{"id":7946,"date":"2022-09-29T07:53:49","date_gmt":"2022-09-29T05:53:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=7946"},"modified":"2022-09-29T12:58:39","modified_gmt":"2022-09-29T10:58:39","slug":"selbst-hans-zimmer-will-nicht-hans-zimmer-kopieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2022\/09\/29\/selbst-hans-zimmer-will-nicht-hans-zimmer-kopieren\/","title":{"rendered":"\u201eSelbst Hans Zimmer will nicht Hans Zimmer kopieren\u201c"},"content":{"rendered":"<h5>Eine Gespr\u00e4chsrunde \u00fcber die Musik im Film, \u00fcber Kommunikation und Tantiemen in Thunfisch mit dem neuen Professor f\u00fcr Filmmusik Walter Werzowa, der Professorin f\u00fcr Medienkomposition und Angewandte Musik Judit Varga, dem Regie-Studenten Wolf-Maximilian Liebich sowie der Schnitt-Absolventin Barbara Seidler.<\/h5>\n<p>Erstmals gibt es aan der mdw eine Professur f\u00fcr Medienkomposition mit Schwerpunkt Filmmusik\u00a0\u2013 Walter Werzowa trat diese mit 1.\u00a0Oktober an. Welche \u00dcberlegungen haben zu dieser Professur gef\u00fchrt?<\/p>\n<p><b>Judit Varga (JV)<\/b>: Ja, das ist etwas Neues, und ich bin davon \u00fcberzeugt, dass es der richtige Weg ist. Wir haben auch bisher Filmmusik unterrichtet, aber nur etwa ein Sechstel unseres Portfolios ist Filmmusik\u00a0\u2013 jetzt ist es das erste Mal, dass wir mit einer Spezialisierung starten. Die Nachfrage dazu ist unter den Studierenden gro\u00df. Nicht zuletzt sind wir hier im Future Art Lab in unmittelbarer Nachbarschaft der Filmakademie\u00a0\u2013 es liegt auf der Hand, dass wir diese Verbindung ausbauen. Dass wir unsere Beziehung st\u00e4rken und m\u00f6glicherweise neue Studienpl\u00e4ne entwerfen\u00a0\u2013 den Studienzweig Filmmusik haben wir immer noch nicht. Da liegt allerdings auch noch ein weiter Weg vor uns.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7953\" aria-describedby=\"caption-attachment-7953\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7953 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image5-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image5-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image5-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image5-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image5-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image5-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image5-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7953\" class=\"wp-caption-text\">Judith Varga \u00a9 Daniel Willinger<\/figcaption><\/figure>\n<p>Herr Werzowa, Sie kommen aus einem vielseitigen musikalischen T\u00e4tigkeitsfeld, haben Scores f\u00fcr Hollywoodfilme geschrieben, ikonische Jingles f\u00fcr Unternehmen komponiert, machen Sounddesign, kreieren akustische Brandings und vieles mehr. Was nehmen Sie von all diesen Erfahrungen f\u00fcr Ihre neue Aufgabe an die mdw mit?<\/p>\n<p><b>Walter Werzowa (WW):<\/b> Bei mir geht es um Praxis und Teamarbeit. Ich m\u00f6chte mit meinen Studierenden die Diplomarbeiten der Filmakademie als Filmkomponist_innen begleiten\u00a0\u2013 so, dass sie mit den Regisseur_innen, den Autor_innen reden k\u00f6nnen und zusammen wachsen. Im Vordergrund steht f\u00fcr mich nach 30 Jahren in Amerika die Zusammenarbeit. Mein Traum ist, dass sich die Komponist_innen und Orchestermusiker_innen hier an der mdw mit den Filmstudierenden anfreunden, zusammenarbeiten und dabei die Branche kennenlernen. Musik ist etwas sehr Subjektives, es kann sein, dass ein Komponist etwas Gro\u00dfartiges schreibt und der Regisseur findet es furchtbar. Wie gehe ich damit um? Wie kann ich das Projekt retten? Wie kann ich dem Regisseur das Vertrauen geben, dass ich trotzdem ein guter Komponist f\u00fcr ihn bin?