und kommerzialisiert werden.<\/p>\n<p><b>MK:<\/b> Ein gutes Beispiel daf\u00fcr ist House, der seine Urspr\u00fcnge in einem Black-, Queer-, Underground-Setting genommen hat, dann total gewhitewashed wurde und heute das apolitischste Genre ist, das man sich vorstellen kann. Interessanterweise verlaufen derartige Entwicklungen immer wieder entlang von \u201eRacial Divides\u201c. Sobald ein Musikstil von den schwarzen Urspr\u00fcngen in eine Kommerzialisierung findet, ist er ein wei\u00dfer Musikstil. Das geschieht bei sehr vielen Popularmusikstilen.<\/p>\n<p><b>GS: <\/b>Wenn man sich auf institutioneller Ebene sozial und politisch engagiert, muss man solche Dinge wahrnehmen und Communitys, von denen diese Kunst gekommen ist, f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnte hier der Anteil von Ausbildungs-Institutionen sein?<\/p>\n<figure id=\"attachment_8716\" aria-describedby=\"caption-attachment-8716\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8716 size-medium\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image2-2-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image2-2-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image2-2-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image2-2-768x1151.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image2-2-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image2-2-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image2-2-850x1274.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/post-1_image2-2.jpg 1423w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8716\" class=\"wp-caption-text\">mdw-Absolventin Golnar Shahyar setzt sich mit ihrer Musik f\u00fcr soziale Gerechtigkeit ein. Mit ihrer neuen Single Tell My Mother She Has No Daughter Anymore bezieht die geb\u00fcrtige Iranerin aktiv Stellung zu den Protestbewegungen in ihrem Heimatland. \u00a9 Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p><b>GS:<\/b> Sehr viel und leider nicht genug. Allein das Wissen, dass Kunst ein soziopolitischer Akt ist, existiert nicht. Dieses Bewusstsein muss geschaffen werden. Es ist ein kulturpolitisches Thema und deswegen muss man diesen Diskurs auch auf politischer Ebene f\u00fchren.<\/p>\n<p><b>EP:<\/b> Tats\u00e4chlich war der Protestgedanke an den klassischen Kunstuniversit\u00e4ten kein Thema. Erst am IKM wurde ich durch das Zitat einer Lehrenden inspiriert, meine Kunst politisch zu nutzen.<\/p>\n<p><b>MK:<\/b> Ich glaube, es h\u00e4ngt auch von der Kunstform ab. In der bildenden und angewandten Kunst hat ein politisches Arbeiten eine l\u00e4ngere Tradition. Im Bereich der klassischen Musik ist das nicht so einfach, weil sie eine Kunstform ist, bei der man haupts\u00e4chlich interpretiert. Es gibt einen Kanon und der ist festgesetzt: wei\u00df, m\u00e4nnlich, hetero, christlich, europ\u00e4isch usw. Es geht darum, die Musik so richtig wie m\u00f6glich \u2013 und auch das ist festgelegt \u2013 interpretieren zu k\u00f6nnen. Hier bleibt wenig Raum f\u00fcr eine politische Ausgestaltung. Daher ist es wichtig, diesen Kanon zu reflektieren und auf diese Festheit und Starrheit hin zu kritisieren. Ich bin aber der Meinung, dass sich hier an der mdw etwas \u00e4ndert, beispielsweise durch die Verankerung von Lehrveranstaltungen zu Geschlecht und Diversit\u00e4t in allen Studienrichtungen.<\/p>\n<p>Herr Scharinger, Sie haben sich bereits w\u00e4hrend Ihrer Studienzeit mit dem Thema Protest auseinandergesetzt \u2026<\/p>\n<p><b>SS:<\/b> Ich habe das St\u00fcck <i>Protest<\/i> von V\u00e1clav Havel im Rahmen des Festivals <i>Neues Wiener Volkstheater<\/i> inszeniert. Peter Roessler, Professor f\u00fcr Dramaturgie am Max Reinhardt Seminar, hat mir diesen Text vorgeschlagen und ich habe mich sofort verliebt. Auch die weitere Auseinandersetzung mit dem Autor hat viel in mir angesto\u00dfen. Havel ist ja irgendwie auch ein Paradebeispiel f\u00fcr die Verkn\u00fcpfung von Kunst und Politik: als Dissident im Gef\u00e4ngnis, Theaterst\u00fccke schreibend, und nach der Samtenen Revolution 1989 Staatspr\u00e4sident der Tschechoslowakei, bzw. im weiteren Verlauf erster Staatspr\u00e4sident der Tschechischen Republik \u2013 eine unglaublich faszinierende Figur jedenfalls.