{"id":8197,"date":"2022-11-28T13:50:40","date_gmt":"2022-11-28T12:50:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=8197"},"modified":"2022-11-28T13:51:39","modified_gmt":"2022-11-28T12:51:39","slug":"miteinanderindiskussionbleibenausblicksenatsarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2022\/11\/28\/miteinanderindiskussionbleibenausblicksenatsarbeit\/","title":{"rendered":"\u201eMiteinander in Diskussion bleiben\u201c: \ufeffR\u00fcck- und Ausblick auf die Senatsarbeit an der mdw"},"content":{"rendered":"<h5>Johannes Marian wurde am 1. Oktober von den Mitgliedern des Senats erneut zum Vorsitzenden gew\u00e4hlt (bis 30.\u200a9.\u200a2025). Mit Petra Weissberg, der Leiterin des StudienCenters, wurde zum ersten Mal das einzige Mitglied, das die gro\u00dfe Personengruppe des allgemeinen Universit\u00e4tspersonals im Senat vertritt, zur stellvertretenden Vorsitzenden gew\u00e4hlt. Mit dem <i>mdw-Magazin <\/i>blickt Marian zur\u00fcck auf die vergangenen drei Jahre, erkl\u00e4rt, wie wichtig die Freiheit von Kunst, Forschung und Lehre ist und warum er positiv gestimmt in die neue Funktionsperiode geht.Sie sind seit Oktober 2019 Vorsitzender des Senats. Kurz nachdem Sie Ihre Funktion \u00fcbernommen haben, wurden wir alle und auch die mdw vor die besonderen Herausforderungen einer Pandemie gestellt. Wie hat sich das auf die Arbeit des Senats ausgewirkt?<\/h5>\n<p><b>Johannes Marian (JM):<\/b> F\u00fcr ein Leitungsorgan wie den Senat, der immerhin aus 18 Mitgliedern besteht, die aus allen Gruppen der Universit\u00e4tsangeh\u00f6rigen (Lehrende\/Forschende, Studierende und Verwaltung) stammen, war die Pandemie \u2013 und vor allem deren Beginn \u2013 eine immense Herausforderung. Die Gesch\u00e4ftsordnung der mdw sah damals noch keine virtuellen Sitzungen vor; gleichzeitig verschob die Regierung in dieser Notsituation zentrale Senatskompetenzen zu den Rektoraten. An der mdw hatten wir die gl\u00fcckliche Situation, dass das Rektorat mit Hilfe der Jurist_innen des Hauses sehr rasch Wege fand, den Senat und die von ihm eingesetzten Kommissionen wieder voll handlungsf\u00e4hig zu machen. Ich wei\u00df noch allzu gut, was f\u00fcr eine Herausforderung unsere erste Senatssitzung \u00fcber Zoom f\u00fcr uns alle war \u2013 aber wir haben uns nicht entmutigen lassen, haben schnell gelernt und nicht nur all unsere gesetzlich vorgesehenen Aufgaben erf\u00fcllt, sondern dar\u00fcber hinaus auch neue Ideen entwickelt, neue Rahmenbedingungen geschaffen und durchaus lautstark \u00f6ffentlich unsere Meinung gesagt, wenn dies n\u00f6tig war.<\/p>\n<p>Wie ist prinzipiell Ihr Fazit zu den letzten drei Jahren? Was waren besonders wichtige Punkte f\u00fcr den Senat in dieser Periode?<\/p>\n<p><b>JM:<\/b> Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung war, dass die Regierung mitten in der Pandemie, in einer Zeit, wo alle Energie bei der Bew\u00e4ltigung der massiven Umw\u00e4lzungen in Unterricht, Forschung und Verwaltung gebraucht worden w\u00e4re, jene Novelle des Universit\u00e4tsgesetzes zur Begutachtung vorlegte, die nicht nur zahlreiche Kompetenzen des Senats zu den anderen Leitungsorganen verschieben sollte, sondern auch zahlreiche Verschlechterungen f\u00fcr die Studierenden vorsah. Dagegen musste entschieden protestiert und vor allem argumentiert werden, und das haben wir wirklich mit ganzer Kraft getan. Kurz vor Ausbruch der Pandemie gab es eine gro\u00dfe Senatsklausur mit