{"id":6565,"date":"2021-09-29T16:37:37","date_gmt":"2021-09-29T14:37:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=6565"},"modified":"2021-09-29T16:45:34","modified_gmt":"2021-09-29T14:45:34","slug":"alumnaimfokus-sibyllekeger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2021\/09\/29\/alumnaimfokus-sibyllekeger\/","title":{"rendered":"Alumna im Fokus\ufeff: Sibylle Kefer"},"content":{"rendered":"<h5>Die f\u00fcnfmonatige Bildungskarenz anl\u00e4sslich der Nachgraduierung der studierten Musiktherapeutin f\u00e4llt in den Beginn der Corona-Pandemie. Warum sie dem pl\u00f6tzlichen Stillstand auch etwas Positives abgewinnen kann und weshalb sie bei ihrem sechsten Album nicht mehr von anderen abh\u00e4ngig sein m\u00f6chte, erkl\u00e4rt Sibylle Kefer im Gespr\u00e4ch mit dem <i>mdw-Magazin.<\/i><\/h5>\n<p>Schon fr\u00fch geh\u00f6rt Musik zum Leben der Ausnahmek\u00fcnstlerin, der Vater gibt Volksmusikabende, die Mutter unterrichtet Klavier in ihrem Kinderzimmer. Mit zehn Jahren erh\u00e4lt Sibylle Kefer Querfl\u00f6tenunterricht. \u201eAls Jugendliche wollte ich mich dann auch mit anderen Instrumenten auseinandersetzen. In der Musikschule habe ich Querfl\u00f6te, Klavier und sp\u00e4ter Schlagzeug gelernt, mein Vater hat mir zu Hause Akkorde auf der Gitarre gezeigt.\u201c Zus\u00e4tzlich spielt Kefer im Bezirksjugendorchester sowie in der Blasmusikkapelle und leitet sogar eine Jugendkapelle. \u201eIch habe die ganze Woche darauf gewartet, im Orchester zu spielen; man k\u00f6nnte sagen, ich habe f\u00fcr die Musik gelebt.\u201c Die junge Musikerin hat immer mehr Ideen f\u00fcr neue Instrumente. \u201ePrinzipiell wollte ich immer sehr viel von dem, was mich interessiert hat, und das andere, wie die Schule, ganz wegmachen\u201c, lacht die geb\u00fcrtige Ober\u00f6sterreicherin.<\/p>\n<blockquote><p>Ich habe f\u00fcr die Musik gelebt. Das war das Sch\u00f6nste f\u00fcr mich.<\/p><\/blockquote>\n<p>Zum ersten Mal in Kontakt mit der Studienrichtung Musiktherapie kommt Sibylle Kefer bei dem Besuch einer Berufsinformationsmesse. Die Verbindung ihrer zwei gr\u00f6\u00dften Leidenschaften \u2013 Musik und Soziales \u2013 weckt das Interesse der passionierten Musikerin. \u201eMusiktherapie war mein Wunschberuf, h\u00e4tte das nicht geklappt, h\u00e4tte ich mich f\u00fcr Sozialarbeit entschieden.\u201c Nach einem Jahr Vorbereitung wird sie schlie\u00dflich zum Kurzstudium Musiktherapie an der mdw zugelassen.<\/p>\n<p>Sibylle Kefers zweites Standbein neben der Musiktherapie ist der Jazzgesang. Mit 17 Jahren h\u00f6rt sie ein Konzert der Jazzs\u00e4ngerin Ines Reiger in Hallstatt. Dieser Auftritt motiviert sie zum Besuch mehrerer Seminare in Scheibbs und Zeillern. Ihre Ausbildung im Jazzgesang sowie ihre k\u00fcnstlerische T\u00e4tigkeit finanziert sich die vielseitige K\u00fcnstlerin durch ihre Arbeit als Musiktherapeutin. \u201eDie Musiktherapie hat mir nicht nur erm\u00f6glicht, meine Ausbildung als Jazzs\u00e4ngerin, sondern auch meine Band w\u00e4hrend der ersten Projekte besser bezahlen zu k\u00f6nnen. Das war mir wichtig.\u201c<\/p>\n<p>Aktuell arbeitet die ausgebildete Jazzs\u00e4ngerin an ihrem sechsten Album. \u201eIch habe mehrere Producing-Workshops gemacht, damit ich nicht mehr von anderen abh\u00e4ngig bin und die Musik so klingt, wie ich mir das vorstelle. In dieses Album m\u00f6chte ich all meine eigenen Themen einflie\u00dfen lassen.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Ich konnte nie genug lernen und hatte immer wieder Ideen f\u00fcr neue Instrumente.<\/p><\/blockquote>\n<figure id=\"attachment_6570\" aria-describedby=\"caption-attachment-6570\" style=\"width: 683px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6570\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image2-18-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image2-18-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image2-18-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image2-18-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image2-18-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image2-18-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image2-18-850x1275.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image2-18-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6570\" class=\"wp-caption-text\">Neben ihrer T\u00e4tigkeit als Kindermusiktherapeutin begleitete Sibylle Kefer ein Jahrzehnt lang Jazzgesang-Studierende zu ihrem Diplom \u00a9 Magdalena Blaszczcuk<\/figcaption><\/figure>\n<p>Rund zwanzig Jahre nach ihrer Ausbildung zur Musiktherapeutin entscheidet sich Sibylle Kefer f\u00fcr die Option der Nachgraduierung, um das Diplom f\u00fcr Musiktherapie, das damals noch nicht angeboten wurde, zu erwerben. \u201eDer Beginn meiner Bildungskarenz fiel letztes Jahr genau mit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie in Europa zusammen. Ich war zu diesem Zeitpunkt sehr arbeitsm\u00fcde und brauchte dringend eine Pause. Ich bin in einem tollen Team, und es ist sinnvoll, was ich tue, aber es ist auch sehr anstrengend.