<\/p>\n<p>Gibt es Beispiele in der j\u00fcngeren Vergangenheit, wo Kunst Protestbewegungen effektiv unterst\u00fctzt hat?<\/p>\n<p><b>MK:<\/b> Mir fallen die Donnerstags-Demos ein, wo unterschiedlichste Formen von Klang, von performativen Ausdrucksformen zu einer sehr vielf\u00e4ltigen H\u00f6r- und Sichtbarkeit dieses Protests gef\u00fchrt haben. Da waren etwa Isabel Frey mit jiddischen Revolutionsliedern, oder die f\u00fcr Demos sehr typischen rhythmischen Gruppen, bis hin zu skandierten kurzen Melodien, die w\u00e4hrend des Protests improvisiert wurden.<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel sind Lieder, die politische Aktivit\u00e4t bekommen. Ein ber\u00fchmter afghanischer Popsong, <i>Sarzamine-man<\/i> (\u201eMeine Heimat\u201c), der urspr\u00fcnglich ein t\u00fcrkischer Arabesk-Pop-Song war, hat das Thema Flucht w\u00e4hrend des ersten Taliban-Regimes in den 90ern behandelt. Mit den Migrationen 2015 wurde der Song wieder aktuell und nach der erneuten Macht\u00fcbernahme der Taliban 2021 noch einmal. Bei einer gro\u00dfen Demo in Bezug auf Asylrecht in Wien war dieses pr\u00e4gnante Lied immer wieder zu h\u00f6ren. Ich finde es sehr interessant, dass gewisse Lieder mit einer politischen Bedeutung immer wieder aktuell werden. Leider, muss man sagen.<\/p>\n<p><b>GS:<\/b> Es gibt einen Protest-Song des iranischen Musikers Shervin Hajipour mit dem Titel <i>Baraye<\/i>, der bei den diesj\u00e4hrigen Grammys ausgezeichnet wurde. In dem Text hat der S\u00e4nger Tweets von Menschen zusammengesetzt, in denen es darum ging, welche Gr\u00fcnde sie haben, auf die Stra\u00dfe zu gehen und zu demonstrieren. Das waren sehr sch\u00f6ne, integrative und inklusive W\u00fcnsche. Es ging um Freiheiten, die man in so einer Diktatur nicht haben kann. Daraus wurde das Lied der iranischen Revolution und hat Massen bewegt. Es ist ein wichtiges Beispiel, welchen Einfluss ein Musikst\u00fcck haben kann. Siehe Artikel Musik als Stimme des Protests im Iran.<\/p>\n<p><b>SP: <\/b>Was sicher auch Hoffnung gibt, ist das Graffiti von Banksy in der Ukraine, wo ein Kind einen Judoka zu Boden wirft. Es ist eine Erinnerung an die Zust\u00e4nde in der Ukraine, ein Spotlight, um wieder hinzusehen und Hoffnung zu sch\u00f6pfen.<\/p>\n<p><b>GS:<\/b> Hoffnung ist wichtig \u2013 und Visionen. Das macht Kunst, sie gibt uns Visionen. Ich habe jetzt auch meinen ersten Protest-Song geschrieben. Ich dachte immer, ich w\u00fcrde meinen Protest anders zeigen und habe ihn nie direkt ausgesprochen. Aber manchmal muss man direkt sprechen.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit \ufeffden Fragen, ob Kunst politisch sein muss und wann sie Protestbewegungen unterst\u00fctzen kann, besch\u00e4ftigen sich die Brutpflegerinnen Eva Puchner und Susanne Preissl, \ufeffdie \ufeffmdw-Absolvent_innen Golnar Shahyar und Simon Scharinger sowie der Leiter des Instituts f\u00fcr Volksmusikforschung und Ethnomusikologie Marko K\u00f6lbl.<\/p>\n","protected":false},"author":86,"featured_media":8717,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[1362,1373,1374,854],"class_list":["post-8712","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-special","tag-2023-2","tag-protest","tag-protestlieder","tag-special"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8712","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/86"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8712"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8712\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8959,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8712\/revisions\/8959"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8717"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8712"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8712"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8712"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}