<\/p>\n<p><b>JV:<\/b> Das sind wichtige Fragen! Das Umgehen mit der Frustration muss man lernen. Aber auch die Kommunikation \u2013 es ist schon f\u00fcr uns Musiker_innen untereinander so schwierig, \u00fcber Musik zu sprechen, viel mehr noch f\u00fcr Produzent_innen und Regisseur_innen, die sich nicht so gut in der Musik auskennen. Das ist oft eine Hemmschwelle in der Zusammenarbeit, es ist wichtig, dass man diese abbaut.<\/p>\n<p>Herr Liebich, Sie vereinen beide Seiten: Sie studieren Regie an der Filmakademie, haben etliche Filme gedreht und machen Musik sowohl in diversen Band-Projekten als auch f\u00fcr Ihre eigenen Filme. Von welcher Richtung gehen Sie an ein Projekt heran?<\/p>\n<p><b>Wolf-Maximilian Liebich (WML):<\/b> Ich habe eine starke Affinit\u00e4t zu Sounddesign und T\u00f6nen. F\u00fcr mich war es immer schon seltsam, dass die Tonebene im Film so stiefm\u00fctterlich behandelt wird. Das f\u00e4ngt an mit dem Setton \u2013 der Ton muss immer daf\u00fcr k\u00e4mpfen, dass er gute Aufnahmen bekommt. Manche Regiseur_innen \u00fcbernehmen gerne die Kamera, ich \u00fcbernehme eben gerne die Tonebene. Ich mache sehr pers\u00f6nliche Filme, und mir ist es wichtig, dass ich aus dem pers\u00f6nlichen Erfahrungsschatz, aus der Idee, die einem Film zugrunde liegt, auch auf der Tonebene sch\u00f6pfen kann. F\u00fcr mich ist der Ton, die Musik eine St\u00e4rke, die im Film untersch\u00e4tzt wird.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7952\" aria-describedby=\"caption-attachment-7952\" style=\"width: 683px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7952 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image4-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image4-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image4-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image4-768x1151.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image4-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image4-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image4-850x1274.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image4.jpg 1423w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7952\" class=\"wp-caption-text\">Wolf-Maximilian Liebich \u00a9 Daniel Willinger<\/figcaption><\/figure>\n<p>Frau Seidler, Sie haben im Sommersemester Ihr Schnitt-Studium an der Filmakademie abgeschlossen. Wann kommt bei Ihrer Arbeit an einem Film die Musik ins Spiel? Und wie sieht dann die Besch\u00e4ftigung damit aus?<\/p>\n<p><b>Barbara Seidler (BS):<\/b> Das ist sehr unterschiedlich\u00a0\u2013 die Musikvorstellung, was es und ob \u00fcberhaupt sein soll, kommt meist von der Regie. Wenn die Regie keine genaue Vorstellung hat, versuchen wir, zusammen etwas zu finden. Den Rohschnitt mache ich ohne Layout-Musik. Das ist Geschmackssache. Andere Editor_innen schneiden gerne mit Musik und geben sie dann wieder weg. Das Problem mit Layout-Musik ist, dass man sich zu sehr daran gew\u00f6hnt.<\/p>\n<p>Wie betrachten Sie die Entwicklung der Filmmusik von den gro\u00dfen Melodien, mit denen Ennio Morricone samt Orchester in Stadien das Publikum begeistern konnte, von Soundtracks, die unabh\u00e4ngig von den Filmen auf CD gekauft wurden, bis hin zu aktuellen Netflix-Serien, die Kate Bush mit einem 35\u00a0Jahre alten Song auf Platz eins der Charts bringen? Wie hat sich die Bedeutung der Filmmusik ver\u00e4ndert, und was bedeutet das f\u00fcr Komponist_innen?