{"id":5151,"date":"2020-09-29T12:14:02","date_gmt":"2020-09-29T10:14:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=5151"},"modified":"2020-09-30T06:29:04","modified_gmt":"2020-09-30T04:29:04","slug":"alumni-im-fokus-anne-marie-dragosits","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2020\/09\/29\/alumni-im-fokus-anne-marie-dragosits\/","title":{"rendered":"Alumni im Fokus:\ufeff Anne Marie Dragosits"},"content":{"rendered":"Fr\u00fch hat es die passionierte Musikerin zum Klavier ihrer Gro\u00dfeltern hingezogen. Heute ist sie eine gefragte Solistin, leidenschaftliche Continuospielerin und Professorin f\u00fcr Cembalo am Institut f\u00fcr Alte Musik und historische Auff\u00fchrungspraxis an der Anton Bruckner Privatuniversit\u00e4t Ober\u00f6sterreich.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5155\" aria-describedby=\"caption-attachment-5155\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5155 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/post-1_image1-17-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/post-1_image1-17-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/post-1_image1-17-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/post-1_image1-17-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/post-1_image1-17-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/post-1_image1-17-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/post-1_image1-17-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5155\" class=\"wp-caption-text\">Im September 2017 leitete Anne Marie Dragosits ihre erste Oper La Rosinda von Francesco Cavalli am Landestheater Linz .\u00a9 Stefan Schweiger<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201e\u2026 eine Technik und Lyrik, zu der nur wenige f\u00e4hig sind \u2026\u201c, so beschreibt das spanische Musikmagazin <i>Scherzo<\/i> (2017) die au\u00dfergew\u00f6hnliche Cembalistin Anne Marie Dragosits. Die geb\u00fcrtige Tirolerin hat ihre Passion zum Beruf gemacht: \u201eIch habe mich aus reiner Leidenschaft auf das Cembalo konzentriert, nicht weil ich an eine realistische M\u00f6glichkeit glaubte, damit als Musikerin \u00fcberleben zu k\u00f6nnen.\u201c Heute bereist sie als gefragte Solistin und mit ihren zahlreichen Ensembles, wie der preisgekr\u00f6nten Formation vivante, die ganze Welt.<\/p>\n<p>Das Cembalo, urspr\u00fcnglich ein Nebenfach ihres Blockfl\u00f6tenstudiums an der mdw, hat sie schnell mit all seinen Farben in den Bann gezogen. Zwei Jahre studierte Dragosits Klavier und Blockfl\u00f6te, erwog sogar ein Gesangsstudium, bis sie sich schlie\u00dflich f\u00fcr das Hauptfach Cembalo entschied. Ihr Mentor an der mdw, Wolfgang Gl\u00fcxam, \u00f6ffnete ihr f\u00fcr das Facettenreichtum dieses faszinierenden Instruments gewisserma\u00dfen die Ohren. Heute ist sie sehr froh \u00fcber ihre gesammelten Erfahrungen in puncto Oberstimmen-Spiel und Gesang. \u201eMeine damalige \u201aMehrgleisigkeit\u2018 hilft mir heute \u2013 gerade im Generalbass-Spiel ist es ein gro\u00dfer Vorteil, alle Positionen der Kammermusik gut zu kennen.\u201c<\/p>\n<p>Ein weiterf\u00fchrendes Studium brachte sie zu Ton Koopman und Tini Mathot an das K\u00f6nigliche Konservatorium in Den Haag. \u201eF\u00fcr mich als Musikerin war immer der Schritt in eine Art fremde, neue Welt befl\u00fcgelnd, zum einen von Tirol nach Wien, sp\u00e4ter von Wien nach Den Haag\u201c, erz\u00e4hlt sie. Die M\u00f6glichkeit, neue Wege zu beschreiten, ist etwas, das sie an der Alten Musik fasziniert. Die Menge an noch zu entdeckendem Repertoire sowie die Masse an noch nicht zur G\u00e4nze aufgearbeiteten Themen begeistern sie ebenso wie die Vielfalt an Stilen und der improvisatorische Zugang.<\/p>\n<blockquote><p>Als Continuospielerin freue ich mich \u00fcber die verschiedenen Besetzungen, von intimer Kammermusik bis hin zum gro\u00dfen Orchester.