{"id":841,"date":"2017-03-01T10:16:41","date_gmt":"2017-03-01T09:16:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=841"},"modified":"2017-03-01T10:16:41","modified_gmt":"2017-03-01T09:16:41","slug":"virtuelle-plattform-spielmachtraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2017\/03\/01\/virtuelle-plattform-spielmachtraum\/","title":{"rendered":"Virtuelle Plattform spiel|mach|t|raum: Frauen* an der mdw 1817\u20132017"},"content":{"rendered":"<strong>Die virtuelle Plattform <em>spiel|mach|t|raum<\/em>\u00a0ist ein Jubil\u00e4ums-Projekt der mdw, das Frauen* als historisch stark unterrepr\u00e4sentiertes Geschlecht in h\u00f6chsten Kunstausbildungseinrichtungen wie der mdw sichtbarer machen m\u00f6chte. Die Inhalte der virtuellen Plattform gehen auf eine mdw-Ausstellung gleichen Namens im Jahr 2011 zur\u00fcck, an der elf Kolleginnen und zwei Kollegen der mdw sowie eine externe Genderforscherin aktiv mitgewirkt haben. <\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_856\" aria-describedby=\"caption-attachment-856\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-856\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/fanny_freifrau_von_arnstein.jpg\" alt=\"Itzig, Franziska\" width=\"400\" height=\"559\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/fanny_freifrau_von_arnstein.jpg 600w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/fanny_freifrau_von_arnstein-215x300.jpg 215w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-856\" class=\"wp-caption-text\">Itzig, Franziska (1758 \u2013 1818) \u00a9\u00d6NB<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das aktuelle, nach wie vor gro\u00dfe Ungleichgewicht zwischen M\u00e4nnern und Frauen in Leitungspositionen im allgemeinen Musikbereich (Kunst- und Popularmusik) ergibt sich nicht zuletzt daraus, welche Personen an den h\u00f6chsten Ausbildungsst\u00e4tten f\u00fcr Musik \u2013 dies waren die seit dem Ende des 18. Jahrhunderts gegr\u00fcndeten europ\u00e4ischen musikalischen Konservatorien \u2013 unterrichteten, denn darunter befanden sich lange Zeit nur sehr wenige weibliche Lehrende. Aus der b\u00fcrgerlich-strengen ideologischen Trennung zwischen privatem und \u00f6ffentlichem Leben resultierte, dass (b\u00fcrgerliche) Frauen, die qua Weltanschauung f\u00fcr das Private zust\u00e4ndig waren beziehungsweise sind, viel st\u00e4rker als M\u00e4nner \u00f6ffentlich reglementiert waren und wurden und daher auch nur selten einem b\u00fcrgerlich-anerkannten Beruf\/Erwerb in der \u00d6ffentlichkeit nachgehen konnten. Diese b\u00fcrgerliche Geschlechtertrennung brachte es mit sich, dass es als selbstverst\u00e4ndlich angesehen wurde, dass es nur monogeschlechtliche Klangk\u00f6rper geben k\u00f6nne. Da die Lehrenden des Konservatoriums aus den angesehensten Orchestern \u2013 die wiederum M\u00e4nnerorchester waren \u2013 rekrutiert wurden, wurden kaum Musiker<em>innen<\/em> als Lehrende am Konservatorium f\u00fcr Musik und darstellende Kunst Wien aufgenommen.<\/p>\n<p>Als Einstimmung auf die vielf\u00e4ltigen, unterschiedlichen Einblicke in 200 Jahre Frauen in Musik*Theater*Film an der mdw, die Interessierte in dieser virtuellen Plattform erwarten, werden im Folgenden die ersten weiblichen Lehrenden in verschiedenen F\u00e4chern und Disziplinen der mdw thematisiert.