{"id":6026,"date":"2021-04-22T15:20:56","date_gmt":"2021-04-22T13:20:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=6026"},"modified":"2021-04-26T08:46:41","modified_gmt":"2021-04-26T06:46:41","slug":"musik-kommt-von-uns-allen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2021\/04\/22\/musik-kommt-von-uns-allen\/","title":{"rendered":"\u201eMusik kommt von uns allen\u201c"},"content":{"rendered":"<h5>Dietmar Flosdorf, Axel Petri-Preis und Rineke Smilde unterrichten am Institut f\u00fcr musikp\u00e4dagogische Forschung, Musikdidaktik und Elementares Musizieren (IMP). Mit dem <i>mdw-Magazin <\/i>sprachen sie \u00fcber ihre Community-Arbeit.<\/h5>\n<p>Was bedeutet Community Outreach in der Musikp\u00e4dagogik, und worin liegt die zentrale Aufgabe der Outreach-Projekte?<\/p>\n<p><b>Rineke Smilde (RS): <\/b>Mir gef\u00e4llt das Wort Outreach nicht. Das wirkt wie: \u201eIch bin so gut in meinem Tun, ich gebe euch etwas davon ab.\u201c Es beinhaltet keine Wechselseitigkeit. Ich spreche lieber von Community Engagement, also von Dialog zwischen Musiker_innen und gesellschaftlichen Gruppen.<\/p>\n<p><b>Axel Petri-Preis (AP):<\/b> Ich bevorzuge auch Community Engagement oder Community Building. Es bedeutet, eine Community aufzubauen, indem man gemeinsame Vorstellungen in einem reziproken, also wechselseitigen Prozess entwickelt, wo alle Beteiligten zusammenarbeiten und Handlungsmacht haben. Der Begriff Community wird oft auf eine schwierige Art und Weise verwendet. Bestimmten Menschen werden bestimmte Merkmale und Gemeinsamkeiten zugewiesen und dadurch eine Community konstruiert, teilweise ohne zu \u00fcberlegen, ob sie sich selbst als Community empfinden. In der Grundbedeutung des Begriffs geht es aber darum, dass eine Community eine Gruppe von Menschen ist, die sich selbst als Gemeinschaft aufgrund bestimmter Merkmale wie gemeinsamer Werte und Ziele wahrnimmt. Das ist etwas, was man sehr gut reflektieren muss.<\/p>\n<p><b>Dietmar Flosdorf (DF):<\/b> Wir sind keine Missionare. Jeder kann ein_e S\u00e4nger_in oder Musiker_in sein und sich im eigenen Umfeld musikalisch einbringen, egal ob man im Chor singt oder zu Hause musiziert und dadurch eine Gemeinschaft bildet. Das ist offen zu verstehen, und das macht es auch spannend, mit dieser Offenheit und Diversit\u00e4t zu arbeiten. Community Engagement will die Begegnung der Menschen auf Augenh\u00f6he im und durch den Dialog mit k\u00fcnstlerischer Exzellenz und entsprechenden Werken. Deshalb ist Community Engagement nicht nur ein Thema f\u00fcr die Musikp\u00e4dagogik.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6031\" aria-describedby=\"caption-attachment-6031\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6031\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image3-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"638\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image3-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image3-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image3-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image3-1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image3-1-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image3-1-850x637.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6031\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Armin Bardel<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wer wird durch die Community-Projekte angesprochen?