<\/p>\n<p><b>JV:<\/b> Auch heute gibt es noch Ver\u00f6ffentlichungen von Soundtracks \u2013 vielleicht nicht mehr auf CD, aber auf Streaming-Plattformen. Europ\u00e4ische Filmmusik ist heute ganz anders als amerikanische, auch genreabh\u00e4ngig. In den letzten Jahren habe ich bei uns festgestellt, dass die sch\u00f6nen, guten Melodien verschwunden sind \u2013 das ist etwas, was das Publikum merken k\u00f6nnte. Oft wird einfach ein Skelett an Musik verlangt und verwendet, das sch\u00f6ne Klangfarben beinhaltet und Akkorde, aber etwas zum Mitsingen gibt es selten.<\/p>\n<p><b>WW:<\/b> Die Musik \u00e4ndert sich zum Gl\u00fcck laufend, und sie \u00e4ndert sich immer schneller. Auch Konzerte werden noch gemacht, Hans Zimmer hat gro\u00dfen Erfolg mit seinen Touren, auch in Wien. Ich glaube aber, dass mehr und mehr der Filmkomponist sein Bild verliert. Viele Filme sind bunter. In den 1980er, 1990er Jahren wurde ein Filmkomponist ausgew\u00e4hlt, der hat alles gemacht, sogar die Source-Musik und vielleicht auch Lieder. Das passiert jetzt auch noch, aber oft werden mehr Leute einbezogen. Morricone hat Gl\u00fcck gehabt\u00a0\u2013 er hat seine Musik immer schon vor dem Filmdreh geschrieben. Seine genialen Melodien wollte kein Editor zerschneiden. Die jetzige Musik ist ein bisschen amorpher, flexibler, l\u00e4sst sich leichter zerschneiden.<\/p>\n<p><b>WML:<\/b> Ich habe den Eindruck, dass die elektronische Musik und die technischen M\u00f6glichkeiten starken Einfluss auf die Filmmusik haben. Man braucht nicht gleich ein ganzes Orchester, man kann sehr gut auch mit Sample-Aufnahmen arbeiten. Abgesehen von komponierter Musik wird im Film mit T\u00f6nen und Sound gearbeitet, mit Stimmen, mit Ger\u00e4uschen. Ich finde, dass die Welt schon f\u00fcr sich ganz toll klingt. Wenn ich f\u00fcr einen Film Musik machen soll, dann will ich auch nichts zerst\u00f6ren, manchmal m\u00f6chte ich dem gar keine zus\u00e4tzliche Ebene hinzuf\u00fcgen. Das ist f\u00fcr mich der Idealfall, dass der Film selbst schon so sch\u00f6n und lyrisch klingt, dass es die Ebene der Filmmusik gar nicht mehr braucht.<\/p>\n<p>Was sind die F\u00e4higkeiten, die Studierende f\u00fcr Filmkomposition brauchen? Das musikalische K\u00f6nnen, technische F\u00e4higkeiten, aber auch ein genaues Verst\u00e4ndnis davon, wie die Arbeit am Film funktioniert?<\/p>\n<p><b>JV:<\/b> Komponist_innen, die Filmmusik schreiben, m\u00fcssen in ihrem Beruf schon sehr sattelfest sein. Sie m\u00fcssen jede Aufgabe von Regie oder Schnitt l\u00f6sen k\u00f6nnen. Egal welcher Stil, welches Genre, welche Dramaturgie, welche L\u00e4nge. Da brauche ich sehr gutes, breites Handwerk. Dann muss man sehr fit sein in Studiotechnik, Programmieren, Produzieren. Die dritte S\u00e4ule ist Dramaturgie; zu lernen, wie man einen Film sieht. Nicht als Publikum, sondern zu verstehen, wie eine Szene aufgebaut ist, was die Regie ausdr\u00fccken m\u00f6chte. Die vierte S\u00e4ule wurde schon angesprochen: Kommunikation\u00a0\u2013 bis hin zur Psychotherapie mit den Filmkolleg_innen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7950\" aria-describedby=\"caption-attachment-7950\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7950 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image2-4-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image2-4-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image2-4-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image2-4-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image2-4-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image2-4-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image2-4-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7950\" class=\"wp-caption-text\">Barbara Seidler \u00a9 Daniel Willinger<\/figcaption><\/figure>\n<p><b>WW:<\/b> Die Studierenden sind schon sehr sattelfest im Komponieren\u00a0\u2013 mehr als das. Ich m\u00f6chte, dass sie Freude