allen Ersatzmitgliedern, in der sehr deutlich wurde, dass es mehr Transparenz und Partizipation bei der Besetzung unserer Kommissionen, vor allem bei den Studienkommissionen (StuKo) braucht. Wir haben daher eine ganz neue Vorgangsweise entwickelt und als Vorbereitung f\u00fcr die nun startende neue Periode alle Lehrenden und Forschenden des Hauses angeschrieben mit der Bitte um R\u00fcckmeldung, ob sie an der Mitwirkung in einer StuKo interessiert sind. So hat der neue Senat nun die M\u00f6glichkeit, einerseits auf bereits gut eingearbeitete Fachexpert_innen zur\u00fcckgreifen zu k\u00f6nnen, andererseits aber auch neue Personen einzubeziehen, deren Bereitschaft zur Mitwirkung sonst nicht bekannt gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Ebenso verfahren wir auch bei der Neubesetzung des Arbeitskreis f\u00fcr Gleichbehandlungsfragen (AKG), dessen Funktionsperiode nun ebenfalls neu an jene des Senats angeglichen wurde. Viele dieser \u00c4nderungen und neuen Ideen mussten auch in der Satzung neu geregelt werden, Gesch\u00e4fts- und Wahlordnung sowie Studienrecht wurden im Zusammenwirken mit dem Rektorat und den Jurist_innen des Hauses teilweise entscheidend ge\u00e4ndert. R\u00fcckblickend waren es wirklich drei extrem intensive Jahre, in denen viel umgesetzt, aber auch vieles begonnen wurde, was nun in der n\u00e4chsten Periode auf dem Pr\u00fcfstand steht. Nicht zu vergessen ist nat\u00fcrlich der gro\u00dfe, umfassende Bereich der Curricula und deren Entwicklung. Unsere StuKos sind zahlreich und h\u00f6chst aktiv; bevor ihre Beschl\u00fcsse dem Senat zur Genehmigung vorgelegt werden, m\u00fcssen sich die Senatsmitglieder mit den zugrundeliegenden Inhalten besch\u00e4ftigen. Wer denkt, dass dieser Prozess in der Pandemie beeintr\u00e4chtig war, irrt. Im Gegenteil \u2013 das Kompetenzzentrum Curricula-Entwicklung, mit dem wir hervorragend zusammenarbeiten, wird es best\u00e4tigen: An der mdw bl\u00fchten und bl\u00fchen die Initiativen f\u00fcr neue Studien und Studienplan\u00e4nderungen. Und so soll und muss es auch sein. Last but not least war es auch eine bedeutsame Entscheidung des Senats, sich f\u00fcr die Wiederbestellung der amtierenden Rektorin Ulrike Sych f\u00fcr eine weitere Funktionsperiode auszusprechen und dem von ihr nominierten Team der Vizerektor_innen zuzustimmen.<\/p>\n<p>Die angesprochene UG-Novelle, zu der auch der Senat der mdw Stellung bezogen hat, weil Kompetenzen des Senats zugunsten des Universit\u00e4tsrats und des Rektorats eingeschr\u00e4nkt werden sollten, \u2013 wie bewerten Sie das heute?<\/p>\n<p><b>JM: <\/b>Der Kampf gegen die Entmachtung des Senats in der UG-Novelle 2021, den wir gemeinsam mit den Senaten aller anderen \u00f6sterreichischen Universit\u00e4ten (und \u00fcbrigens auch mit Unterst\u00fctzung von Rektoraten, nicht zuletzt auch jenem der mdw) gef\u00fchrt haben, hat sich sicherlich gelohnt. Einerseits ist es gelungen, einige besonders gef\u00e4hrliche Punkte zu verhindern bzw. zu entsch\u00e4rfen, andererseits haben die Proteste auch zu einem stark gesch\u00e4rften Bewusstsein f\u00fcr die Brisanz der Lage und zu einem sehr starken Zusammenhalt innerhalb der SVK (Senatsvorsitzendenkonferenz) gef\u00fchrt. Gewonnen ist der Kampf aber sicherlich nicht, und es ist absolute Wachsamkeit bei jedem neuen Gesetzesvorschlag geboten. F\u00fcr den Schutz und die St\u00e4rkung der Freiheit von Kunst, Forschung und Lehre w\u00e4re es dringend notwendig, die Kompetenzen des Senats auszuweiten, stattdessen m\u00fcssen die Senate seit Jahren gegen ihre weitere Entmachtung ank\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Welche Bedeutung haben die Arbeitsgruppen des Senats?