<\/p>\n<p><b>DF:<\/b> Es ist eine Frage der Konzeption, damit eine offene Gemeinschaft entstehen kann, in die sich m\u00f6glichst viele einbringen k\u00f6nnen. Ich habe ein Projekt in der Wohnsiedlung Am Sch\u00f6pfwerk mit Studierenden realisiert, das war ein Angebot an alle, die dort wohnen. Die Verortung des Projektes ist zwar vordefiniert, aber es war konzeptionell so aufgesetzt, dass jede_r mitmachen kann, egal ob er oder sie im Jugendzentrum, in der Schule, am D\u00f6nerstand oder in der Moschee anzutreffen ist. Die T\u00fcr ist offen, wer dabei sein will, ist \u2013 ganz inklusiv \u2013 willkommen.<\/p>\n<p><b>AP:<\/b> Wichtig ist zu sagen, dass jede_r an Community-Projekten teilnehmen kann. Es wird besonders spannend, wenn Menschen mit unterschiedlichen Hintergr\u00fcnden und Perspektiven zusammenkommen, die im Normalfall nicht aufeinandertreffen. Durch die Projekte werden R\u00e4ume der Begegnung geschaffen, wo alle mit und durch Musik in einen Austausch gelangen.<\/p>\n<p><b>RS:<\/b> Es findet Empowerment f\u00fcr alle Beteiligten statt. Mit und durch Musik kommen neue Lernprozesse zustande. Als Beispiel kann ich das Forschungsprojekt <i>ProMiMiC \u2013 Professional Excellence in Meaningful Music in Healthcare<\/i> nennen, an dem auch die mdw beteiligt ist: dabei arbeiten Musiker_innen im Krankenhaus mit Patient_innen und Pflegepersonal. Es entsteht ein interprofessioneller Lernprozess zwischen Musiker_innen, Musiktherapeut_innen und Pfleger_innen, was sich wiederum positiv auf das Wohlbefinden der Patient_innen auswirkt. Allgemein wird der Blick der Medizin auf den Stellenwert von Kunst im Gesundheitswesen gelenkt. Das alles kann Musik bewirken.<\/p>\n<p><b>DF:<\/b> Arbeit wie diese hat eine gro\u00dfe Wirkung auf Musiker_innen. Der Dialog und Austausch bietet f\u00fcr Musiker_innen die M\u00f6glichkeit, auf unmittelbarer menschlicher Ebene zu sp\u00fcren, was Musik ausl\u00f6sen kann und wie das auf sie selbst zur\u00fcckwirkt.<\/p>\n<p><b>AP:<\/b> Ich bringe hier das Konzept des deutschen Soziologen Mark Terkessidis ein, der statt von Kooperation von Kollaboration spricht. Demnach gehen bei einer Kooperation die Menschen nach der Zusammenarbeit so auseinander, wie sie zusammengekommen sind. In einer Kollaboration hingegen ver\u00e4ndert sich jede_r im positiven Sinn und ist sich dieser Ver\u00e4nderung bewusst. In dem Zusammenhang erw\u00e4hne ich auch das Konzept der \u201eParticipatory Art\u201c von Fran\u00e7ois Matarasso, einem britischen Community Artist und Autor. F\u00fcr ihn gibt es bei Community-Projekten Non-Professional Artists und Artists. Das finde ich eine wichtige Aussage: Alle, die mitmachen, sind K\u00fcnstler_innen, egal ob professionell oder nicht. Die grunds\u00e4tzliche Annahme, dass sich alle gleich beteiligen und auf einer Ebene miteinander agieren k\u00f6nnen, ist essenziell.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6030\" aria-describedby=\"caption-attachment-6030\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6030\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image2-3-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"638\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image2-3-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image2-3-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image2-3-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image2-3-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image2-3-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image2-3-850x637.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6030\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Armin Bardel<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wie werden die Studierenden an die Community-Arbeit herangef\u00fchrt, und welche Lerninhalte nehmen sie mit?