{"id":5427,"date":"2020-11-24T14:49:52","date_gmt":"2020-11-24T13:49:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=5427"},"modified":"2020-11-25T10:42:29","modified_gmt":"2020-11-25T09:42:29","slug":"tag-und-nacht-in-den-studios","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2020\/11\/24\/tag-und-nacht-in-den-studios\/","title":{"rendered":"\u201eTag und Nacht in den Studios\u201c"},"content":{"rendered":"<h5>Pauline Heister ist die erste Professorin f\u00fcr Tontechnik\/Produktion an der mdw. Sie bringt reiche Erfahrung im Bereich der Orchesteraufnahmen und Opern\u00fcbertragungen mit an die mdw und freut sich auf den verst\u00e4rkten Austausch der Tonmeister_innen und Instrumentalist_innen im FAL.<\/h5>\n<p>In die Zeit der \u00dcbersiedlung des Instituts f\u00fcr Komposition, Elektroakustik und Tonmeister_innen- Ausbildung in die neuen R\u00e4umlichkeiten des Future Art Lab fiel auch die \u00dcbersiedlung von Pauline Heister von M\u00fcnchen nach Wien. Die ehemalige Cheftonmeisterin des Bayerischen Rundfunks trat im Wintersemester ihre Professur f\u00fcr Tontechnik\/Produktion an der mdw an und genoss die Stadterkundungen im coronabedingt touristenleeren Wien, bevor sie sich tatkr\u00e4ftig in die Einrichtung des Instituts in den neuen R\u00e4umlichkeiten st\u00fcrzte. Die technische Infrastruktur, die sie mit ihren Studierenden nun zur Verf\u00fcgung hat, begeistert sie, au\u00dferdem freut sich Pauline Heister \u00fcber die nunmehrige r\u00e4umliche N\u00e4he der angehenden Tonmeister_innen zu den Instrumental-Studierenden. \u201eDie Tonmeister_innen sind die \u00dcbersetzer_innen zwischen Technik und Musik und ich w\u00fcnsche mir wirklich, dass wir mit allen Instituten am Anton-von-Webern-Platz n\u00e4her zusammenr\u00fccken.\u201c Die neuen Studiokapazit\u00e4ten erm\u00f6glichen umso mehr Austausch und die Tonmeister_innen bieten ihren Instrumentalkolleg_innen an, Aufnahmen zu machen \u2013 eine Win-win-Situation f\u00fcr die Studierenden der mdw. Die Studierenden im Tonmeister_innen-Fach sammeln dadurch wertvolle Praxis, w\u00e4hrend die Instrumentalist_innen Gelegenheit bekommen, \u00fcber ihre Interpretation und den Klang ihres Instruments zu reflektieren. \u201eDa hat die mdw ein tolles Potenzial.\u201c Praxis sieht Pauline Heister als das Um und Auf ihres Berufs. \u201eDie theoretische Ausbildung ist sehr gut an der mdw \u2013 aber auch f\u00fcr Tonmeister_innen ist es wesentlich, zu \u00fcben. Das ist wie bei den Instrumenten.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_5430\" aria-describedby=\"caption-attachment-5430\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-5430\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/post-1_image1-7-1024x587.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"487\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/post-1_image1-7-1024x587.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/post-1_image1-7-300x172.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/post-1_image1-7-768x440.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/post-1_image1-7-1536x880.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/post-1_image1-7-384x220.jpg 384w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/post-1_image1-7-850x487.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/post-1_image1-7.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5430\" class=\"wp-caption-text\">Pauline Heister \u00a9 Stephan Polzer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Was ein Tonmeister\/eine Tonmeisterin ist, das musste Pauline Heister als 14-j\u00e4hrige Sch\u00fclerin erst im Brockhaus nachschlagen: \u201eIch wollte nie ,nur\u2018 Musik machen. Mein Instrument war die Querfl\u00f6te, aber mich hat die Kombination aus Technik und Musik sofort fasziniert.\u201c Die Vielfalt ihres Berufs, das breite fachliche Spektrum zwischen Musik, Akustik und Naturwissenschaft, begeistert Heister bis heute sp\u00fcrbar . Ihre Herangehensweise an das Unterrichten an der mdw ist von den lebhaften Erinnerungen an die eigene Studienzeit in Detmold gepr\u00e4gt: \u201eMeine eigenen Studienjahre waren eine sch\u00f6ne, intensive Zeit. Ich habe Kammermusik gemacht, Chor gesungen und jede Woche Aufnahmen gemacht. Wir waren Tag und Nacht in den Studios \u2013 da konnten wir uns austoben und auch alle Fehler machen.