{"id":5432,"date":"2020-11-24T17:29:34","date_gmt":"2020-11-24T16:29:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=5432"},"modified":"2020-11-25T10:42:04","modified_gmt":"2020-11-25T09:42:04","slug":"unter-einem-dach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2020\/11\/24\/unter-einem-dach\/","title":{"rendered":"Unter einem Dach"},"content":{"rendered":"<h5>Das Future Art Lab am Universit\u00e4tscampus bietet vielf\u00e4ltige technische M\u00f6glichkeiten. Institutsleiter erz\u00e4hlen, wie es ihnen mit dem Neubau geht. Und wie der Umzug l\u00e4uft, der gerade noch voll im Gange ist.<\/h5>\n<p>Wehmut geh\u00f6rt zu jedem Neuanfang. \u201eDie roten T\u00fcren werden mir schon fehlen\u201c, gesteht Christopher Hinterhuber, Leiter des Instituts f\u00fcr Konzertfach Klavier, das lange in der Lothringerstra\u00dfe untergebracht war, dort, wo auch das Akademietheater seinen Platz hat. Tausende von heute ber\u00fchmten Musiker_innen wurden hier seit 1913 ausgebildet, seit 1922 teilte man sich mit dem Theaterbetrieb die Kantine, hatte eine lange gemeinsame Geschichte. Dort konnte man immer wieder Gr\u00f6\u00dfen wie die Literaturnobelpreistr\u00e4ger_innen Peter Handke und Elfriede Jelinek antreffen. Letztere kennt der Pianist auch von der Premierenfeier zu Michael Hanekes Romanverfilmung <i>Die Klavierspielerin <\/i>(2001), in der er mitgespielt hat. \u201eMan sieht meine H\u00e4nde am Klavier, der Hauptdarsteller konnte ja nicht spielen\u201c, erinnert sich Hinterhuber, der sich aber nun auf die neuen R\u00e4ume am Campus der mdw freut.<\/p>\n<p>Das k\u00fcrzlich fertiggestellte Future Art Lab ist wesentlich moderner, es bietet akustisch und technisch vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten. \u201eDer Bau ist gleicherma\u00dfen funktional und sch\u00f6n, ich war schon ein paar Mal dort und habe mich sehr wohl gef\u00fchlt\u201c, sagt Hinterhuber. \u201eUnd die Akustik des neuen Konzertsaals ist extrem beeindruckend.\u201c Errichtet wurde das Future Art Lab, das eine Nutzungsfl\u00e4che von rund 3.800 m2 hat, vom Wiener Architekturb\u00fcro Pichler &amp; Traupmann, mit dem Untergeschoss hat man vier St\u00f6cke zur Verf\u00fcgung. Vier Unterrichtsbereiche ziehen gerade ein: die Kammermusik vom Joseph Haydn Institut, das Institut f\u00fcr Konzertfach Klavier und das Institut f\u00fcr Komposition, Elektroakustik und Tonmeister_innen-Ausbildung mit den gro\u00dfvolumigen S\u00e4len, dem Klangtheater und dem Aufnahmesaal, die im Untergeschoss angesiedelt sind. Im ersten Obergeschoss finden sich die R\u00e4ume der Filmakademie Wien sowie eine gro\u00dfz\u00fcgige Terrasse.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5435\" aria-describedby=\"caption-attachment-5435\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-5435\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/post-1_image1-8-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/post-1_image1-8-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/post-1_image1-8-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/post-1_image1-8-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/post-1_image1-8-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/post-1_image1-8-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/post-1_image1-8-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5435\" class=\"wp-caption-text\">V. l. n. r.: Danny Krausz, Leonhard Paul, Oliver Kunz, Christopher Hinterhuber, Johannes Kretz \u00a9 Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eF\u00fcr uns wird das sogenannte Klangtheater ein sehr interessanter Auff\u00fchrungsraum sein, der den M\u00f6glichkeiten von zeitgem\u00e4\u00dfer elektronischer Musik und Multimedia besonders gerecht wird. Es werden dort sehr viele Lautsprecher auf verschiedenen Ebenen angeordnet sein, um dreidimensionale Klangbilder zu erzeugen\u201c, sagt Johannes Kretz, Leiter des Instituts f\u00fcr Komposition, Elektroakustik und Tonmeister_innen-Ausbildung. Die Infrastruktur f\u00fcr Filmton (ein spezielles Filmtonstudio, ein Ger\u00e4uschemacher-Raum und das Arthouse-Kino) sei ideal f\u00fcr Synergien mit der Filmakademie, betont Kretz: \u201eGerade der Filmtonbereich kann jetzt verst\u00e4rkt mit der Medienkomposition kooperieren, es gibt mehrere vernetzte Studios, in denen gemeinsam an Projekten gearbeitet werden kann.