<\/p>\n<p><b>DF:<\/b> Ein Projekt ist immer eine M\u00f6glichkeit f\u00fcr die Studierenden, sich neu zu verorten und zu wachsen, nicht nur in Hinblick auf die instrumentale und technische Kompetenz, sondern auf menschlicher Ebene zu wachsen und so den eigenen Stellenwert und ihre Rolle in der Gesellschaft neu wahrnehmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>AP:<\/b> Ich kann von einem Projekt berichten, wo K\u00fcnstler_innen, Studierende der Musikerziehung und Sch\u00fcler_innen zusammengearbeitet haben. Im Sinne eines Participatory Art Project hatten wir das Ziel, ein gemeinsames Musiktheaterst\u00fcck zu schaffen. Es war ein offener Prozess ohne Vorgaben f\u00fcr das Resultat. F\u00fcr viele Studierende war das eine neue Erfahrung, weil sie die Vorstellung in sich trugen \u2013 vielleicht durch den eigenen erlebten Unterricht \u2013, dass der Lehrende wissen muss, was am Ende herauskommen soll. Meine Bitte war eine andere: Begeben wir uns gemeinsam auf eine Reise und vertrauen darauf, dass etwas Tolles herauskommen wird, da wir gut zusammenarbeiten werden. Nach der anf\u00e4nglichen Skepsis bekam ich sp\u00e4ter die R\u00fcckmeldung, dass die Arbeit als befreiend gesehen wurde. Die Studierenden lernten, die Verantwortung an die Gruppe abzugeben und auf das Wissen und K\u00f6nnen der Gruppenmitglieder zu vertrauen, damit etwas Spannendes entstehen kann.<\/p>\n<p><b>DF:<\/b> Vertrauen ist wichtig, aber es bedarf einer Vorarbeit und konzeptioneller \u00dcberlegungen. Das Setting muss vorbereitet und abgestimmt sein, damit die gemeinsame Kreativit\u00e4t der Studierenden und der Non-Professional Artists erwachsen kann. Mit Blick auf die Studierenden: Es ist wichtig wahrzunehmen, dass eine Musikuniversit\u00e4t ein exklusiver Ausbildungsort ist. Viele Studierende kommen aus bestimmten sozialen Kontexten und sind auf eine bestimmte Art fr\u00fch oder gut gef\u00f6rdert worden. Diese Studierenden haben durch die Community-Arbeit die Chance, au\u00dferhalb ihrer eigenen \u201eBlase\u201c mit anderen gesellschaftlichen Realit\u00e4ten in Ber\u00fchrung zu kommen, die ihnen auch neue Aufgabenfelder und eine breitere Verortung der Frage, was Kunst bewirken und was ihre Aufgabe dabei sein kann, aufzeigt. In Zeiten der Pandemie sehen wir, wie die Kultur an den Rand gedr\u00e4ngt wird, aber es k\u00f6nnen sich dadurch auch neue Felder er\u00f6ffnen, wo sich K\u00fcnstler_innen einbringen k\u00f6nnen, etwa sozial- und bildungspolitisch.<\/p>\n<p><b>RS:<\/b> Es geht auch darum, wie Lehrende den Unterricht an der Universit\u00e4t gestalten und wie wir unsere Lernumgebung einrichten. Oft ist der Fokus auf das Formale, es steht vorab fest, was herauskommen soll. Studierende lernen so nicht, mit Risiken umzugehen und Vertrauen zu haben. Wenn wir Musiker_innen mit Vertrauen und breitem Blick auf die Gesellschaft sowie einer starken k\u00fcnstlerischen Identit\u00e4t haben wollen, muss an der Universit\u00e4t daf\u00fcr der Boden aufbereitet werden. Wesentlich ist auch, dass Lehrende sich selbst infrage stellen und stets neugierig bleiben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6028\" aria-describedby=\"caption-attachment-6028\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6028\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image0-6-1024x587.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"487\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image0-6-1024x587.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image0-6-300x172.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image0-6-768x440.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image0-6-1536x880.