{"id":7965,"date":"2022-09-27T16:35:18","date_gmt":"2022-09-27T14:35:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=7965"},"modified":"2022-09-28T14:01:17","modified_gmt":"2022-09-28T12:01:17","slug":"lets-play-ein-konzert-in-game-optik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2022\/09\/27\/lets-play-ein-konzert-in-game-optik\/","title":{"rendered":"Let\u2019s play: ein Konzert in Game-Optik"},"content":{"rendered":"<h5>Das Kollektiv Godot Komplex besch\u00e4ftigt sich seit seiner Gr\u00fcndung im Fr\u00fchjahr 2021 mit neuen Konzertformaten f\u00fcr die Klassik. Das Publikum in die Performance zu integrieren und R\u00e4ume jenseits der Frontalbespielung erfahrbar zu machen, ist das erkl\u00e4rte Ziel des Kollektivs. Als Gewinner des Wettbewerbs <i>Let\u2019s get digital<\/i> wagen die engagierten K\u00fcnstler_innen nun einen ersten Schritt in Richtung hybrides Konzertformat.<\/h5>\n<figure id=\"attachment_7970\" aria-describedby=\"caption-attachment-7970\" style=\"width: 683px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-7970\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image3-2-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image3-2-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image3-2-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image3-2-768x1151.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image3-2-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image3-2-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image3-2-850x1274.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image3-2.jpg 1423w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7970\" class=\"wp-caption-text\">Das Konzertkollektiv Godot Komplex verwischt die vermeintlichen Grenzen von U- und E-Musik und entwickelt performative Traumwelten in ungeahnten Kontexten. \u00a9 Thi Thuy Nhi Tran<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wer sind Godot Komplex, und wieso habt ihr euch f\u00fcr die Teilnahme an dem Wettbewerb<i> Let\u2019s get digital <\/i>entschieden?<\/p>\n<p><b>Hannah Baumann, Oboistin (HB):<\/b> Franzi, Johannes und ich sind Godot Komplex, ein Konzertkollektiv, das sich mit der Frage nach Konzertformaten oder dem Publikum der Zukunft besch\u00e4ftigt und dabei mit kollaborativen Partner_innen arbeitet. Mit der Multimediak\u00fcnstlerin und Musikerin Ella Estrella habe ich bereits bei fr\u00fcheren k\u00fcnstlerischen Projekten zusammengearbeitet. Als ich die Ausschreibung gelesen habe, schien es mir eine gute Gelegenheit, Godot Komplex mit Ella zu verbinden und gemeinsam ein Konzept f\u00fcr ein hybrides Konzertformat zu entwickeln.<\/p>\n<blockquote><p>Beim ersten Testlauf sa\u00dfen wir in unseren Wohnzimmern und konnten einfach nicht aufh\u00f6ren zu grinsen. Wir waren total gefesselt von dieser neuen Situation.<\/p>\n<p>Johannes Worms<\/p><\/blockquote>\n<p>Was waren eure ersten \u00dcberlegungen hinsichtlich dieses neuen Formats?<\/p>\n<p><b>Franziska Hiller, Sopranistin (FH):<\/b> Begonnen haben wir im Herbst 2021, wir waren alle Lockdown-m\u00fcde und der st\u00e4ndigen Zooms \u00fcberdr\u00fcssig. Trotz der Defizite, die das Digitale mit sich bringt, haben wir schnell gemerkt, dass wir nicht defizitorientiert arbeiten m\u00f6chten. Hingegen wollten wir ergr\u00fcnden, welche anderen Perspektiven wir einnehmen k\u00f6nnen, was neu ist und das analoge Geschehen bereichern kann. Im Zeitalter der Digitalit\u00e4t begegnen wir einer Pluralit\u00e4t von Ebenen und haben \u00fcberlegt, wie wir diese Ebenen miteinander verbinden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Johannes Worms, Bariton (JW):<\/b> Wir sind alle Musiker_innen mit unterschiedlichen Instrumenten und Hintergr\u00fcnden. Wir haben uns gefragt, wie wir unsere Leidenschaften und musikalischen Pr\u00e4gungen in das Projekt einbringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mit dem innovativen Konzept von <i>Let\u2019s play: connection loading<\/i> habt ihr den Wettbewerb f\u00fcr euch entschieden. K\u00f6nnt ihr die Idee dahinter beschreiben?