{"id":667,"date":"2017-03-01T10:10:52","date_gmt":"2017-03-01T09:10:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=667"},"modified":"2020-03-10T12:55:51","modified_gmt":"2020-03-10T11:55:51","slug":"angst-vor-dem-eigenen-urteil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2017\/03\/01\/angst-vor-dem-eigenen-urteil\/","title":{"rendered":"Angst vor dem eigenen Urteil"},"content":{"rendered":"Es gibt Komponierende und Interpretierende, die sind besser als andere. Sie gefallen mir nicht etwa besser, sie sind mir nicht n\u00e4her, sie sind ganz einfach besser in dem, was sie tun. Na gut, vielleicht ist es nicht so sch\u00f6n im Zusammenhang mit Menschen das Wort <em>besser<\/em> zu verwenden, aber ich wollte zu Beginn bewusst polemisch sein. Etwas freundlicher formuliert: Es gibt Personen, denen gelingt (oder gelang) das Komponieren oder Interpretieren besser als anderen. Und wir MusikerInnnen des 21. Jahrhunderts sollten uns wieder mehr trauen, Musik als gelungen oder nicht so gelungen zu bezeichnen und nach m\u00f6glichst objektiven Kriterien f\u00fcr unsere Urteile zu suchen.<\/p>\n<p>Ich verstehe Vorbehalte gegen diese Forderung vollkommen. Die Musikgeschichte ist nicht nur voll von heute unverst\u00e4ndlichen Fehlurteilen, sie ist auch voll von Personen, die aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Geschlechts bereits als lebende Personen und\/oder in der Geschichtsschreibung einen schweren Stand hatten. Wir m\u00f6chten weder von der Nachwelt als ignorant betrachtet werden, noch Gefahr laufen, Personen aufgrund unserer eigenen Scheuklappen zu wenig zu w\u00fcrdigen. Genau deshalb m\u00fcssen wir unsere eigenen Kriterien f\u00fcr Qualit\u00e4t immer wieder hinterfragen und zur Diskussion stellen. Trotzdem: Ein Restrisiko f\u00fcr grobe Fehlurteile bleibt.<\/p>\n<p>Warum dann meine Forderung nach dem Mut zu (qualifizierten) Urteilen? Es geht dabei weniger um die Einteilung von Personen in gute und schlechte K\u00fcnstlerInnen, sondern vielmehr um die Fragestellung <em>warum<\/em> jemand etwas als mehr oder weniger gelungen empfindet. Ein Reflektieren \u00fcber Kriterien w\u00fcrde uns viele interessante Fakten \u00fcber das Erleben von Musik in unserer Zeit liefern, es k\u00f6nnte interessante Parallelen und Unterschiede zwischen verschiedenen Kulturen zeigen. Und zuletzt: Es w\u00fcrde viele Situationen, in denen zwangsl\u00e4ufig geurteilt wird (Pr\u00fcfungen, Wettbewerbe, Auswahl von Konzertprogrammen), f\u00fcr alle Beteiligten erleichtern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Eine Kolumne der Hochsch\u00fclerInnenschaft der mdw (<a href=\"https:\/\/www.hmdw.ac.at\/index.php\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hmdw<\/a>)<\/em>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt Komponierende und Interpretierende, die sind besser als andere. Sie gefallen mir nicht etwa besser, sie sind mir nicht n\u00e4her, sie sind ganz einfach besser in dem, was sie tun. Na gut, vielleicht ist es nicht so sch\u00f6n im Zusammenhang mit Menschen das Wort besser zu verwenden, aber ich wollte zu Beginn bewusst polemisch &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":31,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[148,541,146,147],"class_list":["post-667","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-column","tag-beurteilung","tag-hmdw","tag-judgement","tag-urteil"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/667","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/31"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=667"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/667\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4255,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/667\/revisions\/4255"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=667"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=667"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=667"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}