{"id":5783,"date":"2021-02-23T15:08:30","date_gmt":"2021-02-23T14:08:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=5783"},"modified":"2021-02-23T15:08:46","modified_gmt":"2021-02-23T14:08:46","slug":"educating-the-eye-schauen-lernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2021\/02\/23\/educating-the-eye-schauen-lernen\/","title":{"rendered":"Educating the eye: Schauen lernen"},"content":{"rendered":"<h1>Was kann die Ausbildung f\u00fcr angehende \u201eKameraleute\/Cinematographer\u201c leisten?<\/h1>\n<p>Nachfolgend wird der international gebr\u00e4uchliche Begriff Cinematographer verwendet. Als Director of Photography (DOP\/DP) ist er oder sie als Head of Department f\u00fcr die visuelle Gestaltung eines Filmprojekts verantwortlich.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5789\" aria-describedby=\"caption-attachment-5789\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-5789\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image4-5-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"478\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image4-5-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image4-5-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image4-5-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image4-5-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image4-5-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image4-5-850x478.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5789\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Ewald Grabenbauer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Im Zentrum der Ausbildung steht die Freiheit der Studierenden zum spielerischen Lernen. Sie brauchen Zeit und Raum, um k\u00fcnstlerisch zu wachsen, Experimente zu wagen, Grenzen auszuloten, Bildsprachen zu erforschen und gestalterisch neue Wege zu gehen. Neben der Vermittlung der Grundlagen des visuellen Gestaltens, lege ich mein Augenmerk darauf, Studierende in ihrer k\u00fcnstlerischen Entfaltung und Entwicklung \u2013 auch im Scheitern! \u2013 zu begleiten, zu unterst\u00fctzen und zu f\u00f6rdern. Ein \u00dcberma\u00df an Wettbewerb und Konkurrenzdenken kann dieses kreative Wachsen behindern. Die Filmakademie Wien hat in ihrer Struktur eine ideale Gr\u00f6\u00dfe, um den 15 bis 20 Studierenden eines Jahrgangs w\u00e4hrend der zweij\u00e4hrigen gemeinsamen Grundausbildung f\u00e4cher\u00fcbergreifend einen \u00dcberblick zu geben. Das erlaubt Kamera-Studierenden vor der Spezialisierung praktische und wertvolle Erfahrungen in den Fachbereichen Buch\/Dramaturgie, Regie, Schnitt und Produktion zu erwerben und vice versa. Die Studio-\u00dcbung im dritten Semester erm\u00f6glicht filmische Praxis als umfassende Team-\u00dcbung vom Studiobau bis zum Dreh und von der Ausstattung bis zur Tonaufnahme.<\/p>\n<p>Film wird als Teamarbeit praxisnah erlebbar: je pr\u00e4ziser beispielsweise Focus Puller die Sch\u00e4rfe ziehen, desto freier sind Cinematographer in ihrer Kadrage und in der Bewegung der Kamera innerhalb einer Einstellung. Diese Teamarbeit f\u00f6rdert gleichzeitig einen weiteren wichtigen Aspekt in der Ausbildung: das Voneinander-und-Miteinander-Lernen \u2013 von den Gespr\u00e4chen w\u00e4hrend der Vorbereitungsphase \u00fcber jeden einzelnen Drehtag am Set bis zur Farb- und Lichtbestimmung in der Grading Suite. Durch das gemeinsame Arbeiten an verschiedenen Projekten innerhalb und au\u00dferhalb der Filmakademie entstehen tragf\u00e4hige Netzwerke f\u00fcr den sp\u00e4teren Berufsweg.<\/p>\n<h5>Educating the eye \u2013 Schauen lernen<\/h5>\n<figure id=\"attachment_5787\" aria-describedby=\"caption-attachment-5787\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-5787\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-9-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"478\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-9-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-9-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-9-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-9-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-9-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-9-850x478.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5787\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Gabriella Reisinger<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bilder haben eine gro\u00dfe Kraft in unserer Wahrnehmung. Angesichts der Bilderflut, die tagt\u00e4glich via Medien aller Art \u00fcber uns hereinbricht, kommt der Verantwortung der Cinematographer eine immer gr\u00f6\u00dfere Bedeutung zu. In diesem Zusammenhang erachte ich die Sensibilisierung der visuellen Wahrnehmung als ein wesentliches Instrument f\u00fcr die bewusste Bildgestaltung. Bilder, die Inhalte wesentlich erfassen und\/oder im Subtext transportieren, sind den ausschlie\u00dflich \u201esch\u00f6nen\u201c Bildern vorzuziehen. Beobachtungs\u00fcbungen von Lichtstimmungen sowie das Entdecken und Sammeln von Magie im Alltag dienen als mentales Archiv f\u00fcr das sp\u00e4tere Erz\u00e4hlen in Bildern.<\/p>\n<p>Educating the eye meint: <i>\u201eOpen the eye \u2013 close the eye to open up the mind.