<\/p>\n<p><b>HB:<\/b> Unser gro\u00dfes Thema ist die Verbindung. Wie bringe ich den analogen Raum ins Digitale? Und zwar nicht nur mittels Livestream, sondern so, dass er sinnlich wird, ersp\u00fcr- und erfahrbar. Im Umkehrschluss m\u00f6chten wir uns nicht nur auf das digitale Publikum konzentrieren, sondern die St\u00e4rken des Digitalen ins Analoge \u00fcbersetzen.<\/p>\n<p>Konkret bedeutet das?<\/p>\n<figure id=\"attachment_7969\" aria-describedby=\"caption-attachment-7969\" style=\"width: 683px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7969 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image2-6-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image2-6-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image2-6-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image2-6-768x1151.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image2-6-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image2-6-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image2-6-850x1274.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image2-6.jpg 1423w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7969\" class=\"wp-caption-text\">Bei Let\u2019s play kollaboriert Godot Komplex mit der Transmedia\/Interactive Directress Ella Estrella. \u00a9 Thi Thuy Nhi Tran<\/figcaption><\/figure>\n<p><b>Ella Estrella Tischa, Transmedia Directress (EET):<\/b> Es werden drei St\u00fccke auf drei B\u00fchnen im Berio-Saal des Wiener Konzerthauses performt, wobei jede B\u00fchne eine eigene Thematik hat, die passend zur Musik designt wird. Gleichzeitig laden wir das digitale Publikum nach gather.town ein, eine Online-Plattform f\u00fcr Videokonferenzen, in der man sich in Gaming-Optik virtuelle R\u00e4ume bauen kann. Hier stellen wir eine Version des Berio-Saals nach.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, ihr digitalisiert den Berio-Saal und analogisiert gather.town?<\/p>\n<p><b>EET:<\/b> Genau. Die Verschmelzung der beiden R\u00e4ume geschieht dann auf mehreren Ebenen. Das Publikum vor Ort kreiert beispielsweise mittels Handkameras eine Konzerterfahrung f\u00fcr das digitale Publikum, das wiederum \u00fcber gro\u00dfe Leinw\u00e4nde im Berio-Saal zu sehen sein wird. Die Livevideos der Handkameras werden sowohl vor Ort \u00fcber Leinw\u00e4nde gespielt als auch digital in gather.town \u00fcbertragen. Zudem werden audiogenerative Visuals\u00a0\u2013 Musik, die im Konzertsaal \u00fcber Greenscreen-Keys generiert wird\u00a0\u2013 im Berio-Saal sowie in gather.town projiziert. Auch hier findet also eine Verschmelzung des analogen und digitalen Raums statt.<\/p>\n<blockquote><p>Dieses Konzert ist ein absolutes Pionierprojekt. Deswegen gibt es auch viel \u201aTrial and Error\u2018 \u2013 diesen Raum nehmen wir uns.<\/p>\n<p>Franziska Hiller<\/p><\/blockquote>\n<p>Also, obwohl sich die beiden Publika nicht im realen Raum treffen, treten sie \u00fcber die Verschmelzung des analogen und digitalen Raums in Kontakt?<\/p>\n<p><b>EET:<\/b> Ja, und um auf die Thematik der Ber\u00fchrung beziehungsweise auch N\u00e4he und Distanz einzugehen, haben wir uns noch eine Barsituation zu Beginn und am Ende \u00fcberlegt. Vor Ort befinden sich Computer mit Webcams und Barst\u00fchlen, auf denen das analoge Publikum Platz nehmen und mit dem digitalen Publikum in gather.town in Kontakt treten kann.<\/p>\n<p>Wie kann man sich gather.town vorstellen?<\/p>\n<p><b>EET:<\/b> Elemente aus dem analogen Raum, wie Farbkonzept und Lichtstimmungen, werden nach gather.town \u00fcbersetzt und lassen es haptisch werden. Die Teilnehmer_innen k\u00f6nnen sich ihren eigenen Avatar bauen, sich mit ihm stellvertretend durch die R\u00e4ume bewegen und am Konzert teilnehmen. Eine Weitwinkelkamera unter der gro\u00dfen Leinwand im Berio-Saal l\u00e4dt das digitale Publikum in den analogen Raum ein.<\/p>\n<p>Wie findet sich das digitale Publikum in gather.town zurecht?<\/p>\n<p><b>FH:<\/b> Das digitale Publikum m\u00f6chten wir vorab mit einer Willkommensmail auf das Konzert vorbereiten, eventuell mit einem kurzen Einf\u00fchrungsvideo.