{"id":8555,"date":"2023-02-27T10:01:00","date_gmt":"2023-02-27T09:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=8555"},"modified":"2023-02-27T10:04:05","modified_gmt":"2023-02-27T09:04:05","slug":"alumnus-im-fokus-lukas-lauermann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2023\/02\/27\/alumnus-im-fokus-lukas-lauermann\/","title":{"rendered":"Alumnus im Fokus: Lukas Lauermann"},"content":{"rendered":"<h5>Im November 2022 erschien das dritte Soloalbum des gefragten K\u00fcnstlers unter dem Titel <i>Interploitation<\/i>. Ein radikaler Schritt des Ausnahme-Cellisten, der sich in seinem neuesten Werk ausschlie\u00dflich dem elektronischen Klangkosmos verschreibt.<\/h5>\n<p>\u201eEs ist ein bisschen vererbt\u201c, verr\u00e4t Lukas Lauermann seinen Zugang zur Musik. Sein Vater Herbert Lauermann ist selbst Komponist und war als Lehrender an der mdw t\u00e4tig. Bereits fr\u00fch kommt der geb\u00fcrtige Wiener daher mit Musik in Kontakt. Mit sechs Jahren beginnt er mit dem Klavierunterricht, etwa drei Jahre danach folgt das Cello. \u201eMein Vater hat nie Druck ausge\u00fcbt, es war immer mein eigener Wunsch, mich mit Musik zu besch\u00e4ftigen. Letztendlich ist es aber ein gro\u00dfes Gl\u00fcck, Eltern zu haben, die dich in deinem Berufswunsch unterst\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_8558\" aria-describedby=\"caption-attachment-8558\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-8558\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image1-11-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"638\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image1-11-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image1-11-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image1-11-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image1-11-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image1-11-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image1-11-850x638.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8558\" class=\"wp-caption-text\">Lukas Lauermann arbeitete bereits mit K\u00fcnstler_innen wie Alicia Edelweiss, Donauwellenreiter, der Nino aus Wien, Soap&amp;Skin, Wanda, Gelitin, Saint Genet, Claudia Bauer oder Robert Schabus. \u00a9 Julia Haimburger, Gestaltung Lukas Lauermann<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Wunsch ist klar, der zuk\u00fcnftige Beruf soll eine k\u00fcnstlerische Ausrichtung haben. Lukas Lauermann denkt zun\u00e4chst an eine Ausbildung zum B\u00fchnenbildner, entscheidet sich aber schlie\u00dflich f\u00fcr die mdw. \u201eZuerst hatte ich die Vorstellung, dass man nur an der mdw studieren kann, wenn man ein Wunderkind ist. Trotzdem habe ich einem IGP-Professor vorgespielt und mich anschlie\u00dfend ein Jahr intensiv auf die Aufnahmepr\u00fcfung vorbereitet.\u201c 2005 wird Lukas Lauermann f\u00fcr die Studien Musikp\u00e4dagogik (IGP) Cello und Musikerziehung an der mdw zugelassen. \u201eEs war toll, nach Wien zu kommen und auf Gleichgesinnte zu treffen. W\u00e4hrend meiner Schulzeit in Stockerau war ich mit meinem Interesse an Musik immer alleine und pl\u00f6tzlich waren da andere, mit denen ich meine Leidenschaft teilen konnte.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Ich hatte mehr das Bed\u00fcrfnis selbst kreativ zu sein, als nur zu interpretieren.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dass sein Fokus nicht im klassischen Bereich liegt, wird dem IGP-Studenten schnell klar. Er engagiert sich bereits zu Beginn seines Studiums in Band-Projekten \u2013 ein neuer k\u00fcnstlerischer Ansatz. \u201eIch hatte mehr das Bed\u00fcrfnis selbst kreativ zu sein, als nur zu interpretieren. Im Orchester habe ich mich nicht gesehen.\u201c Sein Interesse an einem Nischen-Genre beschreibt der talentierte Cellist als gro\u00dfes Gl\u00fcck. Er kombiniert sein Cello gekonnt mit elektronischer Musik, improvisiert und entwickelt mit diversen Bandkollegen neue Ideen. \u201eIch war schon immer ein gro\u00dfer Fan von verschiedenen Bands und wollte gerne ein Teil davon sein. Nur dass ich nicht Gitarre spiele, sondern Cello. Dass diese Art der Musik zu der Zeit gerade sehr gefragt war, war ein gl\u00fccklicher Zufall.\u201c Durch seinen eigenen, neuen Weg findet er sp\u00e4ter im Studium kaum noch Ankn\u00fcpfungspunkte, trotzdem ist der IGP-Absolvent dankbar f\u00fcr seine Ausbildung. \u201eMeine technischen Fertigkeiten sind eine gute Grundlage und machen mich in meinem Tun flexibel. Zudem macht mir das Unterrichten gro\u00dfen Spa\u00df.\u201c Dass der vielseitige Musiker bereits fr\u00fch w\u00e4hrend seines Studiums berufliche Kontakte gekn\u00fcpft hat, beschreibt er heute als Wesentlich. \u201eWenn man j\u00fcnger ist, kommt man leichter mit Leuten in Kontakt. Sp\u00e4ter im Berufsleben fehlt daf\u00fcr leider oft die Zeit. Nat\u00fcrlich kann man auch Leute anschreiben, aber es ist meist viel fruchtbarer, wenn sie schon von einem geh\u00f6rt haben, oder man empfohlen wurde.