{"id":6784,"date":"2021-11-29T07:08:39","date_gmt":"2021-11-29T06:08:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=6784"},"modified":"2021-11-29T12:18:23","modified_gmt":"2021-11-29T11:18:23","slug":"lacorona-gluck-schlosstheater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2021\/11\/29\/lacorona-gluck-schlosstheater\/","title":{"rendered":"La Corona von Gluck im Schlosstheater\ufeff Sch\u00f6nbrunn"},"content":{"rendered":"Nach 256\u00a0Jahren war es endlich so weit: Am 1.\u00a0September 2021 fand im ausverkauften Schlosstheater Sch\u00f6nbrunn die offizielle Urauff\u00fchrung von <i>La Corona<\/i> am originalen Bestimmungsort statt.<\/p>\n<p>Kaiserin Maria Theresia hatte dieses Werk 1765 zum Namenstag ihres Gatten Franz Stephan bei Christoph Willibald Gluck und Pietro Metastasio in Auftrag gegeben. Nach dem Willen der Kaiserin sollte die Urauff\u00fchrung dieser Azione teatrale am 4.\u00a0Oktober 1765 im Schlosstheater Sch\u00f6nbrunn stattfinden. Vor dem erweiterten Familienkreis sollten jene vier T\u00f6chter Maria Theresias als S\u00e4ngerinnen auftreten, die bereits wenige Monate zuvor <i>Il Parnaso confuso<\/i> von Gluck im Bataille-Saal von Sch\u00f6nbrunn mit gro\u00dfem Erfolg uraufgef\u00fchrt hatten. Der pl\u00f6tzliche Tod des Kaisers am 18.\u00a0August 1765 noch vor seinem Namenstag vereitelte die Auff\u00fchrung.<\/p>\n<p>Bis weit ins 20.\u00a0Jahrhundert w\u00e4hrte der Dornr\u00f6schenschlaf von <i>La Corona<\/i>, deren Libretto die Jagd auf den Kalydonischen Eber behandelt. Das metaphorische Drama kreist um die Frage, welcher der handelnden Personen die Ehre geb\u00fchrt, den t\u00f6dlich verwundeten Eber endg\u00fcltig erlegt zu haben. Da man sich auf der B\u00fchne nicht einigen kann, geb\u00fchrt die Krone (la Corona) dem h\u00f6chsten anwesenden W\u00fcrdentr\u00e4ger \u2013 in diesem Fall Kaiser Franz Stephan von Lothringen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6786\" aria-describedby=\"caption-attachment-6786\" style=\"width: 683px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6786\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/post-1_image0-12-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/post-1_image0-12-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/post-1_image0-12-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/post-1_image0-12-768x1151.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/post-1_image0-12-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/post-1_image0-12-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/post-1_image0-12-850x1274.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/post-1_image0-12-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6786\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Barbara Palffy<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es handelt sich also um eine typische Huldigungsoper, wie sie im 18.\u00a0Jahrhundert \u00fcblich war. Gluck bediente virtuos die traditionelle Arienfolge der sp\u00e4tbarocken Oper und gab den vier Prinzessinnen dankbare Gelegenheiten, ihre vokalen Kunstfertigkeiten unter Beweis zu stellen \u2013 und die m\u00fcssen in Anbetracht der schwierigen Koloraturarien beeindruckend gewesen sein.<\/p>\n<p>Die j\u00fcngste Prinzessin Maria Carolina sollte viele Jahre sp\u00e4ter von Napoleon gar als gef\u00e4hrlichste Frau Europas bezeichnet werden, wurde sie als K\u00f6nigin von Neapel doch zu seiner st\u00e4rksten Kontrahentin. Schon als Kind galt Maria Carolina als eigenwillig und rebellisch, was durch Briefe Maria Theresias belegt ist. Der gerade einmal Dreizehnj\u00e4hrigen legte Metastasio 1765 eine Arie \u00fcber das Streben nach Ruhm in den Mund, was man in Anbetracht ihrer sp\u00e4teren Entwicklung durchaus als prophetischen Weitblick bezeichnen kann.<\/p>\n<p>Bei der Vorstellung am 1.\u00a0September 2021 in Sch\u00f6nbrunn sangen die Studentinnen des Instituts f\u00fcr Gesang und Musiktheater Ayel\u00e9n Mose, Elena Sverdiolait\u00e9, Indr\u00e9 Pelakauskait\u00e9 und Lucija Varsic. Unter der musikalischen Leitung von Christoph Ulrich Meier spielte das Ensemble Teatro Barocco auf Originalinstrumenten. Kooperationspartner der mdw war das Teatro Barocco mit Bernd Roger Bienert als Intendant und Regisseur, der sich zum Ziel gesetzt hat, Opern des 18.\u00a0Jahrhunderts in historischen Kost\u00fcmen und Dekorationen sowie mit sp\u00e4tbarocker Gestik zu pr\u00e4sentieren. Im Ambiente des Rokoko-Theaters von Sch\u00f6nbrunn wirkte das besonders stimmig, was auch auf die zweite Sensation des Abends zutraf, die Welturauff\u00fchrung von Georg Anton Bendas Melodram <i>Philon und Theone <\/i>mit G\u00fcnther Strahleggerund Kira von Zierotin in den Titelrollen. Die f\u00fcr 1779 geplante Urauff\u00fchrung in Wien war ebenfalls nicht zustande gekommen und wurde nun im Schlosstheater nachgeholt.<\/p>\n<p>Aufgrund des gro\u00dfen Erfolgs bei Presse und Publikum wird die Kooperation mit dem Teatro Barocco fortgesetzt, voraussichtlich 2022 mit Haydns selten gespielter Oper <i>Armida<\/i>.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach 256\u00a0Jahren war es endlich so weit: Am 1.\u00a0September 2021 fand im ausverkauften Schlosstheater Sch\u00f6nbrunn die offizielle Urauff\u00fchrung von La Corona am originalen Bestimmungsort statt.<\/p>\n","protected":false},"author":263,"featured_media":6787,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[1217,1224,1225,283,38],"class_list":["post-6784","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-music","tag-2021-4","tag-lacorona","tag-schlosstheaterschoenbrunn","tag-drama","tag-opera"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6784","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/263"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6784"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6784\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6910,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6784\/revisions\/6910"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6787"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6784"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6784"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6784"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}