\u201c<\/p>\n<p>Das kann Danny Krausz, Leiter der Filmakademie Wien, nur best\u00e4tigen: \u201eDer gesamte Produktionsablauf ist jetzt besser planbar, organisatorisch macht der Umzug auf die Dauer vieles leichter.\u201c Oliver Kunz, stellvertretender Institutsleiter, erkl\u00e4rt den sogenannten Foleyraum, in dem Ger\u00e4usche f\u00fcr Filme nachtr\u00e4glich aufgenommen werden. \u201eDer neue Foleyraum hat zum Beispiel sechs unterschiedliche Fu\u00dfb\u00f6den: von knarrenden Holzdielen bis zu Kieselsteinen. Zudem gibt es Wasserbecken, in denen man Sounds erzeugen und aufnehmen kann.\u201c<\/p>\n<p>Neben Lehrstudios, Schnittr\u00e4umen, \u00dcbungss\u00e4len und sonstigen Institutsr\u00e4umen soll das Geb\u00e4ude aber nicht nur universit\u00e4tsintern genutzt werden. So befindet sich ein multifunktionaler Kinosaal der Filmakademie im Erdgeschoss, wo es Filmpremieren geben wird und Veranstaltungen, f\u00fcr die man bisher externe Kinos anmieten musste. Gleichzeitig wird dieser Kinosaal aber auch in der Ausbildung wichtig werden, betont Kunz: \u201eEs ist ein idealer Arbeitsraum f\u00fcr Studierende, wenn sie die Bildfertigstellung beziehungsweise das Color Grading ihrer Filme durchf\u00fchren oder die Filmtonmischungen finalisieren. Fr\u00fcher waren diese T\u00e4tigkeiten an Kopierwerke und Tonstudios ausgelagert, mit der Digitalisierung und den damit verbundenen M\u00f6glichkeiten werden diese Arbeitsschritte heute oft von den Studierenden selbst und im Rahmen von Lehrveranstaltungen durchgef\u00fchrt.\u201c Aber auch f\u00fcr den Unterricht ist das neue Haus ein Sprung nach vorne, erg\u00e4nzt Danny Krausz: \u201eVorher hatten wir f\u00fcr Filmvorf\u00fchrungen nur Seminarr\u00e4ume, in denen wir Filme besprochen haben, das war in Sachen Vorf\u00fchrtechnik immer ein Kompromiss. Jetzt haben wir ein eigenes Kino mit modernster Technik, das ist eine enorme Verbesserung.\u201c<\/p>\n<p>Auch die Aufnahmestudios sind ein Upgrade, wie Johannes Kretz erz\u00e4hlt: \u201eBis jetzt waren wir im Grunde in einem Wohnhaus untergebracht, das seit den 1980er-Jahren schrittweise adaptiert wurde. Jetzt gibt es ein speziell auf Tonstudios entwickeltes Geb\u00e4ude, teilweise mit Raum-in-Raum-Konstruktionen, die extrem schalldicht sind. Das hei\u00dft, in einem Raum kann eine Solovioline aufgenommen werden, im anderen eine Big Band, ohne sich klanglich in die Quere zu kommen.\u201c Kretz ist davon \u00fcberzeugt, dass es sich bei dem Future Art Lab um ein \u201eattraktives und \u00f6ffentlichkeitswirksames Geb\u00e4ude handelt, um multimediale Werke in einem breiten Spektrum zu pr\u00e4sentieren\u201c. Die Auff\u00fchrungsr\u00e4ume dieses in \u00d6sterreich einzigartigen Geb\u00e4udes werden auch \u00fcber die mdw hinaus durch Gastspiele und Kooperationen besondere Strahlkraft haben.<\/p>\n<p>\u201eDie Klaviere sind schon dort und nun kann der Unterricht beginnen\u201c, sagt Leonhard Paul, Leiter des Joseph Haydn Instituts f\u00fcr Kammermusik und Neue Musik. \u201eJetzt muss nur mehr die Frage gekl\u00e4rt werden, wie der Unterricht coronabedingt im Wintersemester aussehen wird.\u201c Paul wei\u00df aus seiner Erfahrung als Musiker, dass ein Universit\u00e4tscampus viele Vorteile bringt. \u201eIch kenne das von meinen Konzertreisen mit Mnozil Brass aus Amerika. So gro\u00df der Campus auch sein mag, man hat trotzdem immer das Gef\u00fchl, er ist ein in sich gekehrtes Dorf. Man ist quasi eine Familie, durch diese N\u00e4he entstehen viele M\u00f6glichkeiten.\u201c Alles liegt in direkter Reichweite, die verschiedenen Institute, die Bibliothek, nicht zuletzt die Kantine. Zuf\u00e4llige Begegnungen pr\u00e4gen den Alltag, man kennt einander oder lernt einander schnell kennen. \u201eIch bin \u00fcberzeugt, dass durch dieses neue Geb\u00e4ude am Campus auch ein neuer Esprit entsteht. Es wird an uns allen liegen, dem Namen Future Art Lab gerecht zu werden. Dass uns das gelingen wird, steht f\u00fcr mich au\u00dfer Zweifel.\u201c","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Future Art Lab am Universit\u00e4tscampus bietet vielf\u00e4ltige technische M\u00f6glichkeiten. Institutsleiter erz\u00e4hlen, wie es ihnen mit dem Neubau geht. 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