\u201c <\/i>Ganz wesentlich erscheint mir die Einbindung der Kunst als Inspirationsquelle f\u00fcr die Erforschung und Entwicklung individueller Bildsprachen sowie als Kommunikationsmittel im Austausch mit der Regie. Die Besch\u00e4ftigung mit klassischer Malerei ist unverzichtbar, um Lichtgestaltung und Kadrage zu studieren. Gemeinsame analoge oder virtuelle Museumsbesuche dienen als Ausgangspunkt f\u00fcr Bildanalysen und Bildbesprechungen.<\/p>\n<p>Es ist mir wichtig, die Studierenden bereits in der Ausbildung \u00fcber die Tragweite ihrer sozialen Verantwortung und ihrer Haltung gegen\u00fcber komplexen Themen zu sensibilisieren. Das gewonnene Vertrauen von Protagonist_innen, Schauspieler_innen und Kolleg_innen erfordert einen wertsch\u00e4tzenden Umgang als Basis f\u00fcr gelingende Teamarbeit. Die Studierenden sollten ihre soziale Kompetenz auch im Themenbereich Gender\/Queer\/Diversity sch\u00e4rfen.<\/p>\n<h5>Kamera, Licht und Digital Art \u2013 Compositing<\/h5>\n<figure id=\"attachment_5790\" aria-describedby=\"caption-attachment-5790\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-5790\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image5-3-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"478\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image5-3-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image5-3-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image5-3-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image5-3-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image5-3-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image5-3-850x478.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5790\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Ewald Grabenbauer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Kamera-Lehrende mit Wurzeln in der analogen Aufnahmetechnik vermitteln ihr Wissen und ihre Erfahrung aus beiden Welten. Das erm\u00f6glicht den Studierenden profunde Kenntnisse und Fertigkeiten, um den individuellen k\u00fcnstlerischen Ausdruck zu st\u00e4rken (Belichtung, Gradationskurven, bewegte Kamera etc.). Lichtgestaltung dient der visuellen Dramatisierung von Filmstoffen und Protagonist_innen. Die Vermittlung dieser Grundlagen mit herk\u00f6mmlichen Leuchten, aber auch neuester LED-Lichttechnik erfolgt praxisnah im Filmstudio. Studierende erarbeiten sich individuelle Werkzeuge zur Lichtgestaltung des jeweiligen Drehvorhabens. Durch die Zusammenarbeit mit den Studierenden des Masterstudiums Digital Art \u2013 Compositing entstehen zus\u00e4tzlich Synergien beim Erschaffen und Erweitern von filmischen R\u00e4umen und der Realisierung von visuellen Effekten. Poesie und Magie der Bildsprache k\u00f6nnen nun auch virtuell unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<h5>Postproduktion<\/h5>\n<figure id=\"attachment_5786\" aria-describedby=\"caption-attachment-5786\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-5786\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image1-11-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"478\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image1-11-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image1-11-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image1-11-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image1-11-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image1-11-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image1-11-850x478.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5786\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Martin Harald Weiss<\/figcaption><\/figure>\n<p>In analogen Zeiten wurde die Fertigstellung von Filmkopien in externen Filmkopierwerken realisiert. Durch die in den letzten Jahren erfolgte Digitalisierung im Bereich der Film- und Videotechnik kann die Filmakademie heute Projekte der Studierenden von Kameratests \u00fcber die eigentlichen Dreharbeiten und die Postproduktion (Schnitt und Einf\u00fcgen der Visual Effects) bis zur digitalen Kinokopie DCP (Digital Cinema Package) hausintern herstellen. Mit dem im Future Art Lab eingerichteten Arthouse-Kino steht f\u00fcr Lehrzwecke bzw. professionelle Vorf\u00fchrungen ein 4K-Laserprojektor im Digital Cinema Standard samt Dolby-Atmos-Kinoton zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Die T\u00e4tigkeit der Licht- und Farbbestimmung (Color Grading) wird im Rahmen von Lehrveranstaltungen professioneller Colorist_innen in den Grading Suiten und im neuen Arthouse-Kino vermittelt und ge\u00fcbt. Die Studierenden erwerben dadurch wertvolle Grundkenntnisse \u00fcber dieses wesentliche Gestaltungs-Tool und verfeinern praxisnah ihre zielgerichtete Kommunikation mit Colorist_innen; ein Vorteil f\u00fcr ihr weiteres Berufsleben. Zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen kleinere Projekte direkt im Haus im professionellen Standard des Digital Cinema fertiggestellt werden. Das erm\u00f6glicht eine \u201egelebte Praxis\u201c, denn die angehenden Cinematographer sind von der Vorbereitung \u00fcber die eigentlichen Dreharbeiten bis zur visuellen Fertigstellung des Filmprojektes inkl. der Licht- und Farbbestimmung f\u00fcr die Qualit\u00e4t des Bildes als Director of Photography verantwortlich.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Zentrum der Ausbildung steht die Freiheit der Studierenden zum spielerischen Lernen. 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