<\/p>\n<p>Die mdw, eine der gr\u00f6\u00dften Musiklehranstalten Europas und eine der \u00e4ltesten im deutschsprachigen Raum, blickt auf ihre Gr\u00fcndung im Jahr 1817 als Singschule mit 24 Sch\u00fclerInnen \u2013 12 Knaben und 12 M\u00e4dchen \u2013 unter der Leitung Antonio Salieris zur\u00fcck. Die heutige Universit\u00e4t begann also als eine Schule, in der beide Geschlechter zu gleichen Teilen vertreten waren und in der kurz danach die erste weibliche Lehrkraft, Anna Fr\u00f6hlich f\u00fcr Gesang, aufgenommen wurde. Es dauerte allerdings fast 80 Jahre, bis eine weibliche Lehrkraft, Terese Zamara im Jahr 1898, \u00a0f\u00fcr ein Orchesterinstrument (Harfe, allerdings nur als Nebenfach), und 132 Jahre, bis mit Edith Steinbauer eine weibliche Lehrende f\u00fcr den Hauptfachunterricht in einem Orchesterinstrument engagiert wurde. Sogar im Bereich Schauspiel herrschte bis weit in das 20. Jahrhundert hinein ein starkes Ungleichgewicht zwischen den vielen Sch\u00fclerinnen und wenigen Lehrerinnen, und gerade im Fach Klavier \u2013 das seit Anbeginn von weit mehr Sch\u00fclerinnen als Sch\u00fclern belegt wurde \u2013 f\u00e4llt der niedrige Anteil an weiblichen Lehrkr\u00e4ften besonders auf. Diese Tendenz setzt sich sogar bis in die heutige Zeit ungebrochen fort, so findet sich am Institut f\u00fcr Konzertfach Klavier der mdw im Jahr 2016 bei einem Studierendenverh\u00e4ltnis von 66 % Studentinnen zu 34 % Studenten unter den 13 Hauptfach-ProfessorInnen eine einzige weibliche Lehrkraft. Anders verhielt beziehungsweise verh\u00e4lt es sich lediglich in den \u201eklassischen Frauenf\u00e4chern\u201c Tanz (ein Fach, das bis 1978 an der mdw unterrichtet wurde) und Rhythmische Erziehung.<\/p>\n<figure id=\"attachment_843\" aria-describedby=\"caption-attachment-843\" style=\"width: 296px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-843 size-full\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/EdithSteinbauerQuartett_OENB.jpg\" alt=\"EdithSteinbauerQuartett\" width=\"296\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/EdithSteinbauerQuartett_OENB.jpg 296w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/EdithSteinbauerQuartett_OENB-247x300.jpg 247w\" sizes=\"auto, (max-width: 296px) 100vw, 296px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-843\" class=\"wp-caption-text\">Edith Steinbauer (sitzend) zusammen mit den Mitgliedern des &#8222;Steinbauer-Quartetts&#8220;: Herta Martini, Maria Capellmann und Hilde Folger-Lobe (um 1920); \u00a9\u00d6NB<\/figcaption><\/figure>\n<p>Erst 1910 \u00fcberstieg der Prozentsatz der weiblichen Lehrenden an der mdw die 10-Prozent-Marke (bei einem Sch\u00fclerinnen-Anteil von 53%), 1920 erstmals die 20-Prozent-Marke, 1972 die 30-Prozent- und erst 2008 die 40-Prozent-Marke. Auch wenn sich das Verh\u00e4ltnis zwischen m\u00e4nnlichen und weiblichen Lehrkr\u00e4ften in der 200-j\u00e4hrigen Geschichte der mdw immer weiter angen\u00e4hert hat, dominierten im Jahr 2015 nach wie vor die m\u00e4nnlichen Lehrkr\u00e4fte mit 59 % im Verh\u00e4ltnis zu 41% weiblichen Lehrkr\u00e4ften, obwohl zum selben Zeitpunkt 54% der Studierenden weiblich und 46% m\u00e4nnlich waren. Und auch diese Zahl spiegelt nicht die ganze Wirklichkeit wider, denn gerade bei den prestigetr\u00e4chtigen Professuren \u00fcberwiegen die M\u00e4nner bei Weitem, w\u00e4hrend Frauen mehrheitlich in weniger angesehenen und schlechter bezahlten Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen (und vielfach im Nebenfach) zu finden sind. So hatten Frauen 2015 nur 26% der ordentlichen beziehungsweise der Universit\u00e4ts-Professuren der mdw inne.