{"id":6349,"date":"2021-09-30T14:50:26","date_gmt":"2021-09-30T12:50:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=6349"},"modified":"2021-09-30T14:54:35","modified_gmt":"2021-09-30T12:54:35","slug":"schreibzentrumderubmdw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2021\/09\/30\/schreibzentrumderubmdw\/","title":{"rendered":"Schreiben im Zentrum\ufeff: Das Schreibzentrum der ub.mdw"},"content":{"rendered":"\u201eSchreiben hei\u00dft, Wissen zur Sprache zu bringen. [&#8230;] Das Schreiben im Studium ist ein Trainingsfeld f\u00fcr selbst\u00e4ndiges und kritisches Denken.\u201c<span id='easy-footnote-1-6349' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2021\/09\/30\/schreibzentrumderubmdw\/#easy-footnote-bottom-1-6349' title=' Otto Kruse, &lt;i&gt;Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium,&lt;\/i&gt; Frankfurt\/Main 2007, 12. Aufl., S.\u00a021.'><sup>1<\/sup><\/a><\/span>\n<p>Wer wie Otto Kruse, einer der Pioniere der Schreibwissenschaft, heute den Stellenwert des Schreibens im Hochschulkontext betont, rennt offene T\u00fcren ein. L\u00e4ngst ist das Schreiben als Disziplin aus dem Studienalltag nicht mehr wegzudenken, auch nicht an einer Kunstuniversit\u00e4t. Schreiben ist ein wichtiges Instrument des Lernens und der Weiterentwicklung des Wissens. Dennoch wird \u00fcber Schreiben oft nicht weiter nachgedacht, es wird als selbstverst\u00e4ndlich angesehen und als bereits in der Schule erworbene F\u00e4higkeit vorausgesetzt. Das f\u00fchrt bei Studierenden oftmals zu \u00dcberforderung, denn Schreiben von akademischen Texten setzt neben inhaltlichem Wissen auch Textsorten- und rhetorisches Wissen voraus sowie Wissen rund um den Schreibprozess und die Diskursgemeinschaft, in welcher der\/die Schreibende sich bewegt. An vielen Universit\u00e4ten leisten Schreibzentren daher einen wertvollen Beitrag zur Schreibdidaktik: Sie unterst\u00fctzen Studierende in der Entwicklung ihrer Schreibkompetenz, indem sie, unabh\u00e4ngig von Fachdisziplinen und au\u00dferhalb von Pr\u00fcfungssituationen, <i>das Schreiben als Prozess<\/i> in den Mittelpunkt r\u00fccken.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund hat die ub.mdw als erste Musikbibliothek \u00d6sterreichs 2020 ein Schreibzentrum gegr\u00fcndet, in dem die Bibliothekarinnen und ausgebildeten Schreibtrainerinnen Anna Eberh\u00f6fer und Barbara Fuchslehner nicht nur individuelle Schreibberatung, sondern auch Workshops zu verschiedenen Themen anbieten. In <i>Zitieren kompakt<\/i> wird beispielsweise das Referieren fremder Quellen ge\u00fcbt, w\u00e4hrend in einem Kick-off-Workshop f\u00fcr Abschlussarbeiten vor allem Kompetenzen rund um das Planen und Strukturieren sowie verschiedene Schreibtechniken und Schreibtipps vermittelt werden. Daneben bietet das Schreibzentrum Kurse zu Literaturverwaltungsprogrammen an und veranstaltet gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum f\u00fcr Akademische Integrit\u00e4t und der hmdw regelm\u00e4\u00dfig die <i>Write Night<\/i> in der Bibliothek.<\/p>\n<p>Ihren Schwerpunkt sehen die Schreibberaterinnen jedoch in der Einzelberatung. Denn Schreiben ist mehr als korrekte Orthografie und die Anwendung von Zitierregeln. Um es zu erlernen, ist es vielmehr unerl\u00e4sslich, dass Studierende gleich von Beginn an Erfahrungen im akademischen Schreiben sammeln und dadurch Strategien f\u00fcr ihr Schreibhandeln entwickeln. Daf\u00fcr ist in den Curricula eines Musikstudiums oft wenig Raum. In der Schreibberatung, die als Vieraugengespr\u00e4ch stattfindet, k\u00f6nnen Studierende ohne Leistungsdruck Fragen stellen und erhalten rasche Unterst\u00fctzung in allen Phasen der Textproduktion, angefangen beim Zeitmanagement \u00fcber Literaturrecherche und Gliederung bis hin zum Feedback zu fertigen Textbausteinen.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt ist Schreiben aber auch ein pers\u00f6nlicher Prozess, der stark von der individuellen Schreibbiografie abh\u00e4ngt. W\u00e4hrend sich ein fehlerhafter Quellenverweis schnell korrigieren l\u00e4sst, sind andere Probleme, die mit dem Schreiben zusammenh\u00e4ngen, nicht so leicht aus der Welt zu schaffen. \u201eViele Studierende kommen das erste Mal mit einem unguten Gef\u00fchl in die Schreibberatung\u201c, so Barbara Fuchslehner. \u201eSie sind unzufrieden mit ihrem Text, finden, ihre Gedanken kl\u00e4ngen nicht \u201awissenschaftlich\u2018, und suchen die Schuld bei sich. Meist k\u00f6nnen wir sie recht schnell beruhigen, wenn wir ihnen klarmachen, dass Schreiben ein Prozess ist, bei dem man sich dem fertigen Text in kleinen Teilschritten ann\u00e4hert und bei dem es auch einmal einen R\u00fcckschlag geben kann.\u201c<\/p>\n<p>Zu wissen, wie man sich durch diesen Schreibprozess bewegt, wie man motiviert bleibt und Schreibhemmungen gekonnt vermeidet, ist eine Frage der \u00dcbung und kann erlernt werden. Die Aufgabe des Schreibzentrums ist es, Studierende in diesem Lernprozess zu begleiten, ihnen aufzuzeigen, wie sie mithilfe von verschiedenen Schreibtechniken anf\u00e4ngliche H\u00fcrden \u00fcberwinden und zu ihrer eigenen Stimme finden. Wenn die Studierenden dann den Punkt erreichen, an dem sie Schreiben nicht mehr als l\u00e4stige Pflicht, sondern als sinnhaft erfahren, weil es ihnen erm\u00f6glicht, vorhandenes Wissen mit ihrer pers\u00f6nlichen Gedanken- und Erlebniswelt zu verbinden, sehen die beiden Schreibberaterinnen ihre Mission erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Alle Termine und weitere Informationen inklusive vieler Materialien sowie Schreibtipps finden Sie unter:\u00a0<a href=\"http:\/\/bibliothek.mdw.ac.at\/schreibzentrum\">bibliothek.mdw.ac.at\/schreibzentrum<\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer wie Otto Kruse, einer der Pioniere der Schreibwissenschaft, heute den Stellenwert des Schreibens im Hochschulkontext betont, rennt offene T\u00fcren ein. 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