{"id":8470,"date":"2023-02-27T12:40:54","date_gmt":"2023-02-27T11:40:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=8470"},"modified":"2023-02-27T12:41:05","modified_gmt":"2023-02-27T11:41:05","slug":"verbindung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2023\/02\/27\/verbindung\/","title":{"rendered":"Verbindung"},"content":{"rendered":"<h1>Ein Konzertformat und ein herausragender junger Pianist. Was haben sie gemeinsam? Sie suchen die Verbindung \u2013 zum Publikum.<\/h1>\n<h5>Soir\u00e9e musicale<\/h5>\n<p>Im November lud die mdw zu einer Soir\u00e9e musicale in den Ehrbar Saal: Den musikalisch bunten Abend gestaltete Vasily Valitov mit der Webern Sinfonietta und Lukas Sternath. Es war der mdw ein Anliegen, dieses Orchesterkonzert f\u00fcr die Nachbarschaft zu \u00f6ffnen und rundum zug\u00e4nglich zu gestalten. Das Konzert fand daher bei freiem Eintritt statt. Menschen und Institutionen aus der Nachbarschaft wurden aktiv zum Konzert eingeladen. Am Konzertabend boten der einf\u00fchrende Music Talk und das kurzweilig gestaltete Programmheft begleitende Zug\u00e4nge zum Musikprogramm. Der Saal war prall gef\u00fcllt und das Konzert wurde begeistert aufgenommen.<\/p>\n<h5>Lukas Sternath<\/h5>\n<p>Der junge Pianist Lukas Sternath sprach im Nachklang \u00fcber die Bedeutung von Verbindung, Perfektionismus und den eigenen Weg.<\/p>\n<figure id=\"attachment_8473\" aria-describedby=\"caption-attachment-8473\" style=\"width: 683px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-8473\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image1-2-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image1-2-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image1-2-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image1-2-768x1151.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image1-2-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image1-2-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image1-2-850x1274.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/post-1_image1-2.jpg 1423w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8473\" class=\"wp-caption-text\">Lukas Sternath \u00a9 Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p><b>Lukas Sternath (LS):<\/b> Die Soir\u00e9e musicale war f\u00fcr mich etwas Besonderes, weil ich mit sehr engen Freunden im Orchester musiziert habe, das war neu und wahnsinnig begl\u00fcckend. Au\u00dferdem sch\u00e4tze ich die Bem\u00fchungen, die unternommen wurden. Ich finde das sehr wichtig, denn auch ich probiere gerne neue Dinge und Formate aus.<\/p>\n<p>Mit den erw\u00e4hnten Freunden Maxim Tzekov und Ulrich Manafi musizierst du regelm\u00e4\u00dfig Kammermusik, z.\u2009B. im Ensemble Spielraum mit Theresa Strasser, und auch da entwickelt ihr kreative Konzepte.<\/p>\n<p><b>LS:<\/b> Ja, wir probieren Unterschiedliches aus. Unser letztes Programm fokussierte auf franz\u00f6sische Komponisten. Wir haben viele Stunden in Bibliotheken nach passenden Texten und Briefen gesucht und damit die Musik in ihrem historischen Kontext pr\u00e4sentiert. Hoffentlich entsteht so mehr Verbindung, und man erm\u00f6glicht der Zuh\u00f6rerschaft, tiefer in die Musik einzutauchen. Wir m\u00f6chten die Menschen auf unterschiedlichen Ebenen an die Musik heranf\u00fchren. Es gibt so tolle Arten, das zu tun, so tolle Formate \u2013 ich m\u00f6chte experimentieren.<\/p>\n<p>Das Entscheidende ist f\u00fcr mich jedenfalls eine starke Verbindung zum Publikum. Es ist ja keine Einbahn \u2013 bei einem gelungenen Konzert passiert in beide Richtungen viel. Auch im klassischen Konzertformat. Das ist ja auch faszinierend, wenn 2000 Menschen zusammenkommen und es ist einfach still. Das m\u00f6chte ich nicht missen. Aber sch\u00f6n ist die Abwechslung.<\/p>\n<p>Ist es auch f\u00fcr dich als Musiker wichtig, viel \u00fcber die Werke, die du spielst, zu wissen?<\/p>\n<p><b>LS:<\/b> Nicht so sehr das Wissen, aber das Kennen der Musik ist mir sehr wichtig. Ich beginne, ein St\u00fcck zu studieren, indem ich es lese, viel, viel lese. Schon das Spielen ist ja eine erste Transkription. Dabei versuche ich zu erkunden, wie dieser Notentext zu verstehen ist, sozusagen die musikalische Idee aus ihrem K\u00e4fig zu befreien. Nat\u00fcrlich bleibt dieses Erkunden subjektiv und sp\u00e4ter kann man davon auch wieder abweichen. Aber von Vornherein nur zu sagen: \u201eIch f\u00fchle es so\u201c, ist mir zu wenig. Und dann muss man auch vertrauen. Seinen eigenen Weg finden.