<\/p>\n<p>Dabei war die Gr\u00fcndung der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien eng mit dem Einsatz einer Frau verbunden: Fanny von Arnstein. Der Jahresbericht des Konservatoriums 1860 erw\u00e4hnt unter dem Titel <em>Zur Chronik des Konservatoriums<\/em> die 1811 gegr\u00fcndete <em>Gesellschaft adeliger Frauen zur Bef\u00f6rderung des Guten und N\u00fctzlichen <\/em>und hebt die Rolle Fanny von Arnsteins als Initiatorin eines Konzerts hervor, bei dem die Gr\u00fcndung eines Musikvereins angeregt wurde, das 1812 zur Entstehung der <em>Gesellschaft der Musikfreunde des \u00f6sterreichischen Kaiserstaates<\/em> und in der Folge zur Errichtung der dazugeh\u00f6rigen Singschule beziehungsweise des Konservatoriums f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Nach der Erstanstellung von Anna Fr\u00f6hlich als Gesangslehrerin im Jahr 1819 finden sich bis 1895 weibliche Lehrende beinahe ausschlie\u00dflich im Bereich des Gesangs, und sogar hier befanden sie sich \u2013 im Vergleich zur Anzahl der Sch\u00fclerinnen \u2013 weit in der Unterzahl. Im Bereich des Schauspielunterrichtes f\u00e4llt die Diskrepanz zwischen der hohen Anzahl an Sch\u00fclerinnen und der niedrigen Anzahl an weiblichen Lehrenden sogar noch st\u00e4rker auf: Unter allen Lehrenden im Bereich des Schauspielunterrichtes bis zur Verstaatlichung 1909, gab es 27 M\u00e4nner und lediglich eine Frau \u2013 Eugenie Petrasch-Wohlmuth.<\/p>\n<p>Die Anf\u00e4nge des Klavierunterrichts am Konservatorium in Wien gehen auf das Jahr 1833 zur\u00fcck, der Unterricht wurde damals allerdings nur als Nebenfach in einem Jahrgang mit einem einzigen Lehrer angeboten. 1856 kam ein zweiter Lehrer hinzu, damit stieg der Prozentsatz der Klaviersch\u00fclerInnen am Konservatorium schlagartig von weniger als 10 % auf mehr als 20% der Gesamtstudierenden an, im Studienjahr 1870 \u00fcberschritt die Anzahl der Klaviersch\u00fclerInnen erstmals die 50-Prozent-Marke und erreichte ihren H\u00f6hepunkt um 1880. Bis 1893 machten sie noch immer mehr als die H\u00e4lfte der Sch\u00fclerInnen am Konservatorium aus. Es dr\u00e4ngt sich hier die Vermutung auf, dass die hohe Anzahl an Klaviersch\u00fclerinnen in erster Linie das Budget des permanent unter Geldn\u00f6ten leidenden privat gef\u00fchrten Konservatoriums aufzubessern hatte. Diese sehr gut ausgebildeten Musikerinnen erwartete n\u00e4mlich ein freier Musikmarkt, der ihre Musikdarbietungen im Vergleich zu denen von Musikern mit einem viel geringeren Honorar entlohnte. Eine Statistik aus dem Studienjahr 1895\/96 zeigt 7% Sch\u00fcler und 93% Sch\u00fclerinnen, zu diesem Zeitpunkt gab es noch immer keine einzige weibliche Lehrkraft f\u00fcr das Hauptfach Klavier. Auch die 1902 eingef\u00fchrte Meisterklasse f\u00fcr Klavier wurde \u00fcberwiegend von Frauen\u00a0frequentiert und auch abgeschlossen. Damit l\u00e4sst sich das vorgeschobene Argument, es h\u00e4tte keine qualifizierten Pianistinnen gegeben, leicht entkr\u00e4ften. Die Pianistin Friederike Singer wurde 1889 als erste Lehrerin f\u00fcr Klavier \u2013 und damit als erste Lehrerin f\u00fcr ein Instrument \u2013 an der mdw aufgenommen, dabei waren zu diesem Zeitpunkt \u00fcber 90% der Klaviersch\u00fclerInnen weiblich.<\/p>\n<figure id=\"attachment_842\" aria-describedby=\"caption-attachment-842\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-842 size-full\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/anna_froehlich.jpg\" alt=\"Anna Froehlich\" width=\"400\" height=\"491\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/anna_froehlich.jpg 400w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/anna_froehlich-244x300.jpg 244w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-842\" class=\"wp-caption-text\">Anna Fr\u00f6hlich (1793\u20131880), Emanuel Peter. Portr\u00e4t 1830; \u00a9\u00d6NB<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das klassische \u201eFrauen-Instrument\u201c im Orchesterbereich ist die Harfe. Sogar die Wiener Philharmoniker, die erst 1997 Musikerinnen die Aufnahme in den Verein Wiener Philharmoniker gestatteten, lie\u00dfen die Harfe bei ihren Konzertauftritten davor von einer Frau \u2013 wohl mangels eines gleichwertigen m\u00e4nnlichen Harfenisten \u2013 spielen. Terese Zamara trat bereits fr\u00fch als Harfenvirtuosin \u00f6ffentlich auf und wurde 1898 mit der Unterrichtserteilung betraut. Damit war sie die erste Lehrerin f\u00fcr ein Orchesterinstrument am Wiener Konservatorium.