{"id":5821,"date":"2021-02-22T14:44:41","date_gmt":"2021-02-22T13:44:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=5821"},"modified":"2021-02-24T12:38:12","modified_gmt":"2021-02-24T11:38:12","slug":"alumnaimfokusgolnarshahyar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2021\/02\/22\/alumnaimfokusgolnarshahyar\/","title":{"rendered":"Alumna im Fokus\ufeff: Golnar Shahyar"},"content":{"rendered":"<h5>Unter dem Motto \u201eVer\u00e4nderung als Motor\u201c k\u00e4mpft die erfolgreiche und authentische S\u00e4ngerin, Bandleaderin und Komponistin f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen in ihrer Branche sowie f\u00fcr soziale Gerechtigkeit. Eine couragierte, kraftvolle Frau, die mit ihrer Kunst \u2013 im wahrsten Sinne des Wortes \u2013 Grenzen \u00fcberwindet.<\/h5>\n<figure id=\"attachment_5823\" aria-describedby=\"caption-attachment-5823\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-5823\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image0-15-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image0-15-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image0-15-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image0-15-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image0-15-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image0-15-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image0-15-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5823\" class=\"wp-caption-text\">Golnar Shahyar war Teil des Musikf\u00f6rderprogramms des Au\u00dfenministeriums \u201eThe New Austrian Sound of Music\u201c und erhielt Nominierungen f\u00fcr den Austrian World Music Award \u00a9 Ina Aydogan<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eIch bin von Natur aus ein neugieriger und flexibler Mensch. Diese Eigenschaften wurden best\u00e4rkt durch meine Lebenserfahrung und die verschiedenen Kulturen, in denen ich gelebt habe.\u201c Geboren und aufgewachsen im Iran mit Persisch als Muttersprache, setzt die vielseitige K\u00fcnstlerin ihren Lebensweg sp\u00e4ter in Kanada und \u00d6sterreich fort. Im vierten Jahr ihres Biologiestudiums an der York Universit\u00e4t in Toronto, entdeckt Golnar Shahyar eine enorme kreative Energie in sich sowie den brennenden Wunsch, sich auszudr\u00fccken und anderen mitzuteilen. Sie beschlie\u00dft ihr Leben der Musik zu widmen und verlegt ihren Lebensmittelpunkt nach Wien. Bis sie sich schlie\u00dflich in ihrer Identit\u00e4t als Musikerin findet, dauert es jedoch viele Jahre. \u201eMusikerin zu sein ist ein Lebensstil und eine Philosophie. Ich lebe, was ich tue und ich tue, was ich lebe. F\u00fcr mich ist der Prozess immer noch im Gang.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Ich habe die Rebellion aus dem Iran, die Freiheit und den Mut aus Kanada und den Widerstand und den Wunsch nach Selbstdarstellung aus \u00d6sterreich.<\/p><\/blockquote>\n<p>Am Vienna Konservatorium widmet sie sich zun\u00e4chst den klassischen Arien und Liedern. \u201eIch war ein besonderer Fan der Oper <i>Carmen<\/i> und ich mochte die Art, wie es sich in meinem K\u00f6rper beim Singen anf\u00fchlte.\u201c Schnell wird ihr jedoch klar, dass sie in der europ\u00e4isch klassischen Musiktradition nicht sie selbst sein kann. Sie beginnt ihre musikalischen Wurzeln mit Folklore, Jazz, Experimental- und improvisierter Musik zu verbinden. Ihre musikalische Muttersprache ist das mikrotonale System, auf das sie sich jedoch nicht begrenzt. \u201eIch bin ein Mensch, der sich f\u00fcr vieles begeistern kann, und ich betrachte musikalische Ausdrucksformen als Sch\u00e4tze. Diese Vielfalt ist f\u00fcr mich sehr faszinierend, und ich werde mein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr diese Sprache weiter ausbauen, bis zu dem Tag, an dem ich keine Musik mehr spielen kann.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Kultur ist das Herz einer Gesellschaft.<\/p><\/blockquote>\n<p>Durch ihren damaligen Partner kommt Golnar Shahyar mit Elfi Aichinger, Professorin an der mdw, in Kontakt. Sie beginnt ihr Studium am ipop der mdw. \u201eElfi Aichinger ist f\u00fcr mich das Beispiel einer Frau, die ihren Weg des musikalischen Ausdrucks gefunden hat und sich damit durchsetzen konnte. Das war sehr inspirierend f\u00fcr mich.\u201c Heute zieht sie ihre Inspiration zum einen aus der Zeit mit sich selbst, in der Natur, und der Verarbeitung der Ereignisse um sie herum, aber auch aus der menschlichen Interaktion und sozialen Konflikten. \u201eIch lerne so viel vom Spielen mit anderen Musiker_innen. Das ist meiner Meinung nach die wahre Schule der Musik.\u201c Den kulturellen und musikalischen Dialog betrachtet sie dabei als Teil ihrer Arbeit. \u201eMusik schafft diesen Raum, in dem Menschen ihre Tr\u00e4ume, Ideen und ihre Lebensweisen miteinander teilen.\u201c<\/p>\n<p>Ihre Gedanken und sich selbst \u00fcber ihre Musik auszudr\u00fccken, ist ein zentraler Aspekt ihres Schaffens. Sich selbst bezeichnet die Ausnahmek\u00fcnstlerin als Geschichtenerz\u00e4hlerin, die Texte zu ihrer Musik schreibt sie selbst. \u201eIch interessiere mich sehr f\u00fcr die Identit\u00e4ten, die pers\u00f6nlichen Geschichten von Menschen und wie sich Kulturen entwickeln. Das gibt mir in meinem pers\u00f6nlichen Leben so viel Inspiration.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Es ist schwer zu glauben, dass unser Musikausbildungssystem bis heute die unendlichen musikalischen Sch\u00e4tze, die es auf der Welt gibt, einfach ignoriert, um eine exklusive und elit\u00e4re Kultur zu reproduzieren, die nur einer bestimmten sozialen und kulturellen Klasse vorbehalten ist.