{"id":5711,"date":"2021-02-23T13:18:04","date_gmt":"2021-02-23T12:18:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=5711"},"modified":"2021-02-23T13:18:49","modified_gmt":"2021-02-23T12:18:49","slug":"wissenschaft-trifft-kunst-beethoven-a-la-francaise-die-violinsonaten-im-kontext","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2021\/02\/23\/wissenschaft-trifft-kunst-beethoven-a-la-francaise-die-violinsonaten-im-kontext\/","title":{"rendered":"\u201eWissenschaft trifft Kunst. Beethoven \u00e0 la fran\u00e7aise? Die Violinsonaten im Kontext\u201c"},"content":{"rendered":"<h1>Ein interuniversit\u00e4res Projekt zum Beethovenjahr<\/h1>\n<p>Das Beethoven-Jubil\u00e4um inspirierte im Jahr 2020 viele kulturelle Veranstaltungen und musikwissenschaftliche Forschungsarbeiten \u2013 auch und gerade in Wien. Zum Ausklang dieses besonderen Jahres gestalteten im Wintersemester 2020\/21 achtzehn Studierende des Instituts f\u00fcr Musikwissenschaft der Universit\u00e4t Wien unter der Leitung von Birgit Lodes im Rahmen der Lehrveranstaltung <i>Beethovens Violinsonaten \u2013 Entstehung, Analyse, Interpretation<\/i> mit f\u00fcnfzehn Interpret_innen der mdw unter der Leitung von Elisabeth Kropfitsch ein gemeinsames, interuniversit\u00e4res Projekt. Eine \u00e4hnliche Zusammenarbeit hatte bereits Anfang 2020 im Rahmen eines Gespr\u00e4chskonzerts \u00fcber Beethovens Klavierkompositionen und ihren Widmungen stattgefunden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5713\" aria-describedby=\"caption-attachment-5713\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5713 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image0-2-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"478\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image0-2-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image0-2-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image0-2-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image0-2-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image0-2-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image0-2-850x478.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5713\" class=\"wp-caption-text\">Juan Pablo Parra Bedoya &amp; Thomas Yu-Tung Pan \u00a9 mdw<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zu Beginn der Projektplanung war eines klar: Dieses Gespr\u00e4chskonzert sollte sich um Beethovens Sonaten f\u00fcr Klavier mit begleitender Violine (vulgo heute: \u201eViolinsonaten\u201c) drehen. Nach ausf\u00fchrlichen Recherchen kristallisierte sich ein Leitfaden und ein Titel f\u00fcr die anstehende Koproduktion heraus: <i>Wissenschaft trifft Kunst. Beethoven \u00e0 la fran\u00e7aise? Die Violinsonaten im Kontext.<\/i> In diesem Projekt sollten die Bedeutung von Beethovens Beitr\u00e4gen f\u00fcr diese Gattung sowie das innovative Aufbrechen von Traditionen veranschaulicht werden. Den Bogen zwischen informativen Moderationen und konzertanten Auff\u00fchrungen zu spannen war dabei nicht die einzige Herausforderung. Mit der sich zuspitzenden Pandemie musste die Veranstaltung in den virtuellen Raum verlegt werden. Unter diesen Umst\u00e4nden wurde das Konzert am Freitag, 18. Dezember 2020 in Form eines vorab an verschiedenen Orten aufgezeichneten Streams veranstaltet.<\/p>\n<p>Die ersten Einheiten der Lehrveranstaltungen konnten noch vor Ort stattfinden, doch schon bald musste aufgrund der Entwicklung der Pandemie alles auf digitalem Wege ablaufen. Diese Situation stellte die Teilnehmer_innen vor neue Herausforderungen, gleichzeitig er\u00f6ffneten sich aber auch M\u00f6glichkeiten zur innovativen Vermittlung und Kontextualisierung der Programminhalte. Nach der musikwissenschaftlichen Aufbereitung des Programms mussten die dazugeh\u00f6rigen Moderationen in kurze Videos verpackt werden. Es galt nicht nur den passenden Moderationstext, sondern auch die richtige Bild- und Tonqualit\u00e4t, passende Lichtverh\u00e4ltnisse, Kameraperspektive, Gestik etc. zu finden. Nach mehreren internen Feedbackrunden konnten die Studierenden erfreulicherweise auch vom Know-how der \u00d61-Moderatorin Nadja Kayali profitieren, die mit wertvollen Ratschl\u00e4gen zur Qualit\u00e4t der \u2013 schlussendlich im Homeoffice \u201egedrehten\u201c \u2013 Moderationen beigetragen hat.<\/p>\n<p>Zeitgleich studierten die Geiger_innen und Pianist_innen aus den verschiedenen Konzertfachklassen der mdw das ausgesuchte \u201eWunschprogramm\u201c ein \u2013 zun\u00e4chst via Zoom durch ihre Professor_innen begleitet, in der Endphase gl\u00fccklicherweise aber auch im Duo vor Ort. Die \u00e4sthetisch ansprechenden Mitschnitte konnten \u2013 unter Einhaltung aller Hygienema\u00dfnahmen \u2013 schlussendlich an der mdw stattfinden: Ein herzlicher Dank an Ulrich Wagner (AV-Zentrum der mdw) und seinem Team f\u00fcr die professionellen Aufnahmen und dem Veranstaltungsmanagement der mdw sowie dem Schirmherrn des Projekts Vizerektor Johannes Meissl f\u00fcr ihre tatkr\u00e4ftige Unterst\u00fctzung in wahrlich herausfordernden Zeiten!