{"id":7549,"date":"2022-04-29T09:10:11","date_gmt":"2022-04-29T07:10:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=7549"},"modified":"2022-04-29T09:13:56","modified_gmt":"2022-04-29T07:13:56","slug":"isascience-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2022\/04\/29\/isascience-2022\/","title":{"rendered":"isaScience 2022"},"content":{"rendered":"<h1>Un\/Learning: Norms and Routines in Cultural Practice<\/h1>\n<h5>\u201eWenn ich davon ausgehe, da\u00df im hiesigen Vorgang des Lernens das Verlernen schon eingebaut ist. Auch Elitenerhalt und geistiger Feudalismus. Dann mu\u00df die Durcharbeitung der Lernkultur hier nicht unlearning einsetzen, sondern entlernen sagen. Ein Prozess des Zur\u00fccklassens beschreibt sich mit der Vorsilbe ent. Das Verlassen eines Raums bietet sich an. Entkommen k\u00e4me als Synonym in Frage.\u201c Marlene Streeruwitz<span id='easy-footnote-1-7549' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2022\/04\/29\/isascience-2022\/#easy-footnote-bottom-1-7549' title='Zitiert aus ihrem Vortragstext \u201eVer. Um. Er. Und lernen\u201c im Rahmen eines internationalen Symposiums in St.\u00a0P\u00f6lten im Februar 2022 zum Thema \u201eUnlearning\u00a0\u2013 Praktiken und Begegnungen des Verlernens\u201c. &lt;a&gt;http:\/\/www.marlenestreeruwitz.at\/werk\/ver-um-er-und-lernen\/#0&lt;\/a&gt;'><sup>1<\/sup><\/a><\/span><\/h5>\n<p>Die internationale und interdisziplin\u00e4re Sommerkonferenz isaScience 2022 findet von 31.\u00a0August bis 4.\u00a0September 2022 in bew\u00e4hrter hybrider Form im Hotel Marienhof in Reichenau an der Rax sowie online statt. Folgend dem Motto der isa\u00a0\u2013 Internationale Sommerakademie der mdw \u201eALWAYS ANEW\u201c gibt es dieses Jahr einige Neuerungen.<\/p>\n<p>Zuerst gilt es das neue wissenschaftliche Leitungsteam vorzustellen: Andrea Glauser vom Institut f\u00fcr Kulturmanagement und Gender Studies (IKM) sowie Stephanie Probst vom Institut f\u00fcr Musikwissenschaft und Interpretationsforschung zeichnen gemeinsam mit Marko K\u00f6lbl vom Institut f\u00fcr Volksmusikforschung und Ethnomusikologie verantwortlich f\u00fcr das diesj\u00e4hrige Konferenzprogramm. Eine weitere Neuerung stellt der Konferenztermin dar: Erstmals findet die isaScience im Anschluss an die isa statt und bietet somit insbesondere f\u00fcr mdw-Angeh\u00f6rige eine einfachere Teilnahme zu Ende des Hochsommers und au\u00dferhalb der Hauptferienzeit an.<\/p>\n<p>Inhaltlich wieder in Auseinandersetzung mit dem isa-Thema \u201eALWAYS ANEW\u201c konzipiert, hat sich das neue Leitungsteam f\u00fcr den Fokus auf \u201eUn\/Learning: Norms and Routines in Cultural Practice\u201c entschieden. Hier steht ein breit gefasster Diskurs zum Lernen, Verlernen und Entlernen kultureller Praktiken im Mittelpunkt, der k\u00fcnstlerische Verfahren des \u00dcbens, Interpretierens und Darstellens von Musik wie auch andere k\u00fcnstlerische Ausdrucksformen umfassen kann. Wie bestimmen gesellschaftliche Normen und Routinen unser Lernen und Handeln, sei es das spezifisch k\u00fcnstlerische Lernen im \u00dcben, Spielen und Auff\u00fchren, sei es das individuelle und<\/p>\n<p>kollektive Handeln im Kontext einer zunehmend \u00f6konomisierten Wissenskultur? Normen und Routinen tendieren dazu, hegemoniale Strukturen und Machtverh\u00e4ltnisse aufrechtzuerhalten sowie Gruppen und Individuen eingegrenzten Identit\u00e4ten zuzuordnen. Unter dem Blickwinkel \u201eUn\/Learning\u201c l\u00e4dt die isaScience 2022 dazu ein, diese Dynamiken und das Potenzial f\u00fcr Ver\u00e4nderung kritisch zu untersuchen.