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7971\" aria-describedby=\"caption-attachment-7971\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-7971\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image4-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image4-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image4-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image4-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image4-1-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image4-1-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image4-1-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7971\" class=\"wp-caption-text\">Vom Publikum gef\u00fchrte Handkameras kreieren ein Konzerterlebnis f\u00fcr das digitale Publikum auf gather.town sowie vor Ort und erm\u00f6glichen das Einnehmen von unterschiedlichen Perspetiven. \u00a9 Lea R\u00f6wer<\/figcaption><\/figure>\n<p><b>EET:<\/b> Am Konzertabend gibt es dann einen gef\u00fchrten Durchlauf. Zu Beginn betritt das Onlinepublikum einen Empfangsraum, von dem es anschlie\u00dfend in einen Tutorial-Raum weitergef\u00fchrt wird. Dort erh\u00e4lt es eine Orientierung und Informationen, was der Abend beinhaltet. F\u00fcr jedes St\u00fcck betritt es durch ein Portal einen neuen Konzertsaal, und zum Abschluss erm\u00f6glichen wir noch einmal den Austausch \u00fcber die Barsituation.<\/p>\n<p>Ihr habt davon gesprochen, dass die B\u00fchnen passend zur Musik gestaltet werden. Welche Werke habt ihr ausgew\u00e4hlt und warum?<\/p>\n<p><b>JW:<\/b> Das gro\u00dfe Thema, auch in der Musik, sind die Verbindungen und damit auch N\u00e4he und Distanz. Wir haben uns die Frage gestellt, wie wir mit dieser Realit\u00e4tsverschr\u00e4nkung umgehen wollen. Dazu haben wir die entsprechende Musik ausgew\u00e4hlt\u00a0\u2013 wie etwa <i>Ber\u00fchrungen<\/i> von P\u0113teris\u00a0Vasks f\u00fcr Oboe Solo, das den haptischen Bereich ausreizt. Zum anderen spielen wir mit Motiven des R\u00fcckzugs, der Vereinzelung und Motiven der Einsamkeit. Beethovens Liederzyklus <i>An die ferne Geliebte <\/i>beschreibt etwa, wie eine Person pr\u00e4sent ist, aber doch nicht da.<\/p>\n<p><b>EET:<\/b> Jedes St\u00fcck hat ein Element, das f\u00fcr die jeweilige Thematik steht. Bei Ber\u00fchrungen werden es Pflanzen sein, die im realen Raum durch Ber\u00fchrungen Sounds ausl\u00f6sen. F\u00fcr <i>Die ferne Geliebte<\/i> haben wir uns alte R\u00f6hrenfernseher \u00fcberlegt, auf denen Gesichter des Publikums sowie der K\u00fcnstler_innen gezeigt werden. Da das Projekt sehr komplex im Aufbau und in der Technik ist, wird sich im Laufe des Produktionsprozesses aber das eine oder andere noch anpassen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><b>JW:<\/b> Das Publikum, sowohl analog als auch digital, geht von B\u00fchne zu B\u00fchne. Mit relativ kurzen Einheiten von etwa zehn bis zwanzig Minuten und interaktiven Elementen m\u00f6chten wir die Aufmerksamkeit immer wieder anregen.<\/p>\n<blockquote><p>Wir sind uns dessen bewusst, dass jetzt der Zeitpunkt ist, etwas mitzugestalten und wir hoffen, dass unser Projekt auch f\u00fcr andere zur Inspiration wird.<\/p>\n<p>Ella Estrella Tischa<\/p><\/blockquote>\n<p>Wo seht ihr die Reize des Digitalen, und wie lassen sie sich ins Analoge \u00fcbertragen?<\/p>\n<p><b>FH:<\/b> Durch die sogenannte Kachelansicht auf gather.town entsteht eine Multiperspektive, die es uns erlaubt, alles gleichzeitig zu sehen\u00a0\u2013 wie etwa die Videos der Handkameras, aber auch das Publikum.<\/p>\n<p><b>EET:<\/b> Spannend ist auch, dass man \u00fcber diese Handkameras wirklich nah an die K\u00fcnstler_innen herankommt und verschiedene Perspektiven einnehmen kann.<\/p>\n<p><b>FH:<\/b> Zudem haben wir hier die M\u00f6glichkeit des Interaktiven und k\u00f6nnen etwa mit Minigames und Erkundungstouren auf gather.town die Umbauzeiten verk\u00fcrzen. Diese Interaktion m\u00f6chten wir auf den analogen Konzertsaal \u00fcbertragen, wie etwa durch die audiogenerativen Visuals.<\/p>\n<p>Das Konzept klingt sehr komplex. Wie kann man sich die Proben dazu vorstellen?