<\/p>\n<p>Eine eigens eingerichtete Website dient als innovatives Begleitmedium: Die dort \u2013 neben dem Link zum Stream \u2013 zur Verf\u00fcgung gestellten weiterf\u00fchrenden Inhalte bieten die M\u00f6glichkeit einer vertiefenden Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex des Projekts. Es finden sich Kurzbiografien der K\u00fcnstler_innen mit Statements zu dem von ihnen gespielten Repertoire sowie Videointerviews, in denen manche von ihnen ihre Sichtweise auf die gespielten Werke darstellen. Eine Timeline gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die zeitliche Verortung der Kompositionen Beethovens f\u00fcr Klavier und Violine und weitere gedrehte Videos betrachten unter anderem Aspekte der franz\u00f6sischen Violintradition.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5715\" aria-describedby=\"caption-attachment-5715\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5715 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-2-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"478\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-2-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-2-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-2-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-2-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-2-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/post-1_image2-2-850x478.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5715\" class=\"wp-caption-text\">Studierende der Universit\u00e4t Wien bei der Arbeit in der Lehrveranstaltung \u201eBeethovens Violinsonaten. Entstehung, Analyse, Interpretation\u201c \u00a9 zur Verf\u00fcgung gestellt<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Repertoire des Konzerts entfaltet sich parallel zu den musikwissenschaftlichen Forschungsans\u00e4tzen. W\u00e4hrend der Beleuchtung des <i>\u201e<\/i>Franz\u00f6sischen<i>\u201c<\/i> taucht in den Moderationen der Name des Geigers und Komponisten Rodolphe Kreutzer wiederholt auf: Beethoven pflegte bekanntlich Kontakt zu ihm und weiteren Vertretern der franz\u00f6sischen Violinschule, die um 1800 von Paris aus die Technik des Geigenspiels revolutionierten. So wird denn auch im Konzert der Diskurs <i>\u00e0 la fran\u00e7aise<\/i> mit dem ersten Satz von Rodolphe Kreutzers <i>Grande Sonate in a-Moll <\/i>er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Ein weiteres Narrativ des Programms stellt der sogenannte \u201eneue Weg\u201c dar, als den Beethoven selbst einmal seine Abwendung von alten Kompositionstraditionen bezeichnete. Die Ver\u00e4nderung der Gattung, ausgehend von Sonaten f\u00fcr Klavier mit begleitender Violine bis zu einem gleichberechtigten Dialog beider Instrumente, spiegelt sich im dargebotenen Repertoire wider. Als letztes Werk des Konzerts erklingt das Finale der bekannten <i>Kreutzersonate <\/i>(welches Beethoven urspr\u00fcnglich als Finale der <i>Sonate op.<\/i>\u00a0<i>30 Nr.<\/i>\u00a0<i>1<\/i> komponiert hatte), was den Bogen zum Beginn schlie\u00dft und somit auch die Verbindung zu Rodolphe Kreutzer und zur franz\u00f6sischen Violinschule wiederherstellt.<\/p>\n<p>Durch die gelungene Zusammenarbeit der beiden Institutionen \u2013 der mdw und der Universit\u00e4t Wien \u2013 wird die gegenseitige Bereicherung von Kunst und Wissenschaft erkennbar, die alle Beteiligten \u00fcber das Projekt hinweg, selbst in Pandemiezeiten, befl\u00fcgelt hat. Das daraus entstandene Gespr\u00e4chskonzert, aufgezeichnet an verschiedenen Orten am Tag von Beethovens 250.\u00a0Geburtstag, stellt eine Hommage an jene Werke f\u00fcr Klavier und Violine dar, die Beethoven im Dialog mit Interpreten seiner Zeit greifbar machen, aber im heutigen Konzertrepertoire sonst gar nicht so h\u00e4ufig zu h\u00f6ren sind: H\u00f6ren Sie mal rein!<\/p>\n<p><b>Weiterf\u00fchrende Infos: <\/b><a href=\"http:\/\/musikwissenschaft.univie.ac.at\/ueber-uns\/team\/lodes\/gespraechskonzert\">musikwissenschaft.univie.ac.at\/ueber-uns\/team\/lodes\/gespraechskonzert<\/a><\/p>\n<p><b>Zum Nachh\u00f6ren in der mdwMediathek:<\/b><a href=\"http:\/\/mediathek.mdw.ac.at\/gespraechskonzert_beethoven\"> mediathek.mdw.ac.at\/gespraechskonzert_beethoven<\/a><\/p>\n<p>Autor_innen: Veronika Klacanska, Jovana Mindis, Caroline Nahler, Valentina Strobl","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Beethoven-Jubil\u00e4um inspirierte im Jahr 2020 viele kulturelle Veranstaltungen und musikwissenschaftliche Forschungsarbeiten \u2013 auch und gerade in Wien. 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