<br \/>\nIm Jahresbericht der Staatsakademie f\u00fcr Musik und darstellende Kunst Wien f\u00fcr das Schuljahr 1937\/38 sind die dem Einmarsch Hitlers folgenden Ereignisse am Haus festgehalten. Bereits am 15. M\u00e4rz wurde der neue Kommissarische Leiter Alfred Orel begr\u00fc\u00dft. Am selben Tag erfolgte die Beurlaubung von neun Lehrkr\u00e4ften, darunter die T\u00e4nzerin Gertrud Bodenwieser und die Pianistin Erna Kremer. Sie konnten, so die damalige Diktion, \u201eden Eid auf Adolf Hitler aus rassischen Gr\u00fcnden nicht ablegen\u201c (Heller 1992, 58, dort auch eine detaillierte Darstellung der \u201eGleichschaltung\u201c). Erna Kremer, eine 1896 geborene Pianistin, wurde 1942 nach Maly Trostinec deportiert und ermordet. Gertrud Bodenwieser, geboren 1890, war T\u00e4nzerin, Choreografin, Tanzlehrerin und Pionierin des Ausdruckstanzes und wurde 1920 als erste Frau f\u00fcr \u201eMimik und Tanz\u201c an die mdw berufen. Sie konnte nach Kolumbien und anschlie\u00dfend nach Australien fliehen. Lynne Heller spricht von 26% der Lehrkr\u00e4fte, die aus \u201erassischen Gr\u00fcnden\u201c entlassen wurden. (Heller 1992)<\/p>\n<p>Erstmals im Jahr 1951 wurde an der mdw eine weibliche Lehrkraft, Edith Steinbauer, die selbst am Haus Studentin gewesen war, mit dem Hauptfachunterricht f\u00fcr ein klassisches Orchesterinstrument betraut, und zwar f\u00fcr Violine. Dabei hatten die ersten Studentinnen bereits 1864\/65 am Konservatorium Violine belegt, und vor allem die 1909 gegr\u00fcndete Meisterschule f\u00fcr Violine verzeichnete \u2013 \u00e4hnlich wie die Meisterklasse f\u00fcr Klavier \u2013 stets einen hohen Prozentsatz an Sch\u00fclerinnen. Am Max Reinhardt Seminar waren Susi Nicoletti im Jahr 1977 und an der Filmakademie Wien Hannelore G\u00f6tzinger 1983 die ersten weiblichen Lehrenden in einem k\u00fcnstlerischen Fach, die im Rang einer Professorin unterrichteten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_844\" aria-describedby=\"caption-attachment-844\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-844\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Irmgard_Bontinck.jpg\" alt=\"Irmgard Bontinck\" width=\"300\" height=\"325\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Irmgard_Bontinck.jpg 400w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Irmgard_Bontinck-277x300.jpg 277w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-844\" class=\"wp-caption-text\">em.o.Univ.-Prof.in Dr.in Irmgard Bontinck<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Gr\u00fcndung von wissenschaftlichen Instituten ab den 1960er Jahren \u2013 darunter f\u00fcr Musiksoziologie, Volksmusikforschung, Musikanalyse, Kulturmanagement \u2013 f\u00fchrte zu einem neuen Lehrveranstaltungstypus, dem wissenschaftlichen Seminar. Die erste (weibliche) Professor<em>in<\/em> im wissenschaftlichen Bereich wurde 1986 (Musiksoziologie, Irmgard Bontinck) ernannt, in den 1990er Jahren folgten zwei weitere Professorinnen f\u00fcr Musikanalyse (Marie-Agnes Dittrich 1993) und Volksmusikforschung (Gerlinde Haid 1994).