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image0-6-384x220.jpg 384w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image0-6-850x487.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image0-6.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6028\" class=\"wp-caption-text\">isaOutreach \u00a9 Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wie kann man den nachhaltigen Erfolg von Community-Projekten messen?<\/p>\n<p><b>RS:<\/b> Beim vorher angesprochenen Projekt im Krankenhaus haben wir das Schmerzempfinden der Patient_innen vor, w\u00e4hrend und vier Stunden nach der Musik gemessen. Erwartbar war, dass das Schmerzlevel sinkt, aber sogar vier Stunden nach der Musik war das Schmerzlevel niedriger. Das l\u00e4sst sich eindeutig messen. Viele Wirkungen sind aber implizit und auf sozialer Ebene, ich spreche daher lieber von \u201eimpact\u201c, etwa wenn es darum geht, wie sich durch ein solches Projekt der Umgang zwischen Pflegepersonal und Patient_innen ver\u00e4ndert. Auch wenn Krankenhauspersonal und Patient_innen sagen: \u201eWir brauchen unsere Musiker_innen\u201c, ist das ein Anzeichen f\u00fcr nachhaltige Wirkung.<\/p>\n<p><b>DF:<\/b> Ich habe mit Unterst\u00fctzung durch das Institut f\u00fcr Musiksoziologie Projekte durch Befragungen der beteiligten Sch\u00fcler_innen vor, unmittelbar nach und ein Jahr nach dem Projekt evaluiert. Es war nachweisbar, dass es zu nachhaltigen Einstellungsver\u00e4nderungen im Zugang zu und dem Bed\u00fcrfnis nach Kunst und dem gemeinsamen Musizieren gekommen ist.<\/p>\n<p><b>AP:<\/b> Wenn wir vom wechselseitigen Prozess der Kollaboration sprechen, ist dieser gelungen, wenn alle Beteiligten sich ver\u00e4ndert haben und dar\u00fcber auch reflektieren k\u00f6nnen. Manchmal l\u00e4uft das implizit ab, daher ist Messbarkeit schwierig, manche Effekte lassen sich nicht sofort messen. Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass Community-Arbeit nachhaltig ist, wenn man es als permanenten und positiven Lernprozess f\u00fcr alle Beteiligten sehen kann. Jede_r bringt unterschiedliches Wissen und Voraussetzungen mit, die in keiner hierarchischen Abstufung zueinander stehen.<\/p>\n<p><b>DF: <\/b>Wir begegnen Personen \u2013 lateinisch \u201eper-sonare\u201c \u2013, also Menschen, \u201edurch\u201c die etwas zum \u201eKlingen\u201c kommt, was sie ausmacht als Pers\u00f6nlichkeit: In Community-Projekten ist jede_r eingeladen, sich einzubringen und so den \u201eGesamtklang\u201c durch die Begegnung zu bereichern oder zu ver\u00e4ndern. \u201eErfolgreich\u201c ist es, wenn es gelingt, den Raum und das Vertrauen daf\u00fcr zu schaffen, dass jede_r dies kann. Das ist als Botschaft auch den Studierenden gegen\u00fcber wesentlich und damit zus\u00e4tzlich nachhaltig.<\/p>\n<p>Welche Rahmenbedingungen sind f\u00fcr erfolgreiche Community-Arbeit wichtig, einerseits von der mdw, andererseits von kulturpolitischer Seite?<\/p>\n<p><b>DF:<\/b> Das jetzige Rektorat hat gro\u00dfe Offenheit und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Community-Arbeit, auch im Sinne der \u201eThird Mission\u201c, und nimmt diesen Auftrag stark wahr. Nat\u00fcrlich ist noch Potenzial da, aber die Entwicklungen in dem Feld sind in den letzten Jahren sehr ermutigend.<\/p>\n<p><b>AP:<\/b> Kulturpolitisch ist zu erw\u00e4hnen, dass von der Stadt Wien neue Akzente in der St\u00e4rkung der Community-Arbeit gesetzt werden, etwa indem Initiativen wie die Brunnenpassage, die sich dieser Arbeit verschrieben hat, besser dotiert werden und somit mehr Spielraum f\u00fcr Projekte bekommen.