{"id":677,"date":"2017-03-01T10:13:08","date_gmt":"2017-03-01T09:13:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=677"},"modified":"2017-03-01T10:24:24","modified_gmt":"2017-03-01T09:24:24","slug":"rezension-praktiken-des-komponierens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2017\/03\/01\/rezension-praktiken-des-komponierens\/","title":{"rendered":"Rezension: Praktiken des Komponierens"},"content":{"rendered":"<strong>Tasos Zembylas und Martin Niederauer, <em>Praktiken des Komponierens. Soziologische, wissenstheoretische und musikwissenschaftliche Perspektiven<\/em>.<\/strong><br \/>\n<strong>Wiesbaden: Springer VS (Research), 2016. 192 S.<\/strong><\/p>\n<p>Das Buch <em>Praktiken des Komponierens<\/em> ist das Ergebnis eines Projektes von MusiksoziologInnen, PhilosophInnen und MusikwissenschaftlerInnen, das an der mdw durchgef\u00fchrt und von dieser Institution sowie vom Jubil\u00e4umsfond der Stadt Wien und dem FWF finanziert wurde. Das Thema ist aus soziologischen, wissenstheoretischen und musikwissenschaftlichen Perspektiven untersucht worden. Angesichts der Tatsache, dass etwa ein Drittel des Buches auf den musikwissenschaftlichen Untersuchungen von Andreas Holzer basiert, ist es allerdings nicht recht verst\u00e4ndlich, weshalb sein Name unter denen der Autoren fehlt und selbst im Inhaltsverzeichnis nicht angegeben ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_678\" aria-describedby=\"caption-attachment-678\" style=\"width: 369px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-678 size-full\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/praktiken_komponieren.png\" alt=\"Praktiken des Komponierens\" width=\"369\" height=\"523\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/praktiken_komponieren.png 369w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/praktiken_komponieren-212x300.png 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 369px) 100vw, 369px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-678\" class=\"wp-caption-text\">Praktiken des Komponierens<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Studie beinhaltet eine breit kontextualisierte Analyse des Kompositionsprozesses von den ersten Ideen bis zur Auff\u00fchrung der ausgew\u00e4hlten Kompositionen im Bereich der zeitgen\u00f6ssischen Musik basierend u. a. auf Gespr\u00e4chen mit 23 in \u00d6sterreich lebenden KomponistInnen. Werke f\u00fcr traditionelle Instrumente und\/oder Elektronik von Marko Ciciliani, Karlheinz Essl, Clemens Gadenst\u00e4tter, Katharina Klement und Joanna Wozny sind als Fallstudien herangezogen, einschlie\u00dflich ihrer Skizzen, Notate, Notizen, Zeichnungen, elektronischen Audiodateien bzw. Kompositionstageb\u00fccher.<\/p>\n<p>Die Autoren untersuchten den komplexen Prozess des Komponierens als eine Reihe offener und dynamischer Vorg\u00e4nge (Vorstellen, H\u00f6ren, F\u00fchlen, Entwerfen, Ausprobieren, Nachdenken, Notieren, Korrigieren usw.) unter drei theoretischen Hauptperspektiven: Kontigenz, Teleoaffektivit\u00e4t und Wirkung. Demzufolge besteht die Topografie (<em>Topografie von Kompositionsprozessen<\/em>) aus vier vernetzten Clustern: Rahmenbedingungen und Ressourcen, Materielle Gegenst\u00e4nde, Immaterielle Gegenst\u00e4nde, sowie Peers und Non-Peers.<\/p>\n<p>Das zweite Kapitel (<em>Die Prozesshaftigkeit des Komponierens<\/em>) ist der Verbindung von k\u00f6rperlichen und kognitiven Aktivit\u00e4ten wie das Erkunden, das Verstehen, das Werten und das Tun gewidmet. Die beiden Wissensformen, die allgemeine, die wissenschaftliches, formal-technisches und lokales Wissen umfasst, und die k\u00fcnstlerisch-praktische, die K\u00f6rper-, Arbeitsprozess- und situatives Wissen beinhaltet, stehen im Fokus des dritten Kapitels (<em>Die Orchestrierung verschiedener Wissensformen<\/em>).<\/p>\n<p>Das vierte und letzte Kapitel beleuchtet die musikwissenschaftlichen Perspektiven des Kompositionsprozesses zuerst historisch und danach bezogen auf die Konstituenten kompositorischer Praxis und deren Wechselbeziehungen (Ciciliani, Essl, Wozny).<br \/>\nDie genannten Themen wurden systematisch-deduktiv pr\u00e4sentiert \u2013 von allgemeinen theoretischen Konzepten zu den konkreten Aspekten des Schaffensprozesses \u2013 und im andauernden Dialog mit der relevanten soziologischen, philosophischen, psychologischen und musikwissenschaftlichen Literatur tief greifend analysiert.<\/p>\n<p><strong>Hinweis:<\/strong><br \/>\nWeitere aktuelle Publikationen finden Sie unter <a href=\"http:\/\/www.mdw.ac.at\/wissenschaft\/publikationen\" target=\"_blank\">www.mdw.ac.at\/wissenschaft\/publikationen<\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tasos Zembylas und Martin Niederauer, Praktiken des Komponierens. 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