bei der Arbeit haben und die Angst davor verlieren, Fehler zu machen. Ich wurde vor Jahren von einem Designer, der am Filmtitel von <i>Eraser<\/i> gearbeitet hat, kontaktiert, der mir sagte, der Regisseur sei mit dem Score von Alan Silvestri f\u00fcr den Main Title nicht zufrieden\u00a0\u2013 ob ich einen Einfall h\u00e4tte. Ich habe mich sofort hingesetzt und etwas geschrieben. Um vier Uhr morgens, beim Einspielen, habe ich mich vor M\u00fcdigkeit komplett vergriffen. Beim Anh\u00f6ren fand ich das Ergebnis dann sehr originell, habe es gelassen und mein Titel ist genommen worden. Das war mein erster gro\u00dfer Erfolg in Amerika, daraus hat sich f\u00fcr mich sehr viel ergeben. Keine Angst vor Fehlern zu haben, ist enorm wichtig. Als ich studiert habe, hat man uns immer gesagt, was du machst, ist furchtbar, Schubert war viel besser! Das war furchtbar frustrierend. In meine Lehre m\u00f6chte ich hineinbringen, dass da Spa\u00df dabei ist.<\/p>\n<p><b>JV:<\/b> Spa\u00df ist ja kein Gegensatz zu Qualit\u00e4t. Ich bin besessen von Qualit\u00e4t. Man muss nicht leiden, um etwas Gutes zu produzieren, das geht mit Spa\u00df Hand in Hand. Auch wie schnell oder wie langsam man komponiert sagt nichts \u00fcber die Qualit\u00e4t aus. Es muss gut klingen, es muss nicht nach Schwei\u00df riechen. Was du \u00fcber die vergriffene Aufnahme sagst\u00a0\u2013 meine Katze hat auch schon Passagen aus meiner Oper komponiert, weil sie \u00fcber das Keyboard gelaufen ist, und ich habe es gelassen.<\/p>\n<p><b>WW:<\/b> Kannst du mir die Katze borgen?<\/p>\n<p><b>JV:<\/b> Ja, aber das kostet, sie ist sehr gut! Und die Tantiemen l\u00e4sst sie sich in Thunfisch ausbezahlen (<i>lacht<\/i>). In der Filmmusik ist es sehr wichtig, authentisch zu sein\u00a0\u2013 die Versuchung ist gro\u00df, dass man Sachen kopieren m\u00f6chte oder sogar muss. Ich bekomme ein Layout, die Regie ist verliebt in den Hans-Zimmer-Soundtrack und ich soll dem so nahe wie m\u00f6glich kommen, ohne dass man mir viel zahlen muss. Es gibt solche Auftr\u00e4ge. Zum Lernen ist das gut, aber sp\u00e4ter nicht mehr. Egal wie ich das probiere, ich bin immer der schlechtere Hans Zimmer als Hans Zimmer selbst. Aber die gute Nachricht ist, ich bin die beste Judit Varga der Welt! Wenn man zu sich findet, ist man auf einem guten Weg.<\/p>\n<p><b>WW:<\/b> Selbst Hans Zimmer will nicht Hans Zimmer kopieren. So jemand findet es furchtbar, wenn er st\u00e4ndig mit seiner eigenen Hitparade konfrontiert ist und immer wieder das Gleiche machen soll.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7949\" aria-describedby=\"caption-attachment-7949\" style=\"width: 683px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7949 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image1-6-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image1-6-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image1-6-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image1-6-768x1151.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image1-6-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image1-6-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image1-6-850x1274.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/post-1_image1-6.jpg 1423w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7949\" class=\"wp-caption-text\">Walter Werzowa \u00a9 Daniel Willinger<\/figcaption><\/figure>\n<p><b>BS:<\/b> Das betrifft wirklich jede Kunstrichtung. Auch als Filmemacher_in will man ja nicht seine Lieblingsregisseure kopieren, sondern eine eigene Sprache finden.<\/p>\n<p>An der Filmakademie haben Sie bereits f\u00fcr Ihre Regie\u00fcbungen mit Kompositionsstudierenden zusammengearbeitet\u00a0\u2013 welche Erfahrung haben Sie daraus gewonnen?