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Unterrichten macht mir nach wie vor Freude. Es ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe.<\/p><\/blockquote>\n<p>Den \u00dcbergang vom Studium ins Berufsleben beschreibt Lukas Lauermann als nahtlos. \u201eIch habe bereits vor meinem Abschluss einmal in der Woche in der Musikschule unterrichtet \u2013 diesen Tag habe ich nach wie vor. Und auch meine diversen Projekte habe ich weiterverfolgt, beziehungsweise intensiviert.\u201c Heute schreibt der gefragte Cellist Musik f\u00fcr Theater und Film, tritt mit K\u00fcnstler_innen wie Soap&amp;Skin oder Wanda auf und gibt Konzerte als Solok\u00fcnstler wie etwa am Popfest Wien. Das Klangspektrum des Cellos erweitert er gekonnt mit elektronischen Aspekten. Die Vielseitigkeit seines Schaffens ist etwas, das dem erfahrenen Musiker besonders wichtig ist. \u201eEs w\u00fcrde mich nicht reizen, nur an einem Projekt zu arbeiten und es w\u00e4re auch finanziell schwierig. Letztendlich ist es ein machbares Modell, mit dem man gut leben kann.\u201c<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"PLOI Lukas Lauermann\" width=\"850\" height=\"638\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/FYVvl8zOYnU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Die Vielfalt unter einen Hut zu bringen, birgt auch so manche Herausforderung, da man sich immer wieder auf neue Leute oder Situationen einlassen oder einstellen muss. Trotzdem \u00fcberwiegen f\u00fcr den produktiven Cellisten die Vorteile klar. \u201eAn einer Band finde ich sch\u00f6n, dass man Feedback erh\u00e4lt und sich gegenseitig bereichert. Hingegen muss ich in meinen Solo-Projekten auf niemanden R\u00fccksicht nehmen oder erkl\u00e4ren, was mir gef\u00e4llt und warum ich etwas mache. Beides hat unterschiedliche Qualit\u00e4ten und ich w\u00fcrde nie das eine gegen das andere tauschen wollen.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Ich war immer ein gro\u00dfer Fan von diversen Bands, und wollte ein Teil davon sein. Nur dass ich nicht Gitarre spiele, sondern Cello.<\/p><\/blockquote>\n<p>Im November letzten Jahres bringt Lukas Lauermann nach <i>How I Remember Now I Remember How<\/i> (2017) und <i>I\u00a0N <\/i>(2020) sein drittes Solo-Album <i>Interploitation<\/i> heraus, in dem er sich ausschlie\u00dflich der elektronischen Facette widmet. Das Ausgangsmaterial stammt aus dem Dokumentarfilm <i>Alpenland<\/i> (AUT 2022) von Robert Schabus, f\u00fcr dessen Musik Lukas Lauermann verantwortlich zeichnet. Er zerlegt die mehrstimmigen Cellost\u00fccke der Filmmusik in einzelne Spuren, schneidet einzelne Phrasen und T\u00f6ne heraus und ver\u00e4ndert sie mithilfe von Effektpedalen, bis kaum noch etwas von der Klangfarbe des Cellos zu h\u00f6ren ist. \u201eIn dem Film <i>Alpenland<\/i> geht es um Menschen, die in den Alpen leben und arbeiten, aber auch um die Eingriffe des Menschen in die Natur. Ich greife diese Thematik anders auf, indem ich in meine eigene Komposition eingreife.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_8559\" aria-describedby=\"caption-attachment-8559\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-8559\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image2-7-1024x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"850\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image2-7-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image2-7-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image2-7-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image2-7-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image2-7-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image2-7-850x850.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image2-7.jpg 1772w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8559\" class=\"wp-caption-text\">Mit seinem dritten Soloalbum Interploitation greift Lukas Lauermann elektronisch in vorhandene Aufnahmen ein, um daraus neue Musik zu formen. \u00a9 col legno music<\/figcaption><\/figure>\n<p>Als Inspiration dienen dem gefragten K\u00fcnstler vor allem Werke der Literatur sowie bildnerische Kunst. \u201eOft inspirieren mich bereits einzelne W\u00f6rter \u2013 die Form, in der sie aufgebaut sind oder die Verwandtschaft zu anderen Begriffen. Aber auch Kunstausstellungen und -festivals besuche ich gerne, wie etwa die Biennale oder die documenta.\u201c<\/p>\n<p>Neben seinen zahlreichen Projekten ist Lukas Lauermann auch weiterhin in der Musikschule t\u00e4tig. \u201eUnterrichten macht mir nach wie vor Freude. Die Gr\u00fcnde, warum die Kinder gerne kommen, sind sehr unterschiedlich und auch was sie von dem Unterricht mitnehmen. Es ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe.\u201c","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im November 2022 erschien das dritte Soloalbum des gefragten K\u00fcnstlers unter dem Titel Interploitation. 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