<\/p>\n<p><b>DF: <\/b>Oder auch die neue Ausschreibung \u201eKulturKatapult\u201c der Stadt Wien, wo erstmalig Projekte mit jugendlichen Lehrlingen gezielt gesucht und gef\u00f6rdert werden und durch meine Einreichung auch die mdw einen Zuschlag bekommen hat, ist ein positives Zeichen.<\/p>\n<p><b>RS:<\/b> Ich habe viele positive Entwicklungen unter diesem Rektorat gesehen. Wichtig ist, welche Einstellung gegen\u00fcber Community-Arbeit herrscht, weniger wie viele Projekte es quantitativ gibt. Die Universit\u00e4t kann einen gro\u00dfen Beitrag leisten zur Frage, wo K\u00fcnstler_innen gesellschaftlich stehen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6029\" aria-describedby=\"caption-attachment-6029\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-6029\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image1-6-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image1-6-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image1-6-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image1-6-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image1-6-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image1-6-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/post-1_image1-6-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6029\" class=\"wp-caption-text\">isaOutreach \u00a9 Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Was sind f\u00fcr Sie einpr\u00e4gsame Erfahrungen in der Community-Arbeit, und was ist Ihr Antrieb daf\u00fcr?<\/p>\n<p><b>RS:<\/b> Das erste Mal, als wir das Projekt im Krankenhaus durchf\u00fchrten, war dort ein Patient, der nach einem Unfall im Sterben lag. Die Musiker_innen haben f\u00fcr ihn <i>Can\u2019t help falling in love with you<\/i> gespielt. Ich habe \u2013 zuerst erschrocken \u2013 Laute von ihm geh\u00f6rt und dann begriffen, dass er singt. Obwohl er sterbend war, hat er gesungen. Das war eine starke Erfahrung.<\/p>\n<p><b>AP:<\/b> F\u00fcr mich ist es ein gro\u00dfes Gl\u00fccksgef\u00fchl, wenn es in Projekten zu einem echten Austausch von Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven kommt, wenn jegliche Hierarchie \u00fcberwunden wird und eine symmetrische Kommunikationssituation entsteht, von der alle profitieren. Das sp\u00fcren zu wollen, treibt mich immer wieder an.<\/p>\n<p><b>DF:<\/b> Ich m\u00f6chte es anhand einer Anekdote illustrieren: Bei einem Projekt in der Sch\u00f6pfwerk-Siedlung haben wir gemeinsam mit einer Mittelschulklasse Kompositionsideen diskutiert. Eine Sch\u00fclerin sollte dann als \u00dcberschrift \u201ePartitur der Klasse 3B\u201c an die Tafel schreiben. Sie schrieb \u201ePartyuhr\u00a0\u2026\u201c \u2013 das ist meines Erachtens ein fantastisches Bild, wie die Arbeit bei ihr angekommen ist: Wir haben f\u00fcr sie gemeinsam eine Party organisiert. Das verdeutlicht ganz authentisch die Wirkung dieser Arbeit. Wer kann sich einem solchen Feedback entziehen?<\/p>\n<p><b>RS:<\/b> Durch diese Arbeit realisieren Menschen: Musik kommt von uns allen.<\/p>\n<div class=\"bdaia-separator se-shadow\" style=\"margin-top:30px !important;margin-bottom:30px !important;\"><\/div>\n<p>Projektinformationen auf der IMP Website (Fachbereich \u201eMusik im Dialog\u201c): <a href=\"http:\/\/mdw.ac.at\/imp\/musik-im-dialog\">mdw.ac.at\/imp\/musik-im-dialog<br \/>\n<\/a>ProMiMiC: <a href=\"http:\/\/mdw.ac.at\/promimic\">mdw.ac.at\/promimic<\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dietmar Flosdorf, Axel Petri-Preis und Rineke Smilde unterrichten am Institut f\u00fcr musikp\u00e4dagogische Forschung, Musikdidaktik und Elementares Musizieren\ufeff (IMP). 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