{"id":6342,"date":"2021-09-28T16:58:23","date_gmt":"2021-09-28T14:58:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=6342"},"modified":"2021-09-29T11:49:24","modified_gmt":"2021-09-29T09:49:24","slug":"ein-rueckblick-auf-die-12-internationale-sar-konferenz-ueber-artistic-research","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2021\/09\/28\/ein-rueckblick-auf-die-12-internationale-sar-konferenz-ueber-artistic-research\/","title":{"rendered":"Ein R\u00fcckblick auf die 12. Internationale SAR-Konferenz \u00fcber Artistic Research"},"content":{"rendered":"<h1>Diversit\u00e4t der K\u00fcnstlerischen Forschung<\/h1>\n<p>Von 7. bis 9. April 2021 veranstaltete die mdw in Kooperation mit der Akademie der bildenden K\u00fcnste Wien und der Universit\u00e4t f\u00fcr angewandte Kunst Wien die 12. Internationale Konferenz \u00fcber Artistic Research der Society for Artistic Research (SAR) als Live-Online-Event.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6345\" aria-describedby=\"caption-attachment-6345\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6345\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-6-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-6-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-6-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-6-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-6-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-6-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image1-6-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6345\" class=\"wp-caption-text\">Johannes Kretz \u00a9 Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u00dcber einen eigens entwickelten Web-Campus waren 525\u00a0Teilnehmer_innen aus aller Welt bei der Konferenz dabei, um in drei Keynotes sowie \u00fcber 40 Beitr\u00e4gen \u2013 orientiert an den drei thematischen Schwerpunkten <i>care<\/i>, <i>dare<\/i> und <i>share<\/i> \u2013 aktuelle Tendenzen der K\u00fcnstlerischen Forschung aus aller Welt zu verfolgen und in drei h\u00f6chst intensiven Tagen diese ausgiebig zu diskutieren und zu reflektieren. Ausf\u00fchrlicher als in den meisten Konferenzformaten wurde dabei die M\u00f6glichkeit zur Diskussion gegeben; bei jedem Beitrag stand f\u00fcr Pr\u00e4sentation und Diskussion in etwa gleich viel Zeit zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Da die j\u00e4hrlich stattfindende SAR-Konferenz diesmal komplett digital durchgef\u00fchrt werden musste, bot sich die besondere Gelegenheit und Chance, die Teilnahme global zu erm\u00f6glichen und so neue geografische Regionen einzubeziehen, die bei einem normalen Konferenzformat m\u00f6glicherweise durch mangelnde Ressourcen wie Reisebudgets benachteiligt gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6346\" aria-describedby=\"caption-attachment-6346\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6346\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image2-2-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image2-2-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image2-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image2-2-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image2-2-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image2-2-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image2-2-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6346\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Diese regionale Diversit\u00e4t sowohl in Bezug auf die Konferenzbeitr\u00e4ge als auch die Teilnehmenden bewirkte, dass eines der Ziele des Konferenzkomitees \u2013 eine Ausweitung des geografischen und inhaltlichen Fokus \u2013 besonders intensiv umgesetzt werden konnte. Dieses Anliegen fand sich auch in den Keynotes wieder, die hier exemplarisch Stellung bezogen:<\/p>\n<p><b>Emma Cocker<\/b> (Associate Professor, Fine Art, Nottingham Trent University) legte dar, wie K\u00fcnstlerische Forschung zu einer Haltung der Offenheit einladen bzw. ermutigen kann, und zwar nicht nur im Forschungsprozess selbst oder im Teilen von Prozessen und Ergebnissen, sondern auch gegen\u00fcber anderen und der Welt, gegen\u00fcber der Praxis des Lebens. Der Aspekt der Kollaboration und einer geteilten Exploration sowie die R\u00fcckkehr zur Community spielen dabei eine gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n<p><b>Liza Lim<\/b> (Professorin f\u00fcr