{"id":6725,"date":"2021-11-26T18:06:03","date_gmt":"2021-11-26T17:06:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=6725"},"modified":"2021-11-26T18:06:31","modified_gmt":"2021-11-26T17:06:31","slug":"ehrendoktorat-der-mdw-fuer-gender-studies-pionierin-evelyn-torton-beck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2021\/11\/26\/ehrendoktorat-der-mdw-fuer-gender-studies-pionierin-evelyn-torton-beck\/","title":{"rendered":"Ehrendoktorat der mdw f\u00fcr Gender-Studies-Pionierin Evelyn Torton Beck"},"content":{"rendered":"Die mdw hat am 20.\u00a0September 2021 das Ehrendoktorat an Evelyn Torton Beck, Pionierin der Women\u2019s and Gender Studies, verliehen.<\/p>\n<p>Die mdw anerkennt mit dieser Auszeichnung das herausragende Engagement der in Wien geborenen Wissenschaftlerin, die mit ihrer jahrzehntelangen Forschungst\u00e4tigkeit ein reiches Spektrum an wissenschafts- und gesellschaftskritischen Themen in enger Verbindung zur Kunst vorgelegt hat. Rektorin Ulrike Sych: \u201eMit dem Ehrendoktorat f\u00fcr Evelyn Torton Beck w\u00fcrdigt die mdw eine vision\u00e4re Wissenschaftlerin, die mit ihrem transdisziplin\u00e4ren Denken bahnbrechende Perspektiven f\u00fcr die nachfolgenden Forscher_innen-Generationen er\u00f6ffnet hat. Zugleich ehren wir mit ihr eine inspirierende Pers\u00f6nlichkeit, die mit unersch\u00f6pflicher Kreativit\u00e4t, Offenheit und Beharrlichkeit Kunst und Wissenschaft als gesellschaftsgestaltende Kr\u00e4fte vorantreibt.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_6728\" aria-describedby=\"caption-attachment-6728\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6728\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/post-1_image1-5-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/post-1_image1-5-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/post-1_image1-5-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/post-1_image1-5-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/post-1_image1-5-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/post-1_image1-5-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/post-1_image1-5-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6728\" class=\"wp-caption-text\">v. l. n. r.: Stefan Zapotocky, Evelyn Torton Beck, Ulrike Sych, Johannes Marian, Clemens Aigner (Pedell) \u00a9 Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Evelyn Torton Beck dankte in ihrer Rede, die in der mdwMediathek abrufbar ist, f\u00fcr die Auszeichnung und appellierte: \u201eWer die Institutionen und das Wissen transformieren will, muss lernen, mit anderen zusammenzuarbeiten. Auch mit denen, die sich von einem selbst unterscheiden, auch wenn es unbequem wird. Wir brauchen utopisches Denken, sonst bleiben wir auf veralteten Wegen stecken, die unserer Welt nicht mehr dienen \u2013 wir brauchen dringend \u00c4nderungen. [\u2026] So schlimm, wie die Welt heute wieder aussieht, halte ich mich fest am Prinzip Hoffnung. Die Hoffnung erm\u00f6glicht unsere Arbeit und Wandlungen. Es ist nie zu sp\u00e4t, wir sind nie zu alt, neu anzufangen, uns zu \u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<p>Evelyn Torton Beck, die aus Washington zur Verleihung anreiste, wurde 1933 in Wien geboren und musste als Sechsj\u00e4hrige mit ihrer Familie vor dem NS-Regime fliehen. 1984 folgte die Vergleichende Literaturwissenschaftlerin einem Ruf an die University of Maryland, wo sie das Women\u2019s Studies Program etablierte. Nach ihrer Emeritierung 2002 promovierte sie 2004 in Klinischer Psychologie an der Fielding Graduate University, wo sie bis heute als \u201eAlumni Fellow\u201c am Creative Longevity and Wisdom Project t\u00e4tig ist. Ein so vielf\u00e4ltiger Lebenslauf ermutigt zu einer Nachahmung.<\/p>\n<p>Die Forschungsarbeiten von Evelyn Torton Beck zur sozialen Gerechtigkeit in Theorie und Praxis, zu Multikulturalismus, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Altersdiskriminierung, Ableism und Lookism ebenso wie zur heilenden Wirkung von Kunst sowie ihre Arbeiten zu Stimme, Sprache, Translation \u2013 sie \u00fcbersetzte mit dem Nobelpreistr\u00e4ger Isaac Bashevis Singer vom Jiddischen ins Englische \u2013 sind nach wie vor wegweisend, sie gilt als Vorreiterin auf diesen Gebieten. Laudatorin Doris Ingrisch wies auf einen zentralen Aspekt der aktuellen Geschlechterforschung hin, der sich bereits in den Arbeiten von Torton Beck findet: \u201eAuch eines ihrer bedeutendsten, erfolgreichsten Werke, <i>Nice Jewish Girls. A Lesbian Anthology<\/i>, antwortet mit einem grenz\u00fcberschreitenden Denken in Hinsicht auf die Homophobie j\u00fcdischer Communitys wie den Rassismus in lesbischen und zeigt Evelyn Torton Beck als Pionierin intersektionalen Denkens, lange bevor es als solches bezeichnet wurde.\u201c Dar\u00fcber hinaus verfasste sie Gedichte, widmete sich der Malerei und bis heute dem Tanz.<\/p>\n<p>Musik von der ebenfalls in die Emigration gezwungenen Komponistin und sp\u00e4teren Mitbegr\u00fcnderin der Musiktherapie Vally Weigl wie auch das Internationale-Frauentag-Lied <i>March of the Women<\/i> von Ethel Smyth waren Teil des k\u00fcnstlerischen Programms der Ehrendoktoratsverleihung. Nach dem Festakt wurde in der mdw-Aula gemeinsam von der neuen mdw-Ehrendoktorin und Rektorin Ulrike Sych eine Tafel mit den bisherigen Ehrendoktor_innen der mdw enth\u00fcllt.<\/p>\n<p>Die gesamte Veranstaltung kann nachgesehen werden unter:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/mediathek.mdw.ac.at\/ehrendoktorat-tortonbeck\">mediathek.mdw.ac.at\/ehrendoktorat-tortonbeck<\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die mdw hat am 20.\u00a0September 2021 das Ehrendoktorat an Evelyn Torton Beck, Pionierin der Women\u2019s and Gender Studies, verliehen. 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