<\/p>\n<p>Komposition und das Dirigat gelten seit jeher in der h\u00f6chsten Musikausbildung als besonders anspruchsvolle Unterrichtsf\u00e4cher. Carla Scaletti wurde 1998\/99 Gastprofessorin f\u00fcr Elektroakustische Komposition und damit erst Ende des 20. Jahrunderts die erste weibliche Lehrende im Fachbereich Komposition und Elektroakustik an der mdw. Auf eine Universit\u00e4tsprofessorin f\u00fcr Dirigieren wird noch immer gewartet.<\/p>\n<p>Die virtuelle Plattform <em>spiel|mach|t|raum<\/em> wird am Internationalen Frauentag \u2013 8. M\u00e4rz 2017 um 12 Uhr vorgestellt<strong>. <\/strong>Die Plattform thematisiert im Sinne einer <em>inklusiven Universit\u00e4t<\/em> wie geschlechtergerecht beziehungsweise geschlechterungerecht die 200-j\u00e4hrige Geschichte der mdw war und ist. Im Vergleich beispielsweise zur Geschichte der Universit\u00e4t Wien (an der bisher 602 Jahre lang M\u00e4nner, aber lediglich 120 Jahre Frauen studieren konnten) scheint das Geschlechterverh\u00e4ltnis an der mdw mit 200 Jahren M\u00e4nner- zu 200 Jahren Frauenstudium freilich sehr positiv, wird jedoch bei genauerem Hinsehen stark br\u00fcchig. Einiges ist \u00fcber die Geschichte von Musikerinnen, K\u00fcnstlerinnen, Wissenschafterinnen, P\u00e4dagoginnen, die weiblichen Lehrenden der mdw bekannt, viele Details aber liegen noch im Dunkeln: Alles Themen, die \u2013 wie wir w\u00fcnschen und hoffen \u2013 von Studierenden, Lehrenden und anderen Forschenden in weiteren engagierten intersektionalen Abschlussarbeiten und Studien erhellt und weiter geschrieben werden.<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.mdw.ac.at\/spielmachtraum\" target=\"_blank\">www.mdw.ac.at\/spielmachtraum<\/a> (online ab 8. M\u00e4rz 2017)<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n<p><em>Lynne Heller, Die Reichshochschule f\u00fcr Musik in Wien 1938-1945, Dissertation an der Universit\u00e4t Wien 1992<\/em><\/p>\n<p><strong>Bildnachweis:<\/strong><\/p>\n<p>S\u00e4mtliche Bilder (au\u00dfer das Foto von Irmgard Bontinck) stammen aus dem Bildarchiv der \u00d6sterreichischen Nationalbibliothek:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.bildarchivaustria.at\" target=\"_blank\">www.bildarchivaustria.at<\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die virtuelle Plattform spiel|mach|t|raum\u00a0ist ein Jubil\u00e4ums-Projekt der mdw, das Frauen* als historisch stark unterrepr\u00e4sentiertes Geschlecht in h\u00f6chsten Kunstausbildungseinrichtungen wie der mdw sichtbarer machen m\u00f6chte. Die Inhalte der virtuellen Plattform gehen auf eine mdw-Ausstellung gleichen Namens im Jahr 2011 zur\u00fcck, an der elf Kolleginnen und zwei Kollegen der mdw sowie eine externe Genderforscherin aktiv mitgewirkt haben. &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":41,"featured_media":850,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[137,193,192,180,181],"class_list":["post-841","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-special","tag-2017-1","tag-feminism","tag-feminismus","tag-frauen","tag-women"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/841","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/41"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=841"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/841\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":862,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/841\/revisions\/862"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/850"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=841"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=841"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=841"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}