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr ihre heutigen Studierenden hat sich die berufliche Realit\u00e4t stark ver\u00e4ndert. Pauline Heister wei\u00df um die oftmals prek\u00e4ren Arbeitsbedingungen, mit denen Tonmeister_innen konfrontiert sind. Wo es fr\u00fcher noch einen Tonmeister gab, der die Partitur las, und einen Toningenieur, der die Technik verantwortete, ist dies heute h\u00e4ufig eine One-Man-Show \u2013 \u201eder Tonmeister in Personalunion, der seine eigene Technik aufbaut, die Klangeinstellung und Aufnahmeleitung macht. Und dann ist er eigentlich auch noch der Anw\u00e4rter der Komponist_innen und der Musiker_innen.\u201c <i>Der<\/i> Tonmeister? L\u00e4ngst ist es auch die Tonmeisterin. \u201eAls ich studierte, war ich die einzige Frau unter 50\u00a0M\u00e4nnern\u201c, sagt Pauline Heister und lacht: \u201eIch habe das sehr genossen.\u201c Als junge Aufnahmeleiterin hat Heister unterschiedliche Erfahrungen gemacht: \u201eIch m\u00f6chte Claudio Abbado als leuchtendes Beispiel nennen, der mich, ohne mich zu kennen, v\u00f6llig vorbehaltlos akzeptiert hat.\u201c Das war toll, aber ich habe es nicht mit allen Herren so erlebt.\u201c Heister erz\u00e4hlt von Producern, die \u201esolche Angst davor hatten, dass ich als Frau nicht die richtigen Kn\u00f6pfe finde, dass sie nicht mit mir gearbeitet haben\u201c. Mit Maestro Abbado hingegen hat Heister \u00fcber einen langen Zeitraum hinweg zahlreiche Aufnahmen produziert \u2013 und Heister hat als junge Tonmeisterin in Deutschland eine steile Karriere gemacht: Nach dem Studium ging sie zu Sony Classical nach Hamburg (\u201eDamals habe ich viel in Wien gearbeitet und in Grafenegg haben wir Quartette aufgenommen.\u201c) und erlebte die goldenen Jahre des CD-Booms. Kaum 30-j\u00e4hrig war Pauline Heister Recording Producer der Berliner Philharmoniker. \u201eDas als Frau! Das war damals eigentlich nicht normal und ging auch nur, weil ich immer wieder mit Menschen arbeiten konnte, die kein Thema daraus gemacht haben.\u201c<\/p>\n<p>Neben der intensiven Arbeit mit Abbado und den Berliner Philharmonikern entwickelte Pauline Heister als Executive Producer und Leiterin der Abteilung Musikproduktionen beim Bayerischen Rundfunk eine ausgewiesene Expertise im Bereich der Opern\u00fcbertragung und hat unter anderem \u00fcber viele Jahre Inszenierungen in Bayreuth und M\u00fcnchen betreut.<\/p>\n<p>An der mdw m\u00f6chte Heister ihren Studierenden, Frauen wie M\u00e4nnern, Selbstbewusstsein mitgeben, denn \u201eim Zweifelsfall muss man sich in diesem Berufsfeld auch durchsetzen k\u00f6nnen\u201c. Als Tonmeister_in sollte man neben einer Grundmusikalit\u00e4t, so Heister, \u201evor allem ein gutes Geh\u00f6r mitbringen sowie lange Erfahrung auf mindestens einem Instrument \u2013 und man muss das wirklich wollen. Man muss eine Leidenschaft f\u00fcr diesen Beruf mitbringen, stressfest sein, technisch begabt, strukturiert vorgehen und zur Not die Ruhe bewahren k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Ihre Absolvent_innen, sagt Heister, m\u00fcssen ihre Kompetenz im Preiskampf auch gegen eine Konkurrenz, die nicht studiert hat, verkaufen k\u00f6nnen. Nicht jede_r wird eine Stelle beim \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk bekommen. \u201eUnsere Herausforderung ist daher, unsere Studierenden auch f\u00fcr die freiberufliche T\u00e4tigkeit fit zu machen.\u201c Gegenw\u00e4rtig ist das Video-Streaming ein gro\u00dfes Thema im Tonmeister_innen-Berufsalltag \u2013 auch schon vor Corona. \u201eManchmal frage ich mich, wer sich das alles anschaut\u201c, sagt Pauline Heister. \u201eIch w\u00fcrde die Zeit gerne um 15 Jahre vorspulen, um zu sehen, wie lange sich die Menschen dann noch auf Musik ohne zus\u00e4tzliches Video konzentrieren k\u00f6nnen. Wie viele werden sich dann noch zu Hause hinsetzen und eine Mahler-Symphonie nur anh\u00f6ren?\u201c","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pauline Heister ist die erste Professorin f\u00fcr Tontechnik\/Produktion an der mdw. 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