<\/p>\n<p><b>BS<\/b>: Musik ist ja kein Hauptfach an der Filmakademie\u00a0\u2013 manche Studierende befassen sich von sich aus mit Scores und Sounddesign, f\u00fcr andere steht das weniger im Fokus. F\u00fcr mich war die Zusammenarbeit mit den Komponist_innen eine positive Erfahrung.<\/p>\n<p><b>WML:<\/b> Ich freue mich eigentlich immer darauf, die Musik f\u00fcr meine Filme zu komponieren, aber wenn ich den Film sehe, kann ich keine Musik mehr dazu machen, weil ich immer das Gef\u00fchl habe, dass es zu viel ist.<\/p>\n<p><b>JV:<\/b> Ein guter Filmemacher schafft Platz f\u00fcr Musik in seinen Filmen\u00a0\u2013 wenn er sie m\u00f6chte. Die Tonebene muss ausged\u00fcnnt sein, die Bildebene funktioniert anders, Schnitt ist ganz wichtig.<\/p>\n<p><b>BS:<\/b> Das stimmt\u00a0\u2013 f\u00fcr mich ist es entsetzlich, wenn nach dem Schnitt noch die Filmmusik ausgetauscht wird. Ein Problem per se beim Film ist, dass man oft viel zu sp\u00e4t im Entstehungsprozess zum Sounddesign kommt\u00a0\u2013 oft erst, wenn der Film schon abgedreht ist. Dabei w\u00e4re es viel besser, Komponist_innen schon in der Drehbuchphase einzubinden.<\/p>\n<p>Wie geht es mit den beiden Instituten und ihren Kooperationen weiter, jetzt, wo Filmakademie und Komposition im FAL in n\u00e4chster Nachbarschaft wirken?<\/p>\n<p><b>BS:<\/b> Der Lehrgang f\u00fcr Elektroakustische und Experimentelle Musik (ELAK) und die Filmakademie haben ja schon l\u00e4nger eine Kooperation, wir Studierenden lernen uns kennen, das hat sich gut eingespielt. Mit den Komponist_innen muss das noch kommen, da gibt es bislang keine Plattform. ELAK-Studierende, die mal bei einem Dreh dabei waren, werden weiterempfohlen und man kn\u00fcpft Netzwerke, aber dass man Kompositionsstudierende der mdw f\u00fcr die Filmmusik anfragt, ist noch nicht \u00fcblich.<\/p>\n<p><b>JV:<\/b> Das ist uns bewusst\u00a0\u2013 wir haben einen Composer-Filmemacher-Stammtisch geplant. Aber seit wir im Future Art Lab eingezogen sind, hat die Pandemie alle Treffen verhindert. Es gibt noch Startschwierigkeiten, aber ich glaube, beide Seite wollen mehr Austausch, und das werden wir jetzt angehen.<\/p>\n<p><b>WW:<\/b> Das muss doch m\u00f6glich sein. Ich glaube, jeder Regiestudierende h\u00e4tte bei uns zehn Filmkomponist_innen zur Auswahl!","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Gespr\u00e4chsrunde \u00fcber die Musik im Film, \u00fcber Kommunikation und Tantiemen in Thunfisch mit dem neuen Professor f\u00fcr Filmmusik Walter Werzowa, der Professorin f\u00fcr Medienkomposition und Angewandte Musik Judit Varga, dem Regie-Studenten Wolf-Maximilian Liebich sowie der Schnitt-Absolventin Barbara Seidler.<\/p>\n","protected":false},"author":165,"featured_media":7951,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[1293,1316,1303,1297,196,854],"class_list":["post-7946","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-special","tag-2022-3","tag-composing","tag-filmmusic","tag-filmmusik","tag-interview","tag-special"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7946","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/165"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7946"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7946\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8146,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7946\/revisions\/8146"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7951"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7946"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7946"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7946"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}