{"id":5806,"date":"2021-02-24T10:15:06","date_gmt":"2021-02-24T09:15:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=5806"},"modified":"2021-02-24T13:25:39","modified_gmt":"2021-02-24T12:25:39","slug":"mmrc-lecture-2020-und-ein-interview-mit-dawn-chatty","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2021\/02\/24\/mmrc-lecture-2020-und-ein-interview-mit-dawn-chatty\/","title":{"rendered":"MMRC Lecture 2020 und ein Interview mit Dawn Chatty"},"content":{"rendered":"Am 11. November 2020 fand die erste j\u00e4hrliche Lecture des Music and Minorities Research Center (MMRC) als Online-Veranstaltung unter der Moderation von Ursula Hemetek, der Leiterin des MMRC, statt. Trotz der im vergangenen Jahr besonderen Umst\u00e4nde konnte ein interdisziplin\u00e4res Publikum gewonnen und konnten Wissenschaftler_innen unterschiedlicher Disziplinen in lebhaften Diskussionsrunden zusammengebracht werden, die aktuelle akademische Diskurse und Standpunkte bez\u00fcglich sozialer Entwicklungen widerspiegeln.<\/p>\n<p>In diesem Jahr widmete sich die Lecture dem Thema Flucht. Dawn Chatty, emeritierte Professorin f\u00fcr Anthropologie und Forced Migration an der Universit\u00e4t Oxford sowie ehemalige Leiterin des Refugee Studies Centre und aktive Forscherin im Bereich der angewandten Anthropologie, wurde eingeladen, eine Keynote mit dem Titel <i>Anthropological Reflections on Fortress Europe <\/i>zu halten<i>. <\/i>In ihrem Beitrag fokussierte sie auf die Umst\u00e4nde, unter welchen die moderne humanit\u00e4re \u00c4ra entstand und darauf, wie die urspr\u00fcnglichen Zielsetzungen, verwoben mit moralischen Verpflichtungen und sozialen Verantwortungen gegen\u00fcber den Schutzsuchenden, von den europ\u00e4ischen Regierungen nach und nach zu der heutigen \u201eFestungsmentalit\u00e4t\u201c umgewandelt wurden.<\/p>\n<p>Marko K\u00f6lbl, Senior Scientist am Institut f\u00fcr Volksmusikforschung und Ethnomusikologie der mdw pr\u00e4sentierte seine Respondenz aus ethnomusikologischer Perspektive und bezog dabei vor allem seine Forschung im Bereich musikalischer Ausdrucksformen der afghanischen Community in Wien ein. Er betonte hierbei, wie populistische Politiken und Diskurse bestimmte Gruppen von Migrant_innen und Gefl\u00fcchteten kriminalisieren und unterstrich, wie wichtig ethnomusikologische Feldarbeit ist, um Narrative und kulturelle Repr\u00e4sentationen von Flucht und Migration zu etablieren, die sich von jenen abheben, die xenophobe Anschauungen st\u00fctzen. Er\u00f6ffnet wurde die Lecture von der musikalischen Performance von Salah Ammo (Buzuq und Gesang), einem in \u00d6sterreich lebenden syrisch-kurdischen Musiker und Masterstudenten an der mdw, Bahram Ajezyar (Tabla) und Milad Bakhtiyari (Harmonium und Gesang), zwei herausragende Pers\u00f6nlichkeiten der afghanischen Musikszene \u00d6sterreichs, gestalteten den musikalischen Abschluss der Veranstaltung.<\/p>\n<div class=\"bdaia-separator se-shadow\" style=\"margin-top:30px !important;margin-bottom:30px !important;\"><\/div>\n<p>Im folgenden Interview erz\u00e4hlt Dawn Chatty von ihrer pers\u00f6nlichen Motivation, die sie zur Sozialanthropologie brachte. Sie erl\u00e4utert, wie anthropologische Forschung das Verst\u00e4ndnis der Beziehungen zwischen Politiken, moralischen \u00d6konomien und den gelebten Erfahrungen von gefl\u00fcchteten Menschen sch\u00e4rft sowie durch die Bereitstellung von Wissen als Basis f\u00fcr weitere Handlungen und Ma\u00dfnahmen dient, um die Lebensrealit\u00e4ten von Gefl\u00fcchteten zu verbessern.