{"id":6522,"date":"2021-09-30T15:39:06","date_gmt":"2021-09-30T13:39:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=6522"},"modified":"2021-09-30T15:48:32","modified_gmt":"2021-09-30T13:48:32","slug":"diesen-film-kann-ich-nicht-in-der-schublade-verschwinden-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2021\/09\/30\/diesen-film-kann-ich-nicht-in-der-schublade-verschwinden-lassen\/","title":{"rendered":"\u201eDiesen Film kann ich nicht in der Schublade verschwinden lassen.\u201c"},"content":{"rendered":"<h1>Clara Stern und Peter Hengl \u00fcber die Magie des allerersten Langfilms<\/h1>\n<p>\u201eWas erwartet mich, wenn ich eure Filme im Kino anschaue?\u201c, war die erste Frage des <i>mdw-Magazins <\/i>an die Filmakademie-Alumni Clara Stern und Peter Hengl. Es stellte sich schnell heraus: Bevor das Publikum sich etwas von ihren Filmen erwarten kann, m\u00fcssen diese erst die Erwartungen ihrer Macher_innen erf\u00fcllen \u2013 und die sind hoch.<\/p>\n<p>Die Projekte der beiden sind unterschiedlich: Clara Stern hat mit Geyrhalter Film eine erfahrene Produktionsfirma an ihrer Seite, Peter Hengl realisiert einen Film mit vier Schauspieler_innen als sogenanntes Werkstattprojekt mit vielen weiteren Langfilmdeb\u00fctant_innen in seinem Team. Was sie eint: das ganz gro\u00dfe Abenteuer des Erstlingswerks.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6525\" aria-describedby=\"caption-attachment-6525\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6525\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-24-1024x429.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-24-1024x429.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-24-300x126.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-24-768x321.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-24-1536x643.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-24-2048x857.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-24-850x356.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-24-618x260.jpg 618w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6525\" class=\"wp-caption-text\">Wenn wir die Regeln brechen \u00a9 Johannes Hoss\/Clara Stern<\/figcaption><\/figure>\n<p>In Sterns Film begleiten wir die starke Hauptfigur Mira, die mitten in einem Entwicklungsprozess steckt, in ihren drei Welten: die Profi-Eishockeykarriere, das Nachtleben und das Weingut ihrer Familie. <i>Wenn wir die Regeln brechen<\/i> besch\u00e4ftigt sich mit pers\u00f6nlicher Befreiung und mit den Normen, die uns die Gesellschaft mitgibt.<\/p>\n<p>Eine starke weibliche Hauptrolle, die hat auch der Film von Peter Hengl. In <i>Family Dinner<\/i> erhofft sich die Jugendliche Simi von ihrer Tante Claudia Hilfe beim Abnehmen. Jedoch: Unerwartete, schreckliche Ereignisse lassen das Ganze schnell zu einer \u201eseltsamen Coming-of-Age-Horrorgeschichte\u201c werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6530\" aria-describedby=\"caption-attachment-6530\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6530\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image5-4-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image5-4-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image5-4-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image5-4-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image5-4-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image5-4-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image5-4-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6530\" class=\"wp-caption-text\">Family Dinner \u00a9 Gabriel Krajanek\/Peter Hengl<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Tage des Drehs beschreiben die beiden Langfilm-Neulinge als gleicherma\u00dfen anstrengend wie gro\u00dfartig. Lange Drehtage, viele neue Eindr\u00fccke und alle Augenblicke eine Entscheidung, die das Ergebnis ma\u00dfgeblich beeinflussen wird. \u201eBei vielen Dingen hatte ich vorher noch nie dar\u00fcber nachgedacht, dass ich das einmal entscheiden werde m\u00fcssen. Was meine Arbeit ist als Regie, ist mir erst jetzt vollst\u00e4ndig bewusst geworden\u201c, erz\u00e4hlt Stern.<\/p>\n<p>Viele dieser Entscheidungen m\u00f6gen wie unwichtige Details wirken. Sie sind aber doch wesentlich, um das Mosaikbild, das so ein Film am Ende ist, stimmig aussehen zu lassen. Ist das perfektionistisch? Ja, aber genau darum geht es: \u201eDas Sch\u00f6ne am Film ist, dass alles alles beeinflusst\u201c, sagt Stern. Und auch Hengl sieht in der Regie eine \u201eunglaubliche Detailarbeit, wo man auf jeden Br\u00f6sel achtet\u201c.