<\/p>\n<p>In emanzipatorischen und dekolonisierenden Diskursen wird Un\/Learning in letzter Zeit von Forschenden und Kulturschaffenden gleicherma\u00dfen als Grundlage f\u00fcr m\u00f6gliche Ver\u00e4nderungen hervorgehoben. Das Potenzial von Un\/Learning gilt auch f\u00fcr die Erneuerung kritischer Ans\u00e4tze in der Forschung, wie j\u00fcngere Arbeiten zu kulturellen Praktiken zeigen. Die koloniale, rassistische und vergeschlechtlichte Logik von Disziplinen wie der Ethnomusikologie, der Musiktheorie und der Musikgeschichte zu hinterfragen, bedeutet mehr als konventionelle Kanonkritik. Da die Grundlagen der Musikforschung selbst ersch\u00fcttert sind, sind radikale Neuerfindungen von disziplin\u00e4ren Feldern, epistemologischen Traditionen und wissenschaftlichen Rankings gefragt. Aber wie genau k\u00f6nnen diese erreicht werden? Welche Strategien, Techniken und Technologien k\u00f6nnen dabei helfen?<\/p>\n<p>Solche \u00dcberlegungen sind auch f\u00fcr die k\u00fcnstlerische Praxis relevant. Die klassische westliche Kunstmusik zum Beispiel h\u00e4ngt von normativen Standards musikalischer Exzellenz sowie von klassenspezifischen, eurozentrischen und rassifizierten Erwartungen an Rollen und Auff\u00fchrungspraktiken ab. Wohin w\u00fcrde ein Ver- bzw. Entlernen dieser gewohnten Codes f\u00fchren? Zudem verkaufen global zirkulierende Formen popul\u00e4rer Musik oftmals ein scheinbar sozialkritisches Image, w\u00e4hrend sie gleichzeitig der Logik der wirtschaftlichen Vermarktbarkeit folgen. Worin besteht diese Dialektik zwischen \u00f6konomischer Normierung und dem Nicht-Normativen zum Beispiel in der Popularmusik? Eine andere Frage betrifft den Einfluss normativer Gewohnheiten auf die Gestaltung von (Musik-)Instrumenten und Technologien. Wie bestimmt die (materielle) Infrastruktur der darstellenden K\u00fcnste Inklusion und Exklusion bei der kulturellen Teilhabe?<\/p>\n<p>Die Unterbrechung oder Irritation von Routinen spielt nicht zuletzt auch bei k\u00fcnstlerischen Interventionen im \u00f6ffentlichen Raum eine wesentliche Rolle: Sie zielt darauf ab, vorherrschende Normen sichtbar zu machen, verinnerlichtes Wissen zu hinterfragen und so einen sozialen Wandel hervorzurufen. \u00dcber den Fokus auf k\u00fcnstlerische Praktiken hinaus beleuchtet diese Konferenz damit auch die breitere Dynamik von Un\/Learning in gesellschaftlichen und kulturellen Beziehungen. \u00dcberall auf der Welt werden kulturelle Praktiken an eurozentrischen Normen gemessen\u00a0\u2013 oft unmarkiert und scheinbar universell. Wie f\u00f6rdern die Routinen des globalen Nordens implizite Normen und diktieren die Logik und \u00c4sthetik kultureller Interaktion? Wie kann Un\/Learning zur Dezentrierung oder Provinzialisierung Europas beitragen?<\/p>\n<p>Diesen angesichts zahlreicher und andauernder Krisen brennenden Fragen wird bei der kommenden isaScience 2022 nachgegangen. Die Teilnahme steht allen Interessierten offen. Das isaScience-Team freut sich auf einen anregenden und kritischen Austausch zwischen den Forschenden der mdw und der internationalen Forschungscommunity!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>isaScience<\/b><br \/>\n31. August \u2013 4. September 2022<br \/>\nAnmeldung bis 31. Juli 2022 (Teilnahme vor Ort) bzw. 31. August 2022 (online)<br \/>\n<a href=\"http:\/\/isa-music.org\/de\/isascience\">isa-music.org\/de\/isascience<\/a><\/p>\n<h1><\/h1>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die internationale und interdisziplin\u00e4re Sommerkonferenz isaScience 2022 findet von 31.\u00a0August bis 4.\u00a0September 2022 in bew\u00e4hrter hybrider Form im Hotel Marienhof in Reichenau an der Rax sowie online statt. 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