<\/p>\n<p>Anne Marie Dragosits<\/p><\/blockquote>\n<p>Dass das Cembalo immer noch den Ruf hat, kein dynamisches Instrument zu sein, ist f\u00fcr Anne Marie Dragosits unverst\u00e4ndlich. \u201eNat\u00fcrlich ist der Unterschied in der Lautst\u00e4rkenamplitude geringer als beim Klavier, dennoch l\u00e4sst sich durch einen variantenreichen Anschlag auf einem guten Instrument eine absolut h\u00f6rbare Feindynamik erzeugen. Durch Artikulation, Phrasierung, subtile Timing-Tricks und Registrierung haben wir die M\u00f6glichkeit, vielf\u00e4ltige Klangwelten \u2013 von zart und lieblich bis wild und rauschend \u2013 erstehen zu lassen.\u201c Die Erfolge ihrer Soloprogramme auf originalen Cembali quer durch Europa sind der beste Beweis f\u00fcr die mitrei\u00dfende Lebendigkeit der beeindruckenden Instrumente. \u201eGerade in puncto Dynamik und Farben k\u00f6nnen diese teils seit Jahrhunderten \u201eschwingenden\u201c Resonanzk\u00f6rper Dinge, die ich dann auch aus den Nachbauten klanglich herauszukitzeln versuche\u201c, erkl\u00e4rt Dragosits. \u201eDie Originale machen \u00fcberhaupt erst begreifbar, welche Farben m\u00f6glich sind.\u201c<\/p>\n<p>Ihre Liebe zu den historischen Cembali ist auf ihren zahlreiche Tonaufnahmen h\u00f6rbar. \u201eF\u00fcr meine Soloprogramme lasse ich mich von originalen Cembali und deren Klangbild inspirieren, vergrabe mich im Stil und Umfeld der Musik und suche auch immer eine Art Konzept.\u201c Wie etwa auf ihrer letzten CD <i>Le Clavecin Mythologique<\/i> mit hochbarocker franz\u00f6sischer Programm-Musik \u00fcber mythologische Figuren und Themen, aufgenommen auf einem Original von Pascal-Joseph Taskin aus dem Jahr 1787 im Museum f\u00fcr Kunst und Gewerbe in Hamburg. Ebendort freut sie sich auf ihr n\u00e4chstes Projekt \u2013 eine Aufnahme auf einem deutschen Cembalo von Christian Zell von 1728.<\/p>\n<p>Im Herbst soll, versp\u00e4tet durch Covid-19, ihr erstes Buch erscheinen, dessen Thema seinen Ursprung in ihrer Masterarbeit an der mdw und ihrem k\u00fcnstlerischen Doktorat im Programm docARTES an der Universit\u00e4t Leiden\/Niederlande nahm. Die Biografie \u00fcber Giovanni Girolamo Kapsperger (1580\u20131651), einen Theorbisten und Komponisten aus dem Fr\u00fchbarock, erscheint beim italienischen Verlag Libreria Musicale Italiana (LIM) in deutscher Sprache. Teils sehr \u00fcberraschende Forschungsergebnisse sollen bei Workshops und Vortr\u00e4gen \u00fcber Kapsperger und seine vielf\u00e4ltige Vokalmusik pr\u00e4sentiert werden, verr\u00e4t Anne Marie Dragosits.<\/p>\n<blockquote><p>In Wien war damals das Angebot f\u00fcr Alte Musik sehr klein. Das \u00e4ndert sich ja gerade sehr!<\/p>\n<p>Anne Marie Dragosits<\/p><\/blockquote>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fch hat es die passionierte Musikerin zum Klavier ihrer Gro\u00dfeltern hingezogen. Heute ist sie eine gefragte Solistin, leidenschaftliche Continuospielerin und Professorin f\u00fcr Cembalo am Institut f\u00fcr Alte Musik und historische Auff\u00fchrungspraxis an der Anton Bruckner Privatuniversit\u00e4t Ober\u00f6sterreich.<\/p>\n","protected":false},"author":86,"featured_media":5153,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[1020,1022,990,1047,1021],"class_list":["post-5151","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-music","tag-2020-3","tag-altemusik","tag-alumniimfokus","tag-annamariedragosits","tag-earlymusic"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5151","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/86"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5151"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5151\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5272,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5151\/revisions\/5272"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5153"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5151"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5151"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5151"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}