<\/p>\n<p>Gleichzeitig berichten beide von einer anderen wichtigen Eigenschaft, die man als Regisseur_in haben muss: Die Essenz der Szene festzuhalten, aber flexibel genug zu bleiben, um die ganz eigene Dynamik des Drehs ber\u00fccksichtigen zu k\u00f6nnen. \u201eRegie f\u00fchren bedeutet f\u00fcr mich, zu wissen, was der Kern der Geschichte ist, und dies auch den anderen klarzumachen\u201c, so Hengl. Am Set, gemeinsam mit allen, die an dem Film arbeiten, k\u00f6nnen dann fast Wunder geschehen: \u201eDa entstehen dann pl\u00f6tzlich geniale Spontaneit\u00e4ten, die besser sind als alles, was man sich jemals h\u00e4tte ausdenken k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Auch Clara Stern hat das bei ihrem Dreh erlebt. Ihr Motto: \u201eMan muss einen Plan haben, und der Plan ist dazu da, dass man ihn hinterfragen darf.\u201c Die vielen Fachleute, die sie um sich hatte, empfand sie dabei als gro\u00dfe Bereicherung.<\/p>\n<p>Als eklatantesten Unterschied zu ihren bisherigen, k\u00fcrzeren Arbeiten bezeichnen Hengl und Stern die schiere Gr\u00f6\u00dfe der Unternehmung und den damit steigenden Koordinationsaufwand. \u201eIch habe das Gef\u00fchl gehabt, es ist wie in einem Ameisenhaufen manchmal\u201c, so Stern. Was aber auch Vorteile hatte: Mit den vielen Expert_innen am Set und nicht zuletzt dank der tollen Arbeit ihrer Regieassistentin konnte sie sich auf die Kernaufgaben einer Regisseurin konzentrieren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6527\" aria-describedby=\"caption-attachment-6527\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6527\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image3-10-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image3-10-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image3-10-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image3-10-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image3-10-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image3-10-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image3-10-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6527\" class=\"wp-caption-text\">Family Dinner \u00a9 Gabriel Krajanek\/Peter Hengl<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bei Peter Hengls kleinerer Produktion kam zu seinen Regie-Aufgaben noch viel Organisatorisches hinzu. Und dieser besondere, ganz eigene Druck, der Erstlingsfilmen innewohnt: \u201eEs geht um viel mehr als bei einem Kurzfilm.\u201c Der erste Langfilm, das sei die Visitenkarte, mit der man sich in der Branche vorstelle. Der entscheide, ob man \u00fcberhaupt die Chance bekommt, einen zweiten Film zu machen. \u00c4hnlich formuliert es auch Clara Stern: \u201eDiesen Film kann ich nicht in der Schublade verschwinden lassen, selbst wenn ich das Gef\u00fchl h\u00e4tte, ich bin gescheitert.\u201c<\/p>\n<p>Das Scheitern, das Verschwinden von \u00dcbungsfilmen in der Schublade, das war an der Filmakademie Wien noch m\u00f6glich. F\u00fcr Stern ein gro\u00dfer Luxus \u2013 wie auch die guten Kontakte in die Filmbranche, die sie schon w\u00e4hrend ihrer Ausbildung kn\u00fcpfen konnte. Auch Hengl sieht das so: \u201eDie Kurz- und \u00dcbungsfilme, das ist wie \u00dcben im Kinderbecken. Mit dem Langfilm steht man pl\u00f6tzlich am Sprungbrett der Olympischen Spiele in Tokio und alle fragen: Was ist jetzt?\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_6528\" aria-describedby=\"caption-attachment-6528\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6528\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image4-6-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image4-6-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image4-6-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image4-6-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image4-6-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image4-6-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image4-6-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6528\" class=\"wp-caption-text\">Family Dinner \u00a9 Gabriel Krajanek\/Peter Hengl<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dass das alles mehr als ein Beruf ist, formuliert Hengl, der sein Projekt als die Erf\u00fcllung eines Lebenstraums bezeichnet, so: \u201eEs ist mir jeden Tag bewusst, dass das ein unglaubliches Privileg ist. Ich wache jeden Tag gl\u00fccklich singend wie eine Disney-Prinzessin auf, weil ich die Ehre und Freude habe, das machen zu d\u00fcrfen.\u201c<\/p>\n<p>Das Endergebnis wird sich in beiden F\u00e4llen sehen lassen k\u00f6nnen. Stern und Hengl sind zufrieden damit, wie es bisher l\u00e4uft. Derzeit befinden sich die Filme noch in der Postproduktion, die Kinostarts von <i>Wenn wir die Regeln breche<\/i>n und <i>Family Dinner<\/i> sind f\u00fcr das Jahr 2022 geplant.<\/p>\n<h1><\/h1>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWas erwartet mich, wenn ich eure Filme im Kino anschaue?\u201c, war die erste Frage des mdw-Magazins an die Filmakademie-Alumni Clara Stern und Peter Hengl. 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