{"id":6086,"date":"2021-04-21T13:25:58","date_gmt":"2021-04-21T11:25:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=6086"},"modified":"2021-04-26T09:17:37","modified_gmt":"2021-04-26T07:17:37","slug":"der-science-fiction-film-rubikon-als-aushaengeschild-fuer-visual-effects-in-oesterreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2021\/04\/21\/der-science-fiction-film-rubikon-als-aushaengeschild-fuer-visual-effects-in-oesterreich\/","title":{"rendered":"Der Science-Fiction-Film Rubikon als Aush\u00e4ngeschild f\u00fcr Visual Effects in \u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"<h1>\u201eFilmemacher in \u00d6sterreich sollten sich einfach mehr trauen.\u201c<\/h1>\n<p>Science-Fiction-Filme mit atemberaubenden Visual Effects und Digital Art. Bei diesen Schlagworten denken viele sofort an Hollywood. Dass man dabei in Zukunft aber auch an \u00d6sterreich denken sollte, wollen die Filmschaffenden hinter <i>Rubikon<\/i> unter Beweis stellen.<\/p>\n<p>Das Know-how kommt dabei zu einem gro\u00dfen Teil aus der Filmakademie Wien. Angefangen bei Regisseurin und Drehbuchautorin Magdalena Lauritsch \u00fcber ihre Co-Autorin Jessica Lind bis zum Schnitt durch Christoph Loidl und Anna Heuss. F\u00fcr das Sound Design zeichnet Rudolf Pototschnig verantwortlich, und auch die hauptverantwortlichen Digital Artists, die den Film w\u00e4hrend und vor allem danach vervollst\u00e4ndigen, studieren an der Filmakademie. Produziert wird der Film von der Samsara Filmproduktion GmbH und der Graf Filmproduktion GmbH.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6090\" aria-describedby=\"caption-attachment-6090\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6090\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image2-10-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image2-10-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image2-10-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image2-10-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image2-10-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image2-10-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image2-10-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6090\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Samsara Film\/Graf Film\/Philipp Brozsek<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Handlung sei hier nur kurz angerissen: Sie spielt im Jahr 2056 auf der Raumstation Rubikon im Weltall. Die Forschungsarbeit einer Konzernsoldatin (Julia Franz Richter) und zweier Wissenschaftler (George Blagden und Mark Ivanir) wird durch unvorhergesehene Ereignisse auf der Erde unterbrochen. Hochbrisant werden dabei die gro\u00dfen Themen des Lebens behandelt.<\/p>\n<p>Wo Hollywood-Produktionen typischerweise ein dreistelliges Millionen-Budget zur Verf\u00fcgung haben, muss <i>Rubikon <\/i>mit insgesamt drei Millionen Euro auskommen. Um das zu bewerkstelligen, waren nicht nur mehr als 100 Prozent Einsatz und Leidenschaft aller Beteiligten gefragt, sondern auch der Bau eines cleveren modularen Sets durch Johannes M\u00fccke. Zus\u00e4tzlich spielte die optimale Planung der visuellen Effekte eine wichtige Rolle, wie On Set Visual Effects und Compositing Supervisor Benjamin Philippovich und seine Kollegin Mariana Fabre, Studierende an der Filmakademie, dem <i>mdw-Magazin<\/i> erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Sie arbeiten f\u00fcr Arx Anima, das als Hauptstudio f\u00fcr die Visual-Effects-Postproduktion des Films verantwortlich ist. \u00dcbergeordneter Visual Effects Supervisor f\u00fcr das gesamte Projekt ist mdw-Professor Franz Brandst\u00e4tter vom Fachbereich Digital Arts and Compositing der Filmakademie Wien.<\/p>\n<h5>Von Anfang an dabei<\/h5>\n<p>Eines liegt auf der Hand: Ein Science-Fiction-Film ohne Digital Artists ist unm\u00f6glich. Sie sind es, die in der Postproduktion die fantastischen Welten, in denen die Handlung spielt, erst sichtbar machen und visuelle Effekte erschaffen, wo zun\u00e4chst nur vor Green, Blue oder Black Screen gedreht wurde. Um dies optimal umsetzen zu k\u00f6nnen, sind sie am besten bereits von Anfang an mit dabei. Sie nehmen am Set die Rolle von On Set Visual Effects Supervisors ein, koordinieren also schon dort die visuellen Effekte, die sp\u00e4ter zum Einsatz kommen sollen.<\/p>\n<p>\u201eEs ist sehr wichtig, am Set dabei zu sein, auch damit wir wissen, was sp\u00e4ter zu tun sein wird\u201c, sagt Philippovich. Am Set von <i>Rubikon <\/i>fungierte er abwechselnd mit seinem Studienkollegen Florian Gr\u00fcnberger als On Set Visual Effects Supervisor und gab wertvolle Tipps, die die Postproduktion sp\u00e4ter optimieren. Was w\u00e4re die optimale Kameraeinstellung, der beste Winkel? Wie am besten mit den Teilen des Sets interagieren, die erst im Nachhinein am Computer entstehen? Als Dritte im Bunde sammelte Mariana Fabre wertvolle Metadaten, ohne die die Postproduktion nicht funktioniert: \u201eIch habe die genauen Kamerapositionen, Lichtverh\u00e4ltnisse und Spezifikationen der Kameras und Linsen dokumentiert und Fotos gemacht. Das ist wichtig, um die am Computer generierten Inhalte harmonisch in das gedrehte Material einf\u00fcgen zu k\u00f6nnen\u201c, so Fabre.