Komposition, Sculthorpe Chair of Australian Music, Sydney Conservatorium of Music) betonte in ihrer Keynote die Untrennbarkeit von Ontologie, Epistemologie und Forschungsethik und exemplifizierte dies anhand einer \u00f6kosensitiven Analyse ihrer eigenen Komposition <i>Sex Magic<\/i> f\u00fcr Kontrabassfl\u00f6te, Elektronik und kinetische Perkussionsinstallation. Sie stellte dabei epistemologische Herausforderungen rund um \u00f6kologische Konzepte von Souver\u00e4nit\u00e4t vor. Ausgehend davon, dass in indigenen Kulturen oft Kunst als Wissensform, als Gesetz beziehungsweise als Sammlung einer \u00f6kologischen Enzyklop\u00e4die fungiert, besch\u00e4ftigte sie sich mit k\u00fcnstlerischen Modalit\u00e4ten des Wissens.<\/p>\n<p>In der Keynote von <b>Jyoti Mistry<\/b> (Professorin f\u00fcr Film an der Universit\u00e4t G\u00f6teborg) wurden dann epistemologische Fragen der K\u00fcnstlerischen Forschung und ihre gesellschaftspolitische Einbindung explizit gemacht, insbesondere, wenn man K\u00fcnstlerische Forschung aus der Perspektive kolonialer Geschichte des globalen S\u00fcdens aus betrachtet. K\u00f6nnen dekoloniale Theorien eine Revitalisierung von Artistic Research anbieten, indem man Epistemologien einbezieht, die in der westlichen Kunstpraxis ignoriert oder unterdr\u00fcckt wurden? Mistry pr\u00e4sentierte Strategien des epistemischen Ungehorsams sowie entinstitutionalisierte k\u00fcnstlerische Formen und Experimente als Filmemacherin und Forscherin, in welchen sie Geschichte und Geschichten von Marginalisierten oder Unterdr\u00fcckten sichtbar macht. Ihre Arbeit der Rekontextualisierung von Material aus historischen Filmarchiven ist dabei einer der Schachz\u00fcge einer dekolonialen Strategie, eine politische Praxis-Poiesis, um gewisse Bilder und Positionen wiederzuerlangen, die sonst nicht sichtbar w\u00e4ren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6347\" aria-describedby=\"caption-attachment-6347\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6347\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image3-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image3-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image3-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image3-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image3-1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image3-1-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/post-1_image3-1-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6347\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es w\u00fcrde den Rahmen dieses Artikels sprengen, die Vielfalt der Konferenzbeitr\u00e4ge auch nur ann\u00e4hernd zu skizzieren, welche die 12. SAR-Konferenz zu einem umfassenden Panoptikum der aktuellen K\u00fcnstlerischen Forschung werden lie\u00dfen. Die Erfordernisse einer digitalen Konferenz spornten die Beitragenden an, hier jeweils originelle L\u00f6sungen der Pr\u00e4sentation ihrer Forschung zu entwickeln. Die Diversit\u00e4t der Inhalte und Pr\u00e4sentationsformen, die hier geboten wurden, hinterlie\u00df bei den Teilnehmenden starken Eindruck und eine F\u00fclle von Anregungen. Eine Zusammenfassung wird demn\u00e4chst durch eine Sammelausstellung im Rahmen des Research Catalogue auch digital ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p>Die Herausforderung, die SAR-Konferenz diesmal komplett digital durchf\u00fchren zu m\u00fcssen, f\u00fchrte zu einem neuen Format, das zwar das physische Zusammentreffen an einem Ort vermissen lie\u00df und dieses in seiner Wichtigkeit deutlich bewusst machte, aber zugleich interessante M\u00f6glichkeiten des digitalen und globalen Austauschs auf dem Gebiet der K\u00fcnstlerischen Forschung aufzeigte, die m\u00f6glicherweise auch wertvolle Impulse f\u00fcr zuk\u00fcnftige Vernetzung und Zusammenarbeit geben werden. Auch die intensive Zusammenarbeit der veranstaltenden Institutionen im Rahmen des Konferenzkomitees hat zur St\u00e4rkung der K\u00fcnstlerischen Forschung am Standort Wien einen wichtigen Beitrag geleistet und wird in der Folge zu weiteren Kooperationen f\u00fchren.<\/p>\n<h1><\/h1>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von 7. bis 9. April 2021 veranstaltete die mdw in Kooperation mit der Akademie der bildenden K\u00fcnste Wien und der Universit\u00e4t f\u00fcr angewandte Kunst Wien die 12. 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