<\/p><\/blockquote>\n<figure id=\"attachment_5825\" aria-describedby=\"caption-attachment-5825\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-5825\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-11-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-11-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-11-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-11-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-11-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-11-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-11-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5825\" class=\"wp-caption-text\">Neben ihrer Konzertt\u00e4tigkeit verfolgt Golnar Shahyar Projekte in den Bereichen Performance, Theater und Tanz. Zudem war sie als Kuratorin und Workshop-Leiterin bei verschiedenen Festivals in Wien und Berlin t\u00e4tig. Aktuell arbeitet sie mit der Brunnenpassage an der Entwicklung von Kunst- sowie an Musikfestival-Konzepten f\u00fcr 2021\/22 \u00a9 Ina Aydogan<\/figcaption><\/figure>\n<p>Neben ihrer umfassenden k\u00fcnstlerischen T\u00e4tigkeit setzt sich die engagierte S\u00e4ngerin f\u00fcr soziale Gerechtigkeit und bessere Arbeitsbedingungen in der Musikbranche ein. \u201eIch bin seit zehn Jahren eine \u00dcberlebende dieser Industrie und ich habe festgestellt, dass es nicht ausreicht, nur Musik zu spielen. Deswegen habe ich begonnen, mich noch intensiver in sozialen und politischen Fragen zu bilden.\u201c Als marginalisierte K\u00fcnstlerin und jemand, der das Musikausbildungssystem in \u00d6sterreich erlebt hat, sieht sie es als ihre Aufgabe \u00fcber Missst\u00e4nde zu sprechen. Damit setzt Golnar Shahyar Schritte im Kampf gegen systematische Diskriminierung sowie schlechte Arbeitsbedingungen. In ihrem offenen Brief an \u00d6sterreichs Musik- und Kulturjournalist_innen sprach sie das Fehlen von Wissen und Interesse an der Vielfalt der Musikgemeinschaft an und erhielt daf\u00fcr zahlreiche positive Reaktionen ihrer Kolleg_innen aller Genres und Nationalit\u00e4ten. Die Reaktionen der Medienlandschaft blieben jedoch verhalten.<\/p>\n<p>\u201eWir als Musikgemeinschaft sollten wissen, dass niemand diese Situation f\u00fcr uns besser machen wird, au\u00dfer wir selbst. Wenn ich ein Problem anspreche, arbeite ich daran, es zu l\u00f6sen und schaue nicht einfach weg.\u201c Die Pandemie und die damit verbundenen Lockdowns haben Golnar Shahyar und ihren Kolleg_innen, wie mdw-Studentin, Komponistin und Klangk\u00fcnstlerin Rojin Sharafi und Dirigentin Yalda Zamani, die Zeit gegeben, ihre Standpunkte zu diskutieren und erste Konzepte zu entwickeln. Mit der neu gegr\u00fcndeten Plattform WE:Shape sollen erste Schritte zur Verbesserung der Kommunikation untereinander sowie erste Ma\u00dfnahmen, wie Bildungsprogramme und Live-Musikveranstaltungen, gesetzt werden. \u201eWir m\u00f6chten Dialoge er\u00f6ffnen sowie Konzerte und Aktivit\u00e4ten organisieren, um all die wichtigen Themen anzusprechen.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Musikalische Sprache darf kein Mittel sein, um sich gegen andere Kulturen oder Identit\u00e4ten zu definieren.<\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Golnar Shahyar (GolNar) - &quot;Wanting&quot;\" width=\"850\" height=\"478\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/qzXEsJT4zB4?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Das Eintreten f\u00fcr soziale Gerechtigkeit und Gleichheit in der Gemeinschaft ist f\u00fcr Golnar Shahyar mittlerweile genauso wichtig geworden wie ihre musikalische Arbeit.<\/p>\n<p>\u201eMusikalische Sprache darf kein Mittel sein, um sich gegen andere Kulturen oder Identit\u00e4ten zu definieren. Wir sind Menschen, bevor wir Musiker_innen sind, und unsere Musik ist das Spiegelbild unserer Lebensgeschichte. Man muss also sich selbst und die Welt um sich herum kennenlernen. Mit etwas Disziplin und Empathie wird sich die eigene Musik zwangsl\u00e4ufig mit anderen verbinden und das Leben und die Umgebung zum Besseren ver\u00e4ndern.\u201c","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter dem Motto \u201eVer\u00e4nderung als Motor\u201c k\u00e4mpft die erfolgreiche und authentische S\u00e4ngerin, Bandleaderin und Komponistin f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen in ihrer Branche sowie f\u00fcr soziale Gerechtigkeit. Eine couragierte, kraftvolle Frau, die mit ihrer Kunst \u2013 im wahrsten Sinne des Wortes \u2013 Grenzen \u00fcberwindet.<\/p>\n","protected":false},"author":86,"featured_media":5824,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[1130,1161,990,837],"class_list":["post-5821","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-music","tag-2021-1","tag-alumnaimfokus","tag-alumniimfokus","tag-music"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5821","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/86"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5821"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5821\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5936,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5821\/revisions\/5936"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5824"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5821"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5821"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5821"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}