<\/p>\n<p>Professorin Chatty, was hat Sie dazu bewegt, sich der Sozialanthropologie zu widmen und sich dabei besonders auf den Nahen Osten zu konzentrieren?<\/p>\n<p><b>Dawn Chatty (DC):<\/b> So wie viele andere Anthropolog_innen auch, hatte ich bereits in fr\u00fchester Kindheit Kontakt mit einer anderen Kultur: Als ich sechs Monate alt war, zogen meine Eltern nach Damaskus. Mein Vater war Augenarzt, und oft durfte ich ihn an den Stadtrand begleiten, wo er pal\u00e4stinensische Gefl\u00fcchtete ehrenamtlich betreute. Manchmal besuchte er auch die Beduinen in ihren schwarzen Zelten. Ich war von ihnen zutiefst fasziniert \u2013 von ihren Schafen und ihren L\u00e4mmern. Als ich neun Jahre alt war, zogen wir von Syrien in die USA, wo ich dann auch in die Schule ging. Ich vermisste Syrien sehr. Sp\u00e4ter stie\u00df ich w\u00e4hrend meiner schulischen Laufbahn auf das Fach Sozialanthropologie und verfolgte dieses Interesse weiter.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5836\" aria-describedby=\"caption-attachment-5836\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-5836\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Dawn-Chatty-\u00a9-privat-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Dawn-Chatty-\u00a9-privat-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Dawn-Chatty-\u00a9-privat-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Dawn-Chatty-\u00a9-privat-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Dawn-Chatty-\u00a9-privat-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Dawn-Chatty-\u00a9-privat-850x1133.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Dawn-Chatty-\u00a9-privat.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5836\" class=\"wp-caption-text\">Dawn Chatty \u00a9 privat<\/figcaption><\/figure>\n<p>Im Rahmen meines PhD befasste ich mich mit der Wirtschaft der Beduinen. Damals, in den 1970er-Jahren, wurden Beduinen im Allgemeinen als \u201er\u00fcckst\u00e4ndig\u201c und in ihren Entscheidungen als \u201eirrational\u201c wahrgenommen. Daher war es \u00e4u\u00dferst interessant und spannend, diese landl\u00e4ufigen Stereotype \u2013 die sich zum Teil bis heute hartn\u00e4ckig halten \u2013 in meinem ersten Buch <i>From Camel to Truck: The Bedouin in the Modern World<\/i> (1986, neu \u00fcberarbeitet 2013), in das meine Feldforschung mit Beduinen aus Syrien und dem Libanon einfloss, zu hinterfragen. Danach ging ich in den Oman, wo ich in der steinigen W\u00fcste Jiddat al-Harasis mit Kamelhirten arbeitete. Ich unterst\u00fctzte die Regierung dabei, ihnen Dienstleistungen zug\u00e4nglich zu machen, ohne sie dabei zur Sesshaftigkeit zu zwingen.<\/p>\n<p>Als ich an die Universit\u00e4t Oxford kam, um ein Buch \u00fcber die Nomaden des Oman zu schreiben, wurde ich dazu ermutigt, mich um eine ganz neue Stelle am Refugee Studies Centre zu bewerben. Dessen Leiterin, die Rechtsanthropologin Barbara Harrell-Bond, war eine \u00e4u\u00dferst charismatische Frau. Sie unterbreitete mir die These, dass die Zwangsansiedlung nomadisch lebender V\u00f6lker und die erzwungene Migration sesshafter Menschen zwei Seiten derselben Medaille seien. Schlie\u00dflich seien beide derselben sozialen Diskriminierung, demselben Entzug der Menschenrechte und ihrer politischen Rechte ausgesetzt \u2013 so ihre \u00dcberlegung. Diese Beobachtung war durchaus richtig. Ich bewarb mich also und hatte das gro\u00dfe Gl\u00fcck, die Stelle zu bekommen. Seither bin ich an der Universit\u00e4t Oxford und befasse mich mit der erzwungenen Migration sesshafter Menschen, wobei ich parallel dazu auch meine Forschung im Bereich der Zwangsansiedlung nomadisch lebender V\u00f6lker weiterf\u00fchre.