{"id":7993,"date":"2022-09-26T11:16:37","date_gmt":"2022-09-26T09:16:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=7993"},"modified":"2022-09-28T14:26:41","modified_gmt":"2022-09-28T12:26:41","slug":"parallelgesellschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2022\/09\/26\/parallelgesellschaften\/","title":{"rendered":"Parallelgesellschaften"},"content":{"rendered":"<h1>Effekte struktureller Mehrgleisigkeit auf popul\u00e4re Musik, ihre Erforschung und Vermittlung<br \/>\n32. GFPM-Tagung || 5. IASPM-D-A-CH-Tagung<\/h1>\n<p>Im Alltag sind Vorstellungen von angeblichen \u201eParallelwelten\u201c und \u201eParallelgesellschaften\u201c, von imaginierten sozialen Nischen und Blasen, die (vermeintlich) auseinanderstreben und h\u00e4ufig als unvereinbar angesehen werden, weit verbreitet. Auch im Bereich der popul\u00e4ren Musikpraxis (im Allgemeinen) sowie in den Popular Music Studies (im Speziellen) lassen sich derartige Konstruktionen auf den unterschiedlichsten Ebenen beobachten, etwa in Form nebeneinander bestehender Denkfiguren, Systeme, Netzwerke, Praktiken und Strukturen, die als ontologische Gegebenheiten und vermeintlich fixe Selbstverst\u00e4ndlichkeiten auf ihre Entstehungsweisen, Funktionen und Effekte hin bisher nur unzureichend beobachtet und untersucht worden sind. Wer meint eigentlich was, wenn wahlweise \u00fcber \u201ePop\u201c, \u201epopul\u00e4re Musik\u201c oder \u201ePopularmusik\u201c gesprochen wird\u00a0\u2013 und was wird damit jeweils bezweckt? Wie werden \u00fcber sprachliche und \u00e4sthetische Codes in popul\u00e4rer Musik Grenzen markiert und R\u00e4ume abgesteckt\u00a0\u2013 man denke etwa an Genre-Bildungen und Kanonisierungsprozesse\u00a0\u2013, und wie sind diese Praktiken mit intersektionalen Kategorien verkn\u00fcpft? Nicht zuletzt: Wie wird aktuell der Umstand bewertet, dass wir es im deutschsprachigen Raum seit einigen Jahren mit zwei deutschsprachigen wissenschaftlichen Fachgesellschaften zu tun haben, die beide die Erforschung popul\u00e4rer Musik als ihre Zentralagenda ansehen?<\/p>\n<p>Als Organisator_innen freuen wir uns sehr, dass die mdw vom 20. bis 22.\u00a0Oktober 2022 als Gastgeberin einer gemeinsamen Jahrestagung der Gesellschaft f\u00fcr Popularmusikforschung (GFPM) e.\u00a0V. und der International Association For The Study Of Popular Music\u00a0\u2013 Germany\u00a0\u2013 Austria\u00a0\u2013 Switzerland (IASPM D-A-CH) e.\u00a0V. fungieren darf, um Fragen wie die genannten ausf\u00fchrlich zu diskutieren. Hauptziel der internationalen Konferenz, die unter dem Titel <i>Parallelgesellschaften \u2013 Effekte struktureller Mehrgleisigkeit auf popul\u00e4re Musik, ihre Erforschung und Vermittlung<\/i> l\u00e4uft, wird es sein, popkulturelle Differenzparadigmen auf den unterschiedlichsten Ebenen zun\u00e4chst einmal sichtbar und damit kritisch verhandelbar zu machen. In weiterer Folge soll aber auch danach gefragt werden, welchen Impact die entsprechenden Zuschreibungen haben, die als \u201efait social\u201c (\u00c9mile Durkheim) die pop-musikalische Realit\u00e4t ebenso pr\u00e4gen wie die korrespondierende journalistische und wissenschaftliche Praxis und neben An- und Einschl\u00fcssen auch zahlreiche Ausschl\u00fcsse evozieren. Wo und wie man vom gegenw\u00e4rtigen Nebeneinander zu einem synergetischen Miteinander kommen und bestehende Parallelstrukturen und -konstellationen produktiv vermitteln k\u00f6nnte, stellt ein weiteres Hauptanliegen der Tagung dar.<\/p>\n<p>Wir freuen uns auf zahlreiche Fachvortr\u00e4ge renommierter Kolleg_innen aus dem In- und Ausland zu diesem Thema, die durch Keynote-Lectures gerahmt und erg\u00e4nzt werden. Hyojung Sun (University of Ulster) und David Hesmondhalgh (University of Leeds) werden am Donnerstag, dem 20.\u00a0Oktober, \u00fcber Musikstreaming als digitale und zunehmend bedeutsame Alternative zu analogen Weisen der (popul\u00e4ren) Musikrezeption sprechen (diese Keynote wird gemeinsam mit den International Music Business Research Days veranstaltet). Am Freitag, dem 21.\u00a0Oktober, wird Moritz Ege (Universit\u00e4t Z\u00fcrich) in einer weiteren Keynote zu <i>Spaltungsdiagnosen, Moralisierungskritiken und Fantasien vom Popul\u00e4ren<\/i> referieren und dabei Semantiken des Popularen und des Popul\u00e4ren kritisch analysieren. Am Samstag, dem 22.\u00a0Oktober, werden wir im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Amira Ben Saoud (<i>Der Standard<\/i>), Esra \u00d6zmen (EsRap), Axel Petri-Preis (mdw) und Anne Wiederhold-Daryanavard (K\u00fcnstlerische Leitung der Wiener Brunnenpassage) \u00fcber ihre Erfahrungen mit Parallelwelt-Konstruktionen, Binarit\u00e4ten und Parallelstrukturen in Beruf und Alltag, \u00fcber ihre Strategien im Umgang mit Differenzparadigmen und \u00fcber M\u00f6glichkeiten ihrer \u00dcberwindung sprechen.<\/p>\n<p>Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos, Anmeldung erforderlich unter <a href=\"mailto:musiksoziologie@mdw.ac.at\">musiksoziologie@mdw.ac.at<\/a><br \/>\nWeitere Informationen unter: <a href=\"http:\/\/musiksoziologie.at\">musiksoziologie.at<\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Alltag sind Vorstellungen von angeblichen \u201eParallelwelten\u201c und \u201eParallelgesellschaften\u201c, von imaginierten sozialen Nischen und Blasen, die (vermeintlich) auseinanderstreben und h\u00e4ufig als unvereinbar angesehen werden, weit verbreitet. 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