<\/p>\n<p>Ich bin sehr perfektionistisch veranlagt, aber ich versuche das abzulegen. Irgendwie braucht man Perfektionismus, aber zu viel von etwas ist immer schlecht. Die Balance mit der Spontanit\u00e4t muss erhalten bleiben. Sonst bist du nicht mehr authentisch \u2013 und dann ist die Verbindung weg.<\/p>\n<p>Der ARD-Wettbewerb war ein gro\u00dfer Erfolg. Was hat sich seitdem f\u00fcr dich ver\u00e4ndert?<\/p>\n<p><b>LS:<\/b> Alles! (Lacht.) Ich bin nun bei einer Agentur unter Vertrag. Ich werde zum ersten Mal dasselbe Programm an f\u00fcnfzehn unterschiedlichen Orten spielen. Dennoch werde ich die n\u00e4chsten Jahre noch intensiv meinem Studium widmen. Da gibt es noch viel Zeit und Raum zum Experimentieren und zur Weiterentwicklung.<\/p>\n<p>Was waren denn sonst wichtige Lernmomente f\u00fcr deine k\u00fcnstlerische Entwicklung?<\/p>\n<p><b>LS:<\/b> Es gibt f\u00fcr mich kein einzelnes \u201eBerufungserlebnis\u201c, meine Entwicklung war sehr organisch. Ich habe auch nie bewusst entschieden, Musiker zu werden, es hat immer eines das N\u00e4chste ergeben.<\/p>\n<p>Anscheinend war ich schon als kleines Kind sehr fasziniert von einem kleinen Keyboard. Gelernt habe ich aber zuerst keine klassische Musik: Nach ersten EMP-Kursen habe ich klassischen Klavierunterricht verweigert, aber gerne improvisiert. Zum Gl\u00fcck hatte ich tolle Lehrer_innen, die mir das erm\u00f6glicht haben. Dann bin ich bei den Wiener S\u00e4ngerknaben mit klassischer Musik in Kontakt gekommen und w\u00e4hrend des Musikgymnasiums war ich an der mdw im Hochbegabtenlehrgang bei Alma Sauer und sp\u00e4ter regul\u00e4r bei Anna Malikova.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Punkt in meiner Entwicklung war nat\u00fcrlich die Begegnung mit Igor Levit. Im Rahmen der <i>Moments Musicaux<\/i> im Konzerthaus ergab sich die Gelegenheit f\u00fcr ein erstes Kennenlernen \u2013 nun studiere ich bei ihm in Hannover. Bei ihm traue ich mich vieles. Es ist eine sehr respektvolle Beziehung, mit viel Freiheit.<\/p>\n<p>Was sind f\u00fcr dich in n\u00e4herer Zukunft wichtige Projekte?<\/p>\n<p><b>LS: <\/b>In Wien spiele ich mein erstes Recital im Musikverein und danach Beethovens Tripelkonzert im Konzerthaus.<\/p>\n<div class=\"bdaia-separator se-shadow\" style=\"margin-top:30px !important;margin-bottom:30px !important;\"><\/div>\n<h5>Veranstaltungstipps:<\/h5>\n<p><b>Tripelkonzert mit Lukas Sternath<br \/>\n<\/b>Konzerthaus, 10. M\u00e4rz, 19 Uhr &amp; 12. M\u00e4rz 2023, 19.30 Uhr<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/6\/?f=ver&amp;searchVer=Sch%C3%B6pfung\"><b>Webern Sinfonietta: <i>Die Sch\u00f6pfung<\/i><\/b><\/a><br \/>\nSchlosstheater Sch\u00f6nbrunn, 18. &amp; 20. M\u00e4rz 2023, 19.30 Uhr","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im November lud die mdw zu einer Soir\u00e9e musicale in den Ehrbar Saal: Den musikalisch bunten Abend gestaltete \ufeffVasily Valitov mit der Webern Sinfonietta und Lukas Sternath.<\/p>\n","protected":false},"author":140,"featured_media":8472,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[1340,1352,196,856],"class_list":["post-8470","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-report","tag-2023-1","tag-lukassternath","tag-interview","tag-report"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8470","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/140"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8470"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8470\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8627,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8470\/revisions\/8627"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8472"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8470"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8470"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8470"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}