<\/p>\n<p>In letzter Zeit sind internationale Gefl\u00fcchtetenpolitiken und die durchaus problematische Art und Weise, wie europ\u00e4ische Regierungen mit Flucht umgehen, immer wieder ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Was l\u00e4uft in diesem Bereich schief und was f\u00fcr Alternativen kennen Sie dank Ihrer Arbeit \u00fcber erzwungene Migration im Nahen Osten?<\/p>\n<p><b>DC: <\/b>Der UNHCR wurde als Reaktion auf das furchtbare Blutvergie\u00dfen und die Vertreibung unz\u00e4hliger Menschen im Zweiten Weltkrieg gegr\u00fcndet, um Menschen Zuflucht gew\u00e4hren zu k\u00f6nnen. Aber bereits mit dem Ungarn-Aufstand in den 1950er-Jahren, als 200.000 Menschen aus Ungarn fl\u00fcchteten, zeigte sich, dass der UNHCR angesichts solch hoher Zahlen vor einer massiven Herausforderung stand. War der UNHCR Mitte der 1970er-Jahre noch f\u00fcr 2,5\u00a0Millionen Vertriebene zust\u00e4ndig, so sind es mittlerweile etwa 70 Millionen. Heute sind wir mit so hohen Zahlen konfrontiert, weil viele dieser sogenannten \u201eFl\u00fcchtlingskrisen\u201c nicht innerhalb der Notstandsphase, also im ersten Jahr, gel\u00f6st werden. Hinzu kommt die Tatsache, dass derzeit populistische Politiken im Globalen Norden erstarken. Eine der Konsequenzen ist, dass viele europ\u00e4ische Politiker_innen und Regierungen nicht nur die \u00dcbernahme ihrer politischen Verantwortung als Mitglieder der EU verweigern, sondern auch ihre soziale Verantwortung hinsichtlich einer moralischen \u00d6konomie und ihrer immanenten Verpflichtung dazu, Menschen zu sch\u00fctzen und aufzunehmen, die den Schutz ihrer Regierungen verloren haben, ignorieren.<\/p>\n<p>In dieser Hinsicht zeigt uns die Erfahrung des Nahen Ostens, dass sich die Nachbarl\u00e4nder dort besonders stark engagieren, und zwar mehr als sie unbedingt m\u00fcssten. Sie tun es aufgrund ihrer sozialen Verbindungen und Netzwerke, ihrer engen Beziehungen, aber auch aus einem sozialen Verantwortungsgef\u00fchl heraus, diesen Menschen helfen zu m\u00fcssen \u2013 im Bewusstsein, dass diese, wenn sie ihre Notlage \u00fcberwunden haben, zu Verb\u00fcndeten werden, sich integrieren und die Gesellschaft bereichern werden. Es bedarf nicht immer des internationalen Rechts, um bed\u00fcrftigen Menschen zu helfen. Es gibt auch eine gewisse Kultur des \u201eGebens und Nehmens\u201c, mit der die L\u00e4nder im Nahen Osten sehr gut umgehen. Im Libanon zum Beispiel sind 25\u200a% der Bev\u00f6lkerung gefl\u00fcchtete Syrer_innen, in Jordanien sind es 10\u200a%. Vergleicht man die Zahlen der T\u00fcrkei (4,5 Millionen) mit denen in Deutschland, so wird deutlich, wie niedrig diese in Deutschland sind. Die T\u00fcrkei hat, auf die Einwohnerzahl gerechnet, viermal mehr Gefl\u00fcchtete aufgenommen als Deutschland und kommt damit zurecht. Wir m\u00fcssen also zumindest im Globalen Norden Wege finden, um Asylsuchende aufzunehmen, ohne dabei zu glauben, dass dadurch unser Staat oder unsere Kultur zerst\u00f6rt oder die Kriminalit\u00e4t schlagartig ansteigen wird. Das sind alles aus der Luft gegriffene Vorurteile, verr\u00fcckte Verschw\u00f6rungstheorien.