<\/p>\n<p><b>EET:<\/b> Wir hatten bereits einige Testl\u00e4ufe, die bisher an der Hochschule f\u00fcr Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin stattgefunden haben und Teil meines Masterabschlusses geworden sind. Diese Testl\u00e4ufe sind extrem wichtig f\u00fcr den gesamten Ablauf, da es ein experimenteller Prozess ist und wir mit dem Publikum in Kontakt kommen m\u00f6chten.<\/p>\n<p><b>JW:<\/b> Unser n\u00e4chstes Treffen ist in Hamburg bei TONALi, wo sich Hannah, Franzi und ich im Rahmen der B\u00fchnenakademie mit partizipativen und kulturunternehmerischen Aspekten sowie Publikumsentwicklung besch\u00e4ftigen. Die TONALi stellt uns eine Woche lang ihren Konzertsaal zur Verf\u00fcgung, um zu sehen, was bereits funktioniert und wo es noch Kritikpunkte gibt.<\/p>\n<p><b>HB:<\/b> Im Wiener Konzerthaus haben wir dann noch zwei komplette Probentage, was sehr viel f\u00fcr ein so gro\u00dfes Haus ist. Dadurch, dass unser Projekt aber technisch derart aufwendig ist, mussten wir die intensive Probenzeit auslagern. Wenn wir in Wien ankommen, muss schon alles gesetzt sein.<\/p>\n<blockquote><p>Die mdw und das Wiener Konzerthaus haben sich mit <i>Let\u2019s play <\/i><b>auf ein Experiment eingelassen, dar\u00fcber sind wir sehr froh.<\/b><\/p>\n<p>Hannah Baumann<\/p><\/blockquote>\n<p>Welche Rolle spielen die mdw und das Konzerthaus bei der Realisierung von <i>Let\u2019s play<\/i>?<\/p>\n<p><b>HB:<\/b> Zuallererst m\u00f6chten wir uns bedanken, dass diese Ausschreibung stattgefunden hat. Das ist in unserer Branche bisher noch einmalig. Obwohl es mittlerweile einige Ausschreibungen zu Zukunftsideen mit klassischer Musik gibt, war die Komponente Digitalit\u00e4t bisher nicht besonders pr\u00e4sent. Die mdw und das Wiener Konzerthaus haben sich auf ein Experiment eingelassen, dar\u00fcber sind wir sehr froh.<\/p>\n<p><b>FH:<\/b> Es braucht immer beides: Einen, der sagt, wir machen den Raum auf\u00a0\u2013 und jemanden, der kommt und sagt, wir probieren es aus. Diese Chance bedeutet uns viel.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Let&#039;s play: Connection Loading | GODOT KOMPLEX\" width=\"850\" height=\"478\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/zE4fJlDrHho?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Wollt ihr auch in Zukunft mit hybriden Formaten arbeiten?<\/p>\n<p><b>FH:<\/b> Auf jeden Fall. K\u00fcnstlerische Nachhaltigkeit ist uns enorm wichtig, vor allem, wenn man sieht, wie viel Aufwand in diesem Projekt steckt. Unser Wunsch ist es,<i> Let\u2019s play<\/i> nach der Premiere im Wiener Konzerthaus auch an andere Orte bzw. Festivals zu bringen.<\/p>\n<p><b>HB:<\/b> Es ist f\u00fcr die k\u00fcnstlerische Arbeit erst einmal eine Hemmschwelle, weil es keine Prototypen oder Vorbildprojekte gibt, an denen man sich orientieren kann. Aber wir haben Lust bekommen, diese R\u00e4ume sinnlich zu gestalten, sie weiter zu modifizieren und daran zu arbeiten.<\/p>\n<p><b>JW:<\/b> Es ist nat\u00fcrlich sehr spannend, weil die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung bei hybriden Formaten ist, zwei verschiedene Publika zu bedienen. Es war zu Beginn schwer vorstellbar, wie diese zwei an einer Konzerterfahrung teilnehmen und wir die Spannung erzeugen sollen. Aber es gilt, genau mit diesen Aspekten umzugehen und die Angst zu nehmen, zu beweisen, dass es funktioniert\u00a0\u2013 sinnlich, intuitiv und spielerisch. Damit m\u00f6chten wir auch Veranstalter_innen und Festivals Mut machen, neue Formate und Konzertnarrative auszuprobieren.<\/p>\n<p><i>Let\u2019s play: connection loading <\/i>findet am 29. September 2022 im Berio-Saal des Wiener Konzerthauses in Kooperation mit der mdw statt. Das Interview mit Godot Komplex wurde im Juni 2022 gef\u00fchrt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/mdw.ac.at\/letsgetdigital\">mdw.ac.at\/letsgetdigital<\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Kollektiv Godot Komplex besch\u00e4ftigt sich seit seiner Gr\u00fcndung im Fr\u00fchjahr 2021 mit neuen Konzertformaten f\u00fcr die Klassik. 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