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6091\" aria-describedby=\"caption-attachment-6091\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6091\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image3-6-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image3-6-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image3-6-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image3-6-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image3-6-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image3-6-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image3-6-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6091\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Samsara Film\/Graf Film\/Philipp Brozsek<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dass hier modernste Technik zum Einsatz kommt, zeigt nicht zuletzt ein Experiment mit Virtual Production, bei der sogar Digital Artists ins Schw\u00e4rmen kommen: Dabei handelt es sich um eine aufkommende Filmmethode, bei der die Crew am Set durch die Verbindung von Kamera und Computer und unter Verwendung der Software Unreal Engine in ein virtuelles Filmset eintauchen und darin drehen kann. Bildausschnitte k\u00f6nnen selbst gew\u00e4hlt werden, kreative Entscheidungen werden viel einfacher. Der Laie kann sich das wie ein Videospiel vorstellen, in dem man sich frei bewegen und agieren kann. Voraussetzung daf\u00fcr: Die computergenerierten Welten sind schon zu Drehbeginn fertiggestellt.<\/p>\n<p>Der Vorteil f\u00fcr die Postproduktion ist, dass man mit diesem Material viel effizienter arbeiten kann. Zwar muss auch dieses Material noch einmal \u00fcberarbeitet werden, die Metadaten vom Set sind aber bereits erfasst.<\/p>\n<h5>Zeit f\u00fcr die Postproduktion<\/h5>\n<p>Drehschluss f\u00fcr <i>Rubikon<\/i> war am 27. Dezember 2020. Bis zum Erscheinen des Films im Herbst 2021 ist aber noch viel zu tun. Wenn die letzte Klappe gefallen ist, wird Benjamin Philippovich zum Compositing Supervisor, bei dem alle F\u00e4den in Sachen Postproduktion zusammenlaufen. Compositing nennt man das Zusammenf\u00fchren von zwei getrennt voneinander aufgenommenen oder erstellten Elementen zu einem Bild, also beispielsweise das Einf\u00fcgen des Weltalls, das man durch die Fenster der Raumstation Rubikon sehen soll.<\/p>\n<p>Philippovich hat schon vor Eintreffen des geschnittenen Filmmaterials allerhand damit zu tun, die Zusammenarbeit der verschiedenen Beteiligten aufeinander abzustimmen. Mit Einstellungen, die komplett im Computer erschaffen werden, kann die CG-Abteilung (f\u00fcr computergenerierte Inhalte) bereits vor Eintreffen des Materials loslegen. Im Fall von <i>Rubikon<\/i> ist das beispielsweise die Au\u00dfenansicht der Raumstation oder der Blick vom Weltraum aus auf die Erde. Wenn die Produktion dann das geschnittene Rohmaterial liefert, k\u00f6nnen Computergeneriertes und am Set Gefilmtes zusammengef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Die Deadline daf\u00fcr ist sportlich: Von April bis Ende September werden etwa zehn Personen daran arbeiten. Ein ganz wichtiger Punkt auf der To-do-Liste: \u201eComputergenerierte Bilder m\u00fcssen ein bisschen \u201arauer\u2018 gemacht werden, damit sie sich in das gefilmte Material einf\u00fcgen\u201c, erkl\u00e4rt Philippovich. Dabei ist vor allem das Rekonstruieren der Lichtverh\u00e4ltnisse am Set ausschlaggebend.<\/p>\n<h5>VFX in \u00d6sterreich<\/h5>\n<p><i>Rubikon<\/i> wird nicht nur ein aufregender Science-Fiction-Film werden, sondern auch ein St\u00fcck weit Aush\u00e4ngeschild f\u00fcr Digital Art und Compositing in \u00d6sterreich. \u201eF\u00fcr mich ist der Film etwas Besonderes, weil es das erste Mal ist, dass so eine gro\u00dfe Science-Fiction-Produktion in \u00d6sterreich gemacht wird\u201c, erz\u00e4hlt Philippovich. \u201eIch bin auch zum ersten Mal Compositing Supervisor. Das ist viel Verantwortung, aber auch sehr spannend, weil man viel involvierter ist in das ganze Projekt.\u201c<\/p>\n<p>Ausschlie\u00dflich mit \u00f6sterreichischen Produktionen sein Geld zu verdienen, das gelingt derzeit nur den wenigsten Digital Artists. Nach der exzellenten Ausbildung an der Filmakademie Wien arbeiten viele Absolvent_innen an internationalen Projekten in den Hotspots der Branche, in Kanada, Australien, Gro\u00dfbritannien oder Deutschland. <i>Rubikon<\/i> soll zeigen, was alles m\u00f6glich ist in \u00d6sterreich: \u201eHeimische Filmschaffende sollten sich einfach mehr trauen, Filme mit Visual Effects zu produzieren\u201c, findet Philippovich.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Science-Fiction-Filme mit atemberaubenden Visual Effects und Digital Art. Bei diesen Schlagworten denken viele sofort an Hollywood. 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