<\/p>\n<p>In vielen F\u00e4llen haben Gefl\u00fcchtete Seite an Seite mit der lokalen Bev\u00f6lkerung f\u00fcr Bewegungsfreiheit und gegen die Unterbringung von Schutzsuchenden in Lagern gek\u00e4mpft. In der j\u00fcngsten Vergangenheit wurde das nun aber kriminalisiert. Vor allem im griechischen Thessaloniki spielte 2016 Musik eine wesentliche Rolle bei solchen Mobilisierungen. F\u00fcr Ethnomusikolog_innen kann die Erforschung solcher musikalischer Ausdrucksformen Erkenntnisse im Bereich der angewandten Ethnomusikologie liefern, wie z.\u2009B. musikzentrierte Interventionen zur F\u00f6rderung des sozialen Zusammenhalts. Auch die angewandte Anthropologie teilt \u00e4hnliche Ansichten. K\u00f6nnen Sie dazu Beispiele liefern?<\/p>\n<p><b>DC:<\/b> Ich glaube, dass insbesondere Musik ein sehr effektives Mittel ist, um soziale Inklusion zu f\u00f6rdern. Ich wei\u00df, dass es in Athen eingesetzt wird, dort arbeiten Anthropolog_innen gemeinsam mit griechischen und syrischen Jugendlichen an musikalischen Formaten. Sie organisieren informelle Events, wo die Beziehung und die symbiotische Natur der Musik bei den Griech_innen und den vertriebenen Syrer_innen in den Fokus ger\u00fcckt werden. Diese Events werden auf YouTube gestellt, wo noch mehr Personen sie anh\u00f6ren k\u00f6nnen. Das f\u00fchrt uns dann doch unsere gemeinsame Menschlichkeit und unsere \u00c4hnlichkeit vor Augen. Menschen, die sich hier solidarisch zeigen, werden zurzeit von den jeweiligen Regierungen kriminalisiert. Das wird sich erst \u00e4ndern, wenn genug Menschen sich dagegen erheben und sagen: \u201eNein, diese Menschen sind unsere Br\u00fcder und Schwestern, sie werden uns nichts B\u00f6ses antun. Uns verbindet unsere Menschlichkeit!\u201c Die Regierungen m\u00fcssen endlich damit aufh\u00f6ren, Solidarit\u00e4t zu kriminalisieren. Derzeit entstehen viele Projekte, die die soziale Inklusion von Schutzsuchenden durch den Einsatz von Musik oder sagen wir klanglichen Mitteln wie Musik in Verbindung mit Dichtkunst, Liedern und anderen kraftvollen Ausdrucksformen, wie zum Beispiel auch Tanz, f\u00f6rdern. Auch wenn manche Musikformen f\u00fcr andere musikalischen Traditionen ungewohnt klingen, bin ich fest davon \u00fcberzeugt, dass wir einander durch den gemeinsamen Austausch kennen- und sch\u00e4tzen lernen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die letzte Frage, die ich Ihnen stellen m\u00f6chte, besch\u00e4ftigt alle, die im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften sozial verantwortungsvoll t\u00e4tig sind: Kann akademische Forschung sozio-politische Realit\u00e4ten beeinflussen, indem sie den Weg hin zu sozialer Gerechtigkeit aufzeigt, und wenn ja, inwiefern?<\/p>\n<p><b>DC:<\/b> Anthropolog_innen, die im Bereich der angewandten Anthropologie t\u00e4tig sind, verfolgen in erster Linie das Ziel, die Gesamtsituation f\u00fcr Menschen in Not zum Besseren zu wenden, ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Das bedeutet aber nicht, dass wir diese radikal \u00e4ndern k\u00f6nnen. Auch die ersten Anthropolog_innen in den USA, die sich, wie etwa Elizabeth Colson, die sich bereit erkl\u00e4rten in den Lagern zu arbeiten, in denen im Zweiten Weltkrieg Japaner_innen und Amerikaner_innen japanischer Abstammung interniert wurden, dachten