<\/p>\n<p><b>JM:<\/b> Die Arbeitsgruppen des Senats spielen f\u00fcr das gesamte Haus eine wesentliche Rolle, weil sie jeder\/jedem Universit\u00e4tsangeh\u00f6rigen zur Mitwirkung offenstehen. Anders als im Senat und den von ihm eingesetzten entscheidungsbefugten Kommissionen wie Studien- oder Berufungskommissionen gibt es keine gesetzlichen Vorschriften zur Zusammensetzung, keine Beschr\u00e4nkung der Zahl der Mitglieder, keine Trennung von Haupt- und Ersatzmitgliedern und keine f\u00fcr alle gleich geltenden Regeln einer Gesch\u00e4ftsordnung. Die Arbeitsgruppen sind weit \u00fcber den Kreis der Senatsmitglieder hinaus in das ganze Haus vernetzt und verbinden sich oft in Plattformen mit anderen Organisationseinheiten der mdw.<\/p>\n<p>Blicken wir nun in die Zukunft: Mit welchen Erwartungen, W\u00fcnschen und Pl\u00e4nen gehen Sie in die neue Periode?<\/p>\n<p><b>JM: <\/b>Im Grunde ist es ganz leicht, den Schwung der letzten drei Jahre ohne Unterbrechung in die neue Periode mitzunehmen. Wir haben eine sehr gute Mischung aus schon erfahrenen und neuen Senatsmitgliedern, wir m\u00fcssen also weder alles neu erfinden noch auf neue Impulse und Sichtweisen verzichten. Die zu bearbeitenden Themen halten sich ja nicht an dreij\u00e4hrige Funktionsperioden, und so werden wir kontinuierlich weiterf\u00fchren, was wir begonnen haben. Wir werden einerseits nat\u00fcrlich unsere umfassenden gesetzlich vorgegebenen Aufgaben vollst\u00e4ndig erf\u00fcllen, dar\u00fcber hinaus aber auch gesellschaftspolitische Prozesse aufmerksam beobachten und uns immer und \u00fcberall zu Wort melden, wo die Freiheit von Kunst, Forschung und Lehre bedroht ist und die universit\u00e4re Autonomie weiter eingeschr\u00e4nkt werden soll. Insgesamt bin ich f\u00fcr die neue Periode sehr positiv gestimmt. Sollte die Pandemie noch einmal massivere Einschr\u00e4nkungen erfordern, sind wir gut darauf vorbereitet. An innovativen Ideen in Kunst, P\u00e4dagogik, Wissenschaft und auch in der Verwaltung besteht an der mdw absolut kein Mangel. Ganz im Gegenteil \u2013 sie sind der Antrieb, der den Senat bewegt und motiviert.<\/p>\n<p>Was glauben Sie ist wichtig, damit der Senat der mdw auch in Zukunft gut arbeiten und seinen Aufgaben nachkommen kann?<\/p>\n<p><b>JM: <\/b>Das Wichtigste f\u00fcr eine erfolgreiche Senatsarbeit ist die st\u00e4ndige Bereitschaft der Senatsmitglieder, der zahlreichen Ersatzmitglieder und der Mitglieder der vom Senat eingesetzten Kommissionen und Arbeitsgruppen, miteinander in Diskussion zu treten und zu bleiben. Senatsarbeit lebt von vielf\u00e4ltigen (und manchmal durchaus auch zeitraubenden) partizipativen Prozessen, die zu gut begr\u00fcndbaren Ergebnissen und dadurch zu tragf\u00e4higen Beschl\u00fcssen f\u00fchren. Das Team des neuen Senats, soviel l\u00e4sst sich schon nach den ersten Sitzungen sagen, wird seine Aufgaben genau in diesem Sinn erf\u00fcllen und so einen wesentlichen Beitrag zur universit\u00e4ren Autonomie leisten.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johannes Marian wurde am 1. Oktober von den Mitgliedern des Senats erneut zum Vorsitzenden gew\u00e4hlt (bis 30.\u200a9.\u200a2025). 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