\u201c Der berufliche Abstand verschafft ihr die M\u00f6glichkeit, neue Kr\u00e4fte zu sammeln und wieder neu durchzustarten. Sie besch\u00e4ftigt sich intensiv mit ihrem Diplomarbeitsthema \u201eKontrollverlust\u00e4ngste bei Kindern in einer bindungsorientierten Musiktherapie\u201c und schlie\u00dft das Diplomstudium im November 2020 erfolgreich ab. \u201eIch war dankbar, mich in dieser Zeit auf meine wissenschaftliche Arbeit konzentrieren zu k\u00f6nnen. Zudem hatte ich auch wieder mehr Zeit f\u00fcr meine Familie und f\u00fcr mich selbst. Das hat mir gutgetan. Der pandemiebedingte Stillstand des Systems ist mir dabei entgegengekommen.\u201c Gleichzeitig ist Sibylle Kefer besorgt, welche Auswirkungen dieser Umbruch mit sich bringt. \u201eDas hat mich nat\u00fcrlich sehr besch\u00e4ftigt und mir auch Angst gemacht. Vor allem auch, was das mit den Kindern und Jugendlichen macht.\u201c Deren Umgang mit der Coronakrise findet Kefer h\u00f6chst bewundernswert. \u201eDie jungen Leute sind so flexibel. Sie mussten viele Abstriche machen, haben auf die anderen aufgepasst und daf\u00fcr kaum Zugest\u00e4ndnisse bekommen.\u201c Resilienz spielt hier laut der gelernten Musiktherapeutin eine gro\u00dfe Rolle. \u201eEs geht darum, sich zu verkn\u00fcpfen und in Kontakt zu bleiben. Man muss sich neu strukturieren und ordnen.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Was ich in meiner Ausbildung zur Therapeutin gelernt habe, ist, dass es viele Wege gibt, mit Erlebtem umzugehen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch die dreifache Mutter empfindet die Corona-Zeit als gro\u00dfe Herausforderung, die Struktur im Homeschooling zu halten, f\u00e4llt schwer. \u201eUm meinen Kindern eine Freude zu machen, habe ich mich kurzerhand entschlossen, mit ihnen gemeinsam ein H\u00f6rspiel zu entwickeln.\u201c Die gesamte Familie inklusive Gro\u00dfeltern beteiligt sich und spricht Texte ein. \u201eWir haben Lieder geschrieben und sie anschlie\u00dfend aufgenommen, das war f\u00fcr uns alle ein tolles Erlebnis.\u201c Mit welcher Haltung Eltern einer Krise begegnen, wirkt sich auch auf das Verhalten der Kinder aus, wei\u00df die P\u00e4dagogin. \u201eEltern erm\u00f6glichen ihren Kindern die F\u00e4higkeit zur Resilienz, wenn sie aus schwierigen Situationen etwas Positives mitnehmen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Nach der R\u00fcckkehr aus der Bildungskarenz geh\u00f6ren Corona und die damit einhergehenden Sicherheitsma\u00dfnahmen zu ihrem Alltag als Kindermusiktherapeutin. \u201eWir mussten kleine Kinder, die zum Teil an Sprachentwicklungs- oder Kontaktst\u00f6rungen leiden, mit Maske betreuen. Das habe ich als gro\u00dfe Herausforderung empfunden.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_6569\" aria-describedby=\"caption-attachment-6569\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6569\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-29-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-29-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-29-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-29-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-29-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-29-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-29-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6569\" class=\"wp-caption-text\">Als Musiktherapeutin ist Sibylle Kefer seit vielen Jahren im SOS-Kinderdorf in Hinterbr\u00fchl t\u00e4tig. Heute arbeitet sie zudem im Zentrum f\u00fcr Entwicklungsf\u00f6rderung in Wien \u00a9 Johannes Wahl<\/figcaption><\/figure>\n<p>Generell empfindet die Musiktherapeutin es als wichtig und hilfreich, resilient zu sein. Ebenso wichtig ist es aber, als Gesellschaft f\u00fcr diejenigen da zu sein, die Hilfe brauchen. \u201eEs w\u00e4re schade, wenn alle nur f\u00fcr sich alleine k\u00e4mpfen w\u00fcrden. Kunst ist verletzlich und br\u00fcchig und soll authentisch bleiben k\u00f6nnen. Schwach zu sein ist ebenso menschlich, wie stark zu sein. Alle Facetten sind wichtig.\u201c","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die f\u00fcnfmonatige Bildungskarenz anl\u00e4sslich der Nachgraduierung der studierten Musiktherapeutin f\u00e4llt in den Beginn der Corona-Pandemie. 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