nat\u00fcrlich nicht, dass sie diese Lager schlie\u00dfen und alle Insass_innen befreien konnten. Das lag nat\u00fcrlich nicht in ihrer Macht. Aber es ist doch ein zweistufiger Prozess. Einer der Gr\u00fcnde, weshalb ich mein letztes Buch mit dem Titel <i>Syria: The Making and Unmaking of a Refuge State <\/i>(2018) schrieb, war, dass mir auffiel, dass die meisten Menschen in Gro\u00dfbritannien (ich wei\u00df nicht, ob es im restlichen Europa auch so ist), wenn sie von Syrer_innen sprachen, offensichtlich keine Ahnung hatten, wer diese Syrer_innen eigentlich waren.<\/p>\n<p>Syrien liegt am \u00f6stlichen Mittelmeer, es ist also eines unserer unmittelbaren Nachbarl\u00e4nder. Im Laufe der Jahrhunderte standen Europa und Syrien in einem regen kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Austausch. Und dar\u00fcber hinaus setzt sich die moderne syrische Bev\u00f6lkerung aus einer Vielzahl ethnischer und religi\u00f6ser Gruppen zusammen, von denen einige, wie zum Beispiel die Bulgar_innen oder die Tscherkess_innen, j\u00fcngste Wurzeln im Balkan oder in der Transkaukasus-Region haben. Sie alle sind Teil der Bev\u00f6lkerung Syriens und Teil der syrischen Kultur. Wenn die Menschen also verstehen, wer die Syrer_innen eigentlich sind, dann sind sie aufgrund ihrer \u201eFestungsmentalit\u00e4t\u201c vielleicht weniger darauf erpicht, diese Menschen von Europa fernhalten zu wollen. Anthropolog_innen k\u00f6nnen nie direkt in die Politik eingreifen \u2013 aber ich denke, dass sie sie langfristig beeinflussen k\u00f6nnen, indem sie die Gesellschaft aufkl\u00e4ren oder ihr neues Wissen vermitteln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Referenzen<\/b><\/p>\n<p>Chatty, Dawn. ([1986] 2013).<i> From Camel to Truck: The Bedouin in the Modern World.<\/i> Cambridge, UK: The White Horse Press.<\/p>\n<p>Chatty, Dawn. (2018). <i>Syria: The Making and Unmaking of a Refuge State.<\/i> New York: C. Hurst &amp; Company.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 11. November 2020 fand die erste j\u00e4hrliche Lecture des Music and Minorities Research Center (MMRC) als Online-Veranstaltung unter der Moderation von Ursula Hemetek, der Leiterin des MMRC, statt. Trotz der \ufeffim vergangenen Jahr besonderen Umst\u00e4nde konnte ein interdisziplin\u00e4res Publikum gewonnen und \ufeffkonnten Wissenschaftler_innen unterschiedlicher Disziplinen in lebhaften Diskussionsrunden zusammengebracht werden.<\/p>\n","protected":false},"author":218,"featured_media":5808,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[1130,1154,1103,196,33,52],"class_list":["post-5806","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-research","tag-2021-1","tag-dawnchatty","tag-mmrc","tag-interview","tag-research","tag-wissenschaft"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5806","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/218"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5806"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5806\